{"id":499685,"date":"2025-10-15T04:20:13","date_gmt":"2025-10-15T04:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/499685\/"},"modified":"2025-10-15T04:20:13","modified_gmt":"2025-10-15T04:20:13","slug":"eu-frist-verpasst-deutschland-ist-bei-energieeffizienz-nicht-auf-kurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/499685\/","title":{"rendered":"EU-Frist verpasst: Deutschland ist bei Energieeffizienz nicht auf Kurs"},"content":{"rendered":"<p>15.10.2025 \u2013 Deutschland hat die Frist zur Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) verpasst. Stichtag war der 11. Oktober 2025. Noch immer sind wesentliche europ\u00e4ische Vorgaben nicht in nationales Recht \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Statt nachzusteuern, droht sogar eine Rolle r\u00fcckw\u00e4rts durch die neue Bundesregierung. Denn im Koalitionsvertrag wurde angek\u00fcndigt das \u201eHeizungsgesetz\u201c abzuschaffen. Sollte die 65-Prozent-Vorgabe f\u00fcr Erneuerbare in \u00a7 71 des Geb\u00e4udeenergiegesetztes tats\u00e4chlich gestrichen und die Pflicht zu Energiemanagementsystemen in der Wirtschaft (EnMS) im Energieeffizienzgesetz aufgeweicht werden, w\u00e4ren das zus\u00e4tzliche Vers\u00e4umnisse.<\/p>\n<p>Schon jetzt kosten die fehlenden Effizienzma\u00dfnahmen Deutschland \u201ejedes Jahr zig Milliarden Euro &#8211; durch entgangene Steuereinnahmen und h\u00f6here Energiekosten inklusive der extremen Kosten unserer Importabh\u00e4ngigkeit\u201c, warnt Christian Noll, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF). \u201eNicht die Energieeffizienz belastet unsere Wirtschaft, sondern die politische Zur\u00fcckhaltung und die drohenden politischen Rollbacks. Jeder Euro, der nicht in Effizienz investiert wird, fehlt mehrfach und ist eine verpasste Chance f\u00fcr Aufschwung, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und weniger Abh\u00e4ngigkeiten. Von Goldplating, also zu viel Ambition bei der Umsetzung von EU-Recht kann keine Rede sein.\u201c<\/p>\n<p>Milliardenkosten durch politische Vers\u00e4umnisse<\/p>\n<p>Neben m\u00f6glichen Milliardenstrafen wegen der Verfehlung der europ\u00e4ischen Klima- und Energieeffizienzziele kosten die ausbleibenden Investitionen auch Steuereinnahmen. Allein die Geb\u00e4udesanierung tr\u00e4gt mit 600.000 Besch\u00e4ftigten zu 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei. Das entspricht \u00fcber 20 Milliarden Euro Steuereinnahmen j\u00e4hrlich, sch\u00e4tzt die DENEFF.<\/p>\n<p>Bis 2030 hat sich Deutschland verpflichtet, 26,5 Prozent Endenergie durch Energieeffizienzma\u00dfnahmen einzusparen. Bis 2024 hat Deutschland laut Umweltbundesamt real 13 Prozent Einsparung gegen\u00fcber 2008 erreicht. Vers\u00e4umt die Politik weiter, wirksame Ma\u00dfnahmen umzusetzen und weicht die Regelungen f\u00fcr Geb\u00e4udeheizungen und Unternehmen auf, w\u00fcrden bis 2030 nur rund 18 Prozent erreicht. F\u00fcr die 2045-Ziele m\u00fcsse Deutschland darum umso dringender aufholen.<\/p>\n<p>Die Ziell\u00fccke bel\u00e4uft sich auf etwa 200 Milliarden Kilowattstunden, das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa zehn Millionen Haushalten bzw. 31 Milliarden Euro<strong\/>j\u00e4hrlichen Energiekosten, die wirtschaftlich mit vorhandenen Effizienzl\u00f6sungen eingespart werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurden wichtige Rechtsvorgaben aus der EU-Energieeffizienzrichtlinie noch nicht umgesetzt, etwa die Vorbildrolle der \u00f6ffentlichen Hand bei der Sanierung ihrer Geb\u00e4ude und das \u201eEfficiency First\u201c-Prinzip bei Investitionsentscheidungen in die Energieinfrastruktur. Dies ist etwa bei der Ausschreibung neuer Kraftwerke zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Mehr Abh\u00e4ngigkeit als n\u00f6tig<\/p>\n<p>Energieeffizienz reduziert nicht nur den Verbrauch, sondern auch Deutschlands Abh\u00e4ngigkeit von Energieimporten. Statt die Importquote bis 2030 auf rund 55 Prozent zu senken, wie von der EU vorgesehen, d\u00fcrfte sie so bei etwa 60 Prozent verharren. Das entspricht vermeidbaren fossilen Energieimporte im Wert von rund 14 Milliarden Euro pro Jahr. \u201eDeutschland verbessert seine Energieunabh\u00e4ngigkeit viel zu langsam\u201c, sagt Christian Noll.<\/p>\n<p>Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) ist ein unabh\u00e4ngiges, branchen\u00fcbergreifendes Netzwerk von Unternehmen und -organisationen, die \u00f6konomisch und politisch f\u00fcr eine ambitionierte und effektive Energieeffizienzpolitik eintreten. pf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"15.10.2025 \u2013 Deutschland hat die Frist zur Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) verpasst. Stichtag war der 11. 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