{"id":494739,"date":"2025-10-13T06:35:15","date_gmt":"2025-10-13T06:35:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494739\/"},"modified":"2025-10-13T06:35:15","modified_gmt":"2025-10-13T06:35:15","slug":"die-geschichte-von-hedwig-courths-mahler-die-auch-mit-leipzig-zu-tun-hat-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494739\/","title":{"rendered":"Die Geschichte von Hedwig Courths-Mahler, die auch mit Leipzig zu tun hat \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Das h\u00e4tte sich Ernestine Friederike Elisabeth Courths geb. Mahler (1867\u20131950) wohl auch nicht tr\u00e4umen lassen, dass sie selbst auf der Website der Stadt Leipzig einmal als eine der 200 ber\u00fchmtesten Frauen aus der Stadt aufgez\u00e4hlt werden w\u00fcrde. Und dass sie auch 75 Jahre nach ihrem Tod noch gelesen werden w\u00fcrde und ein Autorenduo auch noch einen Roman \u00fcber sie schreiben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Aber genau das ist passiert. Die Romanpremiere kann man am 30. Oktober um 19:00 Uhr in der Leipziger Stadtbibliothek erleben. \u201eEin gutes Ende\u201c, hei\u00dft der Roman. Und steinig ging es im Leben von Hedwig tats\u00e4chlich zu. Leipzig steht dabei eine ganz Zeit lang im Fokus. Hier begann sie auch zu schreiben. Und Anreger dazu war die seinerzeit beliebteste aller Zeitschriften, die in Leipzig erscheinende <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Gartenlaube\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eGartenlaube\u201c.<\/a><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2529a0d61913476685297da7fdfac233.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/kultur\/lesungen\/2025\/10\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/kultur\/lesungen\/2025\/10\/1\"\/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.leipzig.de\/jugend-familie-und-soziales\/frauen\/1000-jahre-leipzig-100-frauenportraets\/detailseite-frauenportraets\/projekt\/courths-mahler-hedwig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Website der Stadt Leipzig<\/a> schildert Hedwigs Leipziger Zeit so: \u201eAls Hedwig 12 Jahre alt war, holt die Mutter sie aus ihrem\u00a0\u201aKindheitsparadies\u2018\u00a0nach Leipzig. Hedwigs Leipziger Jahre sind faktisch kaum zu rekonstruieren; Erinnerungen der Autorin und ihrer T\u00f6chter legen nah, dass Hedwig zun\u00e4chst ihrer Mutter zur Hand ging.<\/p>\n<p>Um 1883 trat Hedwig in Stellung bei Familie Rumsch\u00f6ttel und sorgte auch f\u00fcr die Unterhaltung der gel\u00e4hmten Mutter des Hausherrn. Die alte Dame erz\u00e4hlte, Hedwig las ihr vor. Rumsch\u00f6ttels hatten Ernst Keils \u201aGartenlaube\u2018 abonniert. Das erste deutsche Familienblatt mit seinen romantischen Aufstiegsgeschichten wurde f\u00fcr Hedwig Inspiration und literarisches Vorbild, vor allem die Romane der Marlitt.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Hedwig als Verk\u00e4uferin im feinen \u201eSeidenb\u00e4nder- und Wei\u00dfwarengesch\u00e4ft\u201c der Gebr\u00fcder Ro\u00dfm\u00e4\u00dfler (Markt 12) und sp\u00e4ter in Carl Ahlemanns Hutsalon (Thomasg\u00e4sschen 11) arbeitet, beginnt schon leise ihre Karriere als Schriftstellerin zu reifen.<\/p>\n<p>\u201eMit 18 Jahren verlobte ich mich in Leipzig. Kurz zuvor hatte ich heimlich, unter einem Pseudonym, mein erstes Epos in die Welt geschickt. Es wurde gedruckt, und als das Honorar daf\u00fcr eintraf, wusste meine Mutter nicht, ob sie schelten oder sich freuen sollte\u201c,\u00a0wird sie zitiert.<\/p>\n<p>Zwei Manuskripte sollen w\u00e4hrend ihrer Leipziger Zeit erschienen sein: \u201eZum einen das Feuilleton \u201aSei nicht b\u00f6se, Regina\u2018 beziehungsweise \u201aWo die Heide bl\u00fcht\u2018 (Titel nicht gesichert) in einer unbekannten \u00f6rtlichen Zeitung, zum anderen sei ihre Novelle \u201aDie Verlassene\u2018 1886 im Leipziger General-Anzeiger erschienen. Honorar: 10 Mark.\u201c<\/p>\n<p>In dieser Zeit lernt sie auch (gleich im B\u00f6ttcherg\u00e4sschen) den Dekorationszeichner Fritz Courths kennen, mit dem sie wenig sp\u00e4ter \u2013 nach Stationen in Halle und Leipzig \u2013 nach Chemnitz zieht, sodass Hedwig auch in Henner Kottes Buch <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/bildung\/buecher\/2025\/03\/chemnitzer-kopfe-in-kunst-und-literatur-beherzte-autorinnen-gewitzte-kunstler-herr-may-hinter-gittern-621086\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eChemnitzer K\u00f6pfe in Kunst und Literatur\u201c<\/a> auftauchen kann.<\/p>\n<p>Wovon junge Frauen tr\u00e4umen durften<\/p>\n<p>In Halle wurden dann Hedwigs T\u00f6chter geboren (die sp\u00e4ter \u00fcbrigens selbst Schriftstellerinnen werden). \u201e1893 kehrten die Courths nach Leipzig zur\u00fcck. Fritz gibt Zeichenunterricht, Hedwig findet Kontakt zur K\u00fcnstlerszene. 1897 entwirft Fritz Courths erfolgreich Modelle f\u00fcr ein Textilunternehmen, sodass ihn die Firma Cohrs &amp; Michaelis nach Chemnitz abwirbt. Jahresgehalt: 10.000 Mark. Die Familie zieht um. Der Feuilletonchef des Chemnitzer Tageblatts entdeckte Hedwig Courths-Mahlers literarisches Talent. Ihr erster Roman Licht und Schatten erscheint ebenda in Fortsetzungen vom 26. Februar bis zum 18. M\u00e4rz 1904.\u201c<\/p>\n<p>Eine Adresse f\u00fcr das Ehepaar Courths kann die Website der Stadt Leipzig f\u00fcr die Jahre 1893 bis 1897 auch angeben: Grassistra\u00dfe 38 (IV).<\/p>\n<p>Womit die Erfolgsschriftstellerin geboren ist, die mit 200 Romanen das leselustige Publikum begeistert und die Kritik verzweifeln l\u00e4sst. Was ist das eigentlich? Kunst, Unterhaltung oder Kitsch?<\/p>\n<p>Der Blick auf Hedwigs eigene Kindheit und Jugend aber macht deutlich: Sie erf\u00fcllte mit ihren B\u00fcchern ein tief sitzendes Bed\u00fcrfnis, mit dem sich ihre Leserinnen identifizieren konnten: dem nach Anerkennung, Liebe und Aufstieg. Also all dem, wovon Millionen junge Menschen tr\u00e4umen, die aus armen und knappen Verh\u00e4ltnissen kommen. Daran hat sich bis heute nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Au\u00dfer, dass heute Filme und Vorabendserien dieses Bed\u00fcrfnis befriedigen. Aber die Bilder von einem gl\u00fccklichen und reichen Leben sind fast noch immer dieselben, auch wenn viel seltener als zu Hedwigs Zeit das tats\u00e4chlich arme Milieu der jungen Frauen in den prek\u00e4ren Schichten unserer Gesellschaft gezeigt wird. Was auch damit zusammenh\u00e4ngt, dass die Regisseure und Drehbuchschreiberinnen, die heute die diversen Serien produzieren, selbst nie in diesen Milieus aufgewachsen sind, sie also auch nicht gestalten und nachempfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Man kann also gespannt sein auf das Buch, <a href=\"http:\/\/bastei-luebbe.de\/Buecher\/Romane-Erzaehlungen\/Ein-gutes-Ende\/9783757701666\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das Ende Oktober bei Bastei L\u00fcbbe erscheinen soll.\u00a0<\/a>Und den Premierentermin in der Leipziger Stadtbibliothek kann man sich ja schon einmal vormerken: 30. Oktober, 19:00 Uhr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das h\u00e4tte sich Ernestine Friederike Elisabeth Courths geb. 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