{"id":498810,"date":"2025-10-14T20:03:20","date_gmt":"2025-10-14T20:03:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/498810\/"},"modified":"2025-10-14T20:03:20","modified_gmt":"2025-10-14T20:03:20","slug":"hype-fegt-londoner-tresore-leer-warum-am-silbermarkt-panik-herrscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/498810\/","title":{"rendered":"Hype fegt Londoner Tresore leer: Warum am Silbermarkt Panik herrscht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Silbermarkt ist im Ausnahmezustand. Panikk\u00e4ufe, Lieferengp\u00e4sse und nackte Gier sorgen beim &#8222;Gold des kleinen Mannes&#8220; f\u00fcr einen H\u00f6henflug, der sogar die Goldrally in den Schatten stellt. Erinnerungen an eine fatale Blase vor 45 Jahren werden wach.<\/strong><\/p>\n<p>In Londoner Handelskreisen geht eine gro\u00dfe Sorge um: Gibt es bald kein physisches Silber mehr? Die Tresore im Zentrum des globalen Edelmetallhandels sind leer gefegt . &#8222;So etwas habe ich noch nie erlebt. Was wir beim Silber sehen, ist v\u00f6llig beispiellos&#8220;, zitiert das Finanzportal Bloomberg Anant Jatia, Chief Investment Officer des Rohstoff-Hedgefonds Greenland Investment Management. &#8222;Derzeit ist keine Liquidit\u00e4t verf\u00fcgbar.&#8220; <\/p>\n<p>Die Verknappung hat den Spotpreis f\u00fcr eine Feinunze Silber zuletzt auf 53,55 Dollar hochgetrieben &#8211; das ist mehr als jemals zuvor &#8211; auch mehr als der legend\u00e4re H\u00f6chststand aus dem Jahr 1980. Damals platzte kurz darauf die von Spekulanten getriebene Blase.<\/p>\n<p>  <a title=\"Silber Spot EUR\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/boersenkurse\/rohstoffe\/silber eur-XC0009653103\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1760472200_651_chartNG.gfn\" alt=\"Silber\" class=\"space__strech lazyload\"\/>    <strong>Silber<\/strong>  44,45  <\/a>  <\/p>\n<p> Diesmal ist die Preisexplosion jedoch nicht auf Spekulationen zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern auf eine seltene Mischung aus geopolitischer Unsicherheit, industrieller Knappheit und einem aufgrund der geringen Handelsvolumina \u00e4u\u00dferst engen Markt, in dem schon kleine St\u00f6rungen Schockwellen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. W\u00e4hrend Gold seit Jahresbeginn um rund 56 Prozent zulegte, verteuerte sich Silber um fast 80 Prozent \u2013 damit \u00fcberholte der Silberpreis sogar den Bitcoin, der im selben Zeitraum um sensationelle 63 Prozent stieg.<\/p>\n<p>H\u00e4ndler sprechen bereits von einer &#8222;Silber-Panik&#8220;: Die physischen Best\u00e4nde in den Tresoren sind in den vergangenen Jahren um ein Drittel geschrumpft. Angesichts des aktuellen Runs werden heute Barren per Frachtflug \u00fcber den Atlantik nach London gebracht, um abgeschlossene Kontrakte zu erf\u00fcllen \u2013 ein teures Unterfangen, das sonst nur Gold vorbehalten ist.<\/p>\n<p>Warum Silber pl\u00f6tzlich gl\u00e4nzt<\/p>\n<p>Die Ursachen f\u00fcr den Boom sind vielf\u00e4ltig. Geopolitische Risiken haben zugenommen und verunsicherte Anleger suchen Alternativen zu Aktien. Auch der Handelsstreit zwischen den USA und China, neue Z\u00f6lle auf Metalle und die Unsicherheit \u00fcber die amerikanische Geldpolitik treiben Anleger in physische Werte. <\/p>\n<p>  <a title=\"Gold Spot USD\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/boersenkurse\/devisen\/gold usd-2323869\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1760472200_153_chartNG.gfn\" alt=\"Gold in USD\" class=\"space__strech lazyload\"\/>    <strong>Gold in USD<\/strong>  4.142,36  <\/a>  <\/p>\n<p> Gold ist in solchen Phasen traditionell der &#8222;sichere Hafen&#8220;, doch nach der Rekordjagd \u00fcber 4000 Dollar pro Unze erscheint ein Investment vielen zu teuer. Wer bei der Edelmetall-Rally dabei sein will, greift zum g\u00fcnstigeren Silber. Der &#8222;Fear of Missing Out&#8220;-Effekt, die Angst, bei der Rally nicht dabei zu sein, spielt eine wesentliche Rolle.<\/p>\n<p>Im Unterschied zu Gold ist Silber kein reines Anlageobjekt, sondern ein Industriemetall &#8211;<b> <\/b>unersetzlich in Solarmodulen, Elektrofahrzeugen, Halbleitern oder Batterien. Das treibt die Nachfrage zus\u00e4tzlich. Die hohe elektrische Leitf\u00e4higkeit macht es zum Schl\u00fcsselrohstoff der Energiewende. Mehr als die H\u00e4lfte der weltweiten Silbernachfrage stammt mittlerweile aus der Industrie. Die Produktion h\u00e4lt l\u00e4ngst nicht mehr Schritt: Seit 2016 ist die Minenf\u00f6rderung um etwa sieben Prozent gesunken. F\u00fcr 2025 erwartet der internationale Datenanbieter Silver Institute das f\u00fcnfte Angebotsdefizit in Folge.<\/p>\n<p>Ein zus\u00e4tzlicher Treiber kommt aus Asien: In Indien stehen im Oktober mit Dussehra und Diwali gleich zwei Feste an, bei denen traditionell Edelmetalle verschenkt werden. Auch hier entscheiden sich viele K\u00e4ufer wegen des hohen Goldpreises inzwischen f\u00fcr Silber, wie man an den Importdaten ablesen kann, die sich binnen eines Jahres nahezu verdoppelt haben: Juweliere zahlen wegen der hohen Nachfrage Aufschl\u00e4ge von zehn Prozent auf den Weltmarktpreis.<\/p>\n<p> &#8222;Schon kleine Schieflagen k\u00f6nnen Panik ausl\u00f6sen&#8220;<\/p>\n<p>Wie weit tr\u00e4gt diese Rally? Im Londoner Nervenzentrum wird t\u00e4glich der Referenzpreis f\u00fcr Gold und Silber, die sogenannte Gold-Silber-Ratio, festgelegt, die das Preisverh\u00e4ltnis der beiden Edelmetalle angibt. Dabei wird der Goldpreis durch den Silberpreis geteilt. Ein hohes Ratio (zum Beispiel um 100) deutet auf eine Unterbewertung von Silber im Vergleich zu Gold hin, was oft als Kaufgelegenheit interpretiert wird. Umgekehrt signalisiert ein niedriges Ratio (zum Beispiel um 40) eine \u00dcberbewertung von Silber, die als Verkaufssignal interpretiert werden kann. Die aktuelle Gold-Silber-Ratio liegt zwischen 80,2 und 80,45. Das bedeutet, Silber ist nach dieser Lesart immer noch unterbewertet und k\u00f6nnte im Wert weiter steigen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Das Problem: Leerverk\u00e4ufer geraten in diesem Markt unter Druck. Da die Lager leer sind, sind die Leasingraten f\u00fcr Silber &#8211; also die Kosten, das Metall zu leihen &#8211; in den vergangenen Wochen um mehr als 30 Prozent gestiegen. Wer auf fallende Kurse gewettet hat, muss sich nun teuer eindecken. Einige Analysten sprechen bereits von einem Short Squeeze: einer Kettenreaktion, bei der Leerverk\u00e4ufer mit ihren panischen K\u00e4ufen den Preis weiter in die H\u00f6he treiben.<\/p>\n<p> H\u00e4ndler m\u00fcssen Barren aus New York nach London fliegen, um ihre Positionen zu schlie\u00dfen. &#8222;Was wir erleben, ist eine Diskrepanz zwischen Papierkontrakten und physischem Metall&#8220;, sagt Evy Hambro von Blackrock im Bloomberg TV. &#8222;Die Liquidit\u00e4t ist so d\u00fcnn, dass schon kleine Schieflagen Panik ausl\u00f6sen.&#8220; L\u00e4sst der Kaufdruck nach, drohen pl\u00f6tzliche Kursr\u00fcckg\u00e4nge. <\/p>\n<p>Dennoch halten viele Experten die Rally nicht f\u00fcr ausgereizt. Paul Williams, Chef des Edelmetallh\u00e4ndlers Solomon Global, spricht von &#8222;starken, realen Kr\u00e4ften&#8220;. &#8222;Ein Silberpreis von 100 Dollar bis Ende 2026 ist realistisch&#8220;, sagt Williams dem Portal Finanznachrichten.de. Auch Analysten der Bank of America und BNP Paribas Fortis sehen Verdopplungspotenzial. &#8222;Wir stehen noch n\u00e4her am Anfang als am Ende dessen, was sich zu einem der gr\u00f6\u00dften Edelmetall-Bullenm\u00e4rkte entwickeln k\u00f6nnte&#8220;, prognostiziert Philippe Gijsels, Chefstratege bei BNP Paribas Fortis im Gespr\u00e4ch mit Wallstreet Online.<\/p>\n<p>Erinnerung an eine alte Blase<\/p>\n<p> Die Parallelen zur Preisexplosion vor 45 Jahren, der in einem Crash m\u00fcndete, sind offensichtlich. Die Hunt-Br\u00fcder, texanische \u00d6lmilliard\u00e4re, hatten in den sp\u00e4ten 1970er Jahren versucht, den Silbermarkt zu monopolisieren, indem sie massiv Silber kauften. Ihre Spekulation trieb den Silberpreis in die H\u00f6he, aber die B\u00f6rse Comex griff ein, indem sie den Handel mit Silber-Terminkontrakten einschr\u00e4nkte. Dies f\u00fchrte zu einem pl\u00f6tzlichen Absturz des Silberpreises. Innerhalb weniger Wochen brach er um zwei Drittel ein, was die Br\u00fcder fast 1,5 Milliarden Dollar kostete und zu ihrem Bankrott f\u00fchrte. Damals waren es Spekulanten, heute sind es strukturelle Engp\u00e4sse. Doch das Muster bleibt dasselbe: Euphorie, Knappheit, \u00dcbertreibung.<\/p>\n<p>Der Silbermarkt ist deutlich kleiner als der Goldmarkt &#8211; das Handelsvolumen betr\u00e4gt nur etwa ein Neuntel. Schon moderate Abfl\u00fcsse von Investorengeldern k\u00f6nnten den Preis demnach ins Rutschen bringen. Analysten von Goldman Sachs warnen, dass bereits ein vor\u00fcbergehender R\u00fcckgang der Investitionsstr\u00f6me eine \u00fcberproportionale Korrektur ausl\u00f6sen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Einen Vorgeschmack gab es Dienstagnachmittag, als der Silberpreis pl\u00f6tzlich um knapp vier Dollar pro Unze absackte. Die Feinunze gab nicht nur die gesamten Gewinne aus der Nacht ab, sondern auch fast die gesamten Gewinne vom Wochenauftakt. &#8222;Das k\u00f6nnte ein Umkipper sein, der eine Konsolidierung einleitet&#8220;, kommentierte ein Marktteilnehmer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Silbermarkt ist im Ausnahmezustand. Panikk\u00e4ufe, Lieferengp\u00e4sse und nackte Gier sorgen beim &#8222;Gold des kleinen Mannes&#8220; f\u00fcr einen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":498811,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,668,13,14,15,9861,47916,12,704,55],"class_list":{"0":"post-498810","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-gold","14":"tag-headlines","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-rohstoffhandel","18":"tag-rohstoffpreise","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-silber","21":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115374312992070245","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/498810","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=498810"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/498810\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/498811"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=498810"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=498810"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=498810"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}