{"id":494964,"date":"2025-10-13T08:47:13","date_gmt":"2025-10-13T08:47:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494964\/"},"modified":"2025-10-13T08:47:13","modified_gmt":"2025-10-13T08:47:13","slug":"tel-aviv-israel-nach-rueckkehr-der-geiseln-im-freudentaumel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494964\/","title":{"rendered":"Tel Aviv | Israel nach R\u00fcckkehr der Geiseln im Freudentaumel"},"content":{"rendered":"<p>Tel Aviv (dpa) &#8211; Auf dem \u00abPlatz der Geiseln\u00bb in Tel Aviv haben sich am Tag der Freilassung schon in den fr\u00fchen Morgenstunden Hunderte Menschen versammelt. Sie tragen Bilder der Geiseln und schwenken blau-wei\u00dfe israelische Flaggen. \u00abIch bin schon seit gestern Abend hier, ich bin extra aus Haifa gekommen\u00bb, erz\u00e4hlt der 37-j\u00e4hrige Daniel Colodro, der in eine Fahne geh\u00fcllt ist. \u00abDas ist ein historischer Tag, deshalb wollte ich hier vor Ort sein\u00bb, sagt der Einwanderer aus Chile. \u00abWir haben zwei Jahre lang darauf gewartet, deshalb wollte ich dies mit all den Menschen hier erleben. Endlich k\u00f6nnen wir durchatmen.\u00bb<\/p>\n<p>Ausbruch der Freude nach ersten Freilassungen<\/p>\n<p>Nach der Freilassung der ersten Geiseln am Morgen bricht auf dem Platz unb\u00e4ndiger Jubel aus. Im Fernsehen werden Bilder aus den H\u00e4usern der Angeh\u00f6rigen \u00fcbertragen, die mit gro\u00dfer Freude und Erleichterung auf die R\u00fcckkehr ihrer Liebsten nach 738 Tagen brutaler Geiselhaft reagieren. \u00abWir sind alle unglaublich bewegt\u00bb, sagt Danielle Aloni, die selbst Geisel der Hamas war. Sie ist die Schw\u00e4gerin von David Cunio, einem der insgesamt 20 noch lebenden Geiseln. \u00abEin Traum ist in Erf\u00fcllung gegangen, es ist unbeschreiblich\u00bb, sagt sie dem israelischen TV-Sender N12.\u00a0<\/p>\n<p>Israelis sind Trump dankbar<\/p>\n<p>Auf dem Platz in Tel Aviv ist die gro\u00dfe Dankbarkeit gegen\u00fcber US-Pr\u00e4sident Donald Trump sp\u00fcrbar, der Israel und die islamistische Terrororganisation Hamas dazu bewegt hat, nach zwei Jahren des verheerenden Krieges endlich einer Waffenruhe zuzustimmen. Ein Mann zieht einen Einkaufswagen voller amerikanischer Flaggen \u00fcber den Platz, die er dort verkauft. Laut TV-Berichten \u00fcberflog Trumps Flugzeug den Platz vor seiner Landung in Israel.\u00a0<\/p>\n<p>An dem Schicksal der Geiseln, die w\u00e4hrend des beispiellosen Massakers der Hamas am 7. Oktober 2023 verschleppt worden waren, hat ganz Israel emotional tief Anteil genommen. Nach der Mitteilung \u00fcber die bevorstehende Freilassung waren selbst hartgesottene TV-Moderatoren in Tr\u00e4nen ausgebrochen.\u00a0<\/p>\n<p>Als besonders symbolisch gilt, dass die Geiseln, die bei dem v\u00f6llig \u00fcberraschend kommenden Angriff vor zwei Jahren am j\u00fcdischen Feiertag Simchat Tora (Freude der Tora) entf\u00fchrt worden waren, nun wieder an demselben Feiertag freigekommen sind.\u00a0<\/p>\n<p>Auf dem Platz der Geiseln h\u00e4ngen an gelben B\u00e4ndern Hunderte von Briefen, die B\u00fcrger den Geiseln geschrieben haben. \u00abWas f\u00fcr eine Freude, dass Ihr wieder nach Hause kommt\u00bb, steht in krakeliger Kinderschrift in einem davon.\u00a0<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde sollen Freigelassenen helfen<\/p>\n<p>Die Familien der Geiseln haben f\u00fcr ihre R\u00fcckkehr nach Israel pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde vorbereitet, um den \u00dcbergang zu erleichtern. Das f\u00fcr die Geisel Matan Angrest vorbereitete Zimmer im Krankenhaus ist etwa mit Insignien von Maccabi Haifa geschm\u00fcckt &#8211; seinem liebsten Fu\u00dfballclub.\u00a0<\/p>\n<p>Die Mutter von Elkana Bohbot erz\u00e4hlte, man habe sie auf mindestens f\u00fcnf Tage im Krankenhaus nach der Freilassung ihres Sohnes vorbereitet. \u00abAber es gibt Dinge, die man nicht vorbereiten kann.\u00bb Stattdessen m\u00fcsse man dem Herzen folgen, sagt sie.\u00a0<\/p>\n<p>Sorge vor gesundheitlichen und psychischen Folgen<\/p>\n<p>Die Freude ist gro\u00df, aber nicht ungetr\u00fcbt. Medizinische Experten warnten etwa vor einer \u00dcberern\u00e4hrung der Geiseln, die sehr lange unter Hunger gelitten hatten, kurz vor der Freilassung durch die Hamas. Es drohe das sogenannte \u00abRefeeding-Syndrom\u00bb &#8211; bei dem der Organismus durch zu viel Nahrung in kurzer Zeit \u00fcberlastet werden k\u00f6nne.\u00a0<\/p>\n<p>Professor Itai Pesach vom Schiba-Krankenhaus, in dem einige der Freigelassenen aufgenommen werden sollten, sagte: \u00abWir sind auf jede medizinische und menschliche Lage vorbereitet. Das Wichtigste ist, dass sie wieder zur\u00fcckkommen.\u00bb Man habe der Hamas \u00fcber das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) die Bitte \u00fcbermittelt, die Geiseln in den Tagen vor ihrer Freilassung nicht pl\u00f6tzlich zu \u00abm\u00e4sten\u00bb. Von den Terrorgruppen ver\u00f6ffentlichte Videos von Geiseln, die bis auf die Knochen abgemagert waren, hatten im Sommer in Israel f\u00fcr tiefe Verst\u00f6rung gesorgt.\u00a0<\/p>\n<p>Auch die massiven psychologischen Folgen des Traumas auf f\u00fcr die Freigelassenen d\u00fcrfen nicht untersch\u00e4tzt werden. Zuletzt hatte sich ein \u00dcberlebender des Nova-Musikfestivals das Leben genommen &#8211; zwei Jahre nach seiner Rettung.\u00a0<\/p>\n<p>Hunger nach menschlicher W\u00e4rme<\/p>\n<p>Die ehemalige Geisel Omer Schem Tov erz\u00e4hlte dem Sender N12 von den ersten Momenten nach seiner Freilassung. Er war bei der letzten Waffenruhe zu Jahresbeginn freigekommen. \u00abIch war 450 Tage lang allein\u00bb, sagt er. Er sei hungrig nach menschlicher W\u00e4rme und k\u00f6rperlicher N\u00e4he gewesen. Eine israelische Offizierin sei damals die Erste gewesen, die ihn in die Arme genommen habe. \u00abDiese Umarmung werde ich mein Leben lang nicht vergessen.\u00bb<\/p>\n<p>Proteste sollen erst nach \u00dcbergabe aller Leichen enden<\/p>\n<p>Doch es gibt auch Familien, deren entf\u00fchrte Angeh\u00f6rige nicht lebend zur\u00fcckkommen werden. Teil der Vereinbarung ist auch die \u00dcbergabe von 28 Leichen. Die gr\u00f6\u00dfte Sorge dieser Angeh\u00f6rigen ist es, dass die sterblichen \u00dcberreste ihrer Liebsten in den Tr\u00fcmmern des weitgehend zerst\u00f6rten Gazastreifens nie gefunden werden k\u00f6nnten. In diesem Fall ist vereinbart, dass ein internationaler Suchtrupp alles unternimmt, um auch die restlichen Leichen in dem K\u00fcstenstreifen zu finden und zu bergen.\u00a0<\/p>\n<p>Bis dann sollen auch die Proteste auf dem Platz der Geiseln weitergehen. \u00abAlle m\u00fcssen zur\u00fcckgebracht werden &#8211; die Toten und die Lebenden\u00bb, fordert Daniel Colodro. \u00abWir k\u00f6nnen jetzt nicht aufh\u00f6ren.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tel Aviv (dpa) &#8211; Auf dem \u00abPlatz der Geiseln\u00bb in Tel Aviv haben sich am Tag der Freilassung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":494965,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[1605,3364,29,30,411,8221,4046,6000,1209,40001],"class_list":{"0":"post-494964","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-bielefeld","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-israel","13":"tag-konflikte","14":"tag-krieg","15":"tag-nahost","16":"tag-nordrhein-westfalen","17":"tag-palaestinensische-gebiete"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115365992525327397","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494964","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=494964"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494964\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/494965"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=494964"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=494964"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=494964"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}