{"id":494650,"date":"2025-10-13T05:46:11","date_gmt":"2025-10-13T05:46:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494650\/"},"modified":"2025-10-13T05:46:11","modified_gmt":"2025-10-13T05:46:11","slug":"greenpeace-speisefische-aus-nord-und-ostsee-mit-pfas-belastet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494650\/","title":{"rendered":"Greenpeace: Speisefische aus Nord- und Ostsee mit PFAS belastet"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 13.10.2025 06:31 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Speisefische, Krabben und Muscheln aus Nord- und Ostsee sind mit den Umweltchemikalien PFAS belastet. Zu diesem Ergebnis kommt Greenpeace. Das Umweltbundesamt nennt die Ausbreitung von PFAS &#8222;sehr besorgniserregend&#8220;.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Umweltorganisation Greenpeace hat Speisefische, Krabben und Muscheln auf die Umweltchemikalien PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) untersucht. Diese Stoffgruppe besteht aus mehreren tausend verschiedenen chemischen Verbindungen und gilt als sehr umweltgef\u00e4hrdend, einige Substanzen stehen zudem im Verdacht, Lebersch\u00e4den oder Krebs auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">PFAS werden unter anderem zur Beschichtung von Verpackungen, Outdoorbekleidung oder Pfannen eingesetzt. Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist, dass diese Stoffe in der Umwelt praktisch nicht abgebaut werden und sich daher immer weiter anreichern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Greenpeace nahm auf Fischm\u00e4rkten und direkt bei Fischern an Nord- und Ostsee insgesamt 17 Proben. Darunter waren Speisefische wie Hering, Steinbutt oder Scholle, aber auch Nordseekrabben und Muscheln. Erworben wurden die Produkte an verschiedenen Orten entlang der gesamten norddeutschen K\u00fcste. Die Laboranalyse erfolgte laut Greenpeace nach wissenschaftlichen Standards und Normen. Der Untersuchungsbericht liegt dem SWR bereits vor.<\/p>\n<p>    PFAS-Funde in allen Proben<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut den Laborergebnissen wurden in allen 17 untersuchten Proben PFAS gefunden, darunter auch die toxischen PFOS (Perfluoroktansulfons\u00e4ure) oder PFOA (Perfluoroctans\u00e4ure). Aus Sicht der Wissenschaftler ist besonders besorgniserregend, dass in 16 von 17 Proben ein &#8222;PFAS-Cocktail&#8220; aus unterschiedlichen Schadstoffen nachgewiesen wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So enthielten unter anderem Schollen (Hamburg), Steinbutt (Niendorf) und Krabben (Bremerhaven) sieben verschiedene PFAS-Substanzen. Bei drei Proben (Scholle, Hering, Steinbutt) wurden die EU-Grenzwerte \u00fcberschritten, so dass diese Fische eigentlich nicht verkauft werden d\u00fcrften. In den meisten F\u00e4llen wurden die Grenzwerte allerdings eingehalten. Bei Muscheln (Hamburg) waren die PFAS-Konzentrationen am niedrigsten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Umweltorganisation weist in ihrem Bericht darauf hin, dass der regelm\u00e4\u00dfige Verzehr dieser Fische zu einem Gesundheitsproblem werden k\u00f6nne. Wer zweimal pro Woche oder noch h\u00e4ufiger diese Produkte esse, liege zum Teil um ein Vielfaches \u00fcber den Konzentrationen, die laut der europ\u00e4ischen Umweltbeh\u00f6rde (EFSA) als noch unbedenklich gelten.<\/p>\n<p>    Forderung nach PFAS-Verbot<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Greenpeace forderte als Konsequenz aus dieser Untersuchung erneut ein PFAS-Verbot. Schon vorhergehende Untersuchungen in Rhein und Meeresschaum h\u00e4tten gezeigt, dass sich PFAS \u00fcberall ausbreiten, so Julios Kontchou, \u00d6kotoxikologe bei Greenpeace: &#8222;Hier sind die Lebensmittel- und Umweltbeh\u00f6rden gefordert. Es braucht dringend fl\u00e4chendeckende Tests und daraus abgeleitete Verzehrempfehlungen. Und es braucht endlich strengere Ma\u00dfnahmen, um zumindest k\u00fcnftig die Freisetzung von PFAS zu stoppen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die genaue Wirkung auf Mensch und Umwelt ist f\u00fcr viele PFAS noch unerforscht. In der Vergangenheit wurden toxische Wirkungen zum Teil erst nach und nach entdeckt. Wissenschaftlich belegt sind unter anderem Sch\u00e4digungen am Immunsystem und der Leber sowie negative Wirkungen auf die Fortpflanzungsf\u00e4higkeit. US-Beh\u00f6rden und die internationale Agentur f\u00fcr Krebsforschung (IARC) haben PFOA bez\u00fcglich Nieren- und Hodenkarzinome als &#8222;wahrscheinlich krebserregend&#8220; eingestuft.<\/p>\n<p>    Umweltbundesamt: Grund zu gro\u00dfer Besorgnis<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Sprecher des Umweltbundesamtes (UBA) teilte auf SWR-Anfrage mit, dass man auch in eigenen Untersuchungen PFAS-Belastungen in Fischen nachgewiesen habe, die zum Teil \u00fcber den Grenzwerten lagen. Daher nehme man das Problem sehr ernst: &#8222;Die extreme Langlebigkeit von PFAS, die zu einer irreversiblen Umweltexposition und -akkumulation f\u00fchrt, ist ein Grund zu gro\u00dfer Besorgnis.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das UBA hat daher in Zusammenarbeit mit anderen deutschen Beh\u00f6rden und Beh\u00f6rden der Niederlande, D\u00e4nemarks, Norwegens und Schwedens ein Dossier zur Einleitung eines Beschr\u00e4nkungsverfahrens f\u00fcr die gesamte Stoffgruppe der Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) ausgearbeitet.&#8220; Dieses Verfahren laufe derzeit noch, so der UBA-Sprecher.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Erst vor wenigen Tagen war eine Untersuchung der internationalen NGO &#8222;Europ\u00e4isches Umweltb\u00fcro&#8220; ver\u00f6ffentlicht worden. Diese hatte das Blut von 24 EU-Spitzenpolitikern untersucht und demnach in allen Proben PFAS nachweisen k\u00f6nnen. F\u00fcr die Umweltorganisationen ist das ein weiterer Beleg daf\u00fcr, dass sich PFAS \u00fcberall ausbreiten und anreichern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Aktion &#8222;banPFAS&#8220; schlossen sich mittlerweile mehr als 100 Umweltverb\u00e4nde in ganz Europa zusammen. Sie fordern, PFAS zu verbieten &#8211; darunter auch Greenpeace.<\/p>\n<p>    Bundesregierung gegen striktes Verbot<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Bundesumweltministerium teilt auf SWR-Anfrage mit, dass man die Gefahren durch PFAS ernst nehme, aber ein prinzipielles Verbot ablehne: &#8222;Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass die PFAS-Belastung in der Umwelt [\u2026] weiter zunimmt und deshalb Handlungsbedarf besteht. Daher strebt sie vor diesem Hintergrund einen wirksamen und zugleich differenzierten Umgang mit PFAS auf europ\u00e4ischer Ebene an, um die weiteren PFAS-Emissionen in die Umwelt deutlich zu reduzieren.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wo es Alternativen gebe, sollten PFAS ersetzt werden. &#8222;Wo noch keine Alternativen existieren, sollen entsprechende Ausnahmen, \u00dcbergangsfristen und andere Ma\u00dfnahmen daf\u00fcr sorgen, dass die PFAS-Emissionen zwar wirksam gemindert werden, gleichzeitig aber wichtige Verwendungen trotzdem m\u00f6glich bleiben.&#8220; Dazu z\u00e4hlten unter anderem &#8222;Medizinprodukte&#8220; oder auch &#8222;spezielle Schutzkleidung&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 13.10.2025 06:31 Uhr Speisefische, Krabben und Muscheln aus Nord- und Ostsee sind mit den Umweltchemikalien PFAS&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":494651,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[72740,29,30,13,14,15,7292,2852,12,124041,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-494650","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-pfas","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-nordsee","15":"tag-ostsee","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-speisefische","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115365281393091252","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494650","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=494650"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494650\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/494651"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=494650"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=494650"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=494650"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}