{"id":501745,"date":"2025-10-15T23:07:10","date_gmt":"2025-10-15T23:07:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/501745\/"},"modified":"2025-10-15T23:07:10","modified_gmt":"2025-10-15T23:07:10","slug":"warum-die-ukraine-tomahawks-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/501745\/","title":{"rendered":"Warum die Ukraine Tomahawks will"},"content":{"rendered":"<p>Amerikanische <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ukraine-krieg-tomahawk-marschflugk\u00f6rper-angriff-russland-us-pr\u00e4sident-trump-druck-pr\u00e4sident-putin-v4\/a-74330055\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tomahawk-Raketen<\/a> sind in letzter Zeit in Washington, Kyjiw und Moskau ein wichtiges Thema. US-Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> schlie\u00dft eine Lieferung dieser Waffen an die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ukraine-krieg\/t-60978725\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> nicht mehr aus, sollte sich <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russland\/t-17284476\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> einer friedlichen Beilegung des Krieges verweigern. Zuvor hatte der ukrainische Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wolodymyr-selenskyj\/t-48449478\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wolodymyr Selenskyj<\/a> erkl\u00e4rt, er und Trump h\u00e4tten telefonisch \u00fcber die Raketen gesprochen, ohne Details zu nennen.<\/p>\n<p>Demnach w\u00fcrden die Langstreckenraketen helfen, Frieden zu erreichen. &#8222;Wir sehen und h\u00f6ren, dass Russland Angst hat, dass die Amerikaner uns Tomahawks geben k\u00f6nnten. Das zeigt, dass diese Art von Druck zu Frieden beitragen kann&#8220;, so\u00a0Selenskyj. Sollten die USA Tomahawks liefern, sagte \u00a0er am 12. Oktober, w\u00fcrde die Ukraine damit ausschlie\u00dflich milit\u00e4rische Ziele angreifen.\u00a0<\/p>\n<p>Der russische Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wladimir-putin\/t-17289915\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wladimir Putin<\/a> hatte zuvor behauptet, Tomahawk-Raketen seien f\u00fcr Russland keine ernste Gefahr, f\u00fcgte aber hinzu, dass die Lieferung solcher Raketen an die Ukraine eine <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/putin-warnt-usa-vor-tomahawk-lieferung-an-die-ukraine\/a-74225774\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;absolut neue, qualitativ neue Etappe der Eskalation&#8220;<\/a> zwischen Washington und Moskau darstellen w\u00fcrde. Sein Pressesprecher Dmitrij Peskow betonte allerdings\u00a0in einem\u00a0Interview im russischen Staatsfernsehen, dass\u00a0m\u00f6gliche Lieferungen von Tomahawk-Raketen an die Ukraine in Moskau f\u00fcr &#8222;\u00e4u\u00dferste Besorgnis&#8220; sorgen.<\/p>\n<p>Selenskyj wird voraussichtlich am Freitag in Washington mit Trump zusammentreffen. Der ukrainische Pr\u00e4sident betonte, bei dem Gespr\u00e4ch im Wei\u00dfen Haus werde es um Luftverteidigung und Langstreckenwaffen gehen.<\/p>\n<p>Tomahawk &#8211; eine alte, aber bew\u00e4hrte Rakete<\/p>\n<p>Eine Tomahawk-Rakete ist ein hochpr\u00e4ziser, sowohl strategischer als auch taktischer Unterschall-Marschflugk\u00f6rper mit gro\u00dfer Reichweite. Sie wird in vielen Modifikationen hergestellt, darunter f\u00fcr verschiedene Sprengk\u00f6pfe, unter anderem auch f\u00fcr nukleare. Man kann sie von verschiedenen Rampen aus starten.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74328577\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74328577_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Portrait von US-Pr\u00e4sident Donald Trump \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>US-Pr\u00e4sident Donald Trump erw\u00e4gt die Lieferung von Tomahawk-Raketen an die UkraineBild: Evelyn Hockstein\/REUTERS<\/p>\n<p>&#8222;Die Tomahawk ist eine recht alte Rakete, deren Entwicklung in den 1970er Jahren begann. Urspr\u00fcnglich entwickelten die Amerikaner sie als Tr\u00e4gerrakete f\u00fcr Atomwaffen in drei Versionen: luftgest\u00fctzte &#8211;\u00a0f\u00fcr Bomber -, landgest\u00fctzte und seegest\u00fctzte&#8220;, erl\u00e4utert der ukrainische Milit\u00e4rexperte Konstjantyn Krywolap im DW-Gespr\u00e4ch. Die Rakete hatte urspr\u00fcnglich eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometern. Als der nukleare Sprengkopf durch einen konventionellen ersetzt wurde, entschied man, dass eine Reichweite von 1600 Kilometern und ein Sprengkopfgewicht von etwa 450 Kilogramm ausreichen. Es gebe aber weiterhin Raketen, die 2500 Kilometer weit fliegen k\u00f6nnen, betont Krywolap.<\/p>\n<p>Ihm zufolge wurden die bodengest\u00fctzten Tomahawk-Raketen und die dazugeh\u00f6rigen Startrampen nach der Unterzeichnung des Vertrags \u00fcber die Beseitigung von Mittelstrecken- und Kurzstreckenraketen (INF-Vertrag) zwischen den USA und der Sowjetunion im Jahr 1987 abgeschafft. Nachdem die USA 2019 w\u00e4hrend Donald Trumps erster Amtszeit aus diesem Vertrag ausgestiegen waren, wurden viele Startrampen wiederhergestellt. Krywolap glaubt, dass die Ukraine jetzt bodengest\u00fctzte Tomahawks brauche.<\/p>\n<p>Laut dem Experten besteht die Besonderheit der Tomahawk darin, dass sie ihren Weg in sehr niedriger H\u00f6he unter Ber\u00fccksichtigung des Gel\u00e4ndes bew\u00e4ltigt und Hindernisse umgeht. &#8222;Das Wichtigste an dieser Rakete ist ihre F\u00e4higkeit, sehr niedrig zu fliegen. Sie setzt die technischen Entwicklungen am besten um, die es f\u00fcr das Abtasten des Gel\u00e4ndes durch einen Marschflugk\u00f6rper gibt.&#8220; Sie sei im Westen der konventionelle, also nicht nuklear bewaffnete Marschflugk\u00f6rper mit der gr\u00f6\u00dften Reichweite.\u00a0<\/p>\n<p>Warum Tomahawks f\u00fcr den Kreml ein Problem w\u00e4ren<\/p>\n<p>Die Tomahawk-Rakete wurde 1983 eingef\u00fchrt. Seitdem haben die USA sie wiederholt bei Milit\u00e4roperationen eingesetzt &#8211; so im Irak, in Libyen und in Syrien. Andrij Kowalenko vom Zentrum zur Bek\u00e4mpfung von Desinformation beim Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine\u00a0weist darauf hin, dass Tomahawk-Langstreckenraketen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/syrien-schickt-kampfbomber-erneut-los\/a-38348381\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bei den K\u00e4mpfen in Syrien 2017 und 2018<\/a> erfolgreich Objekte der russischen Luftabwehr getroffen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Ihm zufolge fliegt eine Tomahawk mit einer komplexen Navigation, dank der nach ihrer Erfassung durch Radare dem Gegner nur Sekunden Zeit zum Reagieren bleibt. Um diese Rakete effektiv abzufangen, ist ein dichtes Netz niedriger Radare sowie eine sofortige \u00dcbermittlung von Zielbezeichnungen und eine synchronisierte Luftabwehr erforderlich. &#8222;Russische Systeme deckten damals syrische Objekte ab, waren aber erfolglos. Tomahawks sind besonders effektiv, wenn sie paketweise gestartet werden. Eine \u00dcberlastung der Luftabwehr erh\u00f6ht die Erfolgschancen. Russische S-400- oder Panzir-Systeme sind gegen die Tomahawks schwach&#8220;, so Kowalenko.<\/p>\n<p>Die Erfahrungen mit der Tomahawk-Rakete und ihre Eigenschaften bei langen Strecken w\u00fcrden den ukrainischen Streitkr\u00e4ften erm\u00f6glichen, wichtige milit\u00e4rische Ziele in Russland in einer Entfernung von 1600 Kilometern zu treffen, sagt der Waffenexperte und Chefredakteur des Milit\u00e4rportals Defense Express, Oleh Katkow, der DW. &#8222;Man k\u00f6nnte eine gewisse Anzahl russischer R\u00fcstungsunternehmen zerst\u00f6ren&#8220;, betont er.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"69975291\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/69975291_${formatId}.jpeg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Portrait von Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Wolodymyr Selenskyj will nur milit\u00e4rische Ziele in Russland mit Tomahawk-Raketen angreifenBild: President of Ukraine<\/p>\n<p>Auch das amerikanische Institute for the Study of War (ISW) meint, die Ukraine k\u00f6nnte mit Tomahawk-Raketen tief auf russischem Gebiet wichtige Milit\u00e4reinrichtungen wie die Drohnenfabrik in Jelabuga in der Teilrepublik Tatarstan oder den Luftwaffenst\u00fctzpunkt Engels-2 in der Region Saratow erheblich besch\u00e4digen oder sogar zerst\u00f6ren. Von dort startet Russland strategische Bomber, die bei massiven kombinierten Angriffen auf die Ukraine luftgest\u00fctzte Marschflugk\u00f6rper abfeuern. Insgesamt kommt das ISW auf 1600 bis 2000 milit\u00e4rische Ziele in Russland, die Tomahawks erreichen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Wie viele Tomahawks k\u00f6nnte die Ukraine bekommen?<\/p>\n<p>Ukrainische Experten f\u00fcrchten jedoch, dass die Ukraine nicht genug Tomahawk-Raketen erhalten wird, um all diese Ziele zu treffen. Schlie\u00dflich, so Oleh Katkow, sei unbekannt, wie viele solcher Raketen die USA selbst h\u00e4tten und wie viel eine Rakete die Ukraine kosten w\u00fcrde.\u00a0Katkow weist darauf hin, dass Washington der Ukraine derzeit Waffen nur noch verkauft &#8211; gegen Geld von den europ\u00e4ischen NATO-L\u00e4ndern sowie von Kanada \u00fcber den PURL-Mechanismus (Prioritized Ukraine Requirements List).<\/p>\n<p>Der Preis einer Tomahawk ist hoch und variiert je nach Land, das diese Rakete von den USA kauft. Laut Katkow zahlen die Niederlande f\u00fcr eine Tomahawk 12,5 Millionen Dollar und Japan 4,25 Millionen, was daran liegt, dass Washington Japans Nachbarn China als die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr die nationale Sicherheit der USA betrachtet.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn man ein durchschnittliches Finanzierungspaket im Rahmen des PURL in H\u00f6he von einer halben Milliarde Dollar und den Preis f\u00fcr Japan nimmt, kommt man auf etwa 117 Raketen. Wenn man den Preis f\u00fcr die Niederlande ansetzt, dann sind es deutlich weniger. Die Produktionsrate von Tomahawks aller Modifikationen lag in den letzten Jahren bei etwa 50 St\u00fcck pro Jahr. Das ist nicht viel und bedeutet, dass es f\u00fcr die Ukraine definitiv keine Tausenden Tomahawks geben wird, vielleicht nicht einmal Hunderte&#8220;, so Katkow. Von der Anzahl der Raketen &#8211; sollte die Ukraine sie \u00fcberhaupt bekommen &#8211; w\u00fcrde abh\u00e4ngen, wie Kyjiw sie einsetzen w\u00fcrde und ob die Tomahawks den Verlauf des Krieges \u00e4ndern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Tomahawk-Lieferungen als Signal an Putin<\/p>\n<p>Sollte der US-Pr\u00e4sident beschlie\u00dfen, diese Waffen an die Ukraine zu liefern, w\u00e4re dies eine direkte Folge von Putins Ablehnung jedes Friedensvorschlags von Trump, meint John E. Herbst, Senior Director des Eurasia-Zentrums beim Atlantic Council und ehemaliger US-Botschafter in der Ukraine.<\/p>\n<p>&#8222;Die Hysterie des Kremls in Bezug auf eine m\u00f6gliche Lieferung dieser Waffen an die Ukraine zeigt, dass dies Einfluss auf Putins Politik haben k\u00f6nnte&#8220;, erkl\u00e4rt der Experte im Interview mit der Deutschen Welle. Er glaubt, dass Tomahawk\u2011Lieferungen den Krieg kaum entscheiden w\u00fcrden. Sie k\u00f6nnten jedoch ein Signal an Putin senden und den Kreml zu Friedensverhandlungen bewegen.<\/p>\n<p>Adaption aus dem Ukrainischen: Markian Ostaptschuk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Amerikanische Tomahawk-Raketen sind in letzter Zeit in Washington, Kyjiw und Moskau ein wichtiges Thema. 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