{"id":498459,"date":"2025-10-14T16:52:11","date_gmt":"2025-10-14T16:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/498459\/"},"modified":"2025-10-14T16:52:11","modified_gmt":"2025-10-14T16:52:11","slug":"wenn-freiwilligkeit-nicht-reicht-union-und-spd-vereinbaren-wehrpflicht-mit-losverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/498459\/","title":{"rendered":"Wenn Freiwilligkeit nicht reicht: Union und SPD vereinbaren Wehrpflicht mit Losverfahren"},"content":{"rendered":"<p>                    Wenn Freiwilligkeit nicht reicht<br \/>\n                Union und SPD vereinbaren Wehrpflicht mit Losverfahren<\/p>\n<p>\t\t\t\t              14.10.2025, 17:20 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Seit Wochen ringen CDU, CSU und SPD um die genaue Ausgestaltung eines wieder scharfgestellten Wehrdienstes. Die Sozialdemokraten sind lange Zeit f\u00fcr ein rein freiwilliges Modell, nun kommt es anders: Wenn die Zahlen freiwilliger Wehrdienstleistender nicht erreicht wird, soll Kamerad Zufall entscheiden.<\/strong><\/p>\n<p>Union und SPD haben sich nach langem Ringen auf ein Wehrdienstmodell verst\u00e4ndigt, das auch ein Losverfahren f\u00fcr die Rekrutierung von jungen Leuten f\u00fcr die Bundeswehr enthalten soll. Das best\u00e4tigten Vertreter beider Fraktionen. Einzelheiten sind noch unklar, etwa wie konkret dieses Losverfahren aussehen und in welchem Fall es greifen soll. Details stellen Verteidigungspolitiker der Regierungsfraktionen am fr\u00fchen Abend vor.<\/p>\n<p>Der Bundestag ber\u00e4t am Donnerstag erstmals \u00fcber das von der Regierung geplante Wehrdienstmodell. Es geht darum, mehr junge Leute f\u00fcr den Wehrdienst zu gewinnen. Nach bisherigen Pl\u00e4nen soll das auf freiwilliger Basis geschehen, etwa mit Hilfe von st\u00e4rkeren Anreizen wie besserer Bezahlung und durch die Verpflichtung f\u00fcr junge M\u00e4nner, die 18 werden, einen Fragebogen zur eigenen Wehrbereitschaft auszuf\u00fcllen. <\/p>\n<p>Das geplante Wehrdienstgesetz soll der Bundeswehr zu Zehntausenden zus\u00e4tzlichen Soldaten verhelfen. Vor dem Hintergrund, dass die Nato eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von 260.000 f\u00fcr erforderlich h\u00e4lt, um einem Angriff etwa Russlands standzuhalten, werden etwa 80.000 zus\u00e4tzlich ben\u00f6tigt. Die Union hatte daher auf verbindliche Regeln gedrungen, falls der Truppenaufwuchs nicht durch Freiwillige erreicht wird. Die SPD dagegen hatte eine generelle Wehrpflicht unter anderem mit Verweis darauf abgelehnt, dass nicht alle Heranwachsenden eines Jahrgangs ben\u00f6tigt w\u00fcrden &#8211; das sei zu viel. Das Losverfahren soll nun eine faire Grundlage daf\u00fcr schaffen, wenn nur ein kleiner Teil eines Jahrgangs zum Wehrdienst oder einem Ersatzdienst verpflichtet wird.<\/p>\n<p>SPD und Union zufrieden<\/p>\n<p>SPD-Fraktionschef Matthias Miersch lobte die Einigung der Koalitions-Fachpolitiker. Er sei sehr froh, dass es in diesem wichtigen Themenfeld nun vereinbarte Eckpunkte gebe, sagte er vor einer Fraktionssitzung in Berlin. Diese seien eine gute Grundlage f\u00fcr das parlamentarische Verfahren. F\u00fcr die SPD sei es immer wichtig gewesen, auf das Element der Freiwilligkeit zu setzen. Es sei zentral, dass Menschen motiviert seien und nicht einfach verpflichtet w\u00fcrden. Da aus Kapazit\u00e4tsgr\u00fcnden nicht ein ganzer Jahrgang eingezogen werden k\u00f6nne, stelle sich die Gerechtigkeitsfrage. Miersch zeigte sich zuversichtlich, dass die Losvariante auch verfassungsrechtlich machbar sei.<\/p>\n<p>Unions-Fraktionschef Jens Spahn nannte ein Losverfahren naheliegend. &#8222;Ich habe jedenfalls noch keinen faireren Vorschlag geh\u00f6rt.&#8220; CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hatte das Loselement zuvor ebenfalls verteidigt: &#8222;Es geht darum, in einem System Gleichheit herzustellen. Der Prozess der Auslosung gew\u00e4hrleistet diese Gleichheit.&#8220;<\/p>\n<p>Drei-Stufen-Verfahren st\u00f6\u00dft auf Widerspruch<\/p>\n<p>Koalitionskreisen zufolge ist im Kern ein dreistufiges System vorgesehen, das sich am d\u00e4nischen Modell anlehnt. Alle m\u00e4nnlichen Vertreter eines Jahrgangs m\u00fcssen einen Fragebogen zum Wehrdienst beantworten und k\u00f6nnen sich freiwillig f\u00fcr mindestens sechs Monate melden. Finden sich hier nicht genug, wird im zweiten Schritt aus dem Jahrgang eine bestimmte Menge gelost, um die fehlenden Reservisten aufzuf\u00fcllen. Diese sollen zun\u00e4chst gezielt \u00fcberzeugt werden, freiwillig zu dienen. F\u00fchrt auch dies nicht zum Ziel, m\u00fcsste der Bundestag einen Beschluss fassen und die Fehlenden zwangsweise einziehen.<\/p>\n<p>Im Vergleich zum urspr\u00fcnglichen Gesetzentwurf ergeben sich den Koalitionskreisen zufolge weitere \u00c4nderungen: So wird nicht mehr ein kompletter Jahrgang gemustert, was bei etwa 300.000 jungen M\u00e4nnern und nach Abschaffung der Kreiswehrersatz\u00e4mter schwierig w\u00e4re. Zudem sollen die Wehrdienstleistenden nicht mehr als &#8222;Soldaten auf Zeit&#8220; eingestuft werden. Das h\u00e4tte bedeutet, dass sie mit diesem Status etwa auch zu Auslandseins\u00e4tzen herangezogen werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Linksfraktionschef S\u00f6ren Pellmann warnte derweil vor einer &#8222;Lotto-Wehrpflicht&#8220;. Das Vorhaben erinnere ihn &#8222;an den Roman &#8222;Tribute von Panem&#8220;, wo Kinder f\u00fcr die Hungerspiele ausgelost werden&#8220;. Die Gr\u00fcnen im Bundestag lehnen ein Losverfahren ebenfalls ab, es handele sich um einen &#8222;v\u00f6llig undurchdachten Vorschlag&#8220;. Das Los entscheiden zu lassen, wer gemustert und einberufen werden solle, sei ein &#8222;absolut willk\u00fcrliches&#8220; und ein &#8222;total b\u00fcrokratisches&#8220; Verfahren, sagte Fraktionschefin Katharina Dr\u00f6ge in Berlin. Menschen f\u00fcr die Bundeswehr zu gewinnen, die eigentlich gar nicht wollten, &#8222;wird auch beim Losverfahren nicht funktionieren&#8220;. Gelost w\u00fcrden dann voraussichtlich auch Personen, die weder besonders geeignet noch besonders motiviert seien. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn Freiwilligkeit nicht reicht Union und SPD vereinbaren Wehrpflicht mit Losverfahren 14.10.2025, 17:20 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":498460,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[685,31,29,124896,30,13,15785,6613,35626,14,15,16,12,184,10,8,9,11,690],"class_list":{"0":"post-498459","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-bundeswehr","9":"tag-cdu","10":"tag-deutschland","11":"tag-gerd-mueller-csu","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-jens-spahn","15":"tag-katharina-droege","16":"tag-matthias-miersch","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-politik","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-spd","22":"tag-top-news","23":"tag-top-meldungen","24":"tag-topmeldungen","25":"tag-topnews","26":"tag-wehrpflicht"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115373561848295541","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/498459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=498459"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/498459\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/498460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=498459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=498459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=498459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}