{"id":500717,"date":"2025-10-15T13:57:11","date_gmt":"2025-10-15T13:57:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/500717\/"},"modified":"2025-10-15T13:57:11","modified_gmt":"2025-10-15T13:57:11","slug":"tagesspiegel-gruender-walther-karsch-ueber-die-urteile-gegen-fuehrende-nazis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/500717\/","title":{"rendered":"Tagesspiegel-Gr\u00fcnder Walther Karsch \u00fcber die Urteile gegen f\u00fchrende Nazis"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBHk0 tspBHk1\">Vier Punkte enthielt die Anklage: Verschw\u00f6rung gegen den Weltfrieden; Planung, Entfesselung und Durchf\u00fchrung des Angriffskrieges; Verbrechen gegen das Kriegsrecht; Verbrechen gegen die Menschlichkeit. F\u00fcr das Gericht entstand die Aufgabe, nicht nur abzuw\u00e4gen, ob der einzelne Angeklagte dieses oder jenes Punktes, dessentwegen er unter Anklage stand, schuldig war oder nicht, sondern auch: in welchem Ma\u00dfe. Hieraus ergeben sich die Verschiedenheiten in der Strafzumessung. Zw\u00f6lfmal wurde die Todesstrafe verh\u00e4ngt, drei Urteile lauten auf lebensl\u00e4ngliches Gef\u00e4ngnis, zwei auf zwanzig, eines auf f\u00fcnfzehn und eines auf zehn Jahre Gef\u00e4ngnis. F\u00fcnf Todesurteile basieren darauf, da\u00df diese Angeklagten in allen Pu\u00bbkten f\u00fcr schuldig befunden wurden, bei den. \u00fcbrigen sieben Todesurteilen gen\u00fcgte das Schuldig in zwei oder drei Punkten, bei Streicher sogar nur in einem Punkte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/gegen-die-gepachtete-weltanschauung-zum-50-todestag-des-tagesspiegel-grunders-walther-karsch-14479862.html?icid=single-topic_14573111___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBRlv\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gegen die \u201egepachtete Weltanschauung\u201c Zum 50. Todestag des Tagesspiegel-Gr\u00fcnders Walther Karsch <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Ohne einen Blick in die Begr\u00fcndungen getan zu haben, sind diese Verschiedenartigkeit der Urteile wie auch die Freispr\u00fcche f\u00fcr Papen , Schacht und Fritzsche nicht zu verstehen. Es ist klar, da\u00df G\u00f6ring hier im Gerichtssaal die Stelle Adolf Hitlers einnahm. Er selbst hat sich auch in den zehn Monaten durchaus als der \u201eF\u00fchrer\u201c der Angeklagten gef\u00fchlt. F\u00fcr ihn fand sich in dem ganzen Material kein entlastendes Moment. Ja, seine eigenen Gest\u00e4ndnisse und Eingest\u00e4ndnisse reichen aus, um das Urteil zu begr\u00fcnden. Ebenso wie er in allen vier Punkten f\u00fcr schuldig befunden wurde, war dies bei Ribbentrop , Keitel, Rosenberg und Jodl der Fall. Das Gericht betonte genau wie bei G\u00f6ring die f\u00fchrende Rolle dieser vier. Es sind wenige Einzelheiten, die in der Begr\u00fcndung aufgef\u00fchrt werden, doch diese wenigen zeichnen das Bild einer grauenhaften Phantasmagorie, deren Urheber sich aller menschlichen Bedenken entschlugen. Planung und F\u00fchrung lagen in ihren H\u00e4nden. Und wenn der eine oder andere f\u00fcr sich in Anspruch nehmen will, da\u00df untergeordnete Organe ihrer Aemter sich selbst\u00e4ndig gemacht und \u00fcber das gesteckte Ziel hinausgeschossen haben \u2014 diese Organe konnten das nur tun, weil sie genau wu\u00dften, sie w\u00fcrden von den M\u00e4nnern, die am Steuer des Organismus standen, doch gedeckt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/themen\/erik-reger?icid=single-topic_14573111___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBRlv\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zum 80. Jahrestag der ersten Tagesspiegel-Ausgabe Hier lesen Sie Artikel von Erik Reger sowie Texte \u00fcber den Zeitungsgr\u00fcnder und vieles mehr aus dem Tagesspiegel in der Nachkriegszeit <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Bei Kaltenbrunner wurde die Anklage im Punkte eins fallen gelassen \u2014 die Verbrechen, deren er zu den Punkten drei und vier f\u00fcr schuldig befunden wurde, gen\u00fcgten, um das Todesurteil gegen ihn zu rechtfertigen. Mit seinem Namen ist der des \u201eReichssicherheitshauptamtes\u201c verkn\u00fcpft, jener obersten Instanz der Gestapo, in deren H\u00e4nde zu geraten gleichbedeutend mit dem Tode war. Und so wie bei ihm wird der Leser der Begr\u00fcndungen bei jedem anderen der zum Tode Verurteilten finden, da\u00df das Ma\u00df des Erwiesenen ausreichte, um das Leben des Beschuldigten auszul\u00f6schen.<\/p>\n<p> Mehr Tagesspiegel-Artikel von Walther Karsch aus der Nachkriegszeit <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/geschichte\/die-wand-aus-watte-fragen-der-verantwortlichkeit-im-nurnberger-prozess-13372297.html?icid=topic-list_14573111___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBRlv\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Wand aus Watte Fragen der Verantwortlichkeit im N\u00fcrnberger Proze\u00df <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/geschichte\/auch-ein-jahrestag-eine-analyse-der-nazi-bundnispolitik-in-der-ersten-tagesspiegel-ausgabe-14404007.html?icid=topic-list_14573111___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBRlv\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eAuch ein Jahrestag\u201c Eine Analyse der Nazi-B\u00fcndnispolitik in der ersten Tagesspiegel-Ausgabe <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/geschichte\/vom-sinn-der-kritik-ein-programmatischer-tagesspiegel-artikel-aus-der-nachkriegszeit-13459183.html?icid=topic-list_14573111___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBRlv\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eVom Sinn der Kritik\u201c Ein programmatischer Tagesspiegel-Artikel aus der Nachkriegszeit <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Dieses Leben retten konnten He\u00df, Funk, D\u00f6nitz, Raeder, Schirach, Neurath und Speer. D\u00f6nitz kam von ihnen am glimpflichsten davon. Ihm wurden nach dem Urteilsspruch praktisch die Verst\u00f6\u00dfe gegen das V\u00f6lkerrecht bei der F\u00fchrung des U-Boot-Krieges nicht angerechnet, da nach der Ansicht des Gerichtes der U-Boot-Krieg auch von den Gegnern Deutschlands \u201euneingeschr\u00e4nkt\u201c gef\u00fchrt wurde. Seine Beteiligung an den Angriffskriegen, an anderen Verbrechen als jenen des uneingeschr\u00e4nkten U-Boot-Krieges, brachte ihm deshalb lediglich jene zehn Jahre ein. W\u00e4hrend die Einzelheiten der Urteilsbegr\u00fcndungen f\u00fcr Schirach, Funk, Raeder, Neurath und Speer eine genaue Abw\u00e4gung des Schuldma\u00dfes erkennen lassen, ging das Gericht im Falle He\u00df anscheinend von der Auffassung aus, da\u00df die.bis zu seinem Englandfluge begangenen Taten zwar auf der Gesamtlinie liegen, aber doch nicht, was die Quantit\u00e4t und die Intensit\u00e4t anlangt, mit denen verglichen werden k\u00f6nnen, die sp\u00e4ter begangen wurden. Die russische Delegation beim N\u00fcrnberger Gerichtshof hat in ihrer Erkl\u00e4rung, die Lordrichter Lawrence nach der Urteilsverk\u00fcndung verlas, f\u00fcr He\u00df die Todesstrafe verlangt und damit bekundet, da\u00df sie diesen Gradunterschiede nicht anerkennt, sondern dem Prinzipiellen die ausschlaggebende Bedeutung beimi\u00dft. Angesichts der Tatsache, da\u00df He\u00df \u201eStellvertreter des F\u00fchrers\u201c war, hat diese Argumentation nicht wenig f\u00fcr sich.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Nach Auffassung der russischen Delegation h\u00e4tten auch Schacht, Papen und Fritzsche, die freigesprochen wurden, verurteilt werden m\u00fcssen. Das Gericht hat sich dieser Auffassung nicht angeschlossen, sondern das Verhalten der Angeklagten als nicht unter die Anklagepunkte fallend bezeichnet. Wer die Begr\u00fcndung liest, wird, zumindest was Schacht und Papen betrifft, dieser Logik sich nicht verschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Beide hatten, als die Angriffskriege vorbereitet und begonnen wurden, keine Funktionen mehr, die sie in unmittelbare Ber\u00fchrung mit der Planung und F\u00fchrung dieser Angriffskriege gebracht h\u00e4tten. Bei Schacht kommt hinzu, da\u00df er 1937 aus seinen Aemtern schied und damit dem Nationalsozialismus die Gefolgschaft aufsagte. Wenn der Gerichtshof im Falle Fritzsche entschieden hat, da\u00df seine Reden nicht zur Verfolgung oder Ausrottung von Juden aufgefordert haben, und annimmt, da\u00df Fritzsche in seinen Radioreden das deutsche Volk nicht aufhetzen wollte, Greueltaten an besiegten V\u00f6lkern zu begehen, so hielt man sich zweifellos in strenger Objektivit\u00e4t an den Wortlaut der Reden Fritzsches und urteilte danach.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Dies alles aber gilt nur f\u00fcr die Anklage, die in N\u00fcrnberg erhoben wurde. Es hat wenig Zweck, den Interalliierten Gerichtshof der allzu gro\u00dfen Milde in diesen drei F\u00e4llen zu zeihen. F\u00fcr das deutsche Volk sind Schacht und Papen schuldig, mit ungesetzlichen Mitteln Hitler an die Macht geholfen zu haben. Ohne beider Unterst\u00fctzung w\u00e4re Hitler nie bis zu Hindenburg vorgedrungen, ohne Schachts Hilfe w\u00e4re es ihm nie m\u00f6glich gewesen, das nationalsozialistische Staatsgef\u00fcge auf einem, am Anfang wenigstens, einigerma\u00dfen soliden finanziellen Fundament aufzubauen. Und was die Kommentare des Herrn Fritzsche anlangt, so wird wohl auch dem K\u00fchldenkenden die Wut in der Erinnerung daran hochkommen, jene Wut, die ihn manchmal beinahe dazu verleitet h\u00e4tte, seinen Radioapparat zu zerschmettern, wenn er sich damit nicht des Vergn\u00fcgens beraubt h\u00e4tte, BBC-London zu h\u00f6ren. Das was Fritzsche sagte, mag keine Aufforderung zu Verbrechen gewesen sein. Es war aber eine, wenn auch sehr geschickte, Rechtfertigung der Politik des \u201eDritten Reiches\u201c und damit eine \u201eRechtfertigung\u201c der von dem \u201eDritten Reiche\u201c begangenen Verbrechen. Die Form, wie er es sagtet war allerdings mehr als aufreizend; doch davon sprechen die Bl\u00e4tter, auf denen seine Reden aufgezeichnet sind, nicht \u2014 dies also konnte das Gericht bei seinem Urteil nicht ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Das deutsche Volk hat mit diesen Dreien eine Rechnung zu begleichen. In einer Pressebesprechung, die am ersten Tage der Urteilsverk\u00fcndung stattfand, hat einer der s\u00fcddeutschen Ministerpr\u00e4sidenten einen deutschen Interzonengerichtshof gefordert. Mag diese Forderung verwirklicht werden oder nicht, diese Drei geh\u00f6ren vor ein deutsches Gericht, das, dessen k\u00f6nnen sie schon jetzt sicher sein, sie bestimmt nicht freisprechen wird. Aber nicht nur diese Drei geh\u00f6ren vor dieses Gericht. Auf seiner Anklagebank haben all jene zu erscheinen, die durch Taten (auch Propagandareden und -artikel sind Taten, weil sie zu Taten verleiten) Handlungen im Sinne und Interesse des \u201eDritten Reiches\u201c begangen haben, die nach den bis zum Jahre 1933 geltenden deutschen Gesetzen und nach den Gesetzen der Menschlichkeit strafw\u00fcrdig sind.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Wenn das Gericht es abgelehnt hat, die \u201eReichsregierung\u201c, den Generalstab, das OKW und die SA als verbrecherische Organisationen zu bezeichnen, so brauchen jene, die innerhalb dieser Organisationen Handlungen begangen haben, deren Gesetzwidrigkeit auf der Hand liegt, dennoch nicht zu glauben, da\u00df sie nun f\u00fcr alle Zeiten von aller Schuld frei und ledig sind. Auch \u00fcber die Angeh\u00f6rigen dieser Organisationen hat das deutsche Volk noch einiges zu sagen, was manchem nicht gut in den Ohren klingen wird. Denn es geht wohl nicht an, da\u00df jeder \u201ekleine Pg\u201c sich der Prozedur einer Entnazifizierung zu unterziehen hat, bei der es sich um Sein oder Nichtsein seiner materiellen Existenz handelt, w\u00e4hrend Unteroffiziere vom Schlage der Himmelsto\u00df, Kommandanten von St\u00e4dten, die eine sinnlose Verteidigung fortsetzen lie\u00dfen und damit Tausende dem sicheren Tode auslieferten, straffrei ausgehen, nur weil die Organisation, der sie angeh\u00f6rten, vom N\u00fcrnberger Gerichtshof nicht als verbrecherisch bezeichnet worden Ist. Sie sollen sich auch nicht mehr auf \u201eBefehle\u201c berufen k\u00f6nnen, denn das Urteil von N\u00fcrnberg hat klar genug festgelegt; da\u00df ein Befehl denjenigen, der ihn ausf\u00fchrt, nicht von seiner Einzelverantwortlichkeit befreit.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Es soll hier gewi\u00df nicht unbegrenzten Ha\u00df- und Rachegef\u00fchlen das Wort geredet werden. Wird ein Gericht geschaffen, das den Angeklagten alle jene Rechte einr\u00e4umt, die den Angeklagten von N\u00fcrnberg einger\u00e4umt wurden, dann ist damit die Garantie gegeben, da\u00df sie ihr Recht f\u00fcr ihr Unrecht bekommen. Und dies sollte f\u00fcr den Kleinen genau wie f\u00fcr den Gro\u00dfen gelten. Wir wollen nicht mehr h\u00f6ren, da\u00df man die Kleinen h\u00e4ngt und die Gro\u00dfen laufen l\u00e4\u00dft. Die Kleinen sollen sich aber auch nicht mehr hinter die Gro\u00dfen verstecken d\u00fcrfen. Sonst kann es passieren, da\u00df ebenso wie Hitler und Konsorten geartete Gro\u00dfe bald wieder Kleine finden, die stur ihren \u201eBefehlen\u201c gehorchen.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Zehn Monate haben die Angeklagten Tag f\u00fcr Tag geh\u00f6rt, was man ihnen vorwirft, geh\u00f6rt, welche Folgen ihre Anordnungen und Befehle hatten. Zehn Monate standen unsichtbar hinter der Anklage die Toten des Krieges, der Zuchth\u00e4user und der Konzentrationslager. Die Gerechtigkeit gebietet zu sagen, da\u00df sie einen feil dessen, was sie begangen haben, in diesen zehn Monaten bereits abgeb\u00fc\u00dft haben \u2014 soweit ein drei\u00dfigmillionenfacher Tod, Zerst\u00f6rung, Vernichtung, Ausrottung \u00fcberhaupt abgeb\u00fc\u00dft werden k\u00f6nnen. Wer die Berichte aufmerksam verfolgt und vielleicht sogar Gelegenheit gehabt hat, f\u00fcr ein paar Tage dem Proze\u00df zuzuh\u00f6ren, wird allerdings bekunden k\u00f6nnen, da\u00df, von wenigen Ausnahmen wie Speer\u2019und Frank abgesehen, kaum einem der Angeklagten die volle Tragweite dieses Prozesses bewu\u00dft geworden ist. Sie haben sich fa^t alle herauszureden versucht, wo es gar nichts mehr zu reden und zu deuteln gab. Gewi\u00df: jeder hat das Recht, um seine Haut zu k\u00e4mpfen, und jedes Mittel ist dazu erlaubt. Doch wer eine sogenannte heroische Weltanschauung verk\u00fcndet, h\u00e4tte zumindest die Verpflichtung, sich ein klein wenig heroisch zu geb\u00e4rden. Die Angeklagten von N\u00fcrnberg taten das nicht. Sie legten mit ihrer Haltung die innere Hohlheit ihrer \u201eWeltanschauung\u201c blo\u00df und erteilten damit zuk\u00fcnftigen Generationen einen Anschauungsunterricht, der diese hoffentlich davor bewahren wird, noch einmal nach den Trompetent\u00f6nen und Trommelwirbel der Verk\u00fcnder des Heroismus in ihren Untergang zu marschieren.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">F\u00fcr den, der sich in den vergangenen zw\u00f6lf Jahren gegen\u00fcber nicht nur den groben, sondern gerade den feinen Mitteln der nationalsozialistischen Propaganda seine k\u00fchle Ueberlegung bewahrt hat, war es allerdings von allem Anfang klar, da\u00df hinter der \u201eheroischen\u201c Fassade ein armseliges Geschlecht sein armseliges Handwerk trieb. Angefangen von den Ueberf\u00e4llen der \u201eRollkommandos\u201c auf unbewaffnete Teilnehmer gegnerischer politischer Versammlungen und Demonstrationen, von der Brandstiftung im Reichstag, von der Ausschaltung der kommunistischen Reichstagsfraktion, von dem erzwungenen Erm\u00e4chtigungsgesetz, von der Erpressung an den Gewerkschaften und der Liquidierung der Parteien, weiter \u00fcber die Besetzung des Rheinlandes, die Annexion Oesterreichs, die Sudetenkrise., den Einmarsch in die Tschechoslowakei, den Ueberfall auf Polen, D\u00e4nemark, Norwegen, Holland, Belgien, Jugoslawien und Griechenland bis zu der Ausrottung der Juden, und der Bev\u00f6lkerung der besetzten Gebiete, der massenweisen Ermordung politischer Gegner \u2014 immer suchten sich diese \u201eHelden\u201c den Punkt des geringsten Widerstandes aus, immer gingen sie gegen einen Gegner los, dem sie vorher durch gutes Zureden oder durch harmlos scheinende Ma\u00dfnahmen die Mittel der Gegenwehr entwunden hatten. Immer dann, wenn sie ernsthaften Widerstand zu sp\u00fcren glaubten, traten sie den R\u00fcckzug an. Die Geschichte des nationalsozialistischen Regimes ist eine einzige Orgie der Feigheit, die um so widerlicher war, als sie sich heroisch gab.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Unter das Hauptkapitel dieser Geschichte hat das N\u00fcrnberger Urteil den Schlu\u00dfstrich gesetzt. Es ist eine Warnung an alle die, die noch einmal versuchen sollten, gegen jene Gesetze sich zu vergehen, die statuiertes Recht, Gerechtigkeit und Rechtsgef\u00fchl im Laufe der Jahrhunderte aufgestellt haben. Zum erstenmal haben Staatsm\u00e4nner und Feldherren erfahren, da\u00df ihnen das Urteil nicht immer erst dann, wenn sie l\u00e4ngst tot sind, gesprochen wird. In N\u00fcrnberg hat die Geschichte diesmal \u00fcber Lebende zu Gericht gesessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vier Punkte enthielt die Anklage: Verschw\u00f6rung gegen den Weltfrieden; Planung, Entfesselung und Durchf\u00fchrung des Angriffskrieges; Verbrechen gegen das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":500718,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1837],"tags":[5791,772,3364,29,30,9681,57,3783,2657],"class_list":{"0":"post-500717","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nuernberg","8":"tag-adolf-hitler","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-holocaust","14":"tag-nationalsozialismus","15":"tag-nuernberg","16":"tag-zweiter-weltkrieg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115378536170301104","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/500717","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=500717"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/500717\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/500718"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=500717"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=500717"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=500717"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}