{"id":493102,"date":"2025-10-12T14:37:24","date_gmt":"2025-10-12T14:37:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/493102\/"},"modified":"2025-10-12T14:37:24","modified_gmt":"2025-10-12T14:37:24","slug":"das-war-die-neuinszenierung-der-mozart-oper-cosi-fan-tutte-in-luettich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/493102\/","title":{"rendered":"Das war die Neuinszenierung der Mozart-Oper \u201eCos\u00ec fan tutte\u201c in L\u00fcttich"},"content":{"rendered":"<p class=\"Paragraph_paragraph__lerxh Paragraph_paragraph--default-lg-default__J4S_J articleParagraph\">Mit einer \u00fcberzeugenden Neuinszenierung von Mozarts Oper \u201eCos\u00ec fan tutte\u201c komplettiert die L\u00fctticher Oper die Trias der Opern auf Texte des kongenialen Librettisten Lorenzo Da Ponte.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__lerxh Paragraph_paragraph--default-lg-default__J4S_J articleParagraph\">Mit dem \u201eDon Giovanni\u201c und \u201eLe Nozze di Figaro\u201c setzte man in L\u00fcttich Ma\u00dfst\u00e4be, und es spricht f\u00fcr die bedachte Risikofreude von Intendant Stefano Paco, dass er die \u201eCos\u00ec\u201c mit dem erst 28-j\u00e4hrigen italo-russischen Dirigenten Sieva Borzak betraut, dem diesj\u00e4hrigen Gewinner des in L\u00fcttich ausgetragenen Internationalen Dirigenten-Wettbewerbs CIDOO. Und das war nicht die erste Auszeichnung in der hoffnungsvollen Karriere des Musikers.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aachener-zeitung.de\/lokales\/region-aachen\/aachen\/kunstgeschichten-froehliche-grenzgaenger-und-kuenstler-im-dialog\/96654340.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__8O980 RelatedTeaser_related-teaser--image__SKCSe read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"96654340\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Kunstgeschichten: Fr\u00f6hliche Grenzg\u00e4nger und K\u00fcnstler im Dialog<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__lerxh Paragraph_paragraph--default-lg-default__J4S_J articleParagraph\">Dennoch zeugt es von Mut, den Newcomer gerade f\u00fcr \u201eCos\u00ec fan tutte\u201c zu verpflichten. Denn es ist gerade vier Jahre her, dass der versierte Mozart-Kenner Christophe Rousset die Wunder der filigran instrumentierten Partitur mit einem nahezu lupenreinen Klang von biegsamer Elastizit\u00e4t, glasklarer Transparenz und farbiger Leuchtkraft h\u00f6rbar werden lie\u00df. Sch\u00f6nheit in Vollendung, ohne sich in purem Sch\u00f6nklang zu verlieren. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__lerxh Paragraph_paragraph--default-lg-default__J4S_J articleParagraph\">Auch wenn Rousset manches noch raffinierter und feiner ausarbeitete, vor allem, was die Balance zwischen Streichern und Bl\u00e4sern angeht, braucht sich Borzaks Interpretation nicht hinter der seines erfahrenen Kollegen zu verstecken. Agil, dennoch mit weitem Atem f\u00fcr die weit geschwungenen Kantilenen, f\u00fchrt der junge Dirigent ebenso spannend wie s\u00e4ngerfreundlich durch den dreieinhalbst\u00fcndigen Abend. Vor allem verweigert er sich der heute um sich greifenden Praxis, Mozarts Musik als Tummelfeld f\u00fcr zweifelhafte Tempo- oder dynamische Rekorde zu missbrauchen.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__lerxh Paragraph_paragraph--default-lg-default__J4S_J articleParagraph\">Dass die Produktion auch vokal rundum \u00fcberzeugen kann, versteht sich in L\u00fcttich von selbst. Alle sechs Solisten sorgen f\u00fcr ein weitgehend ungetr\u00fcbtes S\u00e4ngerfest. Marco Filippo Romano bietet mit m\u00e4chtiger Stimme und hintergr\u00fcndiger Darstellung eine Modellinterpretation Don Alfonsos, der Lavinia Binis Gestaltung der durchtriebenen Kammerzofe Despina in nichts nachsteht. Francesca Dotto bew\u00e4ltigt die T\u00fccken der besonders anspruchsvollen Sopran-Partie der Fiordiligi m\u00fchelos und erg\u00e4nzt sich perfekt mit der auf gleichem Niveau agierenden und singenden Kollegin Jos\u00e9 Maria Lo Monaco als Dorabella. Es ist kein Geheimnis, dass Mozart gerade die Stimmungs- und Ausdrucksnuancen der weiblichen Rollen besonders einf\u00fchlsam ausfeilte. Die etwas konventioneller angelegten Ges\u00e4nge der M\u00e4nner sind gleichwohl bei Maxim Mironov als Ferrando und Vittorio Prato als Guglielmo bestens aufgehoben.<\/p>\n<p>Ensembleszene aus der L\u00fctticher Neuinszenierung der Oper \u201eCos\u00ec fan tutte\u201c von Wolfgang A. Mozart.\u00a0Foto: J. Berger-ORW-Li\u00e8ge<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__lerxh Paragraph_paragraph--default-lg-default__J4S_J articleParagraph\">Es ist ein gro\u00dfes Verdient von Regisseur Vincent Dujardin, dass er die lange Zeit als unglaubw\u00fcrdig und banal missverstandene Handlung ernst nimmt, auf ihren Kern zur\u00fcckf\u00fchrt und auf \u00fcberdrehten Klamauk weitgehend, wenn auch leider nicht ganz verzichtet. Der vom Frauenfeind Alfonso angeregte Treuetest der beiden Herren an ihren Br\u00e4uten entwickelt sich zu einer emotionalen Katastrophe, die trotz des angesichts einer Kom\u00f6die unumg\u00e4nglichen \u201eHappy Ends\u201c tiefe Narben, Irritationen und Misstrauen zur\u00fcckl\u00e4sst. Es mag auf den ersten Blick unglaubw\u00fcrdig wirken, wenn die Br\u00e4ute ihre verkleideten Partner nicht erkennen und sich tats\u00e4chlich zu einer Heirat mit den exotischen G\u00e4sten bereiterkl\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__lerxh Paragraph_paragraph--default-lg-default__J4S_J articleParagraph\">Dujardin verzichtet deshalb bewusst auf clowneske Kost\u00fcmierungen, weil die Essenz des St\u00fccks in der ersch\u00fctternden Erkenntnis liegt, wie wenig man sich selbst und die Mitmenschen kennt und wie wenig man seinen eigenen Gef\u00fchlen trauen kann. Diesen Erkenntnisprozess entwickelt Mozart \u00fcber drei Stunden mit einer psychologisch un\u00fcbertroffen pointierten Tonsprache. Und dem Regisseur gelingt es, das Psycho-Drama \u00fcberzeugend zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aachener-zeitung.de\/lokales\/region-aachen\/aachen\/wie-aachen-nach-milliarden-euro-fuer-das-eigene-silicon-valley-greift\/96224086.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__8O980 RelatedTeaser_related-teaser--image__SKCSe read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"96224086\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Wie Aachen nach Milliarden Euro f\u00fcr das eigene \u201eSilicon Valley\u201c greift<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__lerxh Paragraph_paragraph--default-lg-default__J4S_J articleParagraph\">Wenn die Psychologie einer Mozart-Inszenierung stimmt, spielt die Ausstattung die zweite Geige. Gleichwohl rundet Leila Fteita mit ihren pittoresken Szenerien aus dem Neapel der 60er-Jahre die sehens- und h\u00f6renswerte Produktion geschmackvoll ab.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__lerxh Paragraph_paragraph--default-lg-default__J4S_J articleParagraph\">Spieldauer: ca. 3 \u00bd Std., eine Pause. Die n\u00e4chsten Auff\u00fchrungen im K\u00f6niglichen Opernhaus L\u00fcttich: am 14., 16., 19. und 23. Oktober. Infos und Tickets online unter <a class=\"LinkText_link-text__Ye_2n annotation-link_annotationLink__nXU8B\" href=\"https:\/\/www.operaliege.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.operaliege.be<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einer \u00fcberzeugenden Neuinszenierung von Mozarts Oper \u201eCos\u00ec fan tutte\u201c komplettiert die L\u00fctticher Oper die Trias der Opern&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":493103,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1853],"tags":[1424,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,1209,12],"class_list":{"0":"post-493102","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aachen","8":"tag-aachen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115361706677121500","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/493102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=493102"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/493102\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/493103"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=493102"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=493102"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=493102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}