{"id":499493,"date":"2025-10-15T02:25:21","date_gmt":"2025-10-15T02:25:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/499493\/"},"modified":"2025-10-15T02:25:21","modified_gmt":"2025-10-15T02:25:21","slug":"er-kochte-fuer-seine-entfuehrer-hamas-geiseln-berichten-von-folter-und-kartenspielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/499493\/","title":{"rendered":"&#8222;Er kochte f\u00fcr seine Entf\u00fchrer&#8220;: Hamas-Geiseln berichten von Folter und Kartenspielen"},"content":{"rendered":"<p>                    &#8222;Er kochte f\u00fcr seine Entf\u00fchrer&#8220;<br \/>\n                Hamas-Geiseln berichten von Folter und Kartenspielen<\/p>\n<p>\t\t\t\t              14.10.2025, 16:09 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Die freigelassenen Geiseln der Hamas geben Einblick in ihr Leben in Gefangenschaft, das von Angst, Hunger und Gewalt gepr\u00e4gt war. Zugleich gibt es Berichte \u00fcber Funken von Menschlichkeit. Aber auch Pal\u00e4stinenser klagen \u00fcber Folter in der Haft. <\/strong><\/p>\n<p>Avinatan Or schlie\u00dft seine Freundin Noa Argamani so eng in die Arme, als wolle er sie nie wieder loslassen. Gerade erst ist er nach zwei Jahren als Hamas-Geisel freigelassen worden. Die israelische Regierung <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Liebespaar-ist-nach-Geisel-Rueckkehr-wieder-vereint-article26095422.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">ver\u00f6ffentlichte die Bilder<\/a> der beiden, f\u00fcr die zwei Jahre Alptraum zu Ende gehen.<\/p>\n<p>Bei dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 auf dem Nova-Musikfestival waren Noa und Avinatan brutal auseinandergerissen worden. Nun ist der 32-J\u00e4hrige als einer der letzten 20 lebenden Geiseln freigelassen worden. Davor lagen unendliche Monate qu\u00e4lender Einsamkeit. Dass Noa \u00fcberlebt hat und im Juni 2024 von der israelischen Armee befreit werden konnte, erfuhr Avinatan erst bei seiner Freilassung. <\/p>\n<p>Or war die ganze Zeit \u00fcber allein ohne je eine andere Geisel zu sehen, wie Angeh\u00f6rige israelischen Medien berichteten. Er habe bis zu 40 Prozent seines K\u00f6rpergewichts verloren. Auch andere der Freigelassenen berichteten von k\u00f6rperlicher und psychologischer Folter, von Einsamkeit, Verzweiflung, Angst und Hunger in den dunklen Tunneln der Hamas. Aber auch von Augenblicken der Koexistenz mit ihren Wachen und kleinen menschlichen Gesten.<\/p>\n<p>&#8222;Sie waren begeistert von seiner Kochkunst&#8220;<\/p>\n<p>So habe Omri Miran mit seinen Entf\u00fchrern oft Karten gespielt und f\u00fcr ihr leibliches Wohl gesorgt. &#8222;Manchmal kochte er f\u00fcr seine Entf\u00fchrer, und sie waren begeistert von seiner Kochkunst&#8220;, erz\u00e4hlte sein Bruder Nadav der Nachrichtenseite ynet. &#8222;Er wusste genau, welches Datum, welcher Tag war und wie viele Tage er in Gefangenschaft war&#8220;, f\u00fcgte sein Bruder hinzu.<\/p>\n<p>Auch andere Familienmitglieder berichteten von solchen Augenblicken der Menschlichkeit. Wenn Terroristen beispielsweise einen zus\u00e4tzlichen Spieler f\u00fcr ein Kartenspiel brauchten, brachten sie die Geiseln zu sich, wie ein Familienmitglied wiedergegeben wurde. Andere Wachen h\u00e4tten auch mal Hebr\u00e4isch mit den Geiseln gesprochen.<\/p>\n<p>Br\u00fcder wurden getrennt festgehalten<\/p>\n<p>Die deutsch-israelischen Br\u00fcder Gali und Ziv Berman wurden w\u00e4hrend ihrer Gefangenschaft getrennt und v\u00f6llig von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten. Sie h\u00e4tten berichtet, dass es Zeiten mit ausreichend Essen und dann wieder Monate des Hungers gegeben habe. Beide, die ohne voneinander zu wissen nahe zusammen festgehalten wurden, h\u00e4tten auch geh\u00f6rt, wie die israelische Armee in ihrer N\u00e4he operierte.<\/p>\n<p>Besonders brutal sollen die Entf\u00fchrer mit Matan Angerest umgegangen sein. Er habe &#8222;sehr schwere Folter&#8220; erlitten, weil er als Soldat entf\u00fchrt worden war, sagte seine Mutter Anat Angerest dem TV-Sender Channel 12. Er habe bisher nur wenig erz\u00e4hlt, sagte sie. Er erinnere sich an die schweren Bombardierungen durch die israelische Armee, an die Flugzeuge, die \u00fcber ihren K\u00f6pfen flogen, an die Mauern, die neben ihnen einst\u00fcrzten, und daran, dass er sich oft inmitten von Staub und Tr\u00fcmmern wiederfand und versuchte, \u00fcber die Erde zu kommen und zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Pal\u00e4stinenser berichten von brutalen Bedingungen <\/p>\n<p>Aber auch von Israel freigelassene Pal\u00e4stinenser berichten von Misshandlungen und Qualen w\u00e4hrend ihrer Haftzeit. Bei ihrer Ankunft im Gazastreifen spielten sich emotionale Szenen ab: Arabische Nachrichtensender streamten die Bilder der Wiedersehen mit den Familien. Umringt von Menschenmassen jubelten Bewohner den Freigelassenen zu, als sie aus den Bussen des Roten Kreuzes ausstiegen.<\/p>\n<p>Viele der Freigelassenen berichteten arabischen Medien zufolge von Folter und Hunger w\u00e4hrend der israelischen Haft. Al-Dschasira zitierte einen Freigelassenen. &#8222;Ich habe die letzten zwei Jahre gehungert&#8220;, sagte er nach seiner Entlassung. &#8222;Ich schw\u00f6re bei Gott, sie haben uns nichts zu essen gegeben&#8220;, fuhr er fort. Sie seien geschlagen und nackt in ihren Zellen gehalten worden. &#8222;Wir wurden gefoltert&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p>&#8222;Sie \u00fcbergossen uns mit Wasser&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Sie (Soldaten) kamen mitten in der Nacht und \u00fcbergossen uns mit Wasser. Sie haben uns auf jede erdenkliche Weise gefoltert&#8220;, sagte der Fotojournalist Schadi Abu Sido aus dem Gazastreifen nach 20 Monaten Haft. Andere ehemalige Insassen berichteten CNN von \u00c4rzten, die sie geschlagen h\u00e4tten. Behandlungen bei Verletzungen oder Krankheiten habe es nicht gegeben, wurde ein 45-j\u00e4hriger Mann zitiert.<\/p>\n<p>Auch das UN-Menschenrechtsb\u00fcro hat Israel vorgeworfen, Tausende Pal\u00e4stinenser aus dem Gazastreifen &#8222;unter erb\u00e4rmlichen Zust\u00e4nden&#8220; festgehalten zu haben. Es gebe Berichte \u00fcber Misshandlungen und Folter, teilte das B\u00fcro schon 2024 in Genf mit. Mindestens 53 Menschen seien in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen.<\/p>\n<p>Am Montag hatte die Hamas im Rahmen eines Abkommens die letzten 20 lebenden Geiseln freigelassen. Israel entlie\u00df rund 2000 Pal\u00e4stinenser. 250 von ihnen waren in den vergangenen Jahrzehnten wegen der Beteiligung an Terroranschl\u00e4gen zu langen Haftstrafen verurteilt worden. 1718 Pal\u00e4stinenser wurden w\u00e4hrend des Krieges im Gazastreifen verhaftet, es sollen \u00fcberwiegend Zivilisten sein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Er kochte f\u00fcr seine Entf\u00fchrer&#8220; Hamas-Geiseln berichten von Folter und Kartenspielen 14.10.2025, 16:09 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":499494,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[738,40271,410,13,411,412,929,14,15,928,16,12,2544,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-499493","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-gazastreifen","9":"tag-geiselnahmen","10":"tag-hamas","11":"tag-headlines","12":"tag-israel","13":"tag-israel-krieg","14":"tag-kriege-und-konflikte","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-palaestinenser","18":"tag-politik","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-terrorismus","21":"tag-top-news","22":"tag-top-meldungen","23":"tag-topmeldungen","24":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115375814956461130","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/499493","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=499493"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/499493\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/499494"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=499493"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=499493"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=499493"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}