{"id":50191,"date":"2025-04-21T18:49:15","date_gmt":"2025-04-21T18:49:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/50191\/"},"modified":"2025-04-21T18:49:15","modified_gmt":"2025-04-21T18:49:15","slug":"ukrainer-begegnen-moeglicher-waffenruhe-mit-skepsis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/50191\/","title":{"rendered":"Ukrainer begegnen m\u00f6glicher Waffenruhe mit Skepsis"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 21.04.2025 18:41 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Eine l\u00e4ngere Feuerpause im zerm\u00fcrbenden Krieg &#8211; die sehnen sich viele Ukrainer herbei. Doch die Sorge vor einem folgenschweren Abkommen mit Russland ist gro\u00df. K\u00f6nnte der Gegner profitieren?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Jerzy Sobotta und Aleksander Palikot\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIlja Borsuk steigt aus seinem blauen Minivan. &#8222;Ewakuaciya&#8220; &#8211; also Evakuierung &#8211; steht in kyrillischen Lettern in leuchtendem Rot auf der zerbeulten Seitent\u00fcr. Mit diesem Auto ist er aus dem Donbass geflohen. Und mit diesem Auto hat er drei Jahre lang Menschen aus St\u00e4dten und D\u00f6rfern evakuiert &#8211; immer wenn die Front n\u00e4her r\u00fcckte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr habe das als freiwilliger Helfer getan, manchmal unter russischem Beschuss, erz\u00e4hlt er in einem Park in der ukrainischen Gro\u00dfstadt Dnipro. Ilja Borsuk glaubt nicht, dass der Krieg schnell enden wird.<\/p>\n<p>    &#8222;Es wird noch ein Jahrhundert dauern, bis es Frieden gibt&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wenn es einen Waffenstillstand gibt, dann muss man ihn nutzen, um sich auf den Krieg vorzubereiten.&#8220; Er erz\u00e4hlt von seiner \u00e4lteren Tochter: &#8222;Sie lernt schon, wie man richtig zielt und schie\u00dft. Es wird noch ein Jahrhundert dauern, bis es Frieden gibt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeine Tochter ist 13 Jahre alt, die andere drei. Aus einer Kleinstadt in Donezk ist er mit seiner Familie nach Dnipro gezogen, denn ihre Wohnung wurde von einer russischen Rakete zerst\u00f6rt. Auf dem Handy zeigt er ein Foto der Verw\u00fcstung.<\/p>\n<p>    Das Auto zu langsam, um Granaten zu entgehen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWenn sein Auto nicht so kaputt w\u00e4re, w\u00fcrde er weiter Menschen evakuieren. Aber es f\u00e4hrt nicht mehr schnell genug, um den Granaten zu entgehen. Also repariert er St\u00f6rsender, die Soldaten vor Kamikaze-Drohnen sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRussland w\u00fcrde einen Waffenstillstand sofort brechen, glaubt Ilja Borsuk. Das habe es schon oft gemacht, in den vergangenen zehn Jahren. &#8222;Haben die Ukrainer genug vom Krieg? Ja, haben sie. Aber was ist mit den Jungs und den M\u00e4dels in Sch\u00fctzengraben? Was soll man denen sagen? Die haben von allem genug. Aber sie wissen, wenn sie weggehen, dann ist alles vorbei.&#8220;<\/p>\n<p>    Waffenruhe ist auch Thema im Sch\u00fctzengraben<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAndernorts, an einer verlassenen Fabrikhalle im Zentrum von Kiew, fliegen Drohnen durch die Luft. Es ist ein \u00dcbungsparcours, an dem Soldaten zu Drohnenfliegern ausgebildet werden. Einer von ihnen ist der 42-j\u00e4hrige Dymytro, der bereits drei Jahre k\u00e4mpft &#8211; zuletzt in einer Panzerabwehr-Einheit der III. Sturmbrigade.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Soldaten sprechen viel \u00fcber einen m\u00f6glichen Waffenstillstand, sagt er. &#8222;Alle reden dar\u00fcber. Auch im Sch\u00fctzengraben direkt an der Front. Nat\u00fcrlich sind wir alle m\u00fcde und wollen, dass der Krieg endet. Aber die Frage ist: Unter welchen Bedingungen?&#8220; Der Krieg zwischen der Ukraine und Russland sei ein existenzieller Krieg, sagt Dymytro. &#8222;Ein Krieg ums \u00dcberleben. Wenn jetzt etwas schief geht, dann wird die Ukraine einfach verschwinden.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;K\u00e4mpfen bis zum Letzten, bis zum Ende&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00c4hnlich sieht es auch sein Kamerad Mykola. Er ist 32 und k\u00e4mpft in der gleichen Einheit. &#8222;Man w\u00fcnscht sich, dass es alles so schnell wie m\u00f6glich endet. Aber mit einem guten Abkommen.&#8220; Sollte es keinen Waffenstillstand geben, &#8222;dann k\u00e4mpfen wir bis zum Letzten, bis zum Ende&#8220;, sagt Mykola. &#8222;Niemand wird einfach verschwinden, auch wenn wir alle m\u00fcde sind. Aber wir m\u00fcssen k\u00e4mpfen, das ist unsere Aufgabe.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEtwas m\u00fcde wirkt auch Wolodymyr Jermolenko. Er sitzt in seinem B\u00fcro in einem modernen Neubau des PEN-Clubs der Ukraine. Jermolenko ist der Pr\u00e4sident des PEN-Clubs, au\u00dferdem Philosoph, Universit\u00e4tsdozent und mit 45 Jahren einer der wichtigsten Intellektuellen der Ukraine.<\/p>\n<p>    Russische Ambitionen k\u00f6nnten befeuert werden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine Pause der Kampfhandlungen w\u00e4re wichtig f\u00fcr das Land, sagt er. Das bestreite niemand. Aber es sei nicht die zentrale Frage. &#8222;Wenn diese Pause dazu f\u00fchrt, dass sich alle wieder entspannen. Wenn die Europ\u00e4er sagen: Nein, diese 800 Milliarden f\u00fcr R\u00fcstung brauchen wir nicht. Wenn die Deutschen doch weniger f\u00fcr Verteidigung ausgeben oder wieder Gas durch Nord Stream flie\u00dft. Wenn diese Pause dazu f\u00fchrt, dann werden wir den n\u00e4chsten Krieg haben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs gehe also nicht um eine Pause, sondern um die Frage, wozu diese Pause f\u00fchren wird, so Jermolenko. &#8222;Das Ziel muss sein: Die russischen Ambitionen auf eine imperiale Vorherrschaft in Europa zu verhindern.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie russische Expansion sei die Ursache dieses Krieges. Und sie wird auch die Ursache sein von k\u00fcnftigen Kriegen, wenn sie nicht milit\u00e4risch in die Schranke gewiesen wird &#8211; davon sind in der Ukraine die meisten \u00fcberzeugt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 21.04.2025 18:41 Uhr Eine l\u00e4ngere Feuerpause im zerm\u00fcrbenden Krieg &#8211; die sehnen sich viele Ukrainer herbei. 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