{"id":492028,"date":"2025-10-12T04:31:24","date_gmt":"2025-10-12T04:31:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/492028\/"},"modified":"2025-10-12T04:31:24","modified_gmt":"2025-10-12T04:31:24","slug":"es-entsteht-ein-reger-dialog-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/492028\/","title":{"rendered":"\u00bbEs entsteht ein reger Dialog\u00ab \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Es ist kaum zu fassen, das Genre Jazz: Mal klingt die Musik aufregend und experimentell, mal groovy und poppig. Und das zeigt auch die 49. Ausgabe der Leipziger Jazztage. Vom 11. bis 18. Oktober t\u00f6nt es nicht nur aus der Peripherie, nicht nur da, wo sich besonders Interessierte tummeln, sondern von zahlreichen B\u00fchnen in der ganzen Stadt. Damian Dalla Torre ist einer von jenen, die unbedingt geh\u00f6rt werden sollten. Der\u00a0Guardian\u00a0k\u00fcrte seine letzte Platte \u00bbI can feel my Dreams\u00ab zu der besten der zeitgen\u00f6ssischen Musik, j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte er ein Album mit dem Trio L\u00fcften. Gemeinsam mit der S\u00e4ngerin Laura Z\u00f6schg improvisiert der nunmehr in Leipzig lebende K\u00fcnstler w\u00e4hrend der Jazztage.\u200b<\/p>\n<p><strong>Ihre letzte Soloplatte hie\u00df \u00bbI can feel my Dreams\u00ab \u2013 welche Bedeutung haben Tr\u00e4ume f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Ich glaube, Tr\u00e4ume sind sehr wichtig \u2013 sie er\u00f6ffnen die M\u00f6glichkeit, sich Ver\u00e4nderungen vorzustellen und W\u00fcnsche \u00fcberhaupt erst zuzulassen. F\u00fcr mich sind sie eine Art innerer Kompass, ein Raum f\u00fcr Sehnsucht, f\u00fcr Visionen und f\u00fcr all das, was im Alltag vielleicht keinen Platz findet. So wirken sie auch in meine Musik hinein.<\/p>\n<p><strong><br \/>Welche Rolle spielen musikalische Genres f\u00fcr Ihre Musik? <\/strong><\/p>\n<p>Ich tue mich schwer damit, meine Musik einem bestimmten Genre zuzuordnen \u2013 vor allem, weil sie aus vielen Schichten besteht, in denen sich unterschiedliche Stile miteinander verweben. F\u00fcr mich ist es wichtig, all das hineinzulassen, was mich ber\u00fchrt und inspiriert. Genres empfinde ich dabei eher als Begrenzung, w\u00e4hrend es mir darum geht, diese Grenzen bewusst zu \u00f6ffnen. Ich treffe die bewusste Entscheidung, Einfl\u00fcsse zuzulassen. Dadurch bleibe ich neugierig und meine Musik entwickelt sich st\u00e4ndig weiter. Wenn sich dabei Genres verschieben oder ineinander \u00fcbergehen, ist das f\u00fcr mich kein kalkulierter Wechsel, sondern eine nat\u00fcrliche Folge dieses offenen Prozesses.<\/p>\n<p><strong><br \/>Sie sind schon h\u00e4ufiger mit Markus Rom und Max Kraft aufgetreten. Was war jetzt der Anlass zur ersten gemeinsamen Trio-Ver\u00f6ffentlichung unter dem Namen L\u00fcften?<\/strong><\/p>\n<p>Mit Markus und Max verbindet mich eine langj\u00e4hrige Freundschaft, die eigentlich in den ersten Covid-Lockdowns begann. Wir wohnten damals alle in der N\u00e4he, und so kam es, dass wir uns immer wieder \u2013 zun\u00e4chst noch mit Abstand \u2013 trafen und viel \u00fcber Musik sprachen. Als Begegnungen wieder m\u00f6glich waren, haben wir auch musikalisch zueinandergefunden. Die erste Ver\u00f6ffentlichung entstand im Sommer 2023 w\u00e4hrend einer dreit\u00e4gigen Session im Temporarium (Konzertlocation f\u00fcr experimentelle Musik im Leipziger Westen, Anm. d. Red.), bei der wir Jams aufgenommen und anschlie\u00dfend weiterbearbeitet haben. L\u00fcften ist sozusagen als Nebenprojekt neben all unseren eigenen musikalischen Wegen gewachsen \u2013 vielleicht hat es deshalb auch etwas gedauert, bis das Album fertig war. Umso mehr freut es uns, dass diese gemeinsame Idee nun als Tape beim Label All my Ghosts erschienen ist.<\/p>\n<p><strong><br \/>Welche Musik h\u00f6ren Sie gerade?<\/strong><\/p>\n<p>Ich h\u00f6re st\u00e4ndig Musik und recherchiere t\u00e4glich, um neue Sachen zu entdecken. Gerade l\u00e4uft bei mir ein k\u00fcrzlich erschienenes Album mit dem Titel \u00bbUra Omote\u00ab von dem japanischen Musiker Betts (JP), den ich auf meiner Japantour im Mai kennengelernt habe.<\/p>\n<p><strong><br \/>Sie sind dieses Jahr nicht das erste Mal bei den Leipziger Jazztagen. Gibt es ein Ereignis, ein Konzert, eine spannende Begegnung, die Sie in besonderer Erinnerung haben?<\/strong><\/p>\n<p>Die Leipziger Jazztage sind f\u00fcr mich immer wieder eine wunderbare Gelegenheit, mit anderen Musiker:innen in Austausch zu treten. \u00dcber die gesamte Festivalzeit hinweg entsteht ein reger Dialog \u2013 k\u00fcnstlerisch wie pers\u00f6nlich. Gleichzeitig erh\u00e4lt man, wie bei den besten Festivals, einen kompakten Einblick in das, was die Szene aktuell bewegt. Daf\u00fcr sorgt die stets spannende Programmgestaltung, die etablierte Bands, neue Begegnungen und vielversprechende Newcomer miteinander verbindet. Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen Kooperationen, die das Festival erm\u00f6glicht: Sie stehen sinnbildlich f\u00fcr die Haltung von Offenheit und Austausch.<\/p>\n<p><strong><br \/>Sie werden bei den Leipziger Jazztagen mit Laura Z\u00f6schg auftreten. Wie haben Sie zueinandergefunden?<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Wege haben sich in der S\u00fcdtiroler Szene gekreuzt. Im Sommer haben wir im Rahmen einer einw\u00f6chigen Residency beim S\u00fcdtirol-Jazzfestival intensiv zusammengearbeitet, Material entwickelt und auch mit Fieldrecordings experimentiert, die in unserem Set immer wieder aufscheinen werden. Unser Auftritt in Leipzig ist daher auch eine Kooperation mit dem S\u00fcdtirol-Jazzfestival. Laura ist zudem auf einigen Tracks meines Albums \u00bbI can feel my Dreams\u00ab zu h\u00f6ren. Unsere musikalische Verbindung ist jedes Mal sp\u00fcrbar \u2013 eine Art selbstverst\u00e4ndlich gewordene k\u00fcnstlerische Resonanz, die wir in Leipzig weiter ausloten wollen.<\/p>\n<p>&gt; 49. Leipziger Jazztage: 11.\u201318.10., diverse Orte, u. a. mit Pino Palladino &amp; Blake Mills, Dave Holland, Jelena Kulji\u0107, Potsa Lotsa XL, Aly Ke\u00efta, Shabaka &amp; Nduduzo Makhathini, Damian Dalla Torre und der Premiere von \u00bbBeing Hipp\u00ab, einer Dokumentation \u00fcber die vor 100 Jahren in Leipzig geborene Jazzpianistin Jutta Hipp (<a href=\"https:\/\/kreuzer-leipzig.de\/2025\/02\/04\/leipzig-jazz-pianistin-100-jahre-geburtstag-jutta-hipp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">s. kreuzer<\/a>), <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.leipziger-jazztage.de\" rel=\"noopener\">www.leipziger-jazztage.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist kaum zu fassen, das Genre Jazz: Mal klingt die Musik aufregend und experimentell, mal groovy und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":492029,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,123508,5561,30,14084,58132,16071,123509,123510,1310,30036,71,810,859,3699,33065,3866,20183,33067,33068],"class_list":{"0":"post-492028","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-e-musik","11":"tag-festival","12":"tag-germany","13":"tag-jazz","14":"tag-jazzfestival","15":"tag-jazztage","16":"tag-kids-jazz-l-e","17":"tag-kinder-jazz","18":"tag-konzert","19":"tag-konzerttipp","20":"tag-leipzig","21":"tag-musik","22":"tag-sachsen","23":"tag-veranstaltung","24":"tag-veranstaltung-leipzig","25":"tag-veranstaltungen","26":"tag-veranstaltungshinweis","27":"tag-veranstaltungsreihe","28":"tag-veranstaltungstipp"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115359323521595408","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/492028","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=492028"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/492028\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/492029"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=492028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=492028"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=492028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}