{"id":500288,"date":"2025-10-15T10:02:15","date_gmt":"2025-10-15T10:02:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/500288\/"},"modified":"2025-10-15T10:02:15","modified_gmt":"2025-10-15T10:02:15","slug":"migraene-add-on-behandlung-mit-placebos-verbessert-die-lebensqualitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/500288\/","title":{"rendered":"Migr\u00e4ne: Add-on-Behandlung mit Placebos verbessert die Lebensqualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">15.10.2025 \u2013 10:29<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von Universit\u00e4tsklinikum Essen A\u00f6R\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/nr\/126425\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4tsklinikum Essen A\u00f6R<\/a>\n                    <\/p>\n<p><a class=\"glightbox-pseudo event-trigger\" href=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_hires\/93c7cb1d-bfba-4154-bc0e-1028a41dfd49\/PD%20Dr.%20Katharina%20Schmidt.jpg.jpg\" data-description=\"PD Dr. Katharina Schmidt\" data-category=\"medialightbox\" data-action=\"click\" data-label=\"single\" data-value=\"68ef5b76270000fd2cb6d55d\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" height=\"540\" with=\"720\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/migr-ne-add-on-behandlung-mit-placebos-verbessert-die-lebensqualit-t.jpeg\"   alt=\"Migr\u00e4ne: Add-on-Behandlung mit Placebos verbessert die Lebensqualit\u00e4t\" class=\"single\"\/><\/a><\/p>\n<p><b>Migr\u00e4ne: Add-on-Behandlung mit Placebos verbessert die Lebensqualit\u00e4t<\/b><\/p>\n<p><b>Helfen offen deklarierte Placebos (OLP) Patient:innen bei der Migr\u00e4neprophylaxe? Diese Forschungsfrage stellte sich das Team um Prof. Ulrike Bingel (Medizinische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Duisburg-Essen\/Universit\u00e4tsklinikum Essen) und startete in Essen und Frankfurt eine Studie mit 120 Betroffenen. Das Ergebnis: OLPs reduzieren zwar nicht die Anzahl der Kopfschmerztage, aber sie k\u00f6nnen die Migr\u00e4nebehandlung sinnvoll erg\u00e4nzen und die Lebensqualit\u00e4t der Patient:innen verbessern.<\/b><\/p>\n<p>Bis zu 15 Prozent aller Deutschen leiden unter Migr\u00e4ne. Nicht immer lindern die \u00fcblichen erprobten Medikamente zufriedenstellend die Symptomatik. Deshalb wollte das Team der Universit\u00e4tsmedizin Essen um PD Dr. Julian Kleine-Borgmann, PD Dr. Katharina Schmidt und Prof. Ulrike Bingel pr\u00fcfen, ob in einer randomisierten kontrollierten Studie eine dreimonatige Behandlung mit offen verabreichten Placebos in Kombination mit einer Standardtherapie positive Effekte zeigt. Publiziert wurden die Ergebnisse im aktuellen JAMA (Journal of the American Medical Association) Network Open als \u201eOriginal Investigation\u201c im Bereich Neurologie.<\/p>\n<p><b>Studiendesign<\/b><\/p>\n<p>Vermittelt durch die Studieninformation und ein erkl\u00e4rendes Video wussten die Teilnehmenden prinzipiell \u00fcber die Natur der wirkstofffreien Tablette Bescheid. Aber: Nur diejenigen in der OLP-Gruppe nahmen zweimal am Tag \u00fcber einen Zeitraum von drei Monaten ein Placebo ein. Die Standardtherapie erfolgte regul\u00e4r. Die Kontrollgruppe erhielt die Standardtherapie ohne zus\u00e4tzliche OLPs. Zu sechs unterschiedlichen Zeitpunkten wurden die Teilnehmenden am Zentrum f\u00fcr Schmerzmedizin der Universit\u00e4tsklinik Essen und am Kopfschmerzzentrum Frankfurt befragt oder untersucht. Die Studie im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gef\u00f6rderten Sonderforschungsbereichs \u201eTreatment Expectation\u201c (SFB 289) sollte pr\u00fcfen, ob sich offen deklarierte Placebos als Zusatztherapie g\u00fcnstig auf die H\u00e4ufigkeit von Migr\u00e4neattacken, die Schmerzintensit\u00e4t und weitere wichtige klinische Endpunkte auswirken.<\/p>\n<p><b>Das Ergebnis<\/b><\/p>\n<p>Zwischen der OLP-Gruppe und der Kontrollgruppe zeigten sich zwar keine Unterschiede in der Anzahl der Kopfschmerz- und Migr\u00e4netage, allerdings war die Add-on-OLP-Behandlung mit relevanten Verbesserungen der schmerzbedingten Beeintr\u00e4chtigung und der Lebensqualit\u00e4t verbunden. \u201eDas ist ein ermutigendes Ergebnis. Insgesamt f\u00fchlten sich OLP-behandelte Patient:innen signifikant besser als die Patient:innen in der Kontrollgruppe\u201c, urteilt Dr. Katharina Schmidt, Psychologin von der Universit\u00e4tsmedizin Essen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>OLPs k\u00f6nnten f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Patient:innen eine Erweiterung der Standardtherapie sein, um den Behandlungserfolg einer Migr\u00e4nepr\u00e4vention zu optimieren. Sie k\u00f6nnten eine sichere erg\u00e4nzende Option darstellen, um Therapieergebnisse positiv zu beeinflussen. \u201eOffen gegebene Placebos sind im Vergleich zum traditionellen Verst\u00e4ndnis von Placebos ethisch unbedenklich, wurden von den teilnehmenden Patient:innen gut vertragen und haben daher das Potenzial, die positive Wirkung des Placebo-Effekts in der Behandlung der Migr\u00e4ne tats\u00e4chlich nutzbar zu machen\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Julian Kleine-Borgmann. Die Sprecherin des SFB \u201eTreatment Expectation\u201c, Prof. Ulrike Bingel, Leiterin der Universit\u00e4ren Schmerzmedizin der Universit\u00e4tsmedizin Essen, best\u00e4tigt: \u201eEine als unwirksam beschriebene Pille zu nehmen kann dennoch positive Reaktionen ausl\u00f6sen, Selbstregulationsprozesse aktivieren und positive Erwartungen st\u00e4rken. Diese Mechanismen k\u00f6nnten die wahrgenommene Beeintr\u00e4chtigung durch Migr\u00e4ne im Alltag reduzieren, ohne notwendigerweise die Frequenz der Attacken zu ver\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftig sollen die neuronalen und psychologischen Mechanismen, die diesen positiven klinischen Effekten zugrunde liegen, weiter untersucht werden. Welchen Einfluss haben pers\u00f6nliche Faktoren, wie Optimismus, Angst oder Stress? Welche Patient:innen profitieren am wahrscheinlichsten von OLPs? Und wie k\u00f6nnte man den Einfluss einer positiven Erwartung gegebenenfalls auch ohne OLPs induzieren und aufrechterhalten?<\/p>\n<p>\u201eDie Studie skizziert einen m\u00f6glichen Weg, wie der Placeboeffekt die Goldstandardtherapie bei chronischen und episodischen Schmerzerkrankungen, wie der Migr\u00e4ne, erg\u00e4nzen k\u00f6nnte. Bis dahin gilt es aber, die noch offenen Fragen in weiteren Untersuchungen zu kl\u00e4ren\u201c, res\u00fcmiert Dr. Julian Kleine-Borgmann.<\/p>\n<p>Link zur Originalver\u00f6ffentlichung:<\/p>\n<p> <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2839764\">Kleine-Borgmann J &amp; Schmidt K, Ludwig L, et al. Open-Label Placebos as Adjunct for the Preventive Treatment of Migraine: A Randomized Clinical Trial. JAMA Netw Open. 2025;8(10): e2535739. doi:10.1001\/jamanetworkopen.2025.35739<\/a><\/p>\n<p><b>Pressekontakt <\/b><br \/>\nDr. Milena H\u00e4nisch<br \/>\nDekanat, Referat f\u00fcr Kommunikation und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<br \/>\nMedizinische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Duisburg-Essen<br \/>\nE-Mail: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/126425\/mailto: milena.haenisch@uk-essen.de\" class=\"uri-mailto\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> milena.haenisch@uk-essen.de<\/a><br \/>\nTelefon: 0201\/723-1615<br \/>\nNews-Seite:  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"http:\/\/www.uni-due.de\/med\">www.uni-due.de\/med<\/a><br \/>\n Social Media:  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"http:\/\/www.facebook.com\/medessen\">www.facebook.com\/medessen<\/a> |  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/medizinischefakultaet\/\">https:\/\/www.instagram.com\/medizinischefakultaet\/<\/a><b>\u00dcber die Medizinische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Duisburg-Essen<\/b><br \/>\nWissenschaft und Forschung auf h\u00f6chstem internationalem Niveau und eine herausragende, exzellente Ausbildung zuk\u00fcnftiger \u00c4rzt:innen: Diese Ziele hat sich die Medizinische Fakult\u00e4t gesteckt und verfolgt sie mit Nachdruck. Wesentliche Grundlage f\u00fcr die klinische Leistungsf\u00e4higkeit ist die Forschung an der Fakult\u00e4t mit ihrer klaren Schwerpunktsetzung in Herz- und Kreislauferkrankungen, Immunologie und Infektiologie, Onkologie, Translationaler Neuro- und Verhaltenswissenschaften sowie Transplantation. Der 2014 bezogene Neubau des Lehr- und Lernzentrums bietet den Studierenden der Medizinischen Fakult\u00e4t exzellente Ausbildungsm\u00f6glichkeiten.<b>\u00dcber die Essener Universit\u00e4tsmedizin <\/b><br \/>\nDie Essener Universit\u00e4tsmedizin umfasst das Universit\u00e4tsklinikum Essen sowie 15 Tochterunternehmen, darunter die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen. Die Essener Universit\u00e4tsmedizin ist mit etwa 1.700 Betten das f\u00fchrende Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets und seit 2015 auf dem Weg zum Smart Hospital. 2020 behandelten unsere rund 10.000 Besch\u00e4ftigten etwa 64.000 station\u00e4re und 300.000 ambulante Patient:innen. Mit dem Westdeutschen Tumorzentrum, einem der gr\u00f6\u00dften Tumorzentren Deutschlands, dem Westdeutschen Zentrum f\u00fcr Organtransplantation, einem international f\u00fchrenden Zentrum f\u00fcr Transplantation, in dem unsere Spezialist:innen mit Leber, Niere, Bauchspeicheldr\u00fcse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe verpflanzen, sowie dem Westdeutschen Herz- und Gef\u00e4\u00dfzentrum, einem \u00fcberregionalen Zentrum der kardiovaskul\u00e4ren Maximalversorgung, hat die Universit\u00e4tsmedizin Essen eine weit \u00fcber die Region reichende Bedeutung f\u00fcr die Versorgung von Patient:innen. Wesentliche Grundlage f\u00fcr die klinische Leistungsf\u00e4higkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Duisburg-Essen mit ihrer Schwerpunktsetzung in Herz- und Kreislauferkrankungen, Immunologie und Infektiologie, Onkologie, Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften sowie Transplantation.  <\/p>\n<p>                <script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"15.10.2025 \u2013 10:29 Universit\u00e4tsklinikum Essen A\u00f6R Migr\u00e4ne: Add-on-Behandlung mit Placebos verbessert die Lebensqualit\u00e4t Helfen offen deklarierte Placebos (OLP)&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":500289,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1834],"tags":[3477,3364,29,3688,30,1209,178,180,179,181],"class_list":{"0":"post-500288","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-essen","8":"tag-bild","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-essen","12":"tag-germany","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-presse","15":"tag-pressemeldung","16":"tag-pressemitteilung","17":"tag-pressemitteilungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115377612600486471","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/500288","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=500288"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/500288\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/500289"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=500288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=500288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=500288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}