{"id":492679,"date":"2025-10-12T10:47:15","date_gmt":"2025-10-12T10:47:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/492679\/"},"modified":"2025-10-12T10:47:15","modified_gmt":"2025-10-12T10:47:15","slug":"laecheln-nach-dem-leiden-phillip-wm-dritte-beim-hawaii-drama","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/492679\/","title":{"rendered":"L\u00e4cheln nach dem Leiden: Phillip WM-Dritte beim Hawaii-Drama"},"content":{"rendered":"<p>Kailua-Kona (dpa) &#8211; Nach dem h\u00e4rtesten Arbeitstag ihrer Karriere f\u00fchlte sich auch der dritte Platz wie ein pers\u00f6nlicher Sieg an f\u00fcr Laura Philipp. Nat\u00fcrlich hatte sich die Ironman-Weltmeisterin von Nizza 2024 die erfolgreiche Titelverteidigung und die \u00abkrasse Kr\u00f6nung\u00bb im Mekka des Langstrecken-Triathlons vorgenommen. Schwerste Bedingungen mit gro\u00dfer Hitze und extremer Luftfeuchtigkeit auf Hawaii machten die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen aber zur Tortur. \u00abIch wurde so richtig durchgekocht\u00bb, sagte Laura Philipp im Ziel von Kailua-Kona.<\/p>\n<p>Es spricht f\u00fcr die H\u00e4rte des diesj\u00e4hrigen Rennens, das zum letzten Mal nur den Frauen vorbehalten war und es spricht f\u00fcr den Willen, aber auch Laura Philipps Selbstkontrolle, dass sie die einzige von drei Weltmeisterinnen war, die es \u00fcberhaupt bis dahin schaffte.\u00a0<\/p>\n<p>Torkelnd vorm Beinhahe-Kollaps<\/p>\n<p>Chelsea Sodaro, Hawaii-Siegerin 2022 aus den USA, stieg beim Radfahren aus. Lucy Charles-Barclay, Hawaii-Siegerin von 2023 und \u00fcber zwei Drittel des Rennens auch Topanw\u00e4rterin auf den Sieg, wurde von ihrem besorgten Ehemann gestoppt. Zuvor war sie durch eine Verpflegungsstation getorkelt, der K\u00f6rper v\u00f6llig \u00fcberhitzt. Da lag sie auf Rang zwei.\u00a0<\/p>\n<p>Knapp drei Kilometer vor dem Ziel das n\u00e4chste Drama: Taylor Knibb, die sich mit Lucy Charles-Barclay auf dem Rad und zun\u00e4chst auch beim Marathon ein packendes Duell geliefert hatte, schwankte besorgniserregend und wirkte benommen. Das Ziel war praktisch in H\u00f6rweite, der ebenfalls \u00fcberhitzte K\u00f6rper aber rebellierte. Sie setzte sich auf den Asphalt und war ebenfalls raus.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDie Leute haben mir gesagt, du bist jetzt Vierte, du bist jetzt Dritte, und ich habe gedacht: Ich habe doch gar keine \u00fcberholt. Was passiert hier?\u00bb, erz\u00e4hlte Laura Philipp sp\u00e4ter \u00fcber das verr\u00fcckte Finale eines denkw\u00fcrdigen Rennens mit der 26 Jahre alten norwegischen \u00dcberraschungssiegerin Solveig L\u00f8vseth.\u00a0<\/p>\n<p>Philipps H\u00e4rtetest<\/p>\n<p>Vor einem Monat hatte ihr Landsmann Casper Stornes bei der WM in Nizza triumphiert. Im kommenden Jahr, wenn Frauen und M\u00e4nner wieder gemeinsamen in Hawaii starten, wird es also eine norwegische Nummer-1-Doppelspitze geben. Zweite wurde wie vor einem Jahr hinter Philipp die Britin Kat Matthews. 25 Sekunden fehlten ihr bei ihrer Aufholjagd am Ende nur noch auf Solveig L\u00f8vseth. Laura Philipp brauchte \u00fcber neun Minuten mehr als die Siegerin.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEs war nicht der Tag, den ich mir ertr\u00e4umt hatte\u00bb, sagte die 38 Jahre Heidelbergerin, die bereits 2023 Dritte geworden war und zuvor zweimal Vierte. \u00abAber es war ein guter Test, um zu zeigen, wie hart man zu sich sein kann: Wie weit geht man, wenn die Tr\u00e4ume schwinden?\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Genau das ist aber eben Langstrecken-Triathlon: Eine fortw\u00e4hrende Achterbahnfahrt aus Gl\u00fccksgef\u00fchlen und Ersch\u00f6pfungszust\u00e4nden. Die kurze Nacht vor dem gro\u00dfen Rennen hatte Laura Philipp schon schlecht geschlafen. Der Blick aus dem Fenster nach dem Aufstehen verhie\u00df auch nichts Gutes: Es hatte geregnet. Und das bedeutet auch immer: Es wird noch schw\u00fcler als sonst.\u00a0<\/p>\n<p>Erst \u00abKindergeburtstag\u00bb, dann Gegenwind<\/p>\n<p>Um 6.25 Uhr am Morgen gab der traditionelle Kanonenschuss in der Bucht von Kailua-Kona das Rennen frei. In einer zweiten Verfolgergruppe konnte sich die deutsche Mitfavoritin halten und stieg gut sechs Minuten nach Super-Schwimmerin Lucy Charles-Barclay aus dem welligen Wasser.<\/p>\n<p>\u00abDas Radfahren war bisher Kindergeburtstag\u00bb, sagte Laura Philipps Trainer und Ehemann Philipp Seipp der ARD am Streckenrand, bevor es hoch ging zum Wendepunkt der Radstrecke. Sollte hei\u00dfen: Auf dem R\u00fcckweg herrschte Gegenwind, dann w\u00fcrde es richtig heftig. Und so war es auch.\u00a0<\/p>\n<p>Der Moment, in das L\u00e4cheln zur\u00fcckkehrte<\/p>\n<p>Laura Philipp hatte knapp 15 Minuten R\u00fcckstand beim Wechsel auf die Laufstrecke. Aber auch hier: \u00abDu schaust auf deine Uhr und siehst, dass du nicht l\u00e4ufst, was du dir vorgenommen hast\u00bb, schilderte sie nachher. Andere machten das, bezahlten aber auf tragische Weise daf\u00fcr wie Lucy Charles-Barclay und Taylor Knibb.\u00a0<\/p>\n<p>So wolle man es eigentlich nicht aufs Podium schaffen, sagte Mit-Profiteurin Laura Philipp. Aber die richtige Geschwindigkeitskontrolle geh\u00f6re eben auch dazu. Und: \u00abIch habe auf meinen K\u00f6rper geh\u00f6rt.\u00bb<\/p>\n<p>Die Strapazen waren aber auch ihr \u00fcber weite Strecken des Rennens anzusehen. Doch als es Richtung Ziel ging, kehrte das L\u00e4cheln zur\u00fcck. Im Zielkanal klatschte sie mit ausgebreiteten Armen die Zuschauer ab und umarmte wenig sp\u00e4ter ihren Trainer und Ehemann. \u00abEs war auf jeden Fall f\u00fcr mich pers\u00f6nlich der h\u00e4rteste Tag, den ich je hatte\u00bb, sagte Laura Philipp der ARD: \u00abIch habe zwischenzeitig nicht mehr geglaubt, dass ich aufs Podium komme.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kailua-Kona (dpa) &#8211; Nach dem h\u00e4rtesten Arbeitstag ihrer Karriere f\u00fchlte sich auch der dritte Platz wie ein pers\u00f6nlicher&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":492680,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[6925,3364,29,30,13828,8970,1209,13829,64,11404],"class_list":{"0":"post-492679","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-baden-wrttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-ironman","13":"tag-muenster","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-triathlon","16":"tag-usa","17":"tag-wm"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115360801938351016","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/492679","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=492679"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/492679\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/492680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=492679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=492679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=492679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}