{"id":502255,"date":"2025-10-16T03:59:11","date_gmt":"2025-10-16T03:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502255\/"},"modified":"2025-10-16T03:59:11","modified_gmt":"2025-10-16T03:59:11","slug":"maischberger-die-afd-ist-keine-normale-partei-meint-michael-kretschmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502255\/","title":{"rendered":"\u201eMaischberger\u201c: \u201eDie AfD ist keine normale Partei\u201c, meint Michael Kretschmer"},"content":{"rendered":"<p>Wehrpflicht, Erbschaftssteuer, Verteidigungspolitik: Der s\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident Michael Kretschmer vermisst einen klaren Kurs der Bundesregierung. Bei der Wehrpflicht schwebt ihm eine Volksbefragung vor, die AfD bezeichnet er als \u201eextrem schwierig\u201c \u2013 fordert aber mehr Pragmatismus.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Sachsens Ministerpr\u00e4sident Michael Kretschmer (CDU) fordert von der schwarz-roten Bundesregierung mehr Entschlossenheit und Transparenz in der Debatte um eine bessere Verteidigungsf\u00e4higkeit Deutschlands. \u201eIch denke, dass wir gewisse Sachen als repr\u00e4sentative Demokratie auch vorgeben m\u00fcssen\u201c, sagte Kretschmer am Mittwoch in der ARD-Talksendung \u201eMaischberger\u201c. <\/p>\n<p>\u201eJeder junge Mensch muss in den kommenden Jahren etwas unmittelbar f\u00fcr sein Land leisten\u201c, forderte der CDU-Politiker. Deutschland m\u00fcsse sich \u201everteidigungsf\u00e4hig aufstellen\u201c und daf\u00fcr m\u00fcssten die B\u00fcrger wissen, \u201ewie das funktioniert, wie die Technik geht, wie das Katastrophenschutzthema, das Zivilschutzthema geht \u2013 wahrscheinlich auch das Thema Betreuung in Krankenh\u00e4usern.\u201c<\/p>\n<p>Kretschmer betonte zugleich, wie wichtig ihm ein breiter Konsens sei: \u201eDie <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68ed868f0a0257c8ba896537\/forsa-umfrage-mehrheit-der-deutschen-fuer-eine-wiedereinfuehrung-der-wehrpflicht.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68ed868f0a0257c8ba896537\/forsa-umfrage-mehrheit-der-deutschen-fuer-eine-wiedereinfuehrung-der-wehrpflicht.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wehrpflicht<\/a> ist so eine zentrale Frage, weil es so viele Millionen Menschen betrifft. Das ist doch das Naheliegendste, dass man dazu auch eine breitere Diskussion f\u00fchrt.\u201c Geht es nach ihm, w\u00fcrde er \u00fcber diese Frage am liebsten das Volk entscheiden lassen. \u201eDie Leute m\u00fcssen doch die M\u00f6glichkeit haben, zu sagen, wie sie das haben wollen.\u201c <\/p>\n<p>Da ein Volksentscheid verfassungsm\u00e4\u00dfig aber nicht m\u00f6glich sei, habe er Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) eine Volksbefragung vorgeschlagen: \u201eOrganisieren Sie anhand von drei oder vier unterschiedlichen Gesetzesvorschl\u00e4gen, die der Bundestag diskutiert, eine Volksbefragung und schauen Sie, was da als Mehrheit rauskommt. Und das setzt das Parlament um.\u201c Dann habe man einen \u201eganz anderen R\u00fcckhalt\u201c. <\/p>\n<p>\u201eIn den letzten acht Jahren wurde nichts dazugelernt\u201c<\/p>\n<p>Mit Unverst\u00e4ndnis blickt der CDU-Politiker auf die zahlreichen Streitthemen innerhalb der Bundesregierung. Diese h\u00e4tten dazu gef\u00fchrt, dass Vertrauen der Bev\u00f6lkerung verloren gegangen sei, sagte der Ministerpr\u00e4sident. Fortschritte \u2013 auch nach dem Ampel-Aus \u2013 vermisst Kretschmer. \u201eIch habe das Gef\u00fchl, in den letzten acht Jahren wurde nichts dazugelernt.\u201c Die Verantwortlichen m\u00fcssten den B\u00fcrgern aufmerksamer zuh\u00f6ren \u2013 und schlie\u00dflich auch handeln: \u201eWir m\u00fcssen nicht besser erkl\u00e4ren, wir m\u00fcssen zuh\u00f6ren, was die Menschen in diesem Land wollen \u2013 und dann auch ab und zu tun, was sie wollen.\u201c<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Menschen zweifele an der Demokratie, viele seien sogar verzweifelt, so Kretschmer. \u201eDeswegen haben wir diese populistischen Wahlergebnisse.\u201c Entscheidend sei daher, den Blick auf die Interessen der B\u00fcrger zu richten, statt sich mit \u201eFragen von Brandmauern oder Unvereinbarkeitsbeschl\u00fcssen zu besch\u00e4ftigen\u201c. \u201eWas ist wirklich im Interesse der Menschen, wo finden wir die Mehrheit der Menschen wieder, wie kommen wir mit der Bev\u00f6lkerung zusammen?\u201c, fasst es der CDU-Politiker zusammen. <\/p>\n<p>Der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68c01527784ebe32609e127d\/unvereinbarkeitsbeschluss-wegen-afd-umfragehoch-cdu-politiker-sollen-umgang-mit-linke-ueberdenken-fordert-die-spd.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68c01527784ebe32609e127d\/unvereinbarkeitsbeschluss-wegen-afd-umfragehoch-cdu-politiker-sollen-umgang-mit-linke-ueberdenken-fordert-die-spd.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unvereinbarkeitsbeschluss <\/a>der Union ist ein parteiinternes Grundsatzpapier der Union aus dem Jahr 2018, das festlegt, dass es keine politische Zusammenarbeit mit der AfD oder der Linkspartei geben darf \u2013 weder auf Bundes- noch auf Landes- oder Kommunalebene. Immer wieder werden allerdings Forderungen erhoben, in der Kommunalpolitik mehr Spielr\u00e4ume zuzulassen, etwa bei Abstimmungen \u00fcber lokale Projekte. Auch Kretschmer w\u00fcnscht sich mehr Differenzierung.<\/p>\n<p>Der Unvereinbarkeitsbeschluss habe aus seiner Sicht \u201einsofern keine Relevanz, weil ich ganz klar sehe: mit den F\u00fchrungsspitzen der Linkspartei haben wir nichts zu tun\u201c. Bei gro\u00dfen politischen Themen wie der Nato oder der Europ\u00e4ischen Union l\u00e4gen die Positionen ohnehin weit auseinander. \u201eWenn man dann an Sachthemen gemeinsam zusammenkommt, wo ist das Problem, bitte sch\u00f6n?\u201c, so der s\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident. \u201eWenn es im Kommunalparlament um einen Radweg geht oder bei uns um den Landeshaushalt, dann finde ich das auch in Ordnung, wenn man das gemeinsam macht.\u201c<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68efa3191163706683d940e0\/umfrage-union-zieht-an-afd-vorbei-70-prozent-der-afd-waehler-stimmen-aus-unzufriedenheit-ab.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68efa3191163706683d940e0\/umfrage-union-zieht-an-afd-vorbei-70-prozent-der-afd-waehler-stimmen-aus-unzufriedenheit-ab.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wahlerfolge der AfD<\/a>, die auf Bundesebene in den Umfragen zulegt und in Sachsen laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey von Anfang Oktober mit Zustimmungswerten von 37 Prozent deutlich vor Kretschmers regierender CDU (27 Prozent) liegt, forderte Kretschmer, die Ursachen f\u00fcr die Wahlerfolge der Partei ins Zentrum der Debatte zu r\u00fccken. \u201eDas wirklich Zentrale ist, dass wir \u00fcber die Ursachen sprechen, warum Menschen diese Partei w\u00e4hlen \u2013 wie die Frage, warum sie an der Demokratie zweifeln.\u201c Kretschmer nimmt auch hier die Bundesregierung in die Pflicht. Aktuell sehe man \u201eein Land, das nicht handlungsf\u00e4hig ist, wo an vielen Stellen die Dinge nicht in Ordnung sind, wo keine Bewegung ist. Das muss sich \u00e4ndern und das m\u00fcssen wir von dieser aktuellen Bundesregierung und ihrer Koalition auch erwarten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Zugleich betonte Kretschmer: \u201eDie AfD ist keine normale Partei, sie ist ein rechtsextremer Verdachtsfall und in Sachsen gesichert rechtsextrem. Wenn sie es nicht w\u00e4re, w\u00fcrde sie Leute wie H\u00f6cke und andere ausschlie\u00dfen.\u201c Die AfD sei \u201eextrem schwierig\u201c, so Kretschmer \u2013 \u201enicht alle Mitglieder, mit Sicherheit auch nicht alle Mandatstr\u00e4ger, mit ganz gro\u00dfer Sicherheit nicht alle W\u00e4hler. Aber der Kern dieser Truppe ist so\u201c.<\/p>\n<p>Statt sich aber hinter einer Brandmauer zu verstecken, m\u00fcsse man L\u00f6sungen anbieten, die das Vertrauen in die F\u00e4higkeiten der Regierung st\u00e4rken. Kretschmers Vorschlag: Entb\u00fcrokratisierung, Deregulierung, die Neuausrichtung der Energiewende und die F\u00f6rderung wirtschaftlicher Dynamik in Deutschland. <\/p>\n<p>Kritik an Erh\u00f6hung der Verteidigungsausgaben<\/p>\n<p>Kritik \u00e4u\u00dferte Kretschmer auch an der Debatte \u00fcber eine Erh\u00f6hung der Erbschaftssteuer. Dies sei eine \u201eNeiddiskussion\u201c. \u201eJetzt einige Reiche arm zu machen, hat diesem Land noch nie etwas gebracht.\u201c Ebenso warnte er vor den Folgen der geplanten Erh\u00f6hung der Verteidigungsausgaben auf f\u00fcnf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP): \u201eWenn man sich der Sache wirklich ernsthaft n\u00e4hert, stellt man fest: Es wird alles in diesem Land \u00e4ndern. Das darf so nicht passieren. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass wir durch eine Europ\u00e4ische Verteidigungsgemeinschaft unsere Kr\u00e4fte b\u00fcndeln und mit deutlich weniger Geld auskommen, um unsere Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten.\u201c<\/p>\n<p>International sieht Kretschmer Deutschland derzeit in einer schwierigen Lage: \u201eWir finden in Deutschland und Europa nicht unsere eigene Haltung, machen den R\u00fccken nicht gerade und sorgen mit eigener Power daf\u00fcr, dass wir wahrgenommen werden, dass wir ernst genommen werden zwischen diesen beiden Weltm\u00e4chten Amerika und China. Wir werden zerrieben und gar nicht mehr richtig ernst genommen.\u201c<\/p>\n<p>Auf einer k\u00fcrzlichen Asienreise habe er Unverst\u00e4ndnis gegen\u00fcber der Sozialpolitik wahrgenommen. Kretschmer zitierte seine Gespr\u00e4chspartner mit den Worten: \u201eIhr habt Menschen, die k\u00f6nnten arbeiten, die gehen nicht arbeiten, kriegen B\u00fcrgergeld. Was macht ihr da?\u201c<\/p>\n<p>Auch bei technischen Errungenschaften wie etwa dem autonomen Fahren, das in China und den USA bereits erprobt werde, befinde sich Deutschland im R\u00fcckstand. \u201eDas geht so nicht weiter\u201c, bilanzierte der s\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wehrpflicht, Erbschaftssteuer, Verteidigungspolitik: Der s\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident Michael Kretschmer vermisst einen klaren Kurs der Bundesregierung. 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