{"id":495568,"date":"2025-10-13T14:21:12","date_gmt":"2025-10-13T14:21:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/495568\/"},"modified":"2025-10-13T14:21:12","modified_gmt":"2025-10-13T14:21:12","slug":"warum-die-usa-jetzt-eier-mit-flammenwerfern-garen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/495568\/","title":{"rendered":"Warum die USA jetzt Eier mit Flammenwerfern garen"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Zwischen Anfang September und Anfang Oktober 2025 haben US-Streitkr\u00e4fte in der Karibik <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/us\/us-creating-new-counter-narcotics-task-force-its-southern-command-hegseth-says-2025-10-10\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mindestens vier Boote beschossen und versenkt<\/a>, die laut US-Regierung Drogen von Venezuela in Richtung Norden schmuggelten. Dabei kamen mindestens 21 Menschen ums Leben. Beweise f\u00fcr die Ladung oder die Identit\u00e4t der Get\u00f6teten legte die US-Regierung bisher nicht vor.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Donald Trump erkl\u00e4rte, die USA bef\u00e4nden sich in einem \u201enicht-internationalen bewaffneten Konflikt\u201c mit Drogenkartellen. Sein Verteidigungsminister Pete Hegseth sprach von einem Schlag gegen \u201evenezolanische Terroristen\u201c. Doch die Rechtsgrundlage ist umstritten.<\/p>\n<p>Venezolanische Kartelle werden Terroristen<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Angriffe sind Teil einer breiteren Neuausrichtung der US-Politik gegen\u00fcber Lateinamerika. Bereits Anfang 2025 hatte Trump mehrere Kartelle, darunter die venezolanische Bande \u201eTren de Aragua\u201c, zu Terrororganisationen erkl\u00e4rt. Eine neue Einsatztruppe unter dem Regionalkommando SOUTHCOM soll den Drogenschmuggel eind\u00e4mmen \u2013 notfalls mit Waffengewalt.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Beobachter sehen darin die Wiederbelebung der \u201eMonroe-Doktrin\u201c aus dem 19. Jahrhundert, als die USA Lateinamerika als ihren Hinterhof betrachteten. Auch jetzt gehe es Washington darum, den wachsenden Einfluss Chinas in der Region zur\u00fcckzudr\u00e4ngen, sagt etwa die Lateinamerika-Expertin Jana Lipman.<\/p>\n<p>Eskalation im Machtkampf mit Caracas<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der Konflikt mit Venezuela schwelt seit Jahren. Die USA erkennen Pr\u00e4sident Maduro nicht an und beschuldigen ihn, in Drogengesch\u00e4fte verwickelt zu sein. 2020 erhob das US-Justizministerium Anklage gegen ihn. Maduro weist die Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Doch warum eskaliert der Streit ausgerechnet jetzt? Laut vertraulichen Dokumenten, die der New York Times vorliegen, hatte Maduros Regierung Washington noch im Fr\u00fchjahr weitreichende Zugest\u00e4ndnisse angeboten, um eine Ann\u00e4herung zu erreichen &#8211; darunter \u00d6ldeals f\u00fcr US-Firmen und eine Abkehr von China und Russland. Doch US-Au\u00dfenminister Marco Rubio, ein scharfer Maduro-Gegner, soll auf Konfrontation gedr\u00e4ngt haben.<\/p>\n<p>Trump und die Grenzen des V\u00f6lkerrechts<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Mit den Bootsangriffen testet die US-Regierung nun offenbar die Grenzen des V\u00f6lkerrechts aus. <a href=\"https:\/\/apnews.com\/article\/8140116d45a1b12228fd5aa82285de82\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Venezuela hat den UN-Sicherheitsrat angerufen<\/a>. Menschenrechtsorganisationen verurteilen die Attacken als illegale Hinrichtungen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Unklar ist, ob Washington auch Ziele an Land ins Visier nimmt. Offiziell schlie\u00dft die Regierung das nicht aus. Die milit\u00e4rische Pr\u00e4senz in der Karibik wurde massiv verst\u00e4rkt. Auf St\u00fctzpunkten in Puerto Rico sind inzwischen 5500 US-Soldaten stationiert, dazu kommen Kriegsschiffe und U-Boote.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">F\u00fcr die Anrainerstaaten ist das ein Alarmsignal. Fischer aus Trinidad und Tobago berichten bereits von Angst und Einkommensverlusten. Regionalpolitiker warnen vor einer Eskalation. \u201eDas k\u00f6nnte au\u00dfer Kontrolle geraten\u201c, sagt Ralph Gonsalves, Regierungschef von St. Vincent und den Grenadinen.<\/p>\n<p>Kritik in UN-Kongress an Angriffen vor Venezuela<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Doch in den USA rumort es ebenfalls. Demokraten im Kongress verlangen Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Rechtsgrundlage der Angriffe und die Beweise gegen die Get\u00f6teten. Bisher h\u00fcllt sich die Regierung in Schweigen. Auch eine schl\u00fcssige Strategie f\u00fcr die \u201eR\u00fcckkehr in die westliche Hemisph\u00e4re\u201c, wie Trump es nennt, ist nicht erkennbar.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Stattdessen wachsen die Spannungen. Am Mittwoch teilte Kolumbiens Pr\u00e4sident Gustavo Petro mit, bei dem j\u00fcngsten US-Angriff seien auch Kolumbianer get\u00f6tet worden. Damit ger\u00e4t Washington auch mit einem engen Verb\u00fcndeten in Konflikt. Beobachter f\u00fcrchten, dass sich die Region weiter polarisiert &#8211; und die eigentlichen Probleme wie Armut und Korruption aus dem Blick geraten.<\/p>\n<p>Zweifel an Wirksamkeit gegen Drogenschmuggel<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Experten bezweifeln zudem, dass Trumps Vorgehen den Drogenschmuggel eind\u00e4mmen wird. Die weitaus meisten Drogen gelangen \u00fcber den Pazifik und Mexiko in die USA, nicht \u00fcber Venezuela und die Karibik. Das hochgef\u00e4hrliche Opioid Fentanyl wird fast ausschlie\u00dflich in Mexiko hergestellt &#8211; mit Chemikalien aus China.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">\u201eDas ist, als w\u00fcrde man mit einem Flammenwerfer ein Ei kochen\u201c, sagt der Ex-Diplomat James Story \u00fcber die Bootsangriffe. Selbst wenn einige Schmuggler ausgeschaltet w\u00fcrden, f\u00e4nden die Kartelle neue Wege und Mittelsm\u00e4nner.<\/p>\n<p>Leidtragende: Venezuelas Bev\u00f6lkerung<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Derweil leidet die venezolanische Bev\u00f6lkerung unter der Wirtschaftskrise und US-Sanktionen. Mehr als sechs Millionen Menschen sind bereits geflohen. Trumps Politik droht die Not weiter zu versch\u00e4rfen \u2013 und die Fluchtbewegung anzuheizen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Am Ende k\u00f6nnte sich Washingtons Konfrontationskurs als kontraproduktiv erweisen. Maduro sitzt fester im Sattel denn je und genie\u00dft die R\u00fcckendeckung Moskaus und Pekings. In weiten Teilen Lateinamerikas gelten die USA nicht mehr als Partner, sondern als Hegemon. Eine echte L\u00f6sung f\u00fcr die Probleme der Region ist nicht in Sicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwischen Anfang September und Anfang Oktober 2025 haben US-Streitkr\u00e4fte in der Karibik mindestens vier Boote beschossen und versenkt,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":495569,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-495568","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115367305836528988","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/495568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=495568"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/495568\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/495569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=495568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=495568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=495568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}