{"id":494248,"date":"2025-10-13T01:50:16","date_gmt":"2025-10-13T01:50:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494248\/"},"modified":"2025-10-13T01:50:16","modified_gmt":"2025-10-13T01:50:16","slug":"oper-im-taschenformat-der-barbier-von-sevilla-der-opera-augusta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494248\/","title":{"rendered":"Oper im Taschenformat: Der \u201eBarbier von Sevilla\u201c der Opera Augusta"},"content":{"rendered":"<p>  <a href=\"https:\/\/www.daz-augsburg.de\/oper-im-taschenformat-der-barbier-von-sevilla-der-opera-augusta\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oper im Taschenformat: Der \u201eBarbier von Sevilla\u201c der Opera Augusta<\/a><\/p>\n<p><strong>Spielfreude und hohe Professio\u00adnalit\u00e4t bestimmen die frische Auf\u00adf\u00fchrung der Opera Augusta in der Stadthalle Neus\u00e4\u00df. Mit diesem Projekt zeigt der in diesem Jahr gegr\u00fcn\u00addete Augsburger Konzert\u00adbetrieb, wie Gemein\u00adn\u00fctzig\u00adkeit, Nachwuchs\u00adf\u00f6rderung und regionale Anbindung bestens harmo\u00adnieren k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Von Halrun Reinholz<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"2733\" height=\"1670\" class=\"alignleft size-full wp-image-99480\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.die-augsburger-zeitung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/PSX_20251012_190300.jpg\"\/>Justin Pambianchi am Fl\u00fcgel, Ejnar \u010colak als Figaro, Klara Brockhaus als Rosina und Dakai Wei als Graf Almaviva (v.l.n.r.)<br \/>Foto: Tizian Steffen<\/p>\n<p>Figaro, der Barbier, hat eine tragende Rolle im Verwirr\u00adspiel der Oper \u201eDer Barbier von Sevilla\u201c. In der Auff\u00fchrung der Opera Augusta wird das gleich zu Beginn klar, denn Figaro schreitet l\u00e4ssig von hinten durch den Saal, verteilt Visiten\u00adkarten (der Opera Augusta, ein echter Manager denkt eben immer an alles) und f\u00fchrt das Publikum schlie\u00dflich in die Grund\u00adz\u00fcge der Handlung ein, die sie in den n\u00e4chsten zwei Stunden erwartet: Es ist kompliziert und verwirrend, aber er, Figaro, hat alles im Griff und wird verl\u00e4ss\u00adlich daf\u00fcr sorgen, dass Graf Almaviva zu seiner Rosina kommt. In seinem Rucksack, den er zun\u00e4chst achtlos neben das Klavier wirft, befinden sich, wie man sp\u00e4ter merkt, wichtige Utensilien und Brieflein, die so ein Intrigen\u00adspiel braucht. Und, was Figaro noch verspricht: Das Ganze wird nicht zu lang werden f\u00fcrs Publikum, sondern \u201ewie ein Espresso\u201c \u2013 klein, stark und \u201edirekt ins Herz\u201c gehend.<\/p>\n<p><strong>Schn\u00f6rkellos \u2013 gl\u00e4nzende Gesangspartien<\/strong><\/p>\n<p>Das ist kein leeres Versprechen. F\u00fcr die kompakte Taschen-Auff\u00fchrung hat sich das Team der Opera Augusta einiges einfallen lassen. Die Handlung wurde von einigen Schn\u00f6rkeln befreit, die Dialoge sorgen f\u00fcr \u00dcberg\u00e4nge und der Akzent liegt voll und ganz auf den gl\u00e4nzen\u00adden (und vielfach bekannten) Gesangs\u00adpartien, die von den ausnahms\u00adlos jungen S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern in hoher musi\u00adkalischer Qualit\u00e4t dargeboten wurden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"400\" aria-describedby=\"caption-attachment-98873\" class=\"wp-image-98873 size-medium\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Cast-Announcement-18.6-320x400.png\"\/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-98873\" class=\"wp-caption-text\">Spa\u00df am Zusammenspiel: das junge Sextett \u2013 Bild: Opera Augusta<\/p>\n<p>Wie bei Rossini \u00fcblich, sind die sechs Dar\u00adstel\u00adle\u00adrinnen und Dar\u00adsteller durchaus gleich\u00adwertig ge\u00adfor\u00addert, in den atem\u00adberau\u00adben\u00adden Sextetten wird das beson\u00adders deutlich. Aber auch jeder einzelne Charakter muss sich in den flotten Arien oder im Zusammen\u00adspiel beweisen. Die Besetzung in Neus\u00e4\u00df erfolgte auf\u00adgrund einer Aus\u00adschrei\u00adbung mit Vorsingen. Wie der Gesch\u00e4fts\u00adf\u00fchrer der Opera Augusta erl\u00e4uterte, geht es bei solchen Produk\u00adtionen darum, junge K\u00fcnstler noch w\u00e4hrend des Studiums an Rollen heran\u00adzu\u00adf\u00fchren, ihnen ein Auftritts\u00adpodium zu bieten und sie gleich\u00adzeitig auch fit zu machen f\u00fcr die beruf\u00adliche Zukunft. Deshalb bein\u00adhaltet das \u201ePaket\u201c nicht nur die Teil\u00adnahme an einer Opern\u00adauf\u00adf\u00fchrung, sondern auch ein Vorsing\u00adtraining und Beratung f\u00fcr den Einstieg in den Beruf. F\u00fcr diese Rossini-Oper war m\u00f6g\u00adlicher\u00adweise auch ein Schnell\u00adsprech-Kurs Italienisch inbe\u00adgriffen, um den An\u00adfor\u00adde\u00adrungen der Gesangs\u00adpartien zu gen\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>Sichtlich vergn\u00fcgliches Zusammenspiel<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem Schnellsprechen zeigten die sechs Akteu\u00adrinnen und Akteure \u00fcber\u00adzeugend ihre hervor\u00adragende stimm\u00adliche Aus\u00adbildung, vor allem hatten sie aber sichtlich Spa\u00df am vergn\u00fcgten Zusammen\u00adspiel. Mit seinem kr\u00e4ftigen Bariton und dar\u00adstelle\u00adrischen Talent domi\u00adnierte Ejnar Colak aus Sarajevo, derzeit noch Student in Wien, das Geschehen als Figaro und \u201eModerator\u201c der Handlung. Der aus China stam\u00admende Dakai Wei, Student in Frankfurt, gab den ver\u00adliebten Grafen Almaviva bzw. \u201eLindoro\u201c. Der Spagat zwischen roman\u00adtischer Schw\u00e4r\u00admerei und der frechen Ver\u00adwegen\u00adheit in den diversen Ver\u00adklei\u00addungen gelang ihm gut. Klara Brockhaus, Studentin an der Theater\u00adakademie Everding, zeigte eine selbst\u00adbe\u00adwusste Rosina, die \u201ewei\u00df, was sie will\u201c, auch stimm\u00adlich sehr \u00fcber\u00adzeugend. Der aus Taiwan stammende Cheng-Cheng Tsai , Student am Augsburger Leopold Mozart College (LMC), gab den eifer\u00ads\u00fcchtigen und miss\u00adtrauischen Dr. Bartolo, der auf das Verm\u00f6gen seines M\u00fcndels Rosina spekuliert. Sein intri\u00adganter Helfer Don Basilio wurde von Jonas Boos verk\u00f6rpert, der an der Hoch\u00adschule Karlsruhe studiert. Nur scheinbar neben\u00ads\u00e4ch\u00adlich ist die Rolle des Dienst\u00adm\u00e4dchens Berta, die von Wen-Chi Huang aus Taiwan, Studentin am LMC Augsburg, gesungen wird. Sie bringt die Dinge mit witzigen Bonmots immer wieder auf den Punkt \u2013 dass sie dabei \u201eberlinert\u201c ist eine drollige Idee, deren tieferen Sinn man wohl nicht verstehen muss.<\/p>\n<p><strong>Einfallsreiche Choreografie \u2013 auch ohne Kulissen<\/strong><\/p>\n<p>Tizian Steffen sorgte als Regisseur und Drama\u00adturg daf\u00fcr, dass die Kompakt-Version der doch sehr komplexen Rossini-Oper auch drama\u00adturgisch funktio\u00adniert. Der Schau\u00adspiel\u00adstudent (Ab\u00adteilung Puppen\u00adspiel\u00adkunst) an der Ernst-Busch-Akademie hat f\u00fcr die schl\u00fcssigen Dialoge im Hand\u00adlungs\u00adverlauf gesorgt, wohl aber auch f\u00fcr die oft einfallsreiche Personen\u00adf\u00fchrung und Choreo\u00adgrafie auf der B\u00fchne, die praktisch ohne Kulissen aus\u00adkommt. Assistiert wurde ihm dabei von Marie Winkelmann, die am LMC Gesangs\u00adp\u00e4da\u00adgogik studiert. Bei der drama\u00adtur\u00adgischen Um\u00adsetzung wurde offenbar auch darauf geachtet, der Hand\u00adlung eine gewisse Moder\u00adnit\u00e4t zu verleihen, etwa wenn Rosina Almaviva \u00fcber den Mund f\u00e4hrt, als dieser von Bartolo ihre \u201eFreigabe\u201c verlangt und das mit vers\u00f6hn\u00adlichen Worten selber tut. Dadurch wird eine solche Oper auch f\u00fcr Jugend\u00adliche nach\u00advoll\u00adzieh\u00adbar, von denen sicher etliche an dieser Auf\u00adf\u00fchrung Ver\u00adgn\u00fcgen f\u00e4nden.<\/p>\n<p>Justin Pambianchi, Gesch\u00e4fts\u00adf\u00fchrer und k\u00fcnst\u00adle\u00adrischer Motor der Opera Augusta, ersetzte die Orchester\u00adbegleitung ganz allein am Klavier, das einen gro\u00dfen Teil der B\u00fchne einnahm. Routi\u00adniert und ohne Noten war er bis zum rauschen\u00adden Finale mitten im Ge\u00adschehen, gelegent\u00adlich auch \u201eOpfer\u201c der einen oder anderen Spielhandlung.<\/p>\n<p>Gro\u00dfer und verdienter Applaus f\u00fcr diese erfrischende Auf\u00adf\u00fchrung kam vom Publikum, das leider nicht sehr zahl\u00adreich den Weg nach Neus\u00e4\u00df gefunden hatte. Vielleicht muss die Opera Augusta einfach noch bekannter werden. Dass sie das Potenzial dazu hat, zeigen Auf\u00adf\u00fch\u00adrungen wie dieser kompakte, ver\u00adst\u00e4nd\u00adliche und ver\u00adgn\u00fcgliche \u201eBarbier von Sevilla\u201c.<\/p>\n<p>    Artikel vom<br \/>\n    <a href=\"https:\/\/www.daz-augsburg.de\/?m=20251013\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n      13.10.2025    <\/a><br \/>\n    | Autor: Halrun Reinholz<br \/>Rubrik: <a href=\"https:\/\/www.daz-augsburg.de\/rubrik\/kultur\/\" rel=\"category tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kultur<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.daz-augsburg.de\/rubrik\/kultur\/musik\/\" rel=\"category tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Musik<\/a>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Oper im Taschenformat: Der \u201eBarbier von Sevilla\u201c der Opera Augusta Spielfreude und hohe Professio\u00adnalit\u00e4t bestimmen die frische Auf\u00adf\u00fchrung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":494249,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[680,772,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-494248","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-augsburg","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115364353165908155","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494248","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=494248"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494248\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/494249"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=494248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=494248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=494248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}