{"id":502272,"date":"2025-10-16T04:08:12","date_gmt":"2025-10-16T04:08:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502272\/"},"modified":"2025-10-16T04:08:12","modified_gmt":"2025-10-16T04:08:12","slug":"gesetzliche-krankenversicherung-zusatzbeitrag-soll-nicht-erhoeht-werden-steigende-beitraege-dennoch-absehbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502272\/","title":{"rendered":"Gesetzliche Krankenversicherung: Zusatzbeitrag soll nicht erh\u00f6ht werden \u2013 Steigende Beitr\u00e4ge dennoch absehbar"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung will verhindern, dass die Zusatzbeitr\u00e4ge der Krankenkassen 2026 erneut steigen \u2013\u00a0und hat einen Gesetzentwurf beschlossen, um die Gesundheitsausgaben zu senken. Doch die Krankenkassen zeigen sich skeptisch.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen sollen nach Pl\u00e4nen der Bundesregierung im kommenden Jahr nicht mehr Geld f\u00fcr den Zusatzbeitrag ausgeben m\u00fcssen als bislang. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf, der die Ausgaben der gesetzlichen Kassen 2026 um zwei Milliarden Euro senken soll. Dies soll die erwartete Finanzl\u00fccke schlie\u00dfen. Die Krankenkassen sahen aber keinen Grund zur Entwarnung \u2013 und stellten vielmehr weitere Anhebungen in Aussicht.<\/p>\n<p>Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zeigte sich nach dem Kabinettsbeschluss zuversichtlich, dass im kommende Jahr der durchschnittliche Zusatzbeitrag \u201eauf dem heutigen Niveau von etwa 2,9 Prozent\u201c bleiben d\u00fcrfte. Das Gesetz durchbreche die \u201ezur Gewohnheit gewordene Routine der Erh\u00f6hung der Zusatzbeitr\u00e4ge zum Jahresende\u201c. In den vergangenen vier Jahren h\u00e4tten Versicherte und Unternehmen mehr als 30 Milliarden Euro f\u00fcr die Zusatzbeitr\u00e4ge ausgegeben.<\/p>\n<p>Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wollte den Optimismus der Ministerin nicht teilen. \u201eAuf den ersten Blick scheint die finanzielle Situation stabil, aber wer genauer hinschaut, erkennt, dass weiterhin Beitragsanhebungen zu erwarten sind\u201c, erkl\u00e4rte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, am Abend nach der Ver\u00f6ffentlichung der Prognose des GKV-Sch\u00e4tzerkreises zur Beitragsentwicklung.<\/p>\n<p>Die Prognose des Sch\u00e4tzerkreises besagt zwar, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2026 auf dem aktuellen Niveau von rund 2,9 Prozent bleiben soll. Hier seien aber nicht alle Faktoren mit eingerechnet, betonte der GKV-Spitzenverband. \u201eDenn viele Kassen m\u00fcssen ihre gesetzlich vorgeschriebenen R\u00fccklagen auff\u00fcllen, und diesen zus\u00e4tzlichen Finanzierungsbedarf ber\u00fccksichtigt der Sch\u00e4tzerkreis bei seiner Prognose nicht\u201c, erkl\u00e4rte Blatt.<\/p>\n<p>Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, 20 Prozent einer Monatsausgabe als R\u00fccklage vorzuhalten. Bis Ende 2024 seien die R\u00fccklagen aber im Gesamtdurchschnitt auf rund sechs Prozent einer Monatsausgabe gesunken, erkl\u00e4rte der Spitzenverband. \u201eDie Verpflichtung zur Auff\u00fcllung besteht in 2026 fort und wird Zusatzbeitragssatzanhebungen erforderlich machen.\u201c<\/p>\n<p>Zusatzbeitr\u00e4ge steigen seit Jahren <\/p>\n<p>Die von den einzelnen Krankenkassen erhobenen Zusatzbeitr\u00e4ge sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Der durchschnittliche Satz liegt aktuell bei rund 2,9 Prozent \u2013 und damit deutlich \u00fcber dem f\u00fcr 2025 prognostizierten Durchschnittswert von 2,5 Prozent. Die Zusatzbeitr\u00e4ge werden von jeder Kasse selbst festgelegt \u2013 und k\u00f6nnen je nach Finanzlage auch deutlich \u00fcber den genannten Durchschnittswerten liegen.<\/p>\n<p>90 Prozent der nun im Bundeskabinett beschlossenen Einsparungen \u2013 also 1,8 Milliarden Euro \u2013 sollen durch eine \u00c4nderung der Berechnungsmethode erzielt werden, mit der die gesetzlichen Kassen den Krankenh\u00e4usern jedes Jahr zus\u00e4tzliches Geld f\u00fcr erwartete Kostensteigerungen \u00fcberweisen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wird die sogenannte Meistbeg\u00fcnstigungsklausel ausgesetzt, die f\u00fcr die Krankenh\u00e4user besonders vorteilhaft war. K\u00fcnftig w\u00fcrden \u201edie Verg\u00fctungsanstiege auf die reale Kostenentwicklung begrenzt, tats\u00e4chliche Kostensteigerungen werden auch weiterhin refinanziert\u201c, betonte Ministerin Warken.<\/p>\n<p>Weitere 100 Millionen Euro sollen bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen eingespart werden, deren Anstieg im kommenden Jahr auf acht Prozent im Vergleich zu 2024 begrenzt werden soll. Bei den Sachkosten liegt der Deckel bei zwei Prozent. Dazu z\u00e4hlen etwa Kosten f\u00fcr Mobiliar, Post- und Fernmeldegeb\u00fchren sowie Werbema\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Ebenfalls 100 Millionen Euro sollen beim Innovationsfonds der Kassen eingespart werden, indem die F\u00f6rdersumme im kommenden Jahr einmalig von 200 Millionen auf 100 Millionen Euro gesenkt wird. Die bisherigen Mittel aus dem Fonds seien ohnehin noch nicht in vollem Umfang abgeflossen, erkl\u00e4rte Warken.<\/p>\n<p>Ausgaben der Krankenkasse steigen schneller als ihre Einnahmen<\/p>\n<p>In der GKV-Branche wurden am Mittwoch aber Zweifel laut, ob die beschlossenen Ma\u00dfnahmen das Defizit wirklich decken k\u00f6nnen. \u201eIch halte es f\u00fcr fraglich, ob der durchschnittliche Zusatzbeitrag im kommenden Jahr stabil bei 2,9 Prozent bleibt\u201c, sagte die Vorsitzende des BKK-Dachverbands, Anne-Kathrin Klemm, dem \u201ePolitico Newsletter Industrie &amp; Handel\u201c. \u201eZahlreiche Kassen werden auch 2026 wieder ihre Beitr\u00e4ge erh\u00f6hen m\u00fcssen, um ihre R\u00fccklagen aufzuf\u00fcllen.\u201c<\/p>\n<p>Die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung sind vor allem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass ihre Ausgaben viel schneller steigen als ihre Einnahmen. Im ersten Halbjahr 2025 gaben die 94 gesetzlichen Kassen laut Gesundheitsministerium 7,8 Prozent mehr aus als im Vorjahreszeitraum. Die Beitragseinnahmen \u2013 ohne Zusatzbeitr\u00e4ge \u2013 stiegen derweil nur um 5,5 Prozent.<\/p>\n<p>AFP\/jho<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Bundesregierung will verhindern, dass die Zusatzbeitr\u00e4ge der Krankenkassen 2026 erneut steigen \u2013\u00a0und hat einen Gesetzentwurf beschlossen, um&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":502273,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[15323,29,30,13,68767,119403,14,15,110,12,10,8,9,11,119404],"class_list":{"0":"post-502272","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-balken-inbox","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-headlines","12":"tag-krankenkassen-ks","13":"tag-krankenkassenbeitraege-ks","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-newsteam","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews","22":"tag-zusatzbeitrag-ks"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115381882385665954","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=502272"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502272\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/502273"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=502272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=502272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=502272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}