{"id":497537,"date":"2025-10-14T08:30:13","date_gmt":"2025-10-14T08:30:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/497537\/"},"modified":"2025-10-14T08:30:13","modified_gmt":"2025-10-14T08:30:13","slug":"welchen-mehrwert-hat-olympia-fuer-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/497537\/","title":{"rendered":"Welchen Mehrwert hat Olympia f\u00fcr M\u00fcnchen?\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>In gut zwei Wochen entscheiden die M\u00fcnchner, ob sich das Rathaus f\u00fcr Olympische Spiele bewerben soll. Dabei geht es um mehr als ein 16-t\u00e4giges Sportevent. In ihrem Bewerbungskonzept schl\u00e4gt die Stadt eine ganze Reihe von Ma\u00dfnahmen vor (von Begr\u00fcnung, Olympiadorf bis zum \u00d6PNV-Ausbau), die sie vorantreiben will, sollte <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/muenchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> den Zuschlag f\u00fcr Spiele 2036, 2040 oder 2044 bekommen. Die meisten Vorschl\u00e4ge sind nicht neu. Vieles wollte die Stadt ohnehin angehen.<\/p>\n<p>Ein Team von Wissenschaftlern des Netzwerks M-Cube (das sonst eher zu Mobilit\u00e4tsl\u00f6sungen forscht) hat im Auftrag der Stadt M\u00fcnchen die M\u00fcnchner Olympia-Bewerbung genauer untersucht, um herauszufinden, welchen Effekt die vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich haben und welchen Mehrwert Olympische Spiele f\u00fcr M\u00fcnchen bringen k\u00f6nnten. Wissenschaftlich neutral habe sein Team die Potenziale und Risiken von 18 Ma\u00dfnahmen in dem Bewerbungskonzept untersucht, sagt Oliver May-Backmann von M-Cube. Innerhalb von sechs Wochen sei die Studie entstanden.<\/p>\n<p>Ein langfristiger Nutzen entsteht durch die Infrastruktur-Projekte<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Grunds\u00e4tzlich seien die Ma\u00dfnahmen richtig &#8211; auch ohne Olympische Spiele. Der gr\u00f6\u00dfte langfristige Nutzen entsteht vor allem durch die Infrastruktur-Projekte &#8211; wie Tram-Ausbau, Radschnellwege, Parkmeilen und Wohnungsbau. Sportst\u00e4tten hingegen haben laut ihm &#8222;nur begrenzte Effekte&#8220;.<\/p>\n<p>Die Forscher gehen davon aus, dass das Rathaus ohne Olympia die Projekte in der Olympia-Bewerbung zwar auch angehen, aber wesentlich langsamer realisieren w\u00fcrde. Allerdings: &#8222;Wie gro\u00df die Beschleunigungswirkung von Olympia ist, kann so genau niemand sagen&#8220;, sagt May-Beckmann. Die Pariser B\u00fcrgermeisterin habe immer wieder betont, dass durch Olympia in ihrer Stadt \u00d6PNV-Projekte zehn Jahre beschleunigt worden seien. Weil durch Olympia ein politischer Wille entstanden sei, die Projekte umzusetzen. Theoretisch k\u00f6nnte Olympia die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen in M\u00fcnchen laut der Studie sogar um bis zu 25 Jahre beschleunigen. Allerdings ist das eher ein theoretisches Szenario.<\/p>\n<p>Diese Ma\u00dfnahmen schneiden besonders gut ab<\/p>\n<p>Sollten die M\u00fcnchner am 26. Oktober eine Olympia-Bewerbung ablehnen, kann die Studie dem Rathaus immer noch nutzen. Denn sie zeigt auch auf, auf welche Ma\u00dfnahmen sich die Stadt konzentrieren sollte.<\/p>\n<p>Vor allem sehen die M-Cube-Forscher die schnelleren und kleineren \u00d6PNV-Ma\u00dfnahmen positiv. Die neue U-Bahn-Linie U9, die eines Tages die <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/thema\/stammstrecke\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stammstrecke<\/a> entlasten soll, und der geplante ICE-Anschluss des Flughafens schneiden am schlechtesten ab. &#8222;Hier \u00fcberwiegen Unsicherheiten hinsichtlich Kosten, Dauer und Realisierungskomplexit\u00e4t&#8220;, hei\u00dft es in der Studie. Wie hoch die Kosten allerdings genau sind, wissen die Forscher nicht. In ihrer Studie beziffern sie zum Beispiel die der U9 auf vier Millionen &#8211; laut einem &#8222;SZ&#8220;-Artikel aus dem Jahr 2022.<\/p>\n<p>Doch wahrscheinlich ist der genaue Preis f\u00fcr ihr Fazit nicht entscheidend. Statt teurer Bauma\u00dfnahmen im Untergrund empfehlen sie grunds\u00e4tzlich eher Projekte an der Oberfl\u00e4che: Tram-Linien und Radschnellwege seien kosteng\u00fcnstiger, schneller umsetzbar, also mit einem geringeren Risiko verbunden. Auch der Ring-Schluss der S-Bahn im Norden, den die Stadt im Zuge ihrer Olympia-Bewerbung realisieren will, kann nach Ansicht der Forscher einen hohen Nutzen entfalten.<\/p>\n<p>Insgesamt entsteht laut der Studie der eigentliche Mehrwert in der langfristigen Perspektive. Kurzfristig &#8211; in den Jahren vor Olympia &#8211; kann es sein, dass die M\u00fcnchner eher unter den hohen Kosten, Baustellen, Staus, L\u00e4rm etc. leiden. W\u00e4hrend der Spiele rechnen die Forscher damit, dass Einnahmen aus Tickets und Sponsoring den Aufwand &#8222;in etwa&#8220; kompensieren. Auf lange Sicht jedoch k\u00f6nnen die Infrastrukturprojekte &#8222;erhebliche positive Effekte auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft&#8220; entfalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In gut zwei Wochen entscheiden die M\u00fcnchner, ob sich das Rathaus f\u00fcr Olympische Spiele bewerben soll. 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