{"id":501252,"date":"2025-10-15T18:41:19","date_gmt":"2025-10-15T18:41:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/501252\/"},"modified":"2025-10-15T18:41:19","modified_gmt":"2025-10-15T18:41:19","slug":"irans-machtverlust-im-nahen-osten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/501252\/","title":{"rendered":"Irans Machtverlust im Nahen Osten"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/iran-demo-114.jpg\" alt=\"Auf einer Kundgebung in Teheran (Iran) zeigt ein Mann ein Bild von Ajatollah Chamenei.\" title=\"Auf einer Kundgebung in Teheran (Iran) zeigt ein Mann ein Bild von Ajatollah Chamenei. | EPA\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 15.10.2025 17:51 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Bei den Bem\u00fchungen um ein Gaza-Abkommen spielte der Iran keine Rolle &#8211; auch das ein Zeichen daf\u00fcr, dass das Land in der Region zunehmend isoliert ist. Und manche rechnen mit neuen Milit\u00e4rschl\u00e4gen gegen das Land. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/katharina-willinger-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Katharina Willinger\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/katharina-willinger-111.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vergangener Freitag in der Teheraner Innenstadt: Anh\u00e4nger der F\u00fchrung kommen anl\u00e4sslich der Einigung zwischen Hamas und Israel zu einer Demo zusammen, sie feiern die Vereinbarung als Erfolg der Hamas. &#8222;Der Sieg ist nah&#8220;, steht auf einigen Plakaten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Hamas gilt als vom Iran hochger\u00fcstet: mit Wissen, Technologie und viel Geld, vor allem beim gezielten Aufbau von Raketenkapazit\u00e4ten. Erst vergangene Woche dankte ein Hamas-Vertreter der Islamischen Republik f\u00fcr &#8222;all die ehrenhafte Unterst\u00fctzung&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00c4hnliches gilt f\u00fcr andere Kr\u00e4fte in der Region, bekannt geworden als sogenannte Achse des Widerstands. Dazu z\u00e4hlen die Hisbollah im Libanon, die Huthis im Jemen, Milizen im Irak und der fr\u00fchere syrische Machthaber Assad al Assad.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch viele dieser Verb\u00fcndeten sind inzwischen Geschichte, oder zumindest massiv geschw\u00e4cht. Die F\u00fchrung in Teheran hat ihr einstiges Bollwerk, das sich auch immer wieder gegen Israel richtete, weitgehend verloren.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Die iranische F\u00fchrung stellt die Vereinbarung mit der Hamas als Erfolg dar. Doch die Demo in Teheran kann nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die iranische F\u00fchrung eine ganze Reihe von R\u00fcckschl\u00e4gen hat einstecken m\u00fcssen.\n                    <\/p>\n<p>    Wie gro\u00df ist das Misstrauen in der eigenen Elite?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine erste direkte Konsequenz zeigte sich im Juni dieses Jahres: Die Regierung Benjamin Netanjahus griff den Iran im sogenannten Zw\u00f6lf-Tage-Krieg mit US-amerikanischer Unterst\u00fctzung direkt an. Hauptziel laut israelischer Regierung war das iranische Atom- und Raketenprogramm. Stellungen in mehreren Landesteile wurden angegriffen, hochrangige Milit\u00e4rs und Nuklearwissenschaftler get\u00f6tet. Die USA setzten bunkerbrechende Bomben auf iranische Atomanlagen ein: Mit welchem Erfolg, dar\u00fcber herrscht nach wie vor Unklarheit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In einer Sache waren sich Beobachter damals hingegen schnell einig: Nur von au\u00dferhalb des Landes konnte ein solcher Angriff nicht organisiert worden sein. Viele vermuteten, dass der iranische Sicherheitsapparat unterwandert worden war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch an welchen Stellen, und wie gro\u00df das Misstrauen in den Reihen der F\u00fchrungselite seitdem ist, bleibt bis heute ein R\u00e4tsel. \u00d6ffentlich wurden keine Verhaftungen von Amtstr\u00e4gern oder Milit\u00e4rs verk\u00fcndet, auch gab es keine Absetzungen oder R\u00fccktritte. Das Ziel dahinter d\u00fcrfte sein, nach au\u00dfen hin keine Schw\u00e4che zu zeigen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dagegen wurden Festnahmen innerhalb der Zivilbev\u00f6lkerung sehr schnell \u00f6ffentlich bekanntgegeben: Mehr als 20.000 Menschen sollen allein bis Mitte August festgenommen worden sein, so iranische Beh\u00f6rden. Laut Menschenrechtsorganisationen befinden sich darunter Journalisten, Aktivisten und Mitglieder zahlreicher Minderheiten im Land.<\/p>\n<p>    Auch die Europ\u00e4er setzen auf H\u00e4rte<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aus der europ\u00e4ischen Politik hatte es im Juni weitgehend Zustimmung f\u00fcr die israelischen Angriffe gegeben. Der Deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von &#8222;Drecksarbeit&#8220;, die Israel stellvertretend f\u00fcr den Westen erledige. Worte, die die Zivilbev\u00f6lkerung im Iran ins Mark trafen. Schlie\u00dflich hatten Berlin und andere europ\u00e4ische Regierungen lange Zeit mit der F\u00fchrung im Iran verhandelt. Auch dann, als im Iran Tausende Menschen unter Einsatz ihrer Freiheit und ihres Lebens gegen die F\u00fchrung demonstrierten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch die Drohkulisse, die der Iran vor allem mit seinem Atomprogramm \u00fcber Jahrzehnte errichtet hatte, war den Europ\u00e4ern irgendwann zu gro\u00df geworden &#8211; das glauben selbst iranische Analysten. Auch deshalb hatte Israel das stille Einverst\u00e4ndnis vieler westlicher L\u00e4nder anzugreifen, trotz Zweifel daran, ob die Angriffe v\u00f6lkerrechtskonform waren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kritik an den israelischen Angriffen kam vor allem von den Nachbarstaaten des Iran. Bei vielen zeigte sich die Sorge vor einer Ausweitung des Kriegs auf die gesamte Region &#8211; und davor, dass eine \u00dcbermacht durch Israel entstehen k\u00f6nnte. Gleichzeitig arbeiten L\u00e4nder wie Saudi-Arabien wirtschaftlich eng mit den USA zusammen, genau wie die T\u00fcrkei, die als NATO-Mitglied zudem milit\u00e4risch mit dem Westen kooperiert.<\/p>\n<p>    Wenig R\u00fcckhalt aus Peking und Moskau<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">W\u00e4hrend des Zw\u00f6lf-Tage-Kriegs mit Israel war die F\u00fchrung in Teheran milit\u00e4risch daher auf sich alleine gestellt. Auch von den beiden verb\u00fcndeten Superm\u00e4chten Russland und China kam au\u00dfer einer verbalen Verurteilung nicht viel. Im Fr\u00fchjahr noch hatte der Iran mit beiden L\u00e4ndern eine Milit\u00e4r\u00fcbung im Persischen Golf abgehalten. Zu einem diplomatischen Bruch f\u00fchrte die Zur\u00fcckhaltung allerdings nicht, im Gegenteil.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn Teheran ist vor allem wirtschaftlich mehr denn je auf die Unterst\u00fctzung Russlands und Chinas angewiesen, vor allem der Handel mit China ist f\u00fcr die iranische F\u00fchrung \u00fcberlebensnotwendig.\u00a0Die Volksrepublik nimmt etwa 90 Prozent der iranischen \u00d6lexporte ab, der Verkauf ist international sanktioniert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Zink und Kupfer liefert der Iran nach China. Im Gegenzug liefert das Land Waren in den Iran, darunter Autos und Elektroartikel &#8211; ein effektiver Tauschhandel, mit dem Sanktionen weitgehend umgangen werden.<\/p>\n<p>    Kommt es zu neuen Angriffen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Peking verfolgt mit seiner Partnerschaft mit der Islamischen Republik ein geopolitisches Interesse: Mit der iranischen F\u00fchrung unterst\u00fctzt man im Nahen Osten ein System, das mit dem gro\u00dfen Rivalen USA im Dauerkonflikt steht und am Verhandlungstisch irgendwann n\u00fctzlich sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Russland unterzeichnete der Iran Ende September eine Kooperation \u00fcber nukleare Zusammenarbeit. Konkret geht es um den Bau von vier Atomkraftwerken im S\u00fcden des Landes. Der Zeitpunkt der Vereinbarung schien kein Zufall, denn fast zeitgleich traten alte UN-Sanktionen gegen den Iran wieder in Gang, die bis dato ausgesetzt waren &#8211; und von China und Russland abgelehnt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ausgel\u00f6st wurden sie von Deutschland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien, die zuvor erfolglos mit dem Iran \u00fcber eine R\u00fcckkehr zum Atomabkommen verhandelt hatten. W\u00e4hrend Inspektoren der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde den Iran inzwischen verlassen haben, k\u00fcndigen Hardliner im iranischen Parlament an, man werde das Nuklearprogramm nun ohne Beschr\u00e4nkungen weiterentwickeln.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aussagen, die eine milit\u00e4rische Konfrontation befeuern k\u00f6nnten &#8211; und gleichzeitig vielen Menschen im Iran Angst machen. Nicht wenige rechnen damit, dass der Krieg in eine zweite Runde geht. Denn aktuell herrscht lediglich ein fragiles Waffenstillstandsabkommen, das am 24. Juni von US-Pr\u00e4sident Donald Trump verbal verk\u00fcndet wurde. Der erkl\u00e4rte vergangene Woche: Er werde mit Angriffen nicht noch einmal so lange warten, falls der Iran sein Nuklearprogramm wieder hochfahre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 15.10.2025 17:51 Uhr Bei den Bem\u00fchungen um ein Gaza-Abkommen spielte der Iran keine Rolle &#8211; auch das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":501253,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13,345,14,5796,15,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-501252","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-headlines","9":"tag-iran","10":"tag-nachrichten","11":"tag-naher-osten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-top-news","15":"tag-top-meldungen","16":"tag-topmeldungen","17":"tag-topnews","18":"tag-welt","19":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115379653681509133","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/501252","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=501252"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/501252\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/501253"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=501252"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=501252"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=501252"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}