{"id":502022,"date":"2025-10-16T01:45:12","date_gmt":"2025-10-16T01:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502022\/"},"modified":"2025-10-16T01:45:12","modified_gmt":"2025-10-16T01:45:12","slug":"ein-stecker-fuer-fast-alles-usb-c-stoppt-das-kabelchaos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502022\/","title":{"rendered":"Ein Stecker f\u00fcr (fast) alle(s): USB-C stoppt das Kabelchaos"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Der Blick in viele Schubladen offenbart das Problem: Sie sind vollgestopft mit Ladekabeln, jedes mit einem anderen Anschluss. Doch damit ist seit Ende 2024 zum Gl\u00fcck Schluss.<\/p>\n<p>Seitdem gilt eine neue EU-Richtlinie, die USB-C als einheitlichen Ladeanschluss f\u00fcr viele elektronische Ger\u00e4te vorschreibt. Doch was bedeutet das konkret? Welche Ger\u00e4te sind betroffen? Und worauf sollte man beim Kauf von Ladeger\u00e4ten und -kabeln achten? Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu im \u00dcberblick:<\/p>\n<p>Was ist USB-C eigentlich &#8211; und was kann es?<\/p>\n<p>Der USB-C-Stecker ist vielseitig und einfach anzuwenden. \u00abAnders als der bekannte, flache USB-A vertr\u00e4gt er mechanisch sehr viel mehr Steckvorg\u00e4nge und ist mit je vier Plus- und Masseleitungen f\u00fcr Str\u00f6me bis 3 oder sogar 5 Ampere ausgelegt\u00bb, erkl\u00e4rt Rudolf Opitz vom IT-Fachmagazin \u00abc&#8217;t\u00bb. USB-C kann also deutlich mehr Strom \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Der kompakte Anschluss hat 24 Kontakte und ist beidseitig steckbar \u2013 eine ganz praktische Verbesserung gegen\u00fcber dem USB-A-Stecker, der nur eine Steckrichtung erlaubt, so Opitz. Doch entscheidend sei seine Vielseitigkeit: \u00abUSB-C eignet sich nicht nur f\u00fcr schnelle Datenleitungen, sondern auch zum Schnellladen mobiler Ger\u00e4te vom Smartphone bis zum Notebook.\u00bb<\/p>\n<p>Wie lauten die EU-Vorschriften zu USB-C?<\/p>\n<p>Die Grundlage f\u00fcr den USB-C-Pflichtanschluss bildet formal die EU-Richtlinie 2022\/2380. Sie schreibt vor, dass zahlreiche Ger\u00e4te ab sofort mit einem USB-C-Anschluss ausgestattet sein m\u00fcssen. Dazu z\u00e4hlen Smartphones, Tablets, E-Reader, Kopfh\u00f6rer, tragbare Lautsprecher, Digitalkameras &#8211; sogar Tastaturen und Navigationsger\u00e4te. F\u00fcr Notebooks gilt noch eine \u00dcbergangsfrist bis zum 28. April 2026.<\/p>\n<p>Ausgenommen vom USB-C-Pflichtanschluss sind besonders leistungsstarke Laptops mit einer Leistungsaufnahme von mehr als 100 Watt, wie etwa Gaming-Notebooks, aber auch Ger\u00e4te, die ausschlie\u00dflich kabellos geladen werden wie etwa Smartwatches. \u00abLeider gilt die neue USB-C-Pflicht nicht f\u00fcr Internet-Router, gleichwohl auch hier sehr viele unterschiedlich und vor allem teure Netzteile im Einsatz sind\u00bb, sagt Timo Brauer vom Technikmagazin \u00abInside-digital.de\u00bb.<\/p>\n<p>Aufladen leicht gemacht \u2013 oder doch nicht?<\/p>\n<p>Die neue USB-C-Pflicht sorgt f\u00fcr mehr Einheitlichkeit, doch sie garantiert nicht, dass sich jedes Ger\u00e4t mit jedem Kabel aufladen l\u00e4sst. \u00abUSB-C ist letztlich nur die Steckerform, dahinter aber verbergen sich verschiedene technische L\u00f6sungen und M\u00f6glichkeiten\u00bb, erkl\u00e4rt Timo Brauer. Denn was der neue Pflichtanschluss kann, schreibt die neue Richtlinie nicht vor. Das entscheiden die Hersteller.<\/p>\n<p>Wie viel Strom flie\u00dft oder \u00fcber welche anderen Merkmale ein USB-C-Anschluss verf\u00fcgt, kann also variieren. Daher m\u00fcssen Nutzende auch selbst darauf achten, ob die Leistung von Ladekabel und Endger\u00e4t zusammenpassen, sagt Brauer. \u00abDie neue EU-Richtlinie garantiert keine vollst\u00e4ndige Kompatibilit\u00e4t.\u00bb<\/p>\n<p>Wer entscheidet, wie viel Strom flie\u00dft?<\/p>\n<p>Die tats\u00e4chliche Ladeleistung, also wie viel Strom flie\u00dft, ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Netzteil, Kabel und Endger\u00e4t. \u00abIm Normalfall entscheidet das Endger\u00e4t, also etwa das Smartphone, wie viel Strom es aufnimmt\u00bb, erkl\u00e4rt Opitz. Allerdings muss das Ladeger\u00e4t die entsprechende Leistung auch anbieten \u2013 und auch das Kabel spielt eine Rolle. Viele Nutzer w\u00fcrden aber \u00fcbersehen, dass nicht alle USB-C-Kabel gleich leistungsf\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>\u00abF\u00fcr Daten oder Video etwa m\u00fcssen alle 24 Kontakte durchverbunden sein\u00bb, so Opitz. Ladeleistungen von 100 Watt und mehr setzen au\u00dferdem einen sogenannten E-Marker-Chip im Kabel voraus, der das Ladeger\u00e4t informiert, welche Stromst\u00e4rken sicher \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen. All dies ist Opitz zufolge von au\u00dfen meist nicht erkennbar, da die EU-Richtlinie keine Kennzeichnungspflicht der Kabel und Stecker beinhaltet.<\/p>\n<p>Welche Standards f\u00fcr schnelles Laden gibt es?<\/p>\n<p>Die neue EU-Richtlinie hat hierf\u00fcr das Schnellladeverfahren Power Delivery (PD) festgelegt. Mit dem entsprechenden Kabel k\u00f6nnen bis zu 240 Watt \u00fcbertragen werden, das reicht sogar f\u00fcr ein Notebook. Ein anderer, ebenfalls bereits weit verbreiteter Schnellladestandard ist Quick Charge (QC). PD und QC sind zwar miteinander kompatibel, allerdings teilweise mit langsameren Ladegeschwindigkeiten.<\/p>\n<p>Werden andere, weniger verbreitete Standards verbaut, flie\u00dft unter Umst\u00e4nden gar kein Strom. \u00abPassen die unterst\u00fctzten Ladestandards vom Stecker nicht zu den Anforderungen des Smartphones, kann es m\u00f6glicherweise nur langsam oder gar nicht laden\u00bb, erkl\u00e4rt Timo Brauer. Kunden m\u00fcssten also eventuell nachr\u00fcsten, wenn sie sich jetzt ein neues Mobilger\u00e4t zulegen, zumal Ladeger\u00e4te meist nicht mehr zum Lieferumfang von Smartphones und Tablets geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Was steckt hinter der GaN-Technologie bei Netzteilen?<\/p>\n<p>Waren Netzteile fr\u00fcher noch gro\u00df und schwer, sind moderne Ladeger\u00e4te klein und leistungsstark. Viele Hersteller setzen hier auf die sogenannte GaN-Technologie. GaN steht f\u00fcr Galliumnitrid, ein aus Gallium und Stickstoff bestehender Halbleiter. Der Vorteil liegt in der geringeren W\u00e4rmeentwicklung, was eine kompaktere und effizientere Bauweise erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>\u00abGalliumnitrid-Transistoren k\u00f6nnen sehr schnell schalten, was sie besonders effizient macht\u00bb, erkl\u00e4rt Rudolf Opitz. Bei der GaN-Technologie falle weniger Energie in Form von W\u00e4rme ab, was kleinere Ladeger\u00e4te mit einer hohen Leistung erlaube.<\/p>\n<p>Woran erkenne ich ein gutes Netzteil und ein gutes Kabel?<\/p>\n<p>Das Angebot an Ladeger\u00e4ten und USB-C-Kabeln ist riesig, entsprechend gro\u00df sind auch die Preisspannen. Empfehlenswert ist ein universelles Ladeger\u00e4t, mit dem verschiedenen Endger\u00e4te geladen werden k\u00f6nnen. \u00abDie Leistung sollte bei mindestens 40 Watt liegen, besser 65 Watt\u00bb, r\u00e4t Rudolf Opitz. Soll auch ein Notebook geladen werden, sind 100 Watt notwendig.<\/p>\n<p>Wichtig sei zudem, dass aktuelle Power-Delivery-Versionen unterst\u00fctzt werden \u2013 idealerweise PD 3.1. Aktuell schaffen diese Ladeger\u00e4te bis zu 140 Watt. Aber Achtung: Viele Hersteller w\u00fcrden zwar mit 200, 300 oder sogar 500 Watt werben, doch h\u00e4tten diese Ladeger\u00e4te dann viele USB-Anschl\u00fcsse und die Hersteller geben nur die maximale Leistung f\u00fcr alle Ausg\u00e4nge zusammen an, so Opitz.<\/p>\n<p>Das f\u00fcr die USB-Standardisierung zust\u00e4ndige USB Implementers Forum (USB-IF) hat Logos f\u00fcr Verpackungen, Ports und Kabel entwickelt, die auf m\u00f6gliche Stromst\u00e4rken und Datenraten hinweisen. Hersteller k\u00f6nnen die Logos nutzen, wenn ihre Ger\u00e4te oder Kabel die USB-IF-Zertifizierung erfolgreich durchlaufen haben. Sie m\u00fcssen dies aber nicht tun. Wie die Logos aussehen, kann man sich auf den <a class=\"externalLink\" href=\"https:\/\/www.enablingusb.org\/certification-german\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USB-IF-Seiten<\/a> anschauen.<\/p>\n<p>Was kosten Netzteile und Kabel ungef\u00e4hr?<\/p>\n<p>Gute Netzger\u00e4te mit 65 Watt kosten ab 20 Euro aufw\u00e4rts. Opitz r\u00e4t dazu, nicht unbedingt den allerg\u00fcnstigsten Anbieter zu w\u00e4hlen, sondern lieber etwas mehr auszugeben: \u00abEs lohnt sich, auf gepr\u00fcfte Markenprodukte von bekannten Anbietern wie Anker, Ugreen, Hama oder Iniu zu setzen.\u00bb<\/p>\n<p>USB-C-Kabel kosten je nach L\u00e4nge (1 bis 2\u202fMeter) meist zwischen 5 und 15 Euro, l\u00e4ngere Varianten sind teurer. Wichtig beim Kauf: auf \u00fcbertragbare Leistung und Datenrate achten. Gute Ladekabel bieten 100\u202fWatt oder mehr, Datenkabel sollten mindestens 10\u202fGBit\/s schaffen. \u00abF\u00fcr hohe Lade- oder Datenleistung gilt: je k\u00fcrzer das Kabel, desto besser\u00bb, sagt Rudolf Opitz. Ideal seien dann L\u00e4ngen von 0,3 bis 1\u202fMeter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Der Blick in viele Schubladen offenbart das Problem: Sie sind vollgestopft mit Ladekabeln, jedes mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":502023,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[125551,125553,125552,5308,5398,3364,29,30,19108,7058,1209,252,60168,624,88775,194,3795,26129,8665,10879,4418],"class_list":{"0":"post-502022","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-lden","9":"tag-ladegerte","10":"tag-netzteile","11":"tag-computer","12":"tag-daten","13":"tag-de","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany","16":"tag-kabel","17":"tag-kameras","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-notebooks","20":"tag-pcs","21":"tag-ratgeber","22":"tag-stecker","23":"tag-technik","24":"tag-telekommunikation","25":"tag-tmn1101","26":"tag-tpds","27":"tag-usb-c","28":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115381320182606558","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502022","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=502022"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502022\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/502023"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=502022"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=502022"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=502022"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}