{"id":492834,"date":"2025-10-12T12:12:25","date_gmt":"2025-10-12T12:12:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/492834\/"},"modified":"2025-10-12T12:12:25","modified_gmt":"2025-10-12T12:12:25","slug":"rundschau-kommentar-zum-ruecktritt-von-cdu-chef-slawig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/492834\/","title":{"rendered":"Rundschau-Kommentar zum R\u00fccktritt von CDU-Chef Slawig"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit dem \u201ePaukenschlag\u201c, den Dr. Johannes Slawig w\u00e4hlte, um am Mittwoch seinen R\u00fcckzug vom Vorsitz der Wuppertaler CDU zu verk\u00fcnden, hat der Ex-K\u00e4mmerer die staatsm\u00e4nnische Karte nur bis zur H\u00e4lfte seines drei Seiten langen R\u00fccktrittstextes gespielt \u2013 <a href=\"https:\/\/www.wuppertaler-rundschau.de\/lokales\/wuppertal-cdu-vorsitzender-slawig-tritt-zuueck_aid-136474037\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">komplett nachzulesen bei uns auf www.wuppertaler-rundschau.de<\/a>. Im zweiten Teil ist die Erkl\u00e4rung leider ein Musterbeispiel f\u00fcr das, was die Psychologie \u201eSchuldverschiebung\u201c nennt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kurz gesagt: Johannes Slawig, jahrzehntelang als K\u00e4mmerer zweifellos einer der m\u00e4chtigsten M\u00e4nner dieser Stadt, \u00fcbernimmt die Verantwortung f\u00fcr den Abgrund, in dem sich die christdemokratische Partei schon seit der Bundestagswahl befindet. Aber dann \u00fcbernimmt er die Verantwortung daf\u00fcr doch wieder nicht \u2013 denn es gab ja noch diese vermaledeite Oberb\u00fcrgermeisterwahl.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Rundumschlag, mit dem Slawig in Sachen des krachenden CDU-Scheiterns bei der OB-Entscheidung nicht nur den Kandidaten Matthias Nocke frontal angreift, sondern auch mit gro\u00dfer Kraft in die eigenen Partei(Spitzen-)Reihen hineinschl\u00e4gt, l\u00e4sst seit Mittwoch all\u00fcberall in der Stadt Menschen ganz unterschiedlicher (politischer) Couleur die K\u00f6pfe sch\u00fctteln.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dar\u00fcber hinaus ist es auch keine besonders gute Idee, die erfolgreiche (und parteilose) Personal- und Digitalisierungs-Dezernentin Sandra Zeh nachtr\u00e4glich noch einmal gegen Matthias Nocke in Stellung zu bringen. Beide sind Mitglieder des Verwaltungsvorstandes \u2013 und m\u00fcssen miteinander auskommen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dass sich Johannes Slawig mit seiner Idee, Sandra Zeh ins OB-Rennen zu schicken, innerparteilich nicht durchgesetzt hat, k\u00f6nnte auch diesen Grund haben: Slawig selbst hatte weit im Vorfeld der OB-Frage deutlich gesagt, dass es \u2013 nach der aus CDU-Sicht \u00fcblen Erfahrung mit dem Gr\u00fcnen Uwe Schneidewind \u2013 nicht wieder passieren d\u00fcrfe, dass jemand ohne christdemokratisches Parteibuch (und umfangreiche Wuppertal-Erfahrung) sich f\u00fcr die CDU um das Oberb\u00fcrgermeisteramt bewirbt. Ich fand es deswegen doch erstaunlich, dass Johannes Slawig vehement (und das war kein Geheimnis) auf Sandra Zeh gesetzt hat.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gar kein Geheimnis ist au\u00dferdem seit langer Zeit, dass Johannes Slawig und Matthias Nocke nicht miteinander harmonieren. Trotzdem ist die Wortwahl, mit der der jetzt frischgebackene Ex-CDU-Chef den zumindest innerhalb der (freien) Kulturszene beliebten Dezernenten \u201eanspricht\u201c, gar kein feiner Zug. Es ist korrekt: Matthias Nocke war chancenlos gegen Miriam Scherff von der SPD. Jetzt aber \u201eDemut und Selbstkritik\u201c von Nocke zu verlangen und ihn zum R\u00fccktritt aufzufordern, schie\u00dft weit \u00fcber das Ziel hinaus.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Apropos Ziel: Welches verfolgt Johannes Slawig? Das fragen jetzt viele Menschen in Gespr\u00e4chen. Will er bewusst verbrannte Erde, einen riesigen Scherbenhaufen hinterlassen? Hofft er, so die CDU zum Phoenix zu machen, der sagenumwoben aus der Asche wiederaufersteht?<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das zumindest wird schwerlich gelingen. Schon gar nicht so schnell, wie es jetzt notwendig w\u00e4re. Wuppertal braucht selbstverst\u00e4ndlich eine klassisch verwurzelte, konservative Partei mit entsprechendem Format und Selbstbewusstsein f\u00fcr den demokratischen Diskurs. Jemand wie Ex-CDU-Kapit\u00e4n Hermann-Josef Richter, der wei\u00df Gott Ecken und Kanten hatte (und noch hat) verk\u00f6rperte dieses Format. Wenn die CDU nicht bald jemanden wie Richter (und damit sind explizit auch Frauen gemeint) findet, l\u00e4uft sie Gefahr, zum Spielball der AfD zu werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auf verbrannter Erde w\u00e4chst lange nichts mehr. Dabei hat Wuppertal viel vor der Brust. Wenn SPD und CDU jetzt ohne Altlasten ein gutes St\u00fcck weit zueinanderfinden (und dabei um die Unterst\u00fctzung weiterer Demokraten werben), kann das dieser Stadt nicht schaden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit dem \u201ePaukenschlag\u201c, den Dr. Johannes Slawig w\u00e4hlte, um am Mittwoch seinen R\u00fcckzug vom Vorsitz der Wuppertaler CDU&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":492835,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,30,1209,4418],"class_list":{"0":"post-492834","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-nordrhein-westfalen","12":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115361136295422551","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/492834","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=492834"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/492834\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/492835"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=492834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=492834"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=492834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}