{"id":492106,"date":"2025-10-12T05:18:18","date_gmt":"2025-10-12T05:18:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/492106\/"},"modified":"2025-10-12T05:18:18","modified_gmt":"2025-10-12T05:18:18","slug":"oberbuergermeister-einer-friedensstadt-alles-muenster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/492106\/","title":{"rendered":"Oberb\u00fcrgermeister einer Friedensstadt | ALLES M\u00dcNSTER"},"content":{"rendered":"<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/cms\/wp-content\/uploads\/iv_ob_lewe_09102025-th-106.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-126921\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Oberb\u00fcrgermeister Markus Lewe. (Foto: Thomas H\u00f6lscher)\" width=\"300\" height=\"200\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/iv_ob_lewe_09102025-th-106-300x200.jpg\"\/><\/a>Oberb\u00fcrgermeister Markus Lewe. (Foto: Thomas H\u00f6lscher)<\/p>\n<p><strong>Seit Markus Lewe im Juni letzten Jahres ank\u00fcndigte, dass er nicht erneut zur Wahl des Oberb\u00fcrgermeisters antreten wird, war bei \u00f6ffentlichen Anl\u00e4ssen immer wieder der gleiche Satz zu h\u00f6ren, \u201eDas macht er jetzt wohl zum letzten Mal\u201c. Sei es die Er\u00f6ffnung des Weihnachtsmarktes, des Schauraums oder auch die letzte Ratssitzung unter seiner Leitung Anfang September. ALLES M\u00dcNSTER blickt im vermutlich letzten Interview mit Markus Lewe auf 16 Jahre als Stadtoberhaupt zur\u00fcck. Eine Zeit mit H\u00f6hen und Tiefen.<\/strong><\/p>\n<p>Als Angela Merkel nach 16 Jahren aus dem Amt der Bundeskanzlerin ausschied, gab es in Deutschland eine Generation junger Menschen, die sich kaum daran erinnern konnte, dass das Land mal ein anderes Staatsoberhaupt hatte. \u00c4hnlich in M\u00fcnster, wer jetzt in der Ausbildung oder im Studium steckt, kennt keinen anderen m\u00fcnsterschen Oberb\u00fcrgermeister als Markus Lewe. Wie erinnert sich Lewe an seinen ersten Tag am 21. Oktober 2009 am Schreibtisch des Oberb\u00fcrgermeisters? \u201eIch kann mich gut an den Tag erinnern, der Schreibtisch war da gar nicht so wichtig. Der erste Tag war da, um mit den Besuchen, die ich vorgenommen habe, deutlich zu machen, was eigentlich wichtig ist f\u00fcr diese Stadt. Da geh\u00f6rte die Bahnhofsmission genauso dazu wie der Flughafen, das Max-Planck-Institut f\u00fcr molekulare Zellforschung oder auch das Denkmal des Kardinal von Galen. Es waren Orte, die die Diversit\u00e4t dieser Stadt abgebildet haben, die Vielfalt, die Ehrenamtlichkeit, aber auch die Hauptamtlichkeit.\u201c<\/p>\n<p>Am Schreibtisch wurde dem frischgebackenen Oberb\u00fcrgermeister klar, dass er nun auch der Chef einer sehr gro\u00dfen Verwaltung war. Eine gro\u00dfe Unterst\u00fctzung sei dabei der damalige OB-Dezernent Rainer Uetz gewesen: \u201eEr hat das wirklich mit einer unfassbaren Tiefe und Leidenschaft betrieben, mit Souver\u00e4nit\u00e4t und Uneitelkeit. Das ist jemand, der wirklich in jeder Beziehung vorbildhaft war \u2013 schnell, schlau und auch loyal\u201c. R\u00fcckblickend erinnert sich Lewe an viele spannende und ber\u00fchrende Begegnungen. Margot Friedl\u00e4nder geh\u00f6re dazu, aber auch viele Menschen, die eher im Hintergrund die Dinge am Laufen halten. So ist er mit Kanalarbeitern in M\u00fcnsters Untergrund abgestiegen: \u201eIch habe einen Wahnsinns-Respekt vor diesen Menschen, die diese Aufgabe f\u00fcr uns t\u00e4glich erledigen und die wir \u00fcberhaupt nicht auf dem Schirm haben. Mich haben auch immer Menschen fasziniert, die aus pers\u00f6nlichem Leid heraus eigene Initiativen ergriffen haben. Solche Begegnungen sind sehr kostbar!\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/narrenfreunde_hiltrup_onkel_willy-th-02-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-126886\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Mit M\u00fcnsters Stadtoriginal &quot;Onkel Willi&quot;. (Foto: Thomas H\u00f6lscher)\" width=\"1200\" height=\"795\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/narrenfreunde_hiltrup_onkel_willy-th-02-1.jpg\"\/><\/a>Mit M\u00fcnsters Stadtoriginal \u201eOnkel Willi\u201c. (Foto: Thomas H\u00f6lscher)<br \/>\nEin Start in unruhigen Zeiten<\/p>\n<p>Dabei war der Einstieg in das Amt des Oberb\u00fcrgermeisters alles andere als einfach. Deutschland steckte in einer Finanzkrise, die auch M\u00fcnster traf. Um die Auswirkungen aufzufangen, wurde unter anderem die Gewerbesteuer in M\u00fcnster erh\u00f6ht. Ein Prozess, der von vielen, schwierigen Gespr\u00e4chen begleitet wurde. Doch dann wendete sich das Blatt, w\u00e4hrend andere Kommunen stagnierten oder schrumpften, begann M\u00fcnster zu wachsen. 2009 hatte M\u00fcnster 275.543 Einwohnerinnen und Einwohner, heute sind es 322.259. In den letzten 16 Jahren sind rund 65.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitspl\u00e4tze hinzugekommen, eine Leistung, die in NRW nahezu einmalig ist. Infrastruktur musste geschaffen werden: \u201eDas Thema Schulen und Kitas war immer wieder mein Leidenschaftsthema. Dass jedes Kind die Chance hat, sich bewegen zu k\u00f6nnen. Sportanlagen und auch Schwimmb\u00e4der und nat\u00fcrlich auch bezahlbarer Wohnraum mussten geschaffen werden.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/cms\/wp-content\/uploads\/kiepenkerl_pressetermin-th-3-1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-126880 size-medium\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Die Trauerfeier anl\u00e4sslich der Amokfahrt am Kiepenkerl. (Foto: Thomas H\u00f6lscher)\" width=\"300\" height=\"200\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/kiepenkerl_pressetermin-th-3-1-300x200.jpg\"\/><\/a>Die Trauerfeier anl\u00e4sslich der Amokfahrt am Kiepenkerl. (Foto: Thomas H\u00f6lscher)<\/p>\n<p>Auch Krisen geh\u00f6rten zur Amtszeit von Markus Lewe. Das Schneechaos Ende 2010, Hochwasser 2014, die gro\u00dfe Zahl Gefl\u00fcchteter 2015, die Amokfahrt am Kiepenkerl 2018 und nat\u00fcrlich Corona. Zu Beginn seiner Amtszeit sei die Sorge gro\u00df gewesen, dass Firmen und Beh\u00f6rden aus M\u00fcnster abgezogen werden. Gerade durch pers\u00f6nliche Beziehungen sei es dem Stadtoberhaupt jedoch gelungen, unter anderem die Oberfinanzdirektion und die Landwirtschaftskammer in M\u00fcnster zu halten. Und dann war da doch noch die Sache mit dem Musikcampus. \u201eDer Prozess ist ja nicht abgeschlossen. Es geht zun\u00e4chst generell um die Grundfrage: Was ist es uns wert, die hochqualitative, aber auch weitverbreitete Musik in M\u00fcnster vern\u00fcnftig zu verorten. Die Idee, das mit der Universit\u00e4t zusammen zu machen, war eine gute. Sie h\u00e4tte zu einem bestimmten Zeitpunkt auch umgesetzt werden k\u00f6nnen, als auch vom Land die entsprechenden Mittelzusagen in Aussicht gestellt wurden. Aber durch diese intensive politische Diskussion hat sich das Ganze nat\u00fcrlich verz\u00f6gert. Es \u00e4ndert aber nichts daran, dass wir an dem Thema weiterarbeiten und auch L\u00f6sungen oder L\u00f6sungsans\u00e4tze haben, die dann durch meinen Nachfolger oder wen auch immer mal vorgestellt werden k\u00f6nnen. Da gibt es sehr, sehr interessante Modelle, sodass ich glaube, dass irgendwann mal auf diesem Ei, auf dem die Stadt br\u00fctet, endlich mal eine dicke Henne rausschl\u00fcpft!\u201c<\/p>\n<p>Ein christdemokratischer Oberb\u00fcrgermeister und ein rot-gr\u00fcner Stadtrat<\/p>\n<p>Wie war es, als christdemokratischer Oberb\u00fcrgermeister mit einem Stadtrat zusammenzuarbeiten, in dem Rot-Gr\u00fcn die Mehrheit hat? \u201eIn den ersten Jahren gab es \u00fcberhaupt keine Mehrheit. Da habe ich den Begriff der Verantwortungsgemeinschaft gepr\u00e4gt. Das, was wir im Rat erleben, sind ja h\u00e4ufig die Themen, mit denen die unterschiedlichen politischen Gruppierungen ihre Fu\u00dfspuren hinterlassen wollen, was auch richtig ist in der Demokratie. Aber ich gehe mal davon aus, dass 90 Prozent der Vorlagen, die durch die Verwaltung mit Vorbereitung geschaffen werden, relativ glatt durchgehen. Der Rest sind viele symbolische Themen, die sich h\u00e4ufig mit den Bereichen Mobilit\u00e4t oder Klimaschutz befassen. Ich glaube, dass sich da in gewisser Weise in der Zielsetzung schon gro\u00dfe einvernehmliche Punkte bilden. Aber es gibt halt Fragen in der Umsetzung.\u201c<\/p>\n<p>Hart aber fair<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/cms\/wp-content\/uploads\/OB-Stichwahl-2020-th-5.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-126891\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Mit seinem gr\u00fcnen Herausforderer Peter Todeskino nach der gewonnenen Stichwahl 2020. (Foto: Thomas H\u00f6lscher)\" width=\"300\" height=\"200\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/OB-Stichwahl-2020-th-5-300x200.jpg\"\/><\/a>Mit seinem gr\u00fcnen Herausforderer Peter Todeskino nach der gewonnenen Stichwahl 2020. (Foto: Thomas H\u00f6lscher)<\/p>\n<p>\u201eIch glaube, dass f\u00fcr mich das Entscheidende war, dass die Zusammenarbeit in den Organen der kommunalen Selbstverwaltung in der Sache zwar hart aber fair war. Ich sehe mich schon als einen Oberb\u00fcrgermeister einer Friedensstadt und einer Stadt, der es gelungen ist bisweilen auch Parteien, die am extremen Rand stehen, zu isolieren. Weil ich glaube, dass das auch eine Menge damit zu tun hat, wie Politiker selber miteinander umgehen. Wenn sie sich nur noch gegenseitig entw\u00fcrdigen, dann fragen nat\u00fcrlich manche W\u00e4hler der Mitte: warum brauchen wir euch \u00fcberhaupt noch, wenn ihr euch genauso verhaltet wie die von den extremen Seiten? Dies ist Gott sei Dank auch gelebt worden bis hin zu dem Punkt, dass es einen sehr gro\u00dfen, urbanen Konsens \u00fcber die Frage gibt, wie geht man eigentlich mit Ausgrenzung generell um? Oder besser gesagt, was k\u00f6nnen wir daf\u00fcr tun, dass die Menschen unterschiedlicher Herkunft, Glaubens, sexueller Orientierung nicht nur toleriert werden, sondern auch gl\u00fccklich werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Hochrangige G\u00e4ste der Stadt werden nicht nur im Friedenssaal empfangen, sie d\u00fcrfen auch aus dem goldenen Hahn trinken. Da k\u00f6nnen bei manchen G\u00e4sten auch schon mal Sicherheitsbedenken aufploppen: \u201eBeim ersten amerikanischen Botschafter, dem ich begegnet bin und der Wein aus dem Hahn trinken durfte, waren die Sicherheitsleute doch etwas ungl\u00fccklich. [lacht] Hendrick W\u00fcst hat mir neulich gebeichtet, dass er den Wein gar nicht so toll fand. Andere fanden ihn allerdings sehr gut. Es ist ein sehr sch\u00f6nes Ritual mit zwei sch\u00f6nen Legenden. Zum einen der feste Wille der Stadtgesellschaft sich nicht erobern zu lassen, widerstandsf\u00e4hig zu sein. Zum anderen ist der Hahn vielleicht das westf\u00e4lische Symbol f\u00fcr den Adler, n\u00e4mlich das Symbol der Freiheit.\u201c Hinter diesen Legenden steckt f\u00fcr das Stadtoberhaupt auch ein hochaktueller Aspekt. Menschen, die in M\u00fcnster leben, sollen das Gef\u00fchl haben, dazu zu geh\u00f6ren. Unabh\u00e4ngig davon, wie lange sie schon in der Stadt leben. Auf engem Raum wird dies f\u00fcr Lewe im Hafen deutlich, der kein durchkapitalisierter Ort geworden sei, wie er sagt, sondern ein Ort der Ausgehkultur f\u00fcr alle mit Restaurants, Theater, Kino, Ruderverein und auch der B-Side, f\u00fcr die er sich seinerzeit starkgemacht habe. Au\u00dferdem sei die lange Mauer entlang des Hafenbeckens eine Bank f\u00fcr jedermann. Unabh\u00e4ngig davon, ob man in den dortigen Gesch\u00e4ften Geld ausgegeben habe oder nicht, wie Lewe betont.<\/p>\n<p>Nicht nur Lewes Verdienst<\/p>\n<p>Dass sich M\u00fcnster heute als modern und weltoffen pr\u00e4sentiert, sei aber nicht nur sein Verdienst: \u201eAlso ich glaube, das ist auch meinen Vorg\u00e4ngern zu verdanken. M\u00fcnster ist von einer verschlafenen 70er-Jahre Beamtenstadt zu einer hochmodernen Stadt geworden, die eine extrem hohe Aufenthaltsqualit\u00e4t f\u00fcr alle hat. Mit einem H\u00f6chstma\u00df an Toleranz, mit einem ausgepr\u00e4gten Gesp\u00fcr f\u00fcr Qualit\u00e4t, mit einer recht ausgepr\u00e4gten sozialen Ader, die sicherlich auch ihre Urspr\u00fcnge in der Tradition hat, in den Stiftungen und den Bruderschaften, die es in den vergangenen Jahrhunderten gegeben hat, aber auch aus neuen Impulsen. Ich glaube, dass die Skulptur Projekte da auch eine ganz wichtige Rolle gespielt haben. Kreative Zumutungen braucht man in der Stadt, damit man eben auch mal emotionalisiert wird und Debatten f\u00fchren kann.\u201c<\/p>\n<p>Lieber Spaten als Abrissbirne<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Spatenstich-Stadthaus-4_Buehrke_00489-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-126905\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Hier beim Spatenstich zum Stadthaus 4. (Foto: Michael B\u00fchrke)\" width=\"1200\" height=\"800\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Spatenstich-Stadthaus-4_Buehrke_00489-1.jpg\"\/><\/a>Hier beim Spatenstich zum Stadthaus 4. (Foto: Michael B\u00fchrke)<\/p>\n<p>Wie oft Markus Lewe einen Spaten in irgendeinen Sandhaufen gerammt hat, wei\u00df er selber nicht so genau: \u201eDa m\u00fcssen Sie die Vertreter der Partei \u201aDie Partei\u2018 fragen, die haben einen entsprechenden Kalender entworfen. Ich wollte mal einen Kalender machen, auf dem gezeigt wird, wer hinterher alles an den B\u00fcffets h\u00e4ngt. [lacht] Aber: unz\u00e4hlig oft! Also erst mal bei eigenen Projekten, Schulen, Kitas, Schulanbauten, Kitaanbauten, Neubauten. Aber auch bei benachbarten Investitionen wie der Universit\u00e4t, die ja auch in erheblichem Ma\u00dfe Neubauten vornehmen konnte, bei Kliniken, neulich noch bei einer Pflegeschule. Die Anzahl der Spaten, die ich in die Hand genommen habe, zeigt eben auch, dass diese Stadt boomt. Auch wenn da vielleicht der ein oder andere dr\u00fcber l\u00e4stern mag: Es ist ja immer auch ein Symbol daf\u00fcr, dass es sch\u00f6ner ist, einen Spaten in der Hand zu haben, als eine Abrissbirne zu bedienen. Die Dinge, die entstanden sind, sind ja oft Folge eines langen Prozesses, einer langen Entwicklung, vielleicht auch einer langen Sehnsucht \u2013 siehe Preu\u00dfenstadion \u2013 und sie signalisieren: Jetzt geht es wirklich los!\u201c<\/p>\n<p>W\u00fcnsche an den Nachfolger<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/cms\/wp-content\/uploads\/OB-Stichwahl-cm-15-1.jpeg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-126929\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Markus Lewe (r.) gratuliert seinem Nachfolger Tilman Fuchs (l.) am Abend der Stichwahl. (Foto: Christian Menz)\" width=\"300\" height=\"200\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/OB-Stichwahl-cm-15-1-300x200.jpeg\"\/><\/a>Markus Lewe (r.) gratuliert seinem Nachfolger Tilman Fuchs (l.) am Abend der Stichwahl. (Foto: Christian Menz)<\/p>\n<p>Seinem Nachfolger Tilman Fuchs gibt Lewe ein paar W\u00fcnsche mit auf den Weg: \u201eErstmal als Pers\u00f6nlichkeit, dass er so bleibt, wie er ist \u2013 ich finde ihn sehr sympathisch. Aber auch, dass er die Breite der Stadt erkennt. Klar hat jeder seine politische Herkunft, aber es muss eben auch sichtbar werden, dass man als OB f\u00fcr alle Menschen in dieser Stadt Verantwortung tr\u00e4gt, dass einem Vertrauen gegeben wird f\u00fcr einen historisch kleinen Zeitraum. Und dass er f\u00fcr diese gro\u00dfen Herausforderungen, die auf ihn zukommen, genug Kraft hat, um sie vern\u00fcnftig bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. Denn das wird sicherlich in der n\u00e4chsten Wahlperiode noch etwas anders als in meinen Wahlperioden sein, weil sich einfach so viel ver\u00e4ndert. Die finanziellen Rahmenbedingungen werden sich signifikant versch\u00e4rfen, es wird weniger zu verteilen geben. Wir werden mit den Menschen vor Ort in die Diskussion treten m\u00fcssen, was wir uns noch leisten k\u00f6nnen und was nicht. Das ist ein sehr aufw\u00e4ndiger Prozess, das wird auch viel mit Entt\u00e4uschungen einhergehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWer nicht vernetzt ist, wird trauern!\u201c<\/p>\n<p>Lewe r\u00e4t seinem Amtsnachfolger, sich im Deutschen St\u00e4dtetag zu engagieren, in dem er selber zehn Jahre in unterschiedlichen F\u00fchrungspositionen, unter anderem als Pr\u00e4sident, t\u00e4tig war. Die nationale und internationale Vernetzung M\u00fcnsters sei einer der Schl\u00fcssel zum Erfolg, ist sich Lewe sicher und verweist dabei insbesondere auf die Niederlande, \u201eDa haben wir mittlerweile Enormes entwickeln k\u00f6nnen\u201c. M\u00fcnsters Partnerstadt Enschede pflegt enge Beziehungen zum kalifornischen Palo Alto, in der die renommierte Stanford University angesiedelt ist, deren Experten wiederum nach M\u00fcnster kommen, um sich bei der Batterieforschung einzubringen. Der US-Bundesstaat Minnesota ist mit dem Land NRW partnerschaftlich verbunden, wodurch es zu Kontakten zwischen der ber\u00fchmten Mayo Klinik und dem UKM kommt. Solche Verflechtungen seien es, die auch M\u00fcnster voranbringen, ist sich der Oberb\u00fcrgermeister sicher. \u201eWir m\u00fcssen auch den Kommunen im benachbarten M\u00fcnsterland deutlich signalisieren, dass wir ohne sie nicht k\u00f6nnen und dass wir nur partnerschaftlich miteinander klarkommen. Wer nicht vernetzt ist, wird trauern!\u201c M\u00fcnster sei viele Jahre irgendwie nur am Rand Deutschlands gewesen, heute liege die Stadt Mitten in Europa, fasst Lewe die Wandlung der Stadt in den letzten Jahrzehnten zusammen.<\/p>\n<p>Amts\u00fcbergabe mit Pauken und Trompeten?<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/cms\/wp-content\/uploads\/iv_ob_lewe_09102025-th-102.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-126920\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Im letzten Interview mit ALLES M\u00dcNSTER. (Foto: Thomas H\u00f6lscher)\" width=\"300\" height=\"200\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/iv_ob_lewe_09102025-th-102-300x200.jpg\"\/><\/a>Im letzten Interview mit ALLES M\u00dcNSTER. (Foto: Thomas H\u00f6lscher)<\/p>\n<p>Wie die Amts\u00fcbergabe an seinen Nachfolger Tilman Fuchs genau ablaufen wird, will Markus Lewe noch nicht verraten. Eventuell werde er einen Staffelstab \u00fcberreichen oder die Amtskette, das sei aber noch nicht klar. Ob es eine Art Zeremonie geben wird? Lewe deutet aus dem Fenster und zeigt auf den Rathausinnenhof: \u201eJa, mit ein paar Pauken und Trompeten [lacht]. Nein, das wird ganz n\u00fcchtern am letzten Tag meiner Amtszeit sein, am 31. Oktober. Aber ich habe ja auch schon mehrere Gespr\u00e4che mit Tilman Fuchs gef\u00fchrt. Doch symbolisch ist es immer ganz gut, wenn man nochmal etwas \u00fcbergibt.\u201c Auch bez\u00fcglich seiner Pl\u00e4ne nach dem 31. Oktober h\u00e4lt sich das Noch-Stadtoberhaupt bedeckt, aber eines sei klar, dass er noch nicht in den Ruhestand gehen werden. Auch Rosen z\u00fcchten, wie bei Konrad Adenauer, k\u00e4me f\u00fcr ihn nicht in Frage: \u201eLieber Tulpen, da ist man dann nur im Fr\u00fchling mit besch\u00e4ftigt!\u201c<\/p>\n<p>                         <a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/author\/mb\/\" class=\"fn url\" target=\"_blank\" title=\"Michael B\u00fchrke\" rel=\"nofollow noopener\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"250\" alt=\"\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" class=\"avatar avatar-250 photo\" style=\"max-width:250px\" data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/michael.jpg\"\/><\/a> <\/p>\n<p>Michael wurde im nieders\u00e4chsischen Celle geboren und kam 1990 zum Studieren nach M\u00fcnster. Er ist Geograf und arbeitet heute in der Unternehmskommunikation. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Soziales aber auch in den Naturwissenschaften. Michael ist leidenschaftlicher Radfahrer, Wanderer und Amateurfotograf.<\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/author\/mb\/\" class=\"url\" target=\"_blank\" title=\"Michael B\u00fchrke\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"250\" alt=\"\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" class=\"avatar avatar-250 photo\" style=\"max-width:250px\" data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/michael.jpg\"\/><\/a>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Oberb\u00fcrgermeister Markus Lewe. 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