{"id":502165,"date":"2025-10-16T03:09:10","date_gmt":"2025-10-16T03:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502165\/"},"modified":"2025-10-16T03:09:10","modified_gmt":"2025-10-16T03:09:10","slug":"zwischen-hirschgeweihen-und-genetik-putins-kampf-gegen-die-vergaenglichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502165\/","title":{"rendered":"Zwischen Hirschgeweihen und Genetik: Putins Kampf gegen die Verg\u00e4nglichkeit"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nSeit Beginn seiner Pr\u00e4sidentschaft kultiviert Wladimir Putin sein Image als vitaler, stets leistungsf\u00e4higer Staatschef. Seine sportlichen Aktivit\u00e4ten werden in russischen Staatsmedien regelrecht inszeniert. So wurde er gern dabei gezeigt, wie er bei den Schaulauf-Eishockeyspielen mehrere Tore erzielt oder auf der Judomatte Siege erk\u00e4mpft. Vielen sind noch die Bilder in Erinnerung geblieben, als Putin mit Muskelshirt oder nacktem Oberk\u00f6rper auf einem Pferd durch die sibirische Landschaft reitet. &#8222;Der Pr\u00e4sident bleibt immer auf dem H\u00f6hepunkt der Konzentration, selbst wenn er nur wenige Stunden pro Nacht schl\u00e4ft&#8220;, versicherte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow neulich. Bereits 2022 erkl\u00e4rte der Kreml die Gesundheit Putins \u00a0zur Frage der nationalen Sicherheit. Nach au\u00dfen hin muss der Pr\u00e4sident den Eindruck einer perfekten Gesundheit erwecken. Selbst kleinste Anzeichen von Schw\u00e4che werden verschleiert. Im November 2022, beim &#8222;Tag der nationalen Einheit&#8220;, humpelte Putin deutlich. In der offiziellen TV-\u00dcbertragung waren diese Bilder herausgeschnitten.\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung0\" class=\"jumpLabel\"><strong>Hirschgeweihe gegen das Altern<\/strong><\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nZum 70. Geburtstag des Pr\u00e4sidenten ver\u00f6ffentlichte das unabh\u00e4ngige russische Exil-Medium Projekt eine Recherche, die zeigt, dass Putin auf Reisen immer von einem Team aus f\u00fcnf Fach\u00e4rzten begleitet wird. Dies geht aus Vertr\u00e4gen \u00fcber Hotelunterbringungen hervor. Die investigativen Journalisten von Projekt fanden zudem heraus, dass Putin sich f\u00fcr alternative Heilmethoden interessiert. Dazu geh\u00f6ren regelm\u00e4\u00dfige Kuren im Altai, wo er B\u00e4der mit Extrakten aus Maral-Hirschgeweihen nimmt. Diese sollen das Herz- und das Immunsystem st\u00e4rken und eine verj\u00fcngende Wirkung haben. Die Gewinnung des Extrakts gilt als \u00e4u\u00dferst grausam: Die Tiere werden fixiert, so dass sie hilflos baumeln, und die noch jungen, gut durchbluteten und damit ausgesprochen schmerzempfindlichen Geweihe werden mit der S\u00e4ge abgeschnitten.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nPutin selbst best\u00e4tigte gegen\u00fcber Journalisten, mit Chinas Pr\u00e4sident Xi \u00fcber das Thema Lebensverl\u00e4ngerung diskutiert zu haben. &#8222;Die Medizin wird die Zeit der aktiven Altersphase deutlich ausweiten&#8220;, sagte der Pr\u00e4sident auf einer Pressekonferenz.\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung1\" class=\"jumpLabel\"><strong>Zwischen Anspruch und Realit\u00e4t: Ein deutlich h\u00f6here Lebenserwartung<\/strong><\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nSolche Aussagen passen zu Putins offizieller Politik. 2024 erkl\u00e4rte er &#8222;aktive Langlebigkeit und die Steigerung der Lebenserwartung&#8220; zu einem zentralen staatlichen Ziel. Die praktischen Zielvorgaben fallen jedoch deutlich bescheidener aus: Bis 2030 soll die durchschnittliche Lebenserwartung von derzeit 73 Jahren (M\u00e4nner 68, Frauen 78) auf 78 Jahre klettern. Zum Vergleich: In der EU liegt sie im Schnitt bei 81,7 Jahren.\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung2\" class=\"jumpLabel\"><strong>Chefsache Genforschung<\/strong><\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nZu den wichtigsten Akteuren dabei geh\u00f6rt Putins enger Vertrauter Michail Kowaltschuk, Physiker und Leiter bedeutender Forschungsinstitute, wo u.a. an der Organproduktion aus Stammzellen gearbeitet wird. Auch Putins \u00e4lteste Tochter, die Endokrinologin Maria Woronzowa, spielt eine zentrale Rolle. Sie hat F\u00fchrungspositionen an der Moskauer Lomonossow-Universit\u00e4t, arbeitet im Nationalen medizinischen Zentrum f\u00fcr Endokrinologie und ist zugleich in mehreren Biotech-Unternehmen aktiv. Als Miteigent\u00fcmerin der Firma &#8222;Nomeko&#8220; sitzt sie im Aufsichtsrat eines Unternehmens, das gro\u00dfangelegte Projekte in Biotechnologie und Nuklearmedizin verfolgt. Woronzowa gilt als inoffizielle Kuratorin einer milliardenschweren staatlichen Genetik-Initiative, deren offizieller Leiter wiederum Kowaltschuk ist. 2025 erhielt sie vom Russischen Wissenschaftsfonds einen 30-Millionen-Rubel-Zuschuss f\u00fcr die Erforschung der Zellerneuerung. Bereits 2017 hatte Putin die Genforschung zur Chefsache erkl\u00e4rt \u2013 mit dem Hinweis, Genetik k\u00f6nne eine ebenso revolution\u00e4re Rolle spielen wie einst die &#8222;Atombombe&#8220;.\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung3\" class=\"jumpLabel\"><strong>Putins Gesundheit als politisches Projekt<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a name=\"sprung4\" class=\"jumpLabel\"><strong>Mythos Unsterblichkeit<\/strong><\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Jagd nach dem Jungbrunnen geht jedenfalls weiter: Erst Anfang September pr\u00e4sentierten Wissenschaftler an der Universit\u00e4t &#8222;Sirius&#8220; im s\u00fcdrussischen Sotschi Putin pers\u00f6nlich eine neue Erdbeersorte mit besonders hohem Gehalt an Antioxidantien. Der leitende Wissenschaftler nannte sie &#8222;Verj\u00fcngungsbeere&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit Beginn seiner Pr\u00e4sidentschaft kultiviert Wladimir Putin sein Image als vitaler, stets leistungsf\u00e4higer Staatschef. 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