{"id":499140,"date":"2025-10-14T23:12:11","date_gmt":"2025-10-14T23:12:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/499140\/"},"modified":"2025-10-14T23:12:11","modified_gmt":"2025-10-14T23:12:11","slug":"in-kooperation-mit-theater-stuttgart-das-oberste-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/499140\/","title":{"rendered":"In Kooperation mit Theater Stuttgart: Das oberste Prozent"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\">Da hocken die F\u00fcnf in ihren k\u00f6nigsblau schimmernden Morgenr\u00f6cken vor dem (nicht sichtbaren) Fernseher, gelangweilt-herablassend an Bierflaschen nuckelnd \u2013 kein Fu\u00dfballspiel anschauend, sondern irgendeinen Live-Bericht \u00fcber ein royales Ereignis im Buckingham Palace. Die F\u00fcnf vor dem TV sind eine fiktive k\u00f6nigliche Familie, bestehend aus Mutter, Tochter, Sohn und den jeweiligen Angetrauten. Der K\u00f6nig ist tot, als Erstgeborene wird die Tochter bald zum neuen Staatsoberhaupt gekr\u00f6nt. Als die K\u00f6nigswitwe ihren Platz rechts verl\u00e4sst um sich einen Tee zu holen, kippt die Spielfl\u00e4che pl\u00f6tzlich nach links \u2013 denn auf der B\u00fchne steht ein l\u00e4nglicher, mit Wippfunktion ausgestatteter Podest (B\u00fchne und Kost\u00fcme: Marion Eisele). Daraus entwickeln sich lustige Slapsticks, in denen schon das Aufsetzen einer barocken Per\u00fccke schwer wiegt. Die Waagefunktion dient dem spielerischen Ausloten der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse innerhalb der Familie und \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p class=\"western\">Ein exzellent inszenierter Einstieg in &#8222;Royals&#8220;, das jetzt im Stuttgarter Theater der Altstadt in der Regie seines Intendanten Christof K\u00fcster Premiere hatte. Ein noch recht frisches St\u00fcck des deutschen Theaterautors Felix Krakau, das 2023 am Bremer Theater uraufgef\u00fchrt wurde. Es verspricht im Titel nicht mehr, als es ist: eine Satire \u00fcber ein absurdes Ph\u00e4nomen, n\u00e4mlich die Omnipr\u00e4senz vor allem des britischen K\u00f6nigshauses in den Medien und die \u00f6ffentliche Faszination an dessen Familienleben. Da wird protzender Prunk bestaunt, da st\u00fcrzt man sich auf vermeintliche Skandale, da wird mitgefiebert in all den Liebes-und-Leid-Geschichten, da giert man auf die \u00f6ffentlichen Inszenierungen royaler Heiraten und Begr\u00e4bnisse. Die K\u00f6nigsfamilie als sinnentleertes Relikt aus alten Zeiten, ohne gesellschaftspolitischen Einfluss, als Museumsst\u00fcck, das der Unterhaltung dient. Aber: Garantin f\u00fcr Best\u00e4ndigkeit innerhalb einer rasant sich ver\u00e4ndernden Welt. Realm\u00e4rchen halt \u2013 Hauptsache, die Fallh\u00f6he stimmt. Der k\u00f6nigliche Adel l\u00e4sst sich ja auch gerne durchs Schl\u00fcsselloch gucken. Wie in &#8222;Royals&#8220; demonstriert wird.<\/p>\n<p>Falsche Anreden f\u00fchren zum Trauma<\/p>\n<p class=\"western\">Die f\u00fcnf sich zur Schau stellenden Blaubl\u00fctigen sind typenhaft gezeichnet: Die zuk\u00fcnftige junge K\u00f6nigin (Mailin Klinger) hat eigentlich anderes im Kopf, will das Amt gar nicht \u00fcbernehmen. Sie wolle die Krone vergraben, und der Mensch, der sie finde, solle K\u00f6nig:in werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Da hocken die F\u00fcnf in ihren k\u00f6nigsblau schimmernden Morgenr\u00f6cken vor dem (nicht sichtbaren) Fernseher, gelangweilt-herablassend an Bierflaschen nuckelnd&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":499141,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,30,1441],"class_list":{"0":"post-499140","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115375056051829956","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/499140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=499140"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/499140\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/499141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=499140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=499140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=499140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}