{"id":500159,"date":"2025-10-15T08:51:19","date_gmt":"2025-10-15T08:51:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/500159\/"},"modified":"2025-10-15T08:51:19","modified_gmt":"2025-10-15T08:51:19","slug":"kinderbetreuung-in-stuttgart-gebuehren-fuer-staedtische-kitas-sollen-auf-bis-zu-828-euro-im-monat-steigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/500159\/","title":{"rendered":"Kinderbetreuung in Stuttgart: Geb\u00fchren f\u00fcr st\u00e4dtische Kitas sollen auf bis zu 828 Euro im Monat steigen"},"content":{"rendered":"<p>Weil die Kassen leer sind, will die Stadt an der Geb\u00fchrenschraube drehen. Das k\u00f6nnte f\u00fcr Familien richtig teuer werden und Frauen wieder vermehrt in Teilzeitarbeit dr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Die Stadt <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> muss sparen, und das werden auch Familien deutlich zu sp\u00fcren bekommen. Zur Haushaltskonsolidierung schl\u00e4gt das Jugendamt eine heftige Erh\u00f6hung der Betreuungsgeb\u00fchren vor. <\/p>\n<p>So sollen diese von September 2026 an bei den Krippenkindern im Ganztagsbereich, also bei einem Betreuungsumfang von 40 Stunden in der Woche bei Kindern unter drei Jahren, um 30 Prozent steigen. F\u00fcr Krippenpl\u00e4tze mit verl\u00e4ngerten \u00d6ffnungszeiten (V\u00d6-Pl\u00e4tze), also bei einem Betreuungsumfang von 30 Stunden in der Woche bei Kindern unter drei Jahren, ist eine Erh\u00f6hung von 15 Prozent ab September 2026 vorgesehen. Das Essensgeld soll um jeweils 20 Prozent steigen. Ab September 2027 werden die Betreuungsgeb\u00fchren jeweils zum neuen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Kita\" title=\"Kita\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kita<\/a>-Jahr um weitere 20 Prozent steigen, und zwar in f\u00fcnf Stufen bis 2031, so der Plan. <\/p>\n<p>Bei den Drei- bis Sechsj\u00e4hrigen fallen die Steigerungen nicht ganz so drastisch aus. Hier sollen von September 2026 an die Geb\u00fchren f\u00fcr einen GT-Platz um 15 Prozent, f\u00fcr einen V\u00d6-Platz um zehn Prozent und das Essensgeld jeweils um 20 Prozent steigen. Ab September 2027 ist eine weitere Erh\u00f6hung um jeweils 10 Prozent bis zum Jahr 2031 vorgesehen.<\/p>\n<p>Was bedeuten die geplanten Geb\u00fchrensteigerungen konkret? <\/p>\n<p>In absoluten Zahlen bedeutet das Folgendes: In Stuttgart kostet ein GT-Krippenplatz inklusive Fr\u00fch- und Sp\u00e4tbetreuung f\u00fcrs erste Kind aktuell 256 Euro. Hinzu kommen 70 Euro f\u00fcrs Essen. Ab September 2027 k\u00f6nnte dieser Kita-Platz dann 332,80 kosten, der Preis f\u00fcrs Essen w\u00fcrde auf 84 Euro steigen. W\u00fcrden die f\u00fcr die Folgejahre vorgesehenen weiteren Erh\u00f6hungen ebenfalls in Kraft treten, w\u00fcrde dieser Kita-Platz 2031 knapp 828 Euro kosten. <\/p>\n<p>Die weiteren m\u00f6glichen <b>Preissteigerungen im \u00dcberblick:<\/b> <\/p>\n<ul>\n<li>Der Preis f\u00fcr einen V\u00d6-Krippenplatz w\u00fcrde von aktuell 182 Euro ab September 2026 auf 209,30 Euro steigen und im Jahr 2031 mit 520 Euro zu Buche schlagen.<\/li>\n<li>Ein Kita-GT-Platz kostet derzeit 186 Euro und w\u00fcrde vom kommenden September an 213,90 Euro kosten. Im Jahr 2031 w\u00e4ren es 344,45 Euro. <\/li>\n<li>Ein Kita-V\u00d6-Platz kostet derzeit 112 Euro und w\u00fcrde vom kommenden September an 123,20 Euro kosten. Im Jahr 2031 w\u00e4ren es 198,41 Euro.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Beschlossen ist das alles freilich noch nicht. In diesen Wochen werden zun\u00e4chst die \u00c4mtervorlagen \u2013 also die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-zulage-160000-beschaeftigte-planungsstopp-ob-nopper.ca103b23-c460-497a-a182-f1a664774026.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vorschl\u00e4ge der Stadtverwaltung<\/a>, wof\u00fcr in den kommenden Jahren Geld ausgegeben werden soll und wof\u00fcr nicht \u2013 in die zust\u00e4ndigen Aussch\u00fcsse eingebracht und diskutiert. Der Gemeinderat will den Doppelhaushalt 2026\/2027 kurz vor Weihnachten verabschieden. <\/p>\n<p>In der j\u00fcngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses wollten sich die Fraktionen eigentlich noch zur\u00fcckhalten mit Stellungnahmen zu den geplanten Sparma\u00dfnahmen im Teilhaushalt des Jugendamts, zu denen auch die Erh\u00f6hung der Kita-Geb\u00fchren geh\u00f6rt. Doch den Vertreterinnen und Vertretern der freien Tr\u00e4ger brannte es unter den N\u00e4geln. \u201eWir m\u00fcssen das dringend thematisieren\u201c, sagte Armin Biermann von der Caritas und fragte: \u201eNimmt die Stadt es ernst, dass man an Kindern und Jugendlichen nicht sparen kann?\u201c Die Volumina, die im Teilhaushalt des Jugendamts insgesamt eingespart werden sollen, seien nicht zumutbar.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.50e4fbec-ec7a-49f6-b652-74f8c9267863.original1024.media.jpeg\"\/>     Waltraud Weegmann ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des freien Bildungsnetzwerks Konzept-e.    Foto: Konzept-e    <\/p>\n<p>Waltraud Weegmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des freien Bildungsnetzwerks Konzept-e, kritisierte vor allem, dass GT-Pl\u00e4tze im Vergleich zu V\u00d6-Pl\u00e4tzen deutlich teurer werden k\u00f6nnten. Sie sprach von einer politischen Entscheidung. Diese w\u00fcrde dazu f\u00fchren, dass<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kita-angebot-in-stuttgart-weniger-ganztag-stadt-prescht-voran-freie-traeger-hinken-hinterher.8ab31e4e-400a-4005-99de-2e3f7b2babea.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Frauen wieder in alte Rollenmuster zur\u00fcckgedr\u00e4ngt<\/a> und vermehrt in Teilzeit arbeiten werden. \u201eDas k\u00f6nnen wir uns weder wirtschaftspolitisch noch sozialpolitisch leisten\u201c, sagte Weegmann. Sie sei entt\u00e4uscht. \u201eVieles, was wir erreicht haben, wird so konterkariert.\u201c<\/p>\n<p>Manja Reinhold (Linke\/S\u00d6S\/Plus) bewertete das \u00e4hnlich. \u201eDie steigenden Kita-Geb\u00fchren sehen wir sehr kritisch. Von uns wird es daf\u00fcr keine Zustimmung geben\u201c, erkl\u00e4rte sie. An Kindern d\u00fcrfe nicht gespart werden. Und wenn man Frauen jetzt wieder in Teilzeit zwinge, k\u00f6nne das zu mehr Altersarmut f\u00fchren. \u201eWir sparen uns in eine Spirale nach unten, anstatt die kinderfreundliche Stadt hochzuhalten\u201c, sagte Reinhold. <\/p>\n<p>Jasmin Meergans (SPD) sprach mit Blick auf die Einsparungen von einer \u201eRasenm\u00e4hermethode\u201c. Fabian Reger (Gr\u00fcne) erg\u00e4nzte: \u201eDie geplante Erh\u00f6hung der Kita-Geb\u00fchren f\u00e4llt uns sehr schwer. Da werden noch Verhandlungen notwendig sein. Wir wollen keine so pauschale Erh\u00f6hung.\u201c Klaus Nopper (CDU) verwies auf die gesunkene Wirtschaftskraft und die gesunkenen Steuereinnahmen. Man m\u00fcsse sparen, um nachfolgende Generation nicht \u00fcber Geb\u00fchr zu belasten. \u201eAber auch uns tun diese geplanten Ma\u00dfnahmen weh\u201c, sagte er.<\/p>\n<p> Jugendamt verweist auf Zielbeschluss und Kostendeckungsgrad  <\/p>\n<p>Das Jugendamt machte keinen Hehl daraus, dass man GT-Pl\u00e4tze im Vergleich zu V\u00d6-Pl\u00e4tzen bewusst deutlich teurer machen wolle. Es gebe<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kinderbetreuung-in-stuttgart-stadt-kann-500-kindern-mehr-einen-kita-platz-anbieten.81dcc831-82a9-4562-8ecf-5203e5c46f17.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> einen vom Gemeinderat verabschiedeten Zielbeschluss<\/a>, die Zahl der GT-Pl\u00e4tze zu senken, um insgesamt mehr Kindern einen Kita-Platz anbieten zu k\u00f6nnen, erinnerte der stellvertretende Amtsleiter Bernd Mattheis. \u201eWir wollen die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kinderbetreuung-in-stuttgart-buergermeisterin-fuer-weniger-ganztag-bin-lobby-der-eltern-ohne-kita-platz.418be4f0-f4b5-41a2-b6ac-8b3524761466.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Inanspruchnahme von V\u00d6-Pl\u00e4tzen unterst\u00fctzen<\/a> und auch mit Hilfe der Geb\u00fchren in diese Richtung steuern.\u201c<\/p>\n<p>Die Amtsleiterin Katrin Schulze r\u00e4umte ein: \u201eEs tut weh.\u201c Aber die Kita-Geb\u00fchren in Stuttgart seien seit 2016 nicht mehr erh\u00f6ht worden und l\u00e4gen weit unter dem vom St\u00e4dtetag empfohlenen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent \u2013 und das insbesondere bei den GT-Pl\u00e4tzen f\u00fcr Kleinkinder. Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage m\u00fcsse man da jetzt genauer hinschauen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Weil die Kassen leer sind, will die Stadt an der Geb\u00fchrenschraube drehen. 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