{"id":494282,"date":"2025-10-13T02:11:13","date_gmt":"2025-10-13T02:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494282\/"},"modified":"2025-10-13T02:11:13","modified_gmt":"2025-10-13T02:11:13","slug":"krankenversicherung-muss-kein-fass-ohne-boden-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494282\/","title":{"rendered":"Krankenversicherung muss kein Fass ohne Boden sein"},"content":{"rendered":"<p class=\"Beschreibung\">13.10.2025 \u2013 Laut einem Gutachten drohen der gesetzlichen Krankenversicherung Defizite in zwei- bis dreistelliger Milliardenh\u00f6he. Die Gesundheitsministerin h\u00e4lt mit einem \u201ekleinen Sparpaket\u201c dagegen und schon hat die Regierungskoalition einen neuen Konflikt. Aber es wird \u00fcber die falschen Aspekte gestritten. Kosteneffizienz und Pr\u00e4vention kommen zu kurz. N\u00f6tig ist jedoch ein ganzheitlicher Ansatz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/a003458de061451cb80030295e054a6a.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>\u201eAuf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland kommen nach Berechnungen der Unternehmensberatung Deloitte schnell wachsende Defizite in zwei- bis dreistelliger Milliardenh\u00f6he zu. Daran \u00e4ndern nach Einsch\u00e4tzung der Berater auch die bislang von der Bundesregierung angedachten Sparma\u00dfnahmen nichts.<\/p>\n<p>Ohne schnelle und tiefgreifende Reformen k\u00f6nnte sich das Einnahmedefizit der GKV im Jahr 2030 demnach bereits auf eine Summe von 89 bis 98 Milliarden Euro belaufen.\u201c Das berichtet <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68e8984644a79122fa41dadd\/deloitte-studie-oekonomen-schlagen-alarm-krankenkassen-defizit-koennte-auf-ueber-300-milliarden-euro-steigen.html\" rel=\"noopener\">Welt.de<\/a>.<\/p>\n<p>Unterdessen versucht die Bundesregierung, mit einem \u201ekleinen Sparpaket\u201c kurzfristig Erh\u00f6hungen der Beitragss\u00e4tze abzuwenden. \u201eZwei Milliarden Euro sollen damit eingespart werden\u201c, sagte <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/bundesregierung\/bundeskabinett\/nina-warken-2342850\" rel=\"noopener\">Bundesgesundheitsministerin Nina Warken<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/bab-warken-100.html\" rel=\"noopener\">im Bericht aus Berlin<\/a>.<\/p>\n<p> Koalition streitet um Zuzahlungen <\/p>\n<dl class=\"imageMiddle\">\n<dt class=\"noborder\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Meyer_Claus-Peter_491x368_jp_338x253.jpg\" alt=\"Claus-Peter Meyer (Bild: Pieloth)\" title=\"Claus-Peter Meyer (Bild: Pieloth)\" width=\"338\" height=\"253\"\/><\/dt>\n<dd>Claus-Peter Meyer (Bild: Pieloth)<\/dd>\n<\/dl>\n<p>W\u00e4hrend die Ministerien am Wochenende im Fernsehen verspricht, B\u00fcrger und Unternehmen sollten nicht weiter belastet werden, sind gleichzeitig Zuzahlungen f\u00fcr Medikamente oder Krankenhausaufenthalte im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Gegen die Ideen der CDU-Ministerin hat prompt der Koalitionspartner protestiert. SPD-Generalsekret\u00e4r Kl\u00fcssendorf <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/spd-tim-kluessendorf-kritisiert-krankenkassen-konzept-aus-dem-gesundheitsministerium-a-8f2c7b0f-a6be-4cda-beb7-0c5af12d15eb\" rel=\"noopener\">sagte dem Spiegel<\/a>, Gesundheit d\u00fcrfe keine Frage des Geldbeutels werden. \u201eWer sein Leben lang einzahlt, muss sich darauf verlassen k\u00f6nnen, dass Gesundheit keine Frage des Geldbeutels wird\u201c, wird der Politiker zitiert.<\/p>\n<p>Zwar m\u00fcsse im Gesundheitswesen gespart werden, um die Krankenkassenbeitr\u00e4ge stabil zu halten. Aber Entscheidungen m\u00fcssten sich \u201ean der Lebensrealit\u00e4t der Mehrheit in diesem Land orientieren\u201c. \u201eAm Ende muss aber ein solidarisches und gerechtes Paket stehen, zu dem alle ihren Beitrag leisten, besonders auch diejenigen, die sehr viel haben.\u201c<\/p>\n<blockquote>\n<p>Die Beitragss\u00e4tze haben sich seit 1970 bis heute mehr als verdoppelt.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p> Falsche Debatte um das Gesundheitswesen <\/p>\n<p>Diese Debatte ist wieder einmal typisch. Die Kosten steigen und als Ausweg kommen Leistungsk\u00fcrzungen und Beitragserh\u00f6hungen ins Spiel. Am Ende bleiben wieder einmal die Patienten und Beitragszahler auf der Strecke.<\/p>\n<p>Das haben schon fr\u00fchere Reformen gezeigt. Dazu geh\u00f6ren das Gesundheitsreformgesetz, das Gesundheitsstrukturgesetz und das Beitragsentlastungsgesetz (VersicherungsJournal <a href=\"https:\/\/www.versicherungsjournal.de\/medienspiegel-artikel.php?id=11378\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Medienspiegel 5.11.2021<\/a>) sowie das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (<a href=\"https:\/\/www.versicherungsjournal.de\/mehr.php?Nummer=6537\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">21.10.2003<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.versicherungsjournal.de\/versicherungen-und-finanzen\/was-die-kassen-noch-leisten-30647.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">20.5.2005<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.versicherungsjournal.de\/markt-und-politik\/beitragssatz-von-30-prozent-31075.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">21.9.2005<\/a>).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Leistungen der GKV immer weiter reduziert wurden, stiegen die Beitragss\u00e4tze an. Von 1970 bis heute haben sie sich mehr als verdoppelt. Das zeigt eine <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Finanzierung\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/tabII6.pdf\" rel=\"noopener\">Dokumentation von Sozialpolitik-aktuell.de<\/a> (PDF, 416 KB).<\/p>\n<blockquote>\n<p>Der entscheidende Hebel ist die Pr\u00e4vention.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p> Es sind nicht nur die Demografie und der medizinische Fortschritt <\/p>\n<p>Als Grund f\u00fcr die Leistungsk\u00fcrzungen bei gleichzeitigem Beitragssatzanstieg werden immer wieder drei Gr\u00fcnde genannt:<\/p>\n<ul>\n<li>Die medizinische Inflation, die die \u00fcbrige Inflation \u00fcbersteigt,<\/li>\n<li>der medizinische Fortschritt und<\/li>\n<li>die steigende Lebenserwartung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Doch warum wird dar\u00fcber kaum diskutiert? Wieso wird \u2013 bestenfalls z\u00e4hneknirschend \u2013 der Kostenanstieg akzeptiert, statt ihn zu hinterfragen? Gesundheitspolitiker sollten dringend dar\u00fcber nachdenken, wie sie die Krankenkassen in die Lage versetzen k\u00f6nnen, zum Beispiel<\/p>\n<ul>\n<li>die Leistungen ohne Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen billiger einkaufen k\u00f6nnen,<\/li>\n<li>Hilfsmittel leihweise an die Patienten auszugeben, statt alles neu zu kaufen und nach Gebrauch nicht zur\u00fcckzufordern oder<\/li>\n<li>Verschwendung durch unwirksame Therapien abzustellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der entscheidende Hebel ist aber die Pr\u00e4vention. Ges\u00fcnder lebende Menschen werden seltener krank und sp\u00e4ter pflegebed\u00fcrftig. Sie verursachen entsprechend weniger Kosten im Gesundheitswesen. Und durch weniger Fehlzeiten am Arbeitsplatz entlasten sie die Unternehmen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Der unselige Trend zu psychischen Erkrankungen geh\u00f6rt unbedingt gestoppt.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p> Es fehlt die Diskussion um die wirkungsvollste Pr\u00e4vention <\/p>\n<p>Entscheidend ist bei der Vorbeugung, nicht mit der Gie\u00dfkanne Geld f\u00fcr alle m\u00f6glichen Ma\u00dfnahmen auszugeben, sondern hier streng auf Effizienz und Akzeptanz zu achten. Schwerpunkt sollten die teuersten Volkskrankheiten sein. Dazu geh\u00f6ren die erschreckend zunehmenden psychischen Erkrankungen (<a href=\"https:\/\/www.versicherungsjournal.de\/versicherungen-und-finanzen\/diese-krankheiten-machen-am-haeufigsten-berufsunfaehig-153611.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">28.7.2025<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.versicherungsjournal.de\/versicherungen-und-finanzen\/die-haeufigsten-ursachen-fuer-berufsunfaehigkeit-153031.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">8.5.2025<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.versicherungsjournal.de\/markt-und-politik\/jeder-zweite-unter-25-fuehlt-sich-psychisch-krank-152766.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">28.3.2025<\/a>).<\/p>\n<p>Dieser unselige Trend geh\u00f6rt unbedingt gestoppt. Hier liegt ein enormes Potenzial, um Behandlungskosten und Ausf\u00e4lle kostbarer Arbeitskraft zu begrenzen. Vermutlich gibt es f\u00fcr wirkungsvolle Pr\u00e4vention kein Patentrezept. Umso wichtiger ist es, die M\u00f6glichkeiten gr\u00fcndlich zu erforschen und neue Erkenntnisse rasch in der Praxis anzuwenden.<\/p>\n<p>Bei den bereits Erkrankten sollte intensiver nach neuen Wegen gesucht werden, diese Menschen zu heilen, statt sie in der Berufsunf\u00e4higkeit ihrem Schicksal zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Die Koalition sollte Gesundheit und Pflege ganzheitlich angehen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p> Die M\u00f6glichkeiten d\u00fcrften unersch\u00f6pflich sein <\/p>\n<p>Es funktioniert am besten, was die Versicherten gerne mitmachen. Die M\u00f6glichkeiten d\u00fcrften unersch\u00f6pflich sein.<\/p>\n<p>Allein der Staat k\u00f6nnte in seinem direkten Einflussbereich einiges tun, zum Beispiel mit:<\/p>\n<ul>\n<li>ges\u00fcnderem Essen in Schulkantinen und Krankenh\u00e4usern,<\/li>\n<li>strengeren Regeln f\u00fcr die Werbung mit ungesunden Nahrungs- und Genussmitteln,<\/li>\n<li>mehr Ern\u00e4hrungs- und Schwimmunterricht an Schulen, oder<\/li>\n<li>dem Entsch\u00e4rfen von Unfallschwerpunkten im Stra\u00dfenverkehr<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Regierungskoalition sollte sich auf jeden Fall von der bisher schon viel zu lange praktizierten einfachen Kombination von Leistungseinschr\u00e4nkungen und Beitragserh\u00f6hungen verabschieden und den Komplex Gesundheit und Pflege ganzheitlich angehen. Dabei geh\u00f6ren Kosteneffizienz und Pr\u00e4vention zwingend dazu.<\/p>\n<p>Auch m\u00fcsste das Bewusstsein daf\u00fcr gesch\u00e4rft werden, dass man Gesundheit nicht einfach kaufen kann, sondern viel mit Eigenverantwortung zu tun hat. Je besser das gelingt, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Chance, dass der medizinische Fortschritt trotz steigender Lebenserwartung zuk\u00fcnftig bezahlbar bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"13.10.2025 \u2013 Laut einem Gutachten drohen der gesetzlichen Krankenversicherung Defizite in zwei- bis dreistelliger Milliardenh\u00f6he. 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