{"id":497232,"date":"2025-10-14T05:42:14","date_gmt":"2025-10-14T05:42:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/497232\/"},"modified":"2025-10-14T05:42:14","modified_gmt":"2025-10-14T05:42:14","slug":"staatsgalerie-stuttgart-abenteuer-frau-mit-uns-naeher-dran-an-elvira-bach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/497232\/","title":{"rendered":"Staatsgalerie Stuttgart: Abenteuer Frau \u2013 mit uns n\u00e4her dran an Elvira Bach"},"content":{"rendered":"<p>Herausragende Pers\u00f6nlichkeiten der Kunstszene pr\u00e4sentiert die Dialogreihe \u201e\u00dcber Kunst\u201c unserer Zeitung in der <a href=\"https:\/\/www.staatsgalerie.de\/de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Staatsgalerie Stuttgart<\/a>. Gast am Dienstag, 28. Oktober, ist die Berliner Malerin Elvira Bach, eine der international wichtigsten deutschen Gegenwartsk\u00fcnstlerinnen. Sie k\u00f6nnen dabei sein. Beginn im Vortragssaal des Stirlingbaus der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Staatsgalerie_Stuttgart\" title=\"Staatsgalerie\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staatsgalerie<\/a> ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Ihre Anmeldungen nehmen wir gerne entgegen \u2013 unter <a href=\"https:\/\/zeitung-erleben.de\/event\/gespraechsreihe-ueber-kunst-abenteuer-frau\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.zeitung-erleben.de\/ueberkunst<\/a>.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.79f102da-be38-402d-9385-b69a3a1d3ee5.original1024.media.jpeg\"\/>     In der Schau \u201eSo rot, so rot\u201c in der Galerie Klaus Gerrit Friese zu sehen; Elvira Bach, Drei Badeanz\u00fcge, 1981    Foto: Elvira Bach\/Galerie Klaus Gerrit Friese    <\/p>\n<p>Eine Frau, drei Ansichten? Drei Frauen, drei Ansichten? 1981 malt Elvira Bach das gro\u00dfformatige Bild \u201eDrei Badeanz\u00fcge\u201c. Die Frauenfiguren, allesamt auf hochhackigen Schuhen in roten Badeanz\u00fcgen, sind frontal gereiht, mittig ist eine der Drei in R\u00fcckenansicht zu sehen. Der Tiefenraum bleibt undefiniert. Man k\u00f6nnte gleichwohl in den schwarzen Umrissfigurationen M\u00e4nner sehen, die das Geschehen verfolgen. Ist es eine Bademoden-Pr\u00e4sentation auf einem Laufsteg? Lichtpunkte tanzen durch den Raum, unterstreichen die Show. Doch die Szene hat nichts Anziehendes, nichts Verlockendes. Die Frau beziehungsweise die Frauen wissen um ihren Wert, zeigen aber auch alle Verachtung f\u00fcr alles, was au\u00dferhalb ihrer selbst geschieht. Es ist ein Bild wie je nur eines, eine Malerei, die eben diese feiert. <\/p>\n<p>Elvira Bach auf der Weltkunstschau Documenta 7 <\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter, im Sommer 1982, ist das Bild auf der Weltkunstausstellung Documenta 7 in Kassel zu sehen. Es ist der Sommer der Ernte f\u00fcr die Berliner \u201eNeuen Wilden\u201c um Rainer Fetting, Luciano Castelli und Salom\u00e9 \u2013 und Elvira Bach, im Fr\u00fchjahr noch tief beeindruckt von einem Arbeitsaufenthalt in der Dominikanischen Republik, ist die einzige Frau in der Phalanx einer aus dem Gro\u00dfstadtfieber entwickelten neuen Figuration. Seit 1972 lebt Elvira Bach in West-Berlin, in der Oranienstra\u00dfe mietet sie einen Raum, gegen\u00fcber lockt nach durchmalten N\u00e4chten von 1978 an der von Martin Kippenberger mitgegr\u00fcndete <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/der-legendaere-berliner-club-so36-wird-40-wie-ein-ufo-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Club SO 36<\/a>. Oft geht sie in die <a href=\"https:\/\/www.tip-berlin.de\/stadtleben\/geschichte\/legendaere-restaurants-ost-west-berlin-geschichte\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bar Exil am Paul-Lincke-Ufer<\/a>, seinerzeit K\u00fcnstlertreffpunkt Nummer eins in Berlin. \u201eImmer war jemand da, den man kannte. Ob Salom\u00e9, L\u00fcpertz, Fetting oder H\u00f6dicke\u201c, erinnert sich Elvira Bach in einem Interview an sehr lange N\u00e4chte. \u201eDramatisch kost\u00fcmiert\u201c sei sie gewesen, eine Frau an der Bar \u2013 aufrecht, unnahbar und beobachtend. \u201eIch habe mich selbst ausgestellt\u201c, sagt Elvira Bach einmal, \u201eaber ich war kein Objekt. Das sp\u00fcrten die M\u00e4nner\u201c. Der Auftritt ist durchaus ge\u00fcbt \u2013 parallel zu ihrem Studium bei <a href=\"https:\/\/www.galerie-schlichtenmaier.de\/logicio\/pmws\/index.php?client_id=schlichtenmaier&amp;page_id=online&amp;lang_iso639=de&amp;online_id=56\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Hann Trier<\/a> an der damaligen Hochschule der K\u00fcnste arbeitet sie in der Zeit von Peter Stein an der Schaub\u00fchne am Halleschen Ufer als Requisiteurin, Souffleuse und Foyerdame. <\/p>\n<p>Elvira Bach ist \u201ezur Erdbeerzeit geboren\u201c  <\/p>\n<p>Elvira Bachs Documenta-Auftritt ver\u00e4ndert alles, rei\u00dft die Malerin ins internationale Rampenlicht, bringt ihre Bilder in internationale Privatsammlungen und bis ins Museum of Modern Art in New York. Und Elvira Bach? Die Frau, die 1951 \u201ezur Erdbeerzeit geboren\u201c ist, festigt ihre um 1982 gefundene Frauenfigur, platziert sie l\u00e4ssig auf einer Couch liegend oder inmitten einer Vielzahl von Fr\u00fcchten. Erinnerung an eine \u201esehr gl\u00fcckliche Kindheit und Jugend\u201c in Neuenhain im s\u00fcdhessischen Main-Taunus-Kreis, aber immer auch Spiegel von Elvira Bachs Gef\u00fchls-Alphabet. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.292488e4-883e-4dc9-a118-a9edb20ec2dc.original1024.media.jpeg\"\/>     Elvira Bach in der Berliner Galerie Klaus Gerrit Friese bei der Arbeit an ihren Keramiken    Foto: Galerie Klaus Gerrit Friese    <\/p>\n<p>Dem Eindruck aber eines Werkes, das sich immer mehr in die Umrissfiguration und in eine \u00fcberbordende Farbigkeit entwickelt, widerspricht die Malerin selbst energisch \u2013 etwa, wenn sie 1988 ihre Figur in einem mit tiefem Blau versetzten Schwarz auftreten l\u00e4sst. Schutzlos bis in die Geste der offen gezeigten H\u00e4nde. Und doch ganz bei sich. Dieses Bild \u2013 \u201eDer Mond, die Sonne, die Sterne, die Finsternis, das Licht\u201c \u2013 hat wenig von dem unbek\u00fcmmerten Antritt der jungen Malerin auf den Wogen der Jahre 1978 bis 1980. Zugleich aber unterstreicht ein solches Bild die Wucht, mit der Elvira Bach in die Phalanx der malenden M\u00e4nner einbricht. \u201eSie war in dieser Zeit die Frau mit Format und Deutlichkeit\u201c, sagt der <a href=\"https:\/\/www.galeriefriese.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Berliner Galerist Klaus Gerrit Friese<\/a> \u2013 \u201eund man erkennt genau, wie haltbar und stark die Bilder dieser Zeit sind\u201c. Diesen fr\u00fchen Bildern gilt denn auch die <a href=\"https:\/\/www.galeriefriese.de\/so_rot_so_rot\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">aktuelle Elvira Bach-Ausstellung bei Friese<\/a> (Meierottostra\u00dfe 1) \u2013 gekontert durch Keramiken, die Elvira Bach eigens f\u00fcr die durch das unverk\u00e4ufliche \u201eDrei Badeanz\u00fcge\u201c gekr\u00f6nte Ausstellung \u201eSo rot. So rot\u201c (nach einem gleichnamigen Bild von 1978) erarbeitet hat. <\/p>\n<p>Elvira Bach in der Staatsgalerie Stuttgart  <\/p>\n<p>Was fasziniert Elvira Bach an der Malerei? Wie biographisch kann und darf Malerei sein? Was macht f\u00fcr Elvira Bach die Faszination Frau aus? Und wie verteidigt man \u00fcber Jahrzehnte einen nationalen und internationalen Spitzenplatz in der Gegenwartskunst? \u00dcber diese und andere Fragen sprechen wir mit Elvira Bach in unserer <a href=\"https:\/\/zeitung-erleben.de\/event\/gespraechsreihe-ueber-kunst-abenteuer-frau\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Dialogreihe \u201e\u00dcber Kunst\u201c in der Staatsgalerie Stuttgart<\/a> am Dienstag, 28. Oktober (19.30 Uhr), in der Staatsgalerie Stuttgart. \u201eAbenteuer Frau\u201c ist der Abend betitelt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich \u2013 unter <a href=\"https:\/\/zeitung-erleben.de\/event\/gespraechsreihe-ueber-kunst-abenteuer-frau\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.zeitung-erleben.de\/ueberkunst<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herausragende Pers\u00f6nlichkeiten der Kunstszene pr\u00e4sentiert die Dialogreihe \u201e\u00dcber Kunst\u201c unserer Zeitung in der Staatsgalerie Stuttgart. 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