{"id":494998,"date":"2025-10-13T09:06:13","date_gmt":"2025-10-13T09:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494998\/"},"modified":"2025-10-13T09:06:13","modified_gmt":"2025-10-13T09:06:13","slug":"ludwig-erhard-initiativkreis-ludwig-erhard-preis-zum-22-mal-verliehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/494998\/","title":{"rendered":"Ludwig-Erhard-Initiativkreis: Ludwig-Erhard-Preis zum 22. Mal verliehen"},"content":{"rendered":"<p><b>F\u00dcRTH (pm\/ak) \u2013 Vor \u00fcber 400 G\u00e4sten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat der Ludwig-Erhard-Initiativkreis zum 22. Mal den nach dem in F\u00fcrth geborenen, ehemaligen Bundeskanzler und Bundeswirtschaftsminister benannten Preis verliehen. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung ging dabei in diesem Jahr an Dr. Stefan Weik, Professor f\u00fcr private Kapitalm\u00e4rkte an der Universit\u00e4t St. Gallen. <\/b><\/p>\n<p>Unter der Rekordzahl von 21 eingereichten Bewerbungen, darunter Arbeiten aus Cambridge, Bern und Wien, hatte Weik die Jury mit seiner Dissertation \u201eAufs\u00e4tze zu Finance und Entrepeneurship in einer globalen Venture Capital Landschaft\u201c \u00fcberzeugt. Festrednerin im F\u00fcrther Stadttheater war Dr. Dorothee B\u00e4r, Bundesministerin f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt.<\/p>\n<p>Warum kommen fast alle der wertvollsten Unternehmen der Welt aus den USA und keines davon aus Europa? Und ist es tats\u00e4chlich so, dass auch noch die besten europ\u00e4ischen Start-Ups, wie viele behaupten, in die USA abwandern? Zwei der zentralen Fragen, die Dr. Stefan Weik in seiner Doktorarbeit erforscht hat. Daf\u00fcr hatte er die Entwicklung von rund 11.000 europ\u00e4ischen Start-Ups eingehend untersucht. Er konnte dabei einen direkten Zusammenhang zwischen der Verf\u00fcgbarkeit von Venture Capital und der Wahrscheinlichkeit einer Abwanderung in die Vereinigten Staaten nachweisen. \u201eDas hei\u00dft also, mit besseren lokalen Finanzierungsbedingungen k\u00f6nnten wir sehr viel mehr Innovation in Europa erhalten\u201c, schlie\u00dft der Preistr\u00e4ger. Daf\u00fcr bed\u00fcrfe es einer positiveren Wahrnehmung von Investments, ein m\u00f6gliches Scheitern d\u00fcrfe nicht als Makel angesehen werden. In den USA existiere in dieser Hinsicht eine deutlich andere Unternehmerkultur. Schon alleine das deutsche \u00c4quivalent f\u00fcr Venture Capital, Risikokapital, sei leider negativ konnotiert.<\/p>\n<p>In ihrer Festrede hatte Bundesministerin Dr. Dorothee B\u00e4r zuvor f\u00fcr einen \u201epsychologischen Schub a la Ludwig Erhard\u201c geworben. Nach zwei Jahren Rezession in der Bundesrepublik und einem Europa, das wieder seine Freiheit verteidigen m\u00fcsse, befinde man sich nat\u00fcrlich in keiner mit mit der Nachkriegszeit vergleichbaren Situation, als Erhard zum Vater des Wirtschaftswunders wurde. Doch wie damals \u201ek\u00f6nnen wir unser Leben selbst in die Hand nehmen\u201c, so B\u00e4r, \u201ewir haben das Zeug dazu, Optimismus zu entfachen.\u201c Ein Schl\u00fcssel dazu sei der Dreiklang Forschung, Wohlstand, Sicherheit. Womit sich dann ein wenig der Kreis zum diesj\u00e4hrigen Tr\u00e4ger des Ludwig-Erhard-Kreises schloss. Dass man die Ergebnisse der hierzulande betriebenen Grundlagenforschung st\u00e4rker monetarisiere, d\u00fcrfe nicht mit Scham besetzt sein, mahnte die Ministerin. Genau die F\u00f6rderung dieses Transfergedankens werde im Fokus der Bundesregierung bleiben, versicherte sie.<\/p>\n<p>Auch F\u00fcrths Oberb\u00fcrgermeister Thomas Jung bezog sich in seinem Gru\u00dfwort auf den gro\u00dfen Sohn der Stadt. \u201eMa\u00df halten\u201c, wie es Ludwig Erhard einforderte, m\u00fcsse wieder im Zentrum der Politik stehen. W\u00e4hrend F\u00fcrth dies seit Jahren beherzige, so Jung, bereite es ihm Sorge, dass auf anderen politischen Ebenen viele neue Schulden gemacht werden. \u201eLudwig Erhard w\u00fcrde sich dar\u00fcber nicht freuen.\u201c Zuvor hatte bereits Evi Kurz, die Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises, \u00e4hnlich argumentiert. Um Erhards Soziale Marktwirtschaft zu erhalten seien wichtige Reformen des Sozialstaats von N\u00f6ten. \u201eDer Standort Deutschland ist schlicht zu teuer und vor allem \u00fcberreguliert\u201c, so Kurz. Unternehmen wanderten vermehrt ab, wenngleich keiner gerne gehe. \u201eWir m\u00fcssen wieder innovativer werden und ein Land der Spitzenforschung\u201c, fordert sie.<\/p>\n<p>Der Ludwig-Erhard-Preis wird seit 2003 als Anerkennung an frisch promovierte Wissenschaftler verliehen, die in ihren Arbeiten Praxisn\u00e4he und Realisierbarkeit sowie einen bedeutenden Nutzen f\u00fcr Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt in den Fokus r\u00fccken. Mit 21 Frauen und M\u00e4nnern haben sich in diesen Jahr so viele Forschende wie nie zuvor um den Preis beworben \u2013 einige davon aus dem Ausland, etwa von den Universit\u00e4ten Cambridge, Wien und Bern. Man sei stolz, den Ludwig-Erhard-Preis und die dahinter stehenden Gedanken somit \u00fcber Bayern hinaus bekannter gemacht zu haben, freute sich der Betreuer des Preises beim Initiativkreis, Professor Dr. Stefan H\u00e4hnel. Neben dem diesj\u00e4hrigen Preistr\u00e4ger Dr. Stefan Weik, hatte die Jury Dr. Mirjam Streeb und Dr. Sascha Julian Oks nominiert. F\u00fcr ihre Forschungen &#8211; \u201eZum Verst\u00e4ndnis der Bedeutung, Dynamik und Ambivalenz unternehmerischer Leidenschaft\u201c beziehungsweise \u201eIndustrielle cyber-physische Systeme: Industrie 4.0 von der Vision zur Anwendung\u201c) &#8211; erhielten beide jeweils ein Preisgeld in H\u00f6he von 1000 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00dcRTH (pm\/ak) \u2013 Vor \u00fcber 400 G\u00e4sten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat der Ludwig-Erhard-Initiativkreis zum 22. 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