{"id":496613,"date":"2025-10-13T23:49:19","date_gmt":"2025-10-13T23:49:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/496613\/"},"modified":"2025-10-13T23:49:19","modified_gmt":"2025-10-13T23:49:19","slug":"klimalogik-statt-zollspirale-europas-stahlpolitik-braucht-augenmass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/496613\/","title":{"rendered":"Klimalogik statt Zollspirale: Europas Stahlpolitik braucht Augenma\u00df"},"content":{"rendered":"<p class=\"expressive-copy-lg-body\"><strong>50 Prozent Strafzoll auf Stahlimporte &#8211; sch\u00fctzt das Europas Industrie oder gef\u00e4hrdet es sie? Der neue EU-Schirm gegen CO2-Dumping soll heimische Produzenten st\u00e4rken, k\u00f6nnte aber ganze Wertsch\u00f6pfungsketten belasten. Warum Europas Stahlpolitik jetzt mehr Klimalogik statt Zollreflex braucht, erkl\u00e4rt Jan H\u00e4mer, Industrieexperte der globalen Strategieberatung Simon-Kucher.<\/strong><\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">K\u00fcnftig soll oberhalb der Importkontingente ein Zoll von 50 Prozent statt bisher 25 Prozent gelten, w\u00e4hrend das zollfreie Einfuhrvolumen um fast die H\u00e4lfte reduziert wird. Kurzfristig bedeutet dies h\u00f6here Kosten und geringere Planungssicherheit &#8211; besonders f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Industrien.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Denn: Die Vergabe der Importkontingente nach dem Prinzip first come, first serve bevorzugt gro\u00dfe Handelsh\u00e4user und Konzerne mit fixen Liefervertr\u00e4gen. Mittelst\u00e4ndische Verarbeiter laufen Gefahr, erst nach Aussch\u00f6pfung der Quoten zu beschaffen &#8211; und zahlen dann den vollen Zoll.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\"><strong>Stahlz\u00f6lle treffen das R\u00fcckgrat der europ\u00e4ischen Wertsch\u00f6pfungsketten<\/strong><\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Gerade diese Unternehmen bilden aber das R\u00fcckgrat europ\u00e4ischer Wertsch\u00f6pfungsketten: Automobil-Zulieferer, Maschinenbauer, Anlagenbauer. Steigende Input-Kosten engen Margen ein, mindern Investitions-Spielr\u00e4ume und gef\u00e4hrden Wettbewerbsf\u00e4higkeit auf internationalen M\u00e4rkten. Der Zoll ist damit kein Null-summenspiel zwischen Produzenten und Handel, sondern trifft jene, die Europas industrielle St\u00e4rke tragen.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">F\u00fcr die Stahlhersteller ist die Ma\u00dfnahme ein zweischneidiges Schwert. Der Fokus auf Premiumg\u00fcten reicht langfristig nicht aus, um Hoch\u00f6fen und Fl\u00fcssigphase auszulasten. Europas Produktionsbasis ist gr\u00f6\u00dfer als die heimische Nachfrage, gleichzeitig fehlen Margen in der Brammenproduktion. Strukturell wird es zu einer Bereinigung kommen m\u00fcssen &#8211; nur die emissions\u00e4rmsten und effizientesten Anlagen werden Bestand haben.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\"><strong>Zoll sch\u00fctzt pauschal statt gezielt<\/strong><\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Kurzfristig kann der Zoll Stabilit\u00e4t schaffen und Investitionen in CO2-arme Produktionsverfahren erleichtern. Doch er birgt das Risiko, notwendige Anpassungen zu verz\u00f6gern, wenn unrentable Kapazit\u00e4ten k\u00fcnstlich am Markt gehalten werden. Der Mechanismus unterscheidet nach Produktgruppen, nicht nach Klimaperformance &#8211; er sch\u00fctzt pauschal statt gezielt. Und das ist hochproblematisch!<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Denn: Nachhaltige Wettbewerbsf\u00e4higkeit entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch Effizienz und klare Investitionslogik. Der Schutzmechanismus darf kein Ersatz f\u00fcr Reformen sein, er muss Transformation f\u00f6rdern:<\/p>\n<ul class=\"[[data-group=summary]_&amp;]:my-0 my-10 [h3+&amp;]:mt-0 expressive-copy-lg\">\n<li>CBAM statt Zollmauern: Klimaz\u00f6lle schaffen Fairness ohne Abschottung.<\/li>\n<li>Energie &amp; F\u00f6rderung: Wettbewerbsf\u00e4hige Rahmenbedingungen bringen Dekarbonisierung in Gang.<\/li>\n<li>Marktsog statt Mengensteuerung: \u00d6ffentliche Nachfrage sichert gr\u00fcnen Stahl &#8211; sei es durch Leitm\u00e4rkte in \u00f6ffentlichen Ausschreibungen oder durch die Anrechnung von gr\u00fcnem Stahl in Flottengrenzwerten der Automobilindustrie.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\"><strong>Jan H\u00e4mer <\/strong>ist Partner in der globalen &#8222;Chemicals &amp; Base Materials&#8220; Practice bei Simon-Kucher und verf\u00fcgt \u00fcber mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Beratung f\u00fchrender Unternehmen der Branche in Europa, dem Nahen Osten, China, Japan und Nordamerika. Entlang der Wertsch\u00f6pfungskette arbeitet er haupts\u00e4chlich f\u00fcr Hersteller, sowohl in wettbewerbsintensiven M\u00e4rkten (z. B. Zement und Zuschlagstoffe, D\u00fcngemittel und Industriemineralien, Bergbau- und Metall, Basischemikalien) als auch f\u00fcr spezialisiertere Produkte (z. B. Pflanzenschutz, Zusatzstoffe, Inhaltsstoffe und Spezialit\u00e4tenchemie) und der Chemiedistribution. Er ber\u00e4t zu den Auswirkungen des regulatorischen PUSH und des Kunden-PULL im Bereich nachhaltig-produzierter &#8222;Gr\u00fcner&#8220; Materialien, einschlie\u00dflich recycelter Rohstoffe oder biobasierter Alternativen.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\"><strong>Vertiefende Informationen in Form von Interviews sind auf Anfrage m\u00f6glich. <\/strong><\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">\u00dcber Simon-Kucher<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Simon-Kucher ist eine globale Unternehmensberatung mit mehr als 2.000 Mitarbeitenden in \u00fcber 30 L\u00e4ndern. Unser Fokus: &#8222;Unlocking Better Growth&#8220;. Wir helfen unseren Kunden, &#8222;besser&#8220; zu wachsen, indem wir jeden Aspekt ihrer Unternehmensstrategie optimieren, von Produkten und Preisen bis hin zu Innovation, Digitalisierung, Marketing und Vertrieb. Mit rund 40 Jahren Erfahrung in Monetarisierung und Pricing gelten wir als weltweit f\u00fchrend in den Bereichen Preisberatung und Unternehmenswachstum.<a href=\"https:\/\/www.simon-kucher.com\/de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">simon-kucher.com<\/a><\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">F\u00fcr R\u00fcckfragen und detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verf\u00fcgung: Linda\u00a0Katharina\u00a0Klein\u00a0(Communications\u00a0&amp;\u00a0Marketing\u00a0Manager) Tel: +49 173 5381929 E-Mail: linda.klein@simon-kucher.com<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Weiteres Material: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/78805\/6136505\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">www.presseportal.de<\/a> Quelle:            Simon &#8211; Kucher &amp; Partners<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"50 Prozent Strafzoll auf Stahlimporte &#8211; sch\u00fctzt das Europas Industrie oder gef\u00e4hrdet es sie? 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