{"id":49674,"date":"2025-04-21T14:16:10","date_gmt":"2025-04-21T14:16:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/49674\/"},"modified":"2025-04-21T14:16:10","modified_gmt":"2025-04-21T14:16:10","slug":"architekturpreis-einfamilienhaeuser-die-besten-einfachen-haeuser-europas-auch-von-stuttgarter-architekten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/49674\/","title":{"rendered":"Architekturpreis Einfamilienh\u00e4user: Die besten einfachen H\u00e4user Europas \u2013 auch von Stuttgarter Architekten"},"content":{"rendered":"<p>Drei\u00dfig der besten Einfamilienh\u00e4user Europas \u00fcberzeugen architektonisch und mit wenig technischem Aufwand \u2013 es sind H\u00e4user aus der Region Stuttgart und drumherum dabei.<\/p>\n<p>Das Einfachste ist oft das Schwierigste, hei\u00dft es. Insofern hatte die Jury f\u00fcr den Preis \u201eEinfach gute H\u00e4user\u201c eine denkbar anspruchsvolle Aufgabe. Sie hatte freilich weniger zu begutachten, wie die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Architektur\" title=\"Architektur\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Architektur<\/a>b\u00fcros und ihre Bauherrschaften es geschafft haben, trotz der nun gar nicht einfachen \u2013 3900 Baunormen zumindest in Deutschland \u2013 \u00fcberhaupt zum Bauen zu kommen, sondern wie einfach, smart und ohne \u00fcberbordenden Technikeinsatz einfach sehr gute Architektur entstanden ist. <\/p>\n<p>Wie ihre Auswahl f\u00fcr den H\u00e4user-Award 2025 gezeigt hat, sind Architektinnen und Architekten in Baden-W\u00fcrttemberg offenbar hervorragende Planer genau solcher H\u00e4user. Unter den 30 Siegerprojekten in ganz Europa sind drei Geb\u00e4ude aus der Region <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>, Schw\u00e4bisch Hall und Oberschwaben, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Der erste Preis indes ging nach Belgien an ein \u00e4sthetisch gewagtes <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Umbau\" title=\"Umbau\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umbau<\/a>projekt von AE-Architekten, Jan Baes und Petra Decouttere. Alle Ver\u00e4nderungen auch an der Fassade des Hauses aus den 1960er Jahren sind deutlich sichtbar, neu eingef\u00fcgte und gelb gl\u00e4nzende Ziegel im Mauerwerk etwa zeigen, wo einst ein Fenster sa\u00df. <\/p>\n<p>Stuttgarter Architekt baut historischen Hof um <\/p>\n<p>Im Inneren wurde der Grundriss deutlich ver\u00e4ndert und neu organisiert f\u00fcr gro\u00dfz\u00fcgige R\u00e4ume, doch so viel wie m\u00f6glich an Baumaterial sichtbar gelassen, auch die Rippendecke aus Beton. Die macht jetzt eine gute Figur zum gestalterischen Klassiker \u2013 Einbauten aus Eichenholz, der Behaglichkeit wegen.<\/p>\n<p>Auf Umbauten von in die Jahre gekommenen H\u00e4usern ist auch der<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.wohnen-auf-der-stuttgarter-halbhoehe-das-schwarze-haus.dfff540f-5f52-4ba6-b346-79e1347f6206.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Stuttgarter Architekt Thilo Holzer<\/a> spezialisiert. Er hat nun f\u00fcr eine f\u00fcnfk\u00f6pfige Familie im Landkreis B\u00f6blingen ein mehrfach umgebautes historisches Hofensemble von 1680 umgestaltet. Vieles an der Struktur war erhaltenswert, die 60 Zentimeter dicken W\u00e4nde beispielsweise, im oberen Geschoss allerdings fanden sich schadstoffhaltige Materialien, ein gro\u00dfer Teil des Stockwerks musste entfernt und neu aufgebaut werden. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/media.media.615cf14c-a77b-4bc4-9997-e419041dd5b6.original1024.media.jpeg\"\/>     Der Stuttgarter Architekt Thilo Holzer sanierte das historische Hofensemble in Grafenau.    Foto: holzerarchitekten.de \/Zooey Braun    <\/p>\n<p>Die Zeitschichten im Haus sind erhalten und sichtbar gemacht, etwa mit unverputzten Bruchsteinw\u00e4nden im ehemaligen Stall. Der ist aktuell ein Hobby- und Fitnessraum, zugleich ist dort die m\u00f6glich ver\u00e4nderte Nutzung mitgedacht: ohne viel Aufwand l\u00e4sst sich der Bereich in eine eigenst\u00e4ndige Wohnung umbauen und das Geb\u00e4ude in ein Zweifamilienhaus verwandeln.<\/p>\n<p>Ein Haus aus Leichtbeton in Biberach <\/p>\n<p>Dass das Einfache wirklich schwierig erreichbar sein kann und oft Mut zum Experiment erfordert, demonstriert aufs Beste die Architektin Inge Zalenga mit ihrem schon mehrfach ausgezeichneten Haus aus Infraleichtbeton, das auch in unserer Zeitung schon vorgestellt wurde.<\/p>\n<p>Sie realisierte auf engstem Raum in der Altstadt von Biberach ein monolitsch eindruckvolles Bauwerk mit dem innovativen Material, dessen Leichtigkeit unter anderem durch Zumischung von leichten Gesteinsk\u00f6rnungen wie Bl\u00e4hglas zum Zement entsteht, im Gegensatz zu Sand und Kies im Normalbeton. In diesen Materialien ist viel Luft eingeschlossen, wodurch der Beton nicht nur leicht, sondern auch noch deutlich w\u00e4rmed\u00e4mmender wird und zus\u00e4tzliches D\u00e4mmmaterial \u00fcberfl\u00fcssig macht. Wohnlich? Ist es auch sehr. <\/p>\n<p>Einige der 30 Projekte, die in Bettina Hintzes lesenswertem und mit vielen Bildern und Informationen best\u00fcckten Buch zur Auszeichnung \u201eEinfach gute H\u00e4user\u201c vorgestellt werden, besinnen sich hingegen auf ganz alte Traditionen: die Urh\u00fctte, ein All- oder Einraum, mit dem die Wohnarchitektur ja \u00fcberhaupt begonnen hat. Der zweite Preis etwa, das minimalistische Holzhaus von Bernardo Bader in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.vorbildliche-architektur-in-vorarlberg-moderne-holzhaeuser-in-bester-lage.25299505-f70f-40e7-b2a0-a3e992f59397.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vorarlberg<\/a>, ist davon inspiriert. <\/p>\n<p>Und auch ein Ferienhaus in einem 400-Seelen-Dorf im Landkreis Schw\u00e4bisch-Hall von dem Architekten Rolf Kl\u00e4rle beeindruckt mit einem imposant gro\u00dfz\u00fcgigen und luftigen Wohn-, Ess- und K\u00fcchenraum. Der Entwurf mit Satteldach orientiert sich an der l\u00e4ndlichen Bautradition. Dem schn\u00f6rkellosen Einfamilienhaus mit einem Kleid aus unbehandeltem L\u00e4rchenholz ist ein eingeschossiges Nebengeb\u00e4ude vorgelagert: eine sch\u00f6ne Idee, denn so entsteht ein sichtgesch\u00fctzter Innenhof als zus\u00e4tzlich nutzbarer Au\u00dfenbereich.<\/p>\n<p>Von etwas j\u00fcngerer Bautradition als der Urh\u00fctte inspiriert ist ein Elf-R\u00e4ume-Haus au\u00dferhalb von Berlin, entworfen von Laura und Philipp Luy f\u00fcr eine Familie: von der Gr\u00fcnderzeit n\u00e4mlich. Damals kamen die H\u00e4user ohne anspruchsvolle L\u00fcftungstechnik und Schall- und Trittschutzverordnungen aus, w\u00e4hrend die Architektur heute eben mit den extrem vielen Anforderungen zum aktuellen Stand der Technik zu k\u00e4mpfen hat, die ja auch heikle Haftungsfragen beinhalten.<\/p>\n<p>Freilich ist es auch Sache der Bauherrschaften, ob sie darauf bestehen und noch mehr der politischen Entscheider, das Bauen einfacher zu machen, manch sinnlose Vorschrift schlicht abzuschaffen. \u201eKein Tag, an dem nicht Architektinnen und Architekten deswegen von der Politik fordern die Anforderungen an Geb\u00e4ude von Schallschutz bis Brandschutz zu reduzieren\u201c, schreibt Anne Zuber, Chefredakteurin \u201eH\u00e4user\u201c im Vorwort des Buches, \u201eweil ihre Arbeit l\u00e4ngst der Herausforderung gleicht, mit einem Gewichtg\u00fcrtel zum Schwimmen anzutreten.\u201c<\/p>\n<p>Abgesehen von der einfacheren Bauweise ist unter anderem der Charme solcher Gr\u00fcnderzeitaltbauten, dass das Raumprogramm Zimmer mit \u00e4hnlichen Quadratmeterzahlen vorsieht, vom etwas gr\u00f6\u00dferen und repr\u00e4sentativen Salon mit Erker vielleicht abgesehen. Davon ist das Berliner Haus inspiriert.<\/p>\n<p>Vorbild ist diese Architektur aus dem vorvergangenen Jahrhundert heute auch wieder in Sachen \u201eEinfach bauen\u201c, was ja unter anderem beinhaltet, dass ein Haus, eine Wohnung durch praktische Raumaufteilungen m\u00f6glichst leicht umzunutzen und familien- wie b\u00fcrotauglich ist. Dann kann ein solches Bauwerk viele Jahrzehnte, ja Jahrhunderte, genutzt werden, was doch au\u00dferordentlich nachhaltig ist \u2013 eine lange Lebensdauer eines Geb\u00e4udes. <\/p>\n<p> <b>Weitere Fotos der ausgezeichneten H\u00e4user auch aus Baden-W\u00fcrttemberg finden sich in der Bildergalerie.<\/b> <\/p>\n<p> Info <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Buch<\/strong><br \/>Bettina Hintze: Einfach gute H\u00e4user. Die Sieger des H\u00c4USER-Awards. 259 Seiten, 65 Euro. 300 Farbfotos und 140 Pl\u00e4ne. Prestel Verlag. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Preis<\/strong><br \/>Seit 2004 zeichnet das Architektur- und Designmagazin H\u00c4USER Einfamilienh\u00e4user aus. Die Auszeichnung wird in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) und dem Verband Privater Bauherren (VPB) vergeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Drei\u00dfig der besten Einfamilienh\u00e4user Europas \u00fcberzeugen architektonisch und mit wenig technischem Aufwand \u2013 es sind H\u00e4user aus der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":49675,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[5964,2250,1793,7718,29,7599,214,30,80,1794,1803,1441,215],"class_list":{"0":"post-49674","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-umbau","9":"tag-architektur","10":"tag-art-and-design","11":"tag-buchtipp","12":"tag-deutschland","13":"tag-einfamilienhaus","14":"tag-entertainment","15":"tag-germany","16":"tag-kultur","17":"tag-kunst-und-design","18":"tag-rezension","19":"tag-stuttgart","20":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114376382074188607","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49674","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=49674"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49674\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/49675"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=49674"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=49674"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=49674"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}