{"id":493638,"date":"2025-10-12T19:52:13","date_gmt":"2025-10-12T19:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/493638\/"},"modified":"2025-10-12T19:52:13","modified_gmt":"2025-10-12T19:52:13","slug":"wie-buch7-de-als-sozialer-online-buchhaendler-erfolgreich-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/493638\/","title":{"rendered":"Wie buch7.de als sozialer Online-Buchh\u00e4ndler erfolgreich ist"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Vielleicht ist es so, wie auf einem dieser kleinen Schilder geschrieben steht, die im buch7-Kulturbahnhof stehen: \u201eIch wei\u00df, du hast recht \u2013 aber meine Meinung gef\u00e4llt mir besser.\u201c Drau\u00dfen rauscht ab und zu ein Zug durch das k\u00fchle Grau, hier drinnen, im warmen restaurierten Bahnhofsgeb\u00e4ude von Langweid, sitzen Benedikt und Carmen Gleich bei Kaffee und Kuchen. Und erz\u00e4hlen, wie sie ihren Online-Buchhandel seit fast zwei Jahrzehnten aufgebaut, gro\u00df gemacht und den alten Bahnhof mit neuem Leben erf\u00fcllt haben.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/Wirtschaftsystem-Das-Ende-der-Gier-Wieso-unser-Individualismus-zu-weit-ging-id60638711.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Gilt in den allermeisten Betrieben das Gesetz des Profits, geht es in ihrem Sozialunternehmen zwar auch darum, dass es sich rechnet \u2013 vor allem aber um Spenden.<\/a> Wenn man den Spruch vom Schild abwandelt, k\u00f6nnte man sagen, die Gleichs und ihr Team aus \u00dcberzeugungst\u00e4tern wissen schon, dass Geld die Welt regiert. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/wirtschaft-in-der-krise-das-ende-des-ewigen-wachstums-und-was-es-fuer-unseren-wohlstand-bedeutet-id65755756.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Aber deshalb kann man der Welt und ihrer Gewinnmaximierung dennoch ein Schnippchen schlagen. Mit ihren eigenen Regeln.<\/a>\n  <\/p>\n<p>            Schon \u00fcber eine Million Euro an Spenden <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das Gesch\u00e4ftsmodell des Online-Buchhandels geht so: Die buch7.de GmbH bietet B\u00fccher, E-Books, CD\u00b4s und Filme an. Sie arbeiten mit drei deutschen Traditionsh\u00e4usern zusammen, ein eigenes Lager f\u00fchren sie nicht. Die Kunden bestellen online, bekommen zumeist in ein bis zwei Werktagen aus einem Sortiment von \u00fcber neun Millionen Produkten geliefert. Sie zahlen zumeist \u2013 es gilt die Buchpreisbindung \u2013 genauso viel wie anderswo. Aber: 75 Prozent des Gewinns gehen in soziale, kulturelle oder \u00f6kologische Projekte. Zum Beispiel an die Deutsche Depressionsliga, Clowns ohne Grenzen oder die Gr\u00fcnhelme. Im Dezember 2024 wurde die Millionen-Euro-Marke bei den Spenden \u00fcbertroffen.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/stamma3720.jpg\" alt=\"Auf der B\u00fcro-Etage im Kulturbahnhof stehen \u00fcberall B\u00fccherkisten, auch wenn das Hauptgesch\u00e4ft online gemacht wird. \" title=\"Auf der B\u00fcro-Etage im Kulturbahnhof stehen \u00fcberall B\u00fccherkisten, auch wenn das Hauptgesch\u00e4ft online gemacht wird. \" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Auf der B\u00fcro-Etage im Kulturbahnhof stehen \u00fcberall B\u00fccherkisten, auch wenn das Hauptgesch\u00e4ft online gemacht wird.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Auf der B\u00fcro-Etage im Kulturbahnhof stehen \u00fcberall B\u00fccherkisten, auch wenn das Hauptgesch\u00e4ft online gemacht wird.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Vor bald 20 Jahren, erz\u00e4hlen die Gleichs, als es losging, waren sie eine Gruppe von sieben ziemlich gleich gesinnten Studentinnen und Studenten (die Zahl, der Name). Alle lasen gerne, viel und diskutierten dar\u00fcber, alle wollten etwas ver\u00e4ndern. Damals gab es Amazon schon. Und es gab noch viel mehr als heute diese kleinen, gut sortierten Buchl\u00e4den. Vor allem in den Uni-St\u00e4dten. \u201eAber diese kleinen H\u00e4ndler haben damals im Netz noch nicht viel gemacht. Und wir haben gedacht, wenn so viele B\u00fccher online bei einem amerikanischen Gro\u00dfkonzern verkauft werden, braucht es eine soziale und regionale Alternative\u201c, sagt Benedikt Gleich. Er, heute promoviert, Informatiker, Philosoph und Unternehmer, sie, heute verbeamtete Gymnasiallehrerin f\u00fcr Englisch und Geografie und Unternehmerin, legten los. Mit den anderen f\u00fcnf. \u201eWir waren Idealisten. Und ein bisschen blau\u00e4ugig und naiv\u201c, sagt sie. Er: \u201eMan programmiert halt los. Irgendwann kommt ein Shop raus.\u201c Nur, fragte er sich: Wie kriegt man jetzt die B\u00fccher da rein?\u201c Die Liste mit 2.000.000 Titeln abtippen? Nein, man schreibt ein n\u00e4chstes Programm. Und dann?\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Es war eine Mischung aus planen, probieren, neu anfangen. Aber 2007 wurde gegr\u00fcndet und 2008 war buch7.de online. Es ging z\u00e4h los. Und die Gleichs und ihre Mitstreiter brauchten viel Geduld. \u201eManchmal haben wir \u00fcber Tage vergessen, bei den Bestellungen reinzuschauen, weil so wenig los war. Und wir haben damals tats\u00e4chlich jede Bestellung noch manuell an den Gro\u00dfh\u00e4ndler \u00fcbermittelt\u201c, erz\u00e4hlt sie. Er schiebt einen Tipp an alle Gr\u00fcnder hinterher: \u201eM\u00f6glichst fr\u00fch an den Markt gehen. Du findest immer Leute, die Dir sagen, wie toll Deine Idee ist. Aber nur auf dem Markt zeigt sich, ob die Leute auch bereit sind, f\u00fcr deine Idee Geld zu bezahlen.\u201c Es passierte auch Kurioses, denn zu einem werdenden Unternehmen geh\u00f6rt auch immer das gekonnte Improvisieren. Etwa ein Bewerbungsgespr\u00e4ch, das Benedikt Gleich noch schnell verschob, w\u00e4hrend seine Frau neben ihm im Krei\u00dfsaal mit Wehen lag.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/kulturbahnhof-langweid.jpg\" alt=\"Am Kulturbahnhof Langweid halten tats\u00e4chlich Z\u00fcge. Wer hier aussteigt, kann sich von der Bahn bei einem St\u00fcck Kuchen und einem Kaffee erholen. \" title=\"Am Kulturbahnhof Langweid halten tats\u00e4chlich Z\u00fcge. Wer hier aussteigt, kann sich von der Bahn bei einem St\u00fcck Kuchen und einem Kaffee erholen. \" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Am Kulturbahnhof Langweid halten tats\u00e4chlich Z\u00fcge. Wer hier aussteigt, kann sich von der Bahn bei einem St\u00fcck Kuchen und einem Kaffee erholen.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Am Kulturbahnhof Langweid halten tats\u00e4chlich Z\u00fcge. Wer hier aussteigt, kann sich von der Bahn bei einem St\u00fcck Kuchen und einem Kaffee erholen.<br \/>\n    Foto: Marcus Merk<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Durchbruch kam 2013. Amazon stand damals besonders in der Kritik. Die Leute suchten nach Alternativen. Geboomt hat das Unternehmen dann w\u00e4hrend Corona. Und es tr\u00e4gt sich nach wie vor gut, sagt Gleich: \u201eWir machen mehrere Millionen Umsatz pro Jahr.\u201c Er ist schon seit ein paar Jahren hauptberuflich Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, es gibt elf Angestellte, darunter einen Programmierer. Wichtig ist dem Ehepaar: \u201eWir kennen uns alle seit Jahren. Wir helfen alle zusammen. Wir wissen, wenn sich einer krankmeldet, ist er wirklich krank.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Klar ist: H\u00e4tten die Gleichs nicht auch andere Berufe erlernt, sondern es nur als Sozialunternehmer probiert, h\u00e4tten sie anf\u00e4nglich kaum eine Familie mit zwei Kindern ern\u00e4hren, ein Haus renovieren k\u00f6nnen. Und sie h\u00e4tten wohl nicht den Mut und die Erfahrung gehabt, danach noch den alten, zu Prinzregents Zeiten erbauten, Bahnhof von Langweid in Erbpacht zu nehmen, um ihn mit einem Team engagierter Menschen und einem Sponsor wieder herzurichten. Ein Kulturzentrum mit ein paar wenigen B\u00fcchern im Verkaufsstand, vor allem aber mit Lesungen und Konzerten. Auch das war fr\u00fcher, als sie Studenten waren, einer ihrer Tr\u00e4ume. Am Freitag ist das Musik-Caf\u00e9 \u201eSing along &#8211; gemeinsames Singen\u201c mit 2Xsang und not2perfect.\n  <\/p>\n<p>            Vielleicht doch auf den reinen Profit setzen?<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Bahnhof ist heute auch Firmenzentrale. Alles ist sauber hergerichtet, warmes Holz, eine gem\u00fctliche Mitarbeiterk\u00fcche, B\u00fcros, in denen man sich gerne aufh\u00e4lt. Zum Schluss dann noch die eine Frage: Haben sie jemals daran gedacht, seit es so richtig rundl\u00e4uft, die Sache mit den Spenden zu lassen und auf reinen Profit zu setzen? \u201eNein\u201c, sagen die Gleichs und man nimmt es ihnen ab, \u201eden Gedanken hatten wir tats\u00e4chlich noch nie.\u201c Zumal es auch ihren Markenkern besch\u00e4digen w\u00fcrde, w\u00e4re es anders. Denn: Sie wollen eine Alternative zu den Gro\u00dfkonzernen sein.\n  <\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/was-politoekonomin-maja-goepel-cdu-chef-friedrich-merz-raet-108871255\" class=\"hidden  &#010;                md:block md:mr-5 md:min-w-[140px]  aspect-photo md:aspect-tv lg:aspect-tv w-fullXXX relative self-start inline overflow-hidden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images.mgpd.de\/img\/108875116\/crop\/c3_2-w100\/830429635\/1729165108\/bayerns-mutmacher.jpg\" alt=\"Maja G\u00f6pel ist Expertin f\u00fcr Transformationsforschung. \" title=\"Maja G\u00f6pel ist Expertin f\u00fcr Transformationsforschung. \" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><br \/>\n   <\/a><\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/interview-forscherin-maja-goepel-energie-wird-in-zukunft-teurer-sein-muessen-id63820271.html\" class=\"hidden  &#010;                md:block md:mr-5 md:min-w-[140px]  aspect-photo md:aspect-tv lg:aspect-tv w-fullXXX relative self-start inline overflow-hidden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/prof-dr-maja-g-pel-ist-polit-konomin.jpg\" alt=\"Maja G\u00f6pel ist Expertin f\u00fcr Nachhaltigkeitspolitik und Transformationsforschung. \" title=\"Maja G\u00f6pel ist Expertin f\u00fcr Nachhaltigkeitspolitik und Transformationsforschung. \" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><br \/>\n   <\/a><\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Stefan K\u00fcpper<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Langweid<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Amazon<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vielleicht ist es so, wie auf einem dieser kleinen Schilder geschrieben steht, die im buch7-Kulturbahnhof stehen: \u201eIch wei\u00df,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":493639,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-493638","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115362945818302810","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/493638","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=493638"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/493638\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/493639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=493638"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=493638"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=493638"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}