{"id":49286,"date":"2025-04-21T10:50:45","date_gmt":"2025-04-21T10:50:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/49286\/"},"modified":"2025-04-21T10:50:45","modified_gmt":"2025-04-21T10:50:45","slug":"regierung-starmer-100-tage-an-der-macht-und-schon-in-not","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/49286\/","title":{"rendered":"Regierung Starmer: 100 Tage an der Macht und schon in Not"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 12.10.2024 08:11 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Trotz ihres triumphalen Wahlsiegs ist die britische Labour-Regierung schon 100 Tage nach Amtsantritt in gro\u00dfer Bedr\u00e4ngnis. Sie wirkt orientierungslos und erste Skandale spielen den Rechtspopulisten in die H\u00e4nde. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/annette-dittert-107.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Annette Dittert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/dittert-124.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKein neu angetretener britischer Premierminister m\u00f6chte die ersten 100 Tage in der Downing Street lernen m\u00fcssen, wie man besser nicht regiert. Genau das aber ist die Lage, in die sich Keir Starmer nur knapp drei Monate nach seinem triumphalen Wahlsieg selbst man\u00f6vriert hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon einem Fehlstart zu sprechen, w\u00e4re untertrieben &#8211; die Lage ist wom\u00f6glich ernster, denn der Regierungsflieger ist bereits in der Luft, dort jetzt aber in argen Turbulenzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Popularit\u00e4tswerte Keir Starmers sind auf einem historischen Tief, seine eigene Partei liegt nur noch einen Prozentpunkt vor den Tories.<\/p>\n<p>    Schwierigkeiten waren zu erwarten, aber &#8230;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNun war ein solch schwieriger Beginn zu erwarten gewesen angesichts der katastrophalen Lage, in der die Tories die Staatskassen hinterlassen hatten. Und auch der massive Gegenwind, der einer Labour-Regierung von der \u00fcberwiegend Tory-dominierten Presse entgegenblasen w\u00fcrde, war absehbar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass allerdings die Regierung selbst ihren Gegnern so kurz nach ihrem \u00fcberw\u00e4ltigenden Wahlsieg derart viel Munition liefern w\u00fcrde, um ihr Unternehmen zu torpedieren, ist etwas, was es in der Form in der j\u00fcngeren britischen Geschichte noch nicht gegeben hat.<\/p>\n<p>    \u00dcberma\u00df an schlechten Nachrichten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ging damit los, dass Starmer und seine Finanzministerin Rachel Reeves die von den Sparma\u00dfnahmen der Tories ausgelaugten Briten \u00fcber Wochen mit derart d\u00fcsteren Prognosen \u00fcber die finanzielle Lage des Landes \u00fcberzogen, dass der kleine Funken Hoffnung auf bessere Zeiten, der noch im Juli mit dem Regierungswechsel aufkam, schon nach wenigen Wochen im Keim erstickt war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSicher, Starmer hatte versprochen, mit den leeren und nie eingel\u00f6sten Versprechen der Tories aufzur\u00e4umen, eine ehrliche Bestandsaufnahme hatte deshalb auch jeder erwartet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas aber bis heute fehlt, ist ein klares Narrativ, wie Labour das Land durch die Krise f\u00fchren will und eine Perspektive, wo man am Ende hin will.<\/p>\n<p>    Planlos und gleich in Machtk\u00e4mpfe verstrickt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Wiederann\u00e4herung an die EU wird bislang so defensiv und \u00e4ngstlich formuliert wie zuvor im Wahlkampf. Selbst von einem vereinfachten Jugendaustausch, den Br\u00fcssel vorgeschlagen hat, will Labour derzeit nichts wissen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas gleiche gilt f\u00fcr andere Politikfelder. Entstanden ist stattdessen ein Eindruck von Planlosigkeit, der durch heftige Machtk\u00e4mpfe in der Downing Street selbst nur noch verst\u00e4rkt wurde. Auseinandersetzungen im innersten Kreis um Starmer waren das, deren Details von dort auch noch fast t\u00e4glich an die britische Presse geleakt wurden.<\/p>\n<p>    Ein Vakuum, das mit Skandalen gef\u00fcllt wird<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach nur drei Monaten blieb dem britischen Premier damit nichts anderes \u00fcbrig, als seine Stabschefin Sue Gray zu entlassen, die Frau, die eigentlich an vorderster Front daf\u00fcr sorgen sollte, dass seine Wahlversprechen, das Land auf vern\u00fcnftige, moralisch integre Weise zu erneuern, nun auch in der Regierung umgesetzt werden w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas aber konnte sie zumindest nicht \u00f6ffentlich vermitteln. Statt einen klaren Kurs zu entwerfen, wohin Labour das Land nun steuern will, lie\u00df das Starmer-Team ein Vakuum entstehen, das die britische Presse dann bald t\u00e4glich mit angeblichen Skandalen \u00fcber die neue Regierung f\u00fcllte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMan hatte n\u00e4mlich herausgefunden, dass Starmer und einige seiner Minister Wahlkampfspenden f\u00fcr Anz\u00fcge, Kleider und Designerbrillen von Parteispendern im Wert von mehreren zehntausend Pfund angenommen hatten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNun war nichts davon im eigentlichen Sinn illegal oder korrupt, all diese Spenden waren offiziell deklariert und die Summen hielten sich im Vergleich zu den millionenschweren Korruptionsskandalen der Tories auch durchaus in Grenzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAber man kann nun einmal keinen Wahlkampf als &#8222;Partei der sauberen Weste&#8220; f\u00fchren, und dabei gleichzeitig \u00fcbersehen, wie leicht solche Spenden von einer absehbar feindseligen Presse ausgenutzt werden w\u00fcrden.<\/p>\n<p>    Farage reibt sich die H\u00e4nde<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas nur als Naivit\u00e4t oder marginalen politischen Fehler abzutun, greift zu kurz. Der Eindruck, der sich durch das sogenannte &#8222;Frock-Gate&#8220; jetzt festgesetzt hat, ist fatal und hilft vor allem den dadurch weiter im Hintergrund erstarkenden Rechtspopulisten rund um Nigel Farage.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDessen Mantra, die Mainstream-Parteien seien doch sowieso alle gleich korrupt, erf\u00e4hrt dadurch neue Nahrung und auch, wenn die n\u00e4chsten Wahlen noch Jahre entfernt sind: Der Gegenwind, den die neue Regierung so selber mitproduziert hat, ist alles andere als hilfreich, um das Land jetzt klarsichtig und mit ruhiger Hand aus der Krise zu man\u00f6vrieren.<\/p>\n<p>    Rechtspopulisten weiter im Aufwind<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDa hilft auch die Tatsache nicht, dass die Tories sich in der Opposition weiter selbst zu demontieren scheinen. Die in dieser Woche gek\u00fcrten zwei Kandidaten, die im November als m\u00f6gliche Nachfolger von Rishi Sunak zur Wahl stehen,\u00a0 geh\u00f6ren beide zum rechtspopulistischen Fl\u00fcgel der Partei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSowohl Kemi Badenoch als auch Robert Jenrick werden die Partei weiter an den ganz rechten Rand r\u00fccken. Das macht eine R\u00fcckkehr der Tories an die Macht zwar auf absehbare Zeit extrem unwahrscheinlich, es d\u00fcrfte aber die rechtspopulistische Str\u00f6mung rund um Farage noch verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>    Starmer ist gefordert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach 100 Tagen muss Starmer jetzt umgehend den Kurs neu ausrichten, w\u00e4hrend seine Crew mitten im Flug die Pl\u00e4tze tauscht. Mehr noch, er muss ihnen und dem Land jetzt deutlich ansagen, wohin die Reise eigentlich gehen soll.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNoch ist es nicht zu sp\u00e4t daf\u00fcr. Ende Oktober will seine Finanzministerin ihren Haushaltentwurf vorstellen, die ideale Gelegenheit, die Fehler der ersten 100 Tage mit einer klaren Vision vergessen zu machen. Gelingt das nicht, k\u00f6nnten die n\u00e4chsten Jahre von Dauerturbulenzen und genau der chronischen Instabilit\u00e4t gepr\u00e4gt sein, die die Briten ja eigentlich vor gut drei Monaten so deutlich abgew\u00e4hlt hatten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 12.10.2024 08:11 Uhr Trotz ihres triumphalen Wahlsiegs ist die britische Labour-Regierung schon 100 Tage nach Amtsantritt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":49287,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,20162,14,15,12,6382,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-49286","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-labour","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-starmer","16":"tag-uk","17":"tag-united-kingdom","18":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich","20":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","21":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114375571800834224","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49286","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=49286"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49286\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/49287"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=49286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=49286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=49286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}