{"id":493143,"date":"2025-10-12T15:01:11","date_gmt":"2025-10-12T15:01:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/493143\/"},"modified":"2025-10-12T15:01:11","modified_gmt":"2025-10-12T15:01:11","slug":"macron-scheitert-an-sich-selbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/493143\/","title":{"rendered":"Macron scheitert an sich selbst"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Lange hatte Emmanuel Macron das Image eines politischen Wunderkinds, der einem schwer reformierbaren Land neuen Elan verpassen w\u00fcrde. Mehr als in Frankreich selbst, wo ihm durch seinen bourgeoisen Hintergrund und seine elit\u00e4re Laufbahn stets auch Skepsis entgegengebracht wurde, bewunderten viele im europ\u00e4ischen Ausland diesen smarten, redegewandten Pr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Acht Jahre sp\u00e4ter hat sich Macron auf spektakul\u00e4re Weise selbst entzaubert. \u00dcberall in Europa herrscht Druck auf den politischen Systemen. Es gibt einen generellen Vertrauensverlust und die Rechtsextremen mit ihren einfachen Antworten verzeichnen starken Zulauf.<\/p>\n<p>Die Zeit der K\u00f6nige ist vorbei<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dennoch ist die Krise in Frankreich nicht nur auf diese allgemeine Entwicklung zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern vor allem auf Macron, der sich von der Bev\u00f6lkerung entkoppelt hat. Er tr\u00e4gt die Verantwortung f\u00fcr das Chaos der vergangenen Woche mit dem R\u00fccktritt von Premierminister S\u00e9bastien Lecornu, dem nerv\u00f6sem Verhandeln um eine Nachfolgel\u00f6sung und der Wiederernennung des Mannes, der gerade hingeworfen hatte. Vielen erscheint Politik endg\u00fcltig als Farce und unw\u00fcrdiges Gepokere.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der R\u00fcckgriff auf seinen Vertrauten zeigt, dass der Pr\u00e4sident keine Ideen mehr hat. Seinem Mitte-Rechts-Lager fehlt eine Mehrheit in der Nationalversammlung, um wenigstens ein so grundlegendes Projekt wie den n\u00e4chsten Haushalt durchzubringen. Die hohe Verschuldung, die gro\u00dfteils auf seine (Fehl-)Entscheidungen zur\u00fcckgeht, nimmt ihm jeden Handlungsspielraum. Mit den Oppositionsparteien hat er es sich verdorben, indem er sie und das Parlament jahrelang \u00fcbergangen hat. Er wollte allein regieren. Doch die Zeit der K\u00f6nige ist vorbei.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Macron hat sich in eine ausweglose Lage gebracht. Er braucht zumindest einen Teil der Linken, doch deren Forderung nach einer Aussetzung der Rentenreform kann er nicht nachgeben. Er hat sie hart gegen den massiven Widerstands eines gro\u00dfen Teils der Bev\u00f6lkerung erk\u00e4mpft. Sie ist notwendig angesichts der Alterung der Gesellschaft und f\u00fcr den Schutz des Systems, kann aber verbessert werden. Dar\u00fcber hinaus bleibt seine einzige Chance, dem links-gr\u00fcnen Lager, das bei den Parlamentswahlen 2024 am meisten Stimmen erzielte, entgegenzukommen \u2013 mit Ma\u00dfnahmen f\u00fcr mehr soziale Gerechtigkeit, welche die Menschen zu Recht einfordern. Ob er sie nutzen wird?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Entgegen kommt ihm, dass auch keine andere Partei eine Mehrheit hat, die Opposition in sich zerstritten ist und neue Parlamentswahlen \u00fcberwiegend ablehnt. Mit etwas Gl\u00fcck kann er die noch verbleibenden 18 Monate irgendwie und ohne jeden Reformehrgeiz durchkommen und trotz seiner innenpolitischen Schw\u00e4che zumindest bei internationalen Fragen ein gewisses Gewicht bewahren. Es ist ein bitteres, vorzeitig eingel\u00e4utetes Ende eines vermeintlichen Ausnahmepolitikers, der vor allem an einem gescheitert ist: seiner eigenen Hybris.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lange hatte Emmanuel Macron das Image eines politischen Wunderkinds, der einem schwer reformierbaren Land neuen Elan verpassen w\u00fcrde.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":493144,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-493143","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115361800863802562","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/493143","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=493143"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/493143\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/493144"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=493143"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=493143"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=493143"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}