{"id":496850,"date":"2025-10-14T02:02:16","date_gmt":"2025-10-14T02:02:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/496850\/"},"modified":"2025-10-14T02:02:16","modified_gmt":"2025-10-14T02:02:16","slug":"sachsen-zittert-um-die-zukunft-seiner-volkswagen-werke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/496850\/","title":{"rendered":"Sachsen zittert um die Zukunft seiner Volkswagen-Werke"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Im Volkswagen -Werk in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Zwickau\" data-rtr-id=\"0c7d7ba864b1104a51347ed9b40e8d5951129068\" data-rtr-score=\"44.14268789491187\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/zwickau\" title=\"Zwickau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zwickau<\/a> ist die Angst der Belegschaft fast mit H\u00e4nden zu greifen. \u201eDem Leuchtturm der Elektromobilit\u00e4t geht das Licht aus\u201c, so steht es auf einem Plakat, das in einer der Montagehallen prangt \u2013 gut sichtbar f\u00fcr die Landes- und Bundespolitiker, die am Montag das Werk besucht haben. Einst war Zwickau die Vorzeigefabrik der Elektromobilit\u00e4t; das erste Autowerk, das ganz auf Batteriefahrzeuge umgestellt wurde. Doch seit Monaten ist die Auslastung zu niedrig, und vergangene Woche hatte der Standort Zwickau das ganze Ausma\u00df der Misere sichtbar gemacht: Mangels Nachfrage standen die B\u00e4nder still.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der s\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Michael Kretschmer\" data-rtr-id=\"ed0ef2cd8bf5feb5d9b487c416237b7043ef4a00\" data-rtr-score=\"260.00332557366147\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/michael-kretschmer\" title=\"Michael Kretschmer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Michael Kretschmer<\/a> (CDU) hat nun bei einem Besuch mit Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) versucht, den mehr als 8000 Besch\u00e4ftigten Mut zu machen. \u201eDer Freistaat Sachsen ist in engem Austausch mit Volkswagen\u201c. sagte Kretschmer: \u201eDas ist nicht immer konfliktfrei, aber wir haben ein gemeinsames Interesse. Wir wollen den Standort erhalten.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eIch habe als Umweltminister zwei Ziele: Erstens gut bezahlte Arbeitspl\u00e4tze in der Industrie und zweitens klimafreundliche Autos\u201c, sekundierte der Bundesumweltminister. \u201eDeshalb muss dieses Werk weiterbestehen\u201c, sagte Schneider, der in der Ampel-Koalition Ostbeauftragter der Bundesregierung war. Die beiden Politiker hatten am Montag Gespr\u00e4che mit dem Management und den Arbeitnehmervertretern vor Ort gef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Anschlie\u00dfend traten sie f\u00fcr eine Stellungnahme in der Montagehalle auf, wo die B\u00e4nder nach dem Produktionsstopp gerade anliefen. Allein die Tatsache, dass nur wenige Monate nach der Einigung zwischen Volkswagen-F\u00fchrung und Konzernbetriebsrat \u00fcber den Erhalt aller Standorte in Deutschland schon wieder der Fortbestand eines Werks beschworen werden muss, zeigt, wie ernst die Lage ist.<\/p>\n<p>Stellenabbau quer \u00fcber alle Standorte<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Vergangenes Jahr hatte das Management von Volkswagen (VW) gedroht, Werke in Deutschland zu schlie\u00dfen. Am Ende einigte man sich auf den Abbau von 35.000 Stellen quer \u00fcber alle Standorte. Das Werk in Zwickau soll verkleinert, aber nicht ganz geschlossen werden. Doch die Marktrealit\u00e4t hatte zuletzt neue Zweifel an der Tragf\u00e4higkeit der Einigung geweckt. Die Nachfrage ist schwach und die \u00dcberkapazit\u00e4t in der ganzen Automobilbranche enorm. Ministerpr\u00e4sident Kretschmer hatte sich erst vor wenigen Tagen in einem Schreiben an VW gewandt und Garantien f\u00fcr die Auslastung von Zwickau und f\u00fcr die k\u00fcnftige Nutzung des kleinen Standorts in Dresden gefordert. Bei der VW-Spitze war er damit allerdings abgeblitzt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eWir haben sehr intensiv gesprochen \u00fcber die Marktsituation, \u00fcber die Hausaufgaben, die wir als Hersteller machen m\u00fcssen und wo uns die Politik weiterhin unterst\u00fctzen kann\u201c, sagte Thomas Edig, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Personal und Organisation von VW Sachsen, am Montag nach dem Treffen. Konkrete Aussagen f\u00fcr die k\u00fcnftige Planung waren weiter kaum zu h\u00f6ren, auch weil im Konzern gerade erst die \u201ePlanungsrunde\u201c anl\u00e4uft, das j\u00e4hrliche Ringen um Investitionen und Belegung der Werke mit bestimmten Modellen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Als Erfolg kann der Standort immerhin verbuchen, dass zwei Kompaktmodelle l\u00e4nger im Werk bleiben sollen als geplant. Der ID.3 wird wohl nicht schon im kommenden Jahr nach Wolfsburg verlagert, der Cupra Born k\u00f6nnte sogar dauerhaft in Sachsen bleiben, verlautet aus Konzernkreisen. Auch die Produktion des Audi Q4 Etron scheint vorerst gesichert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Noch l\u00e4uft die Produktion: Der elektrische Kompaktwagen ID.3 wird in Zwickau montiert\" height=\"1934\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/noch-laeuft-die-produktion-der.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Noch l\u00e4uft die Produktion: Der elektrische Kompaktwagen ID.3 wird in Zwickau montiertdpa<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Modell ID.4 hingegen wird wie geplant bald ganz in Emden produziert. Die freiwerdende Kapazit\u00e4t soll auch genutzt werden, um Zwickau als Pionier f\u00fcr den Einstieg in die Kreislaufwirtschaft zu positionieren. Doch mit dem Recycling von Fahrzeugteilen w\u00e4ren nur wenige Hundert neue Stellen verbunden. F\u00fcr einen der \u00e4ltesten Automobilstandorte in Deutschland sind das keine \u00fcberzeugenden Zukunftsaussichten. Die Auslastung ist schon lange niedrig, im laufenden Jahr wird das auf eine Produktion von bis zu 360.000 Autos ausgelegte Werk nur etwas mehr als 200.000 Fahrzeuge bauen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eIch setze auf die Zusagen, die wir in den vergangenen Wochen hart erarbeitet haben\u201c, lie\u00df Kretschmer nun in der Halle wissen. Sachsen sei ein Land des Automobilbaus und die Menschen k\u00f6nnten sicher sein, dass das Werk in den n\u00e4chsten Jahren Bestand haben werde. \u201eDiese Zusage haben der Aufsichtsrat und der Vorstand gegeben und ich habe daran keine Zweifel.\u201c Die im Rahmen des Autogipfels in der vergangenen Woche vereinbarten neuen Kaufpr\u00e4mien f\u00fcr E-Autos seien eine Chance, doch die Konditionen m\u00fcssten schnell gekl\u00e4rt werden, um nicht vor\u00fcbergehend weitere Belastungen f\u00fcr die Branche zu verursachen. Schlie\u00dflich w\u00fcrden Kunden die F\u00fc\u00dfe stillhalten, bis Klarheit \u00fcber die F\u00f6rderung herrsche.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Autogipfel habe auch gezeigt, dass E-Mobilit\u00e4t eine gro\u00dfe Rolle spielen werde, bis 2035 aber noch nicht einhundert Prozent erreichen k\u00f6nne, sagte Kretschmer, der sich neben der F\u00f6rderung von Elektroautos auch f\u00fcr eine Verschiebung des faktischen Verbots von Neuwagen mit Verbrennungsmotor im stark macht. Denn auch das Automobilland Sachsen f\u00e4hrt nicht rein elektrisch. Im Motorenwerk von VW in Chemnitz, in dem jedes Jahr mehr als 700.000 Motoren f\u00fcr Verbrenner gebaut werden, arbeiten knapp 2000 Besch\u00e4ftigte. Deren Situation wirkt fast schon paradox; wegen der hohen Nachfrage nach Verbrenner-Autos bauen sie viele Benzinmotoren. Aber f\u00fcr die k\u00fcnftige Rolle in der E-Mobilit\u00e4t haben sie noch keine richtige Perspektive.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Volkswagen -Werk in Zwickau ist die Angst der Belegschaft fast mit H\u00e4nden zu greifen. \u201eDem Leuchtturm der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":496851,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,171,174,173,172],"class_list":{"0":"post-496850","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-markets","14":"tag-maerkte","15":"tag-unternehmen","16":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115370062795598517","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/496850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=496850"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/496850\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/496851"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=496850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=496850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=496850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}