{"id":495329,"date":"2025-10-13T12:08:15","date_gmt":"2025-10-13T12:08:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/495329\/"},"modified":"2025-10-13T12:08:15","modified_gmt":"2025-10-13T12:08:15","slug":"freie-plaetze-in-kitas-in-frankfurt-sinken-die-kinderzahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/495329\/","title":{"rendered":"Freie Pl\u00e4tze in Kitas: In Frankfurt sinken die Kinderzahlen"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Krabbelstube \u201eH\u00fcgelh\u00fcpfer\u201c im Frankfurter Stadtteil  Eschersheim hat rote Zettel ins Fenster geh\u00e4ngt: \u201eWir haben freie Pl\u00e4tze\u201c. Der Krippe \u201eDeborah\u201c in Ginnheim geht es genauso. Und die Kita \u201eDon Bosco\u201c zwischen Nordend und Dornbusch kann ebenfalls noch Kinder aufnehmen. In den n\u00f6rdlichen Frankfurter Stadtteilen gibt es immer mehr Betreuungseinrichtungen f\u00fcr die Altersgruppe \u201eU3\u201c, also Krippen und Krabbelstuben f\u00fcr Kleinkinder bis zum dritten Geburtstag, die nicht mehr wie bisher nach Erziehern, sondern nach Kindern suchen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die geburtenschwachen Jahrg\u00e4nge in Frankfurt haben die Betreuungseinrichtungen erreicht. Das best\u00e4tigen mehrere Tr\u00e4ger auf Anfrage. Annett Werner leitet die Abteilung Kita beim Caritasverband. In einzelnen Stadtteilen sei der Geburtenr\u00fcckgang sp\u00fcrbar, sagt sie. Die Entwicklung habe sich schon im vergangenen Jahr bei den Tr\u00e4gern abgezeichnet. \u201eWir haben eine \u00dcberversorgung in einzelnen Stadtteilen, vor allem in den n\u00f6rdlichen Regionen.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Christian Strickstrock, der den gro\u00dfen Kitatr\u00e4ger BVZ leitet, pflichtet ihr bei: \u201eDie Kinderzahlen sind r\u00fcckl\u00e4ufig.\u201c In den Krabbelstuben und Krippen f\u00fcr die ganz Kleinen sei das besonders deutlich erkennbar. Aber sogar bei den Dreij\u00e4hrigen \u2013 also im ersten Kindergartenjahr \u2013 komme diese Entwicklung schon an.<\/p>\n<p>Nachfrage ist bisher nur in geringem Umfang zur\u00fcckgegangen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Stadt Frankfurt treibt den Ausbau der Betreuungseinrichtungen seit Jahren voran. Ein kontinuierlicher Platzausbau f\u00fcr alle Altersgruppen \u2013 Kinder unter drei Jahren, Kindergartenkinder und Grundschulkinder \u2013 habe dazu gef\u00fchrt, dass in Frankfurt inzwischen in fast allen Stadtteilen ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot vorgehalten werden k\u00f6nne, teilt das Bildungsdezernat auf Anfrage mit. Gleichzeitig sei eine r\u00fcckl\u00e4ufige Bev\u00f6lkerungszahl in den Altersgruppen der unter Dreij\u00e4hrigen und Kindergartenkinder zu beobachten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das liegt an den sinkenden Geburtenzahlen. 2017 wurden in Frankfurt noch 9003 Kinder geboren. Die Geburtenzahl blieb jahrelang auf einem \u00e4hnlich hohen Niveau, sank dann jedoch abrupt: 2023 kamen nur noch 6737 Kinder zur Welt, 2024 waren es 7341. Diese Jahrg\u00e4nge kommen nun in den <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Kita\" data-rtr-id=\"86625d57cb7263bd584582d8866454b0fe964b7e\" data-rtr-score=\"45.049475955610355\" data-rtr-etype=\"keyword\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/kita\" title=\"Kita\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kitas<\/a> an. Zwischen 2019 und 2024 ist die Zahl der unter Dreij\u00e4hrigen in Frankfurt um fast 4000 Kinder gesunken. Aufs Jahr bezogen, bedeutet das einen R\u00fcckgang um rund 800 Kinder. Dabei handele es sich um ein stadtweites Ph\u00e4nomen, das im bundesweiten Trend liege, antwortet das Bildungsdezernat. \u201ePerspektivisch wird sich diese Bev\u00f6lkerungsentwicklung auf die Nachfrage und Inanspruchnahme von Betreuungsangeboten auswirken.\u201c Bisher sei die Nachfrage aber nur in geringem Umfang zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Doch f\u00fcr viele Kitas ist das schon sp\u00fcrbar. Weil l\u00e4ngst nicht alle Eltern in der Altersgruppe U3 ein Betreuungsangebot in Anspruch nehmen, gilt der Bedarf schon bei einer Versorgungsquote von 50 Prozent als gedeckt. Durch den Platzausbau bei gleichzeitig r\u00fcckl\u00e4ufigen Kinderzahlen betrage die Versorgungsquote f\u00fcr die Altersgruppe der unter Dreij\u00e4hrigen in Frankfurt inzwischen 58,1 Prozent, teilt die Stadt mit. Und mit einer Versorgungsquote von 100,5 Prozent sei auch das Ziel f\u00fcr Kindergartenkinder bereits \u00fcbererf\u00fcllt.<\/p>\n<p>\u201eDas Ph\u00e4nomen ist auf einzelne Stadtteile bezogen, dort aber zum Teil heftig\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zwar w\u00e4chst die Bev\u00f6lkerung immer noch. Aber vor allem in Altersgruppen, in denen die Menschen \u2013 noch \u2013 keine Kinder bekommen. Das Amt f\u00fcr Statistik hat die Wanderungsbilanz nach Altersgruppen differenziert. Seit 2022 \u00fcbertreffen die Zuz\u00fcge die Wegz\u00fcge nur in zwei Altersgruppen, und zwar zwischen 15 und 24 Jahren und zwischen 25 und 34 Jahren. Vor allem die Berufsanf\u00e4nger kommen also nach Frankfurt. In den j\u00fcngeren und \u00e4lteren Altersgruppen ist die Wanderungsbilanz negativ: Den st\u00e4rksten R\u00fcckgang in der Bev\u00f6lkerung erlebt Frankfurt in der Altersgruppe zwischen 35 bis 44 Jahren. In der Phase, in der die Menschen traditionell eine Familie gr\u00fcnden, verlassen besonders viele die Stadt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Allerdings gibt es gro\u00dfe Unterschiede zwischen den Stadtteilen. Eine Kitaleiterin berichtet, dass in Bockenheim viele Kinder auf der Warteliste st\u00fcnden, w\u00e4hrend in Ginnheim erwogen werde, Gruppen zusammenzulegen oder sogar zu schlie\u00dfen. Besonders krass ist die Entwicklung in ehemaligen Neubaugebieten wie dem Riedberg und dort vor allem in Bauabschnitten, die als Erstes fertiggestellt wurden. Weil die Bewohner, die vor Jahren dorthin gezogen sind, die Phase der Familiengr\u00fcndung hinter sich haben, kommen kaum noch Kinder nach.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eEs gibt Teile vom Riedberg, in denen uns die Einrichtungen leerlaufen\u201c, berichtet Strickstrock vom BVZ. Noch handele es sich aber um ein lokales Ph\u00e4nomen, das beispielsweise auch f\u00fcr Eschersheim sowie Teile von Sachsenhausen und Oberrad, aber nicht f\u00fcr das gesamte Stadtgebiet gelte. Aber auch im Frankfurter Westen und in Bergen-Enkheim im Osten gingen die Kinderzahlen massiv zur\u00fcck. \u201eDas Ph\u00e4nomen ist auf einzelne Stadtteile bezogen, dort aber zum Teil heftig. Wir haben in manchen Stadtteilen eine erkennbare \u00dcberversorgung.\u201c<\/p>\n<p>Einige Eltern warten ab, bis die Betreuung kostenfrei wird<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Grund daf\u00fcr seien aber nicht nur die r\u00fcckl\u00e4ufigen Geburtenzahlen. \u201eJunge Familien ziehen aus Frankfurt weg, weil sie sich die teuren Wohnungen nicht mehr leisten k\u00f6nnen\u201c, sagt Strickstrock. Au\u00dferdem habe die Tatsache, dass die Stadt das letzte Krippenjahr beitragsfrei gestellt habe, zu einem unerw\u00fcnschten Nebeneffekt gef\u00fchrt. \u201eDas hat eine Lenkungsfunktion\u201c, sagt Strickstrock. Einige Eltern warteten n\u00e4mlich ab, bis die Betreuung kostenfrei wird, und schickten ihre Kinder erst mit zwei Jahren in die Krippe. Viele Eltern seien auch die hohen Ausf\u00e4lle in der Kinderbetreuung und die unzuverl\u00e4ssigen \u00d6ffnungszeiten vieler Krippen leid und entschieden sich f\u00fcr eine Tagesmutter, oder ein Elternteil bleibe gleich zu Hause.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Evangelische Regionalverband, Tr\u00e4ger von 119 Kinder- und Tageseinrichtungen in Frankfurt und Offenbach, best\u00e4tigt: \u201eDie geburtenschwachen Jahrg\u00e4nge sind in den Krippen angekommen, aber neben den demographischen Schwankungen spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle. So wurde zum 1. Juli 2023 die Beitragsfreiheit auf den zweiten Geburtstag des Kindes heraufgesetzt. Einige Familien \u00fcberbr\u00fccken die Zeit bis zur Beitragsfreistellung beispielsweise mit flexiblen Homeoffice-M\u00f6glichkeiten. Aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten ziehen Familien auch vermehrt ins Umland.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Einige Tr\u00e4ger geben auch dem neu aufgelegten Anmeldesystem Kindernet, \u00fcber das in Frankfurt Betreuungspl\u00e4tze vergeben werden, eine Mitschuld an der Entwicklung. Einige Einrichtungen leiden darunter, dass den Eltern dort vor allem nahegelegene Einrichtungen angezeigt werden und beispielsweise nicht mehr solche, die auf dem Weg zur Arbeit liegen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wie reagieren die Tr\u00e4ger auf diese Entwicklung? \u201eWir schlie\u00dfen einzelne Gruppen komplett\u201c, sagt Strickstrock. Zum Teil k\u00f6nne man das Personal verschieben und in anderen, unterbesetzten Einrichtungen einsetzen. \u201eEs entspannt den Fachkr\u00e4ftemangel, aber l\u00f6st ihn nicht\u201c, sagt er. \u00c4hnlich sieht das auch der Evangelische Regionalverband. \u201eDer Fachkr\u00e4ftemangel ist immer noch Thema. Die Entlastung durch weniger belegte Pl\u00e4tze bringt nur lokal vereinzelt eine leichte Entspannung.\u201c Das Bildungsdezernat meint: Trotz ver\u00e4nderter Bev\u00f6lkerungszahlen bleibe der Fachkraftmangel in der Kindertagesbetreuung angesichts der demographischen Entwicklung eine gro\u00dfe Herausforderung.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Drohen also in Frankfurt keine Verh\u00e4ltnisse wie in Th\u00fcringen, wo Erzieher nach Arbeit suchen, weil die Kinder ausbleiben? Strickstrock winkt ab: \u201eDas sehe ich im Ballungsraum nicht.\u201c Au\u00dferdem k\u00f6nne sich die Entwicklung auch wieder drehen: \u201eWenn wieder bezahlbare Wohnungen zur Verf\u00fcgung stehen, kann es wieder in die andere Richtung gehen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Krabbelstube \u201eH\u00fcgelh\u00fcpfer\u201c im Frankfurter Stadtteil Eschersheim hat rote Zettel ins Fenster geh\u00e4ngt: \u201eWir haben freie Pl\u00e4tze\u201c. 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