{"id":492410,"date":"2025-10-12T08:17:10","date_gmt":"2025-10-12T08:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/492410\/"},"modified":"2025-10-12T08:17:10","modified_gmt":"2025-10-12T08:17:10","slug":"europa-braucht-christliches-denken-und-handeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/492410\/","title":{"rendered":"Europa braucht christliches Denken und Handeln"},"content":{"rendered":"<p>                                                                                                Fatima\/Wien, 12.10.2025 (KAP) Eine katholische Kirche, die sich selbstbewusst auf die Quellen ihres Glaubens und ihre Soziallehre st\u00fctzt, kann in Europa Hoffnungstr\u00e4gerin f\u00fcr einen verwundeten Kontinent sein. Das hat der ungarische Pastoraltheologe und Religionswissenschaftler Andras Mate-Toth in einem Vortrag beim j\u00fcngsten Treffen der katholischen Bischofskonferenz-Vorsitzenden Europas unterstrichen. Die im Rat der europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen (CCEE) versammelten Bisch\u00f6fe &#8211; unter ihnen der Salzburger Erzbischof Franz Lackner &#8211; berieten von Dienstag bis Freitag im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima, wie christliche Nachfolge im Zeitalter der S\u00e4kularisierung in Europa gelingen kann.<\/p>\n<p>Im Ringen Europas mit den aktuellen geopolitischen Herausforderungen sei der Kontinent &#8222;auf das Angebot des christlichen Denkens und Handelns angewiesen&#8220;, sagte der an der Universit\u00e4t Szeged lehrende Mate-Toth in seinem der Nachrichtenagentur Kathpress vorliegenden Referat. Im Kontext eines Verlust moralischer Glaubw\u00fcrdigkeit und sinkender Mitgliederzahlen m\u00fcsse die Kirche in Europa wieder &#8222;zu sich selbst finden&#8220;. Ausgehend vom Lehramt der P\u00e4pste Johannes Paul II., Benedikt XVI., Franziskus und Leo XIV. betonte Mate-Toth die Notwendigkeit einer Vertiefung des Glaubens, von ausgewogener Selbstkritik, theologischer und soziologischer Bildung sowie einer kirchlichen Unabh\u00e4ngigkeit von politischen Kr\u00e4ften.<\/p>\n<p>&#8222;Ist der Glaube der Kirche stark, dann pr\u00e4gen nicht Angst und Beklemmung ihr kollektives Empfinden, sondern Vertrauen und Hoffnung&#8220;, zeigte sich der Theologe \u00fcberzeugt. Eine solche Kirche sehe sich auch nicht wirtschaftlichen oder politischen Umst\u00e4nden ausgeliefert, &#8222;sondern wagt es, beharrlich und entschlossen ihren Dienst zu tun und das Evangelium zu verk\u00fcnden &#8211; ob es nun opportun erscheint oder nicht&#8220;.<\/p>\n<p>Ob Kirche und Christentum Zukunft haben, messe sich nicht prim\u00e4r an r\u00fcckl\u00e4ufigen Mitgliederzahlen oder sozialem und politischem Einfluss auch als Folge von S\u00e4kularisierungsprozessen, sondern an der F\u00e4higkeit der Kirche Barmherzigkeit, Vergebung und Vertrauen zu verk\u00f6rpern, hielt Mate-Toth fest. &#8222;In den zersplitterten, von Sch\u00fctzengr\u00e4ben zerrissenen europ\u00e4ischen Gesellschaften kann die Kirche aus ihrer Hoffnung auf Gott sch\u00f6pfen und versuchen, der Spaltung zu widerstehen.&#8220; In diese Richtung weise die heutige Mission der Kirche in Europa &#8211; &#8222;und vielleicht nicht nur in Europa&#8220;, wie der Experte hinzuf\u00fcgte.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die viel zitierte Ost-West-Kluft in Europa ging der ungarische Pastoraltheologe darauf ein, wie von der dramatischen Geschichte der Region gepr\u00e4gte soziale und kulturelle Routinen und Reflexe &#8211; Mate-Toth pr\u00e4gte daf\u00fcr schon vor Jahren den Begriff der &#8222;verwundeten kollektiven Identit\u00e4t&#8220; &#8211; in Mittelosteuropa Nationalismus, Angst vor externen Bedrohungen und Widerstand gegen Kritik sch\u00fcrten. Es handle sich um Muster, die heute aber auf dem gesamten europ\u00e4ischen Kontinent zunehmend sichtbar w\u00fcrden. Ethische Debatten im Zusammenhang mit dem K\u00f6rper (Abtreibung, Sexualit\u00e4t, Sterbehilfe) und Identit\u00e4tspolitik spiegeln laut Mate-Toth zwar nach wie vor Unterschiede zwischen Ost und West wider. Jedoch seien die innergesellschaftlichen Spaltungen bei diesen Themen heute entscheidender als geopolitische Grenzen.<\/p>\n<p>Dialog droht der Spaltung zu weichen<\/p>\n<p>Das Leitwort der auch vom Erfahrungsaustausch der Ortskirchen in den verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gepr\u00e4gten Bischofsversammlung in Fatima lautete &#8222;Wie k\u00f6nnen wir missionarische J\u00fcnger in einem s\u00e4kularisierten Europa sein?&#8220; Neben Mate-Toth hielt die Rektorin der Katholischen Universit\u00e4t von Portugal, Isabel Capeloa Gil, ein weiteres Grundsatzreferat vor den versammelten Bischofskonferenz-Vorsitzenden. Die Kulturwissenschaftlerin reflektierte laut Bericht auf der CCEE-Website die kulturellen und spirituellen Herausforderungen des Kontinents. So betonte Capeloa Gil das derzeitige Paradoxon zwischen technologischem Fortschritt und menschlicher Verletzlichkeit. K\u00fcnstliche Intelligenz, Kriege, Klimakrisen und sich versch\u00e4rfende Ungleichheiten offenbarten nicht nur materielle Fragilit\u00e4t, sondern auch eine tiefgreifende Sinnkrise.<\/p>\n<p>In den polarisierten Kulturkonflikten der heutigen Zeit w\u00fcrden Identit\u00e4ten als Waffen eingesetzt, sodass Dialog der Spaltung weicht, analysierte die Wissenschaftlerin. Bildung und kulturelles Erbe, einschlie\u00dflich der christlichen Wurzeln Europas, seien nach wie vor wichtige Ressourcen f\u00fcr Dialog, Vers\u00f6hnung und Hoffnung. Aus diesem Grund m\u00fcsse sich die Kirche als Stimme des Gewissens und der Unterscheidungsf\u00e4higkeit (&#8222;discernimento&#8220;) am \u00f6ffentlichen Diskurs beteiligen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fatima\/Wien, 12.10.2025 (KAP) Eine katholische Kirche, die sich selbstbewusst auf die Quellen ihres Glaubens und ihre Soziallehre st\u00fctzt,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":492411,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-492410","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115360212231464501","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/492410","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=492410"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/492410\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/492411"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=492410"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=492410"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=492410"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}