{"id":497262,"date":"2025-10-14T05:58:11","date_gmt":"2025-10-14T05:58:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/497262\/"},"modified":"2025-10-14T05:58:11","modified_gmt":"2025-10-14T05:58:11","slug":"skandal-um-skandal-im-sperrbezirk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/497262\/","title":{"rendered":"Skandal um &#8222;Skandal im Sperrbezirk&#8220;?"},"content":{"rendered":"<p>Ein Posting auf Instagram, der Account &#8222;M\u00fcnchner Gesindel&#8220; schreibt unter einer kleinen Meme-Galerie: &#8222;Wenn j\u00e4hrlich die Kasse klingelt&#8220; und: &#8222;Seit letztem Jahr mahnt die Spider Murphy Gang Leute ab, egal wie viele Follower sie haben, um daraus Geld zu machen.&#8220; Darunter gut 5.000 Likes und Dutzende Kommentare: &#8222;So ein gutes Lied. Aber solche Vollidioten dahinter.&#8220; Oder: &#8222;Offensichtlich herrscht nicht nur bei Rosi Konjunktur die ganze Nacht.&#8220;<\/p>\n<p>Rechte liegen bei Hamburger Musikverlag <\/p>\n<p>Zockt also die vielleicht m\u00fcnchnerischste Band ausgerechnet zur Wiesn-Zeit M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchner ab, die in ihren Videos in Dirndl und Lederhose zum vielleicht m\u00fcnchnerischsten Song, &#8222;Skandal im Sperrbezirk&#8220;, tanzen?  <\/p>\n<p>Die Nachfrage beim Management der Band ergibt: Die Spider Murphy Gang ist gar nicht der Rechteinhaber des Songs \u2013 sondern die ROBA Music Verlag GmbH mit Sitz in Hamburg. Gemeint sind Nutzungsrechte, im Unterschied zu Urheberrechten, die nach wie vor bei der Spider Murphy Gang liegen. Nur die Rechte nutzen \u2013 und damit Geld verdienen \u2013 das macht die ROBA, laut Eigenauskunft auf der Website einer der &#8222;weltweit f\u00fchrenden&#8220; Musikverlage und unter anderem &#8222;Ansprechpartner in Sachen\u202fWerkmeldung, Income Tracking und Lizenzierung.&#8220; <\/p>\n<p>Teure Lizenz-Nachforderungen <\/p>\n<p>Sind das also die &#8222;bad boys&#8220;, die den M\u00fcnchnern nach der Wiesn eine teure Rechnung schicken? Ein Statement vom Rechtsanwalt im Auftrag der ROBA erkl\u00e4rt: Zu den Aufgaben der ROBA geh\u00f6re &#8222;in der Tat auch, gegen unerlaubte Musiknutzungen vorzugehen.&#8220; Er schr\u00e4nkt aber gleich ein, dass die private Nutzung von Musik auf Plattformen wie Instagram erlaubt sei. Nur f\u00fcr gewerbliche Nutzungen m\u00fcsse man &#8222;eine entsprechende Lizenz&#8220; erwerben. Ein wichtiger Unterschied \u2013 genau das ist die aktuelle Praxis bei Instagram. <\/p>\n<p>Die ROBA schicke auch nicht gleich eine Abmahnung, sondern zun\u00e4chst nur eine Berechtigungsanfrage, in der sie nachfragt, ob eine Lizenz erworben wurde. Falls nicht, m\u00fcsse die nachgezahlt werden. Was nicht billig ist, f\u00fcr ein etwa halbmin\u00fctiges Reel m\u00fcsse man mit einem mittleren vierstelligen Betrag rechnen. Das sei aber immer noch g\u00fcnstiger als eine Abmahnung, die zu zus\u00e4tzlichen Kosten f\u00fchren k\u00f6nne.<\/p>\n<p>&#8222;M\u00fcnchner Gesindel&#8220; betroffen <\/p>\n<p>Und dann wird es pikant: Der &#8222;M\u00fcnchner Gesindel&#8220;-Kanal habe so eine Berechtigungsanfrage bekommen \u2013 schon im Oktober 2024. F\u00fcr die Verwendung des Spider-Murphy-Gang-Songs &#8222;Schickeria&#8220; in einem 39-sek\u00fcndigen Reel. Bis heute sei diese Sache nicht gekl\u00e4rt und kein Geld geflossen, so der Anwalt.  <\/p>\n<p>Dabei habe der Account damals schon 319.000 Follower gehabt (heute sind es 355.000). Zudem sei in der Account-Biographie ein Webshop verlinkt gewesen, der ebenfalls &#8222;M\u00fcnchner Gesindel&#8220; hie\u00df und auf dem man Hoodies, T-Shirts und M\u00fctzen kaufen konnte. F\u00fcr die ROBA spricht beides f\u00fcr eine &#8222;eindeutig kommerzielle Nutzung&#8220; des Songs. Denn man schaue &#8222;neben der Followerzahl insbesondere darauf, ob konkret f\u00fcr ein Unternehmen oder ein Produkt geworben wird, ob auf eine Agentur verlinkt wird und ob zum Beispiel eine E-Mail-Adresse f\u00fcr Kooperationen im Account angegeben wird.&#8220; Den Link in der Bio gibt es nicht mehr, den Shop aber sehr wohl, und auch noch die &#8222;M\u00fcnchner Gesindel&#8220;-Hoodies, -Shirts und -M\u00fctzen. <\/p>\n<p>Instagram-Post mit Geschm\u00e4ckle <\/p>\n<p>Was sagen die &#8222;M\u00fcnchner Gesindel&#8220; dazu? Auf eine E-Mail-Anfrage hin kommt eine Antwort: Man sei nur f\u00fcr den Merch-Shop zust\u00e4ndig. F\u00fcr den Instagram-Account m\u00fcsse man sich an eine andere Person wenden. Von dieser kommt allerdings auch auf mehrmaliges Anschreiben (Stand 13.10. 18 Uhr) hin keine Antwort. <\/p>\n<p>Der Mann schreibt auf LinkedIn \u00fcber seinen &#8222;M\u00fcnchner Gesindel&#8220;-Account: &#8222;Wenn du ein Restaurant, eine Marke, ein Event oder Business in M\u00fcnchen bist \u2013 aber noch nicht bei mir geworben hast \u2013 dann verpasst du grad Sichtbarkeit, die du anderswo nicht bekommst.&#8220; Er scheint seinen Account also genauso einzusch\u00e4tzen wie die ROBA: als kommerziellen Kanal. <\/p>\n<p>Ist der Post auf Instagram also eine Retourkutsche daf\u00fcr, dass man selbst abgemahnt wurde \u2013 oder korrekt: eine Berechtigungsanfrage bekommen hat? <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Posting auf Instagram, der Account &#8222;M\u00fcnchner Gesindel&#8220; schreibt unter einer kleinen Meme-Galerie: &#8222;Wenn j\u00e4hrlich die Kasse klingelt&#8220;&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":497263,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1776],"tags":[124628,1801,29,214,30,153,97100,1802,124627,74530,124629,33146,215],"class_list":{"0":"post-497262","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-prominente","8":"tag-abmahnungen","9":"tag-celebrities","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-influencer","14":"tag-muenchner-gesindel","15":"tag-prominente","16":"tag-roba","17":"tag-schickeria","18":"tag-skandal-im-sperrbezirk","19":"tag-spider-murphy-gang","20":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115370990210606673","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/497262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=497262"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/497262\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/497263"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=497262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=497262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=497262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}