{"id":502417,"date":"2025-10-16T05:26:16","date_gmt":"2025-10-16T05:26:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502417\/"},"modified":"2025-10-16T05:26:16","modified_gmt":"2025-10-16T05:26:16","slug":"studie-zeigt-versteckte-kosten-so-dreckig-sind-plug-in-hybridfahrzeuge-wirklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502417\/","title":{"rendered":"Studie zeigt versteckte Kosten: So dreckig sind Plug-in-Hybridfahrzeuge wirklich"},"content":{"rendered":"<p><strong>Plug-in-Hybride gelten als solide Kompromissl\u00f6sung: Hersteller bewerben sie als saubere Alternative zum reinen Diesel- oder Benzinmotor und als Antwort auf begrenzte Batteriereichweiten. Eine Studie warnt jedoch vor den versteckten Kosten.<\/strong><\/p>\n<p>Autos mit Plug-in-Hybridantrieb (PHEV) scheinen das Beste aus zwei Welten zu vereinen: Sie verf\u00fcgen \u00fcber eine Batterie, k\u00f6nnen aber auch mit Kraftstoff betankt und betrieben werden. Skeptikern des E-Antriebs nimmt das die Sorge vor begrenzten Reichweiten und langen Ladezeiten. Zugleich werden die Modelle als saubere Alternative zum konventionellen Diesel- oder Benzinmotor beworben. <\/p>\n<p>Laut einer neuen Studie des EU-Verkehrsverbands &#8222;Transport &amp; Environment&#8220; (T&amp;E) sind die Hybridfahrzeuge aber bei weitem nicht so klimafreundlich und kraftstoffsparend, wie angenommen. Daten aus dem Realbetrieb von mehr als 127.000 in 2023 gekauften Plug-in-Hybriden zeigen demnach sogar, dass die Stecker-Autos fast genauso umweltsch\u00e4dlich sind wie klassische Verbrenner. <\/p>\n<\/p>\n<p>Denn statt den Gro\u00dfteil ihrer Antriebskraft aus der Batterie zu ziehen, fahren die Hybridfahrzeuge nur zu einem kleinen Teil elektrisch. Und selbst im Elektromodus verbrauchen sie noch durchschnittlich drei Liter Benzin pro 100 Kilometer und sto\u00dfen 68 Gramm CO2 je Kilometer aus. F\u00fcr die Besitzerinnen und Besitzer bedeutet das alles in allem versteckte Kosten von durchschnittlich 500 Euro zus\u00e4tzlich pro Jahr, so das Ergebnis der T&amp;E-Berechnungen. <\/p>\n<p>Autolobby wehrt sich gegen das &#8222;Verbrenner-Aus&#8220;<\/p>\n<p>Mit dieser Auswertung setzt der Umwelt- und Verkehrsverband T&amp;E ein Zeichen gegen die j\u00fcngsten Bem\u00fchungen der Automobilwirtschaft, ein als &#8222;Verbrenner-Aus&#8220; bekannt gewordenes EU-Gesetz aufzuweichen. Denn ab 2035 sollen eigentlich nur noch Neufahrzeuge zugelassen werden, die ohne fossilen Kraftstoff auskommen und kein CO2 mehr aussto\u00dfen. <\/p>\n<p>Unter dem Schlagwort der &#8222;Technologieoffenheit&#8220; werben Lobbyverb\u00e4nde nun daf\u00fcr, bestimmte Hybridfahrzeuge von der Vorschrift auszunehmen. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU will sich daf\u00fcr einsetzen, um die deutsche Autoindustrie zu schonen. Sebastian Bock, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei T&amp;E Deutschland h\u00e4lt das f\u00fcr falsch. &#8222;Plug-in-Hybride d\u00fcrfen nicht zum trojanischen Pferd der Flottengrenzwerte werden&#8220;, warnt er. <\/p>\n<p>Gerade deutsche Autobauer haben in den vergangenen Jahren stark auf den Verkauf von Hybridfahrzeugen gesetzt, um ihre vorgeschriebenen EU-Flottengrenzwerte zu erreichen und Strafen zu umgehen. Doch diese Strategie geht bald schon nicht mehr auf, wenn sich die EU-Vorgaben wie geplant versch\u00e4rfen. &#8222;Die Bundesregierung muss unsere Automobilwirtschaft aus dieser technologischen Sackgasse herausf\u00fchren, um den Automobilstandort fit f\u00fcr die Zukunft zu machen&#8220;, sagt Bock. &#8222;Die kurzfristigen Gewinne der Hersteller mit der Technik von gestern, d\u00fcrfen nicht wichtiger sein, als die Jobs von tausenden Besch\u00e4ftigten von morgen.&#8220;<\/p>\n<p> Die CO2-Ersparnis ist viel geringer als gedacht<\/p>\n<p>Doch was genau ist das Problem mit den Hybriden? Eigentlich sollen die Autos zwischen Batteriebetrieb und Verbrennungsmotor wechseln und so Emissionen und Kraftstoff einsparen. Zwischen den in Laboren durchgef\u00fchrten Standardtests und der Fahrpraxis auf der Stra\u00dfe liegen aber offensichtlich Welten: Anhand von Messdaten der Europ\u00e4ischen Umweltagentur (EEA) konnte die T&amp;E-Analyse nachweisen, dass die CO2-Emissionen der in 2023 zugelassenen Hybridfahrzeuge im Realbetrieb fast f\u00fcnfmal so hoch sind wie nach Labortests angegeben. Und: Diese L\u00fccke wird von Jahr zu Jahr gr\u00f6\u00dfer. <\/p>\n<\/p>\n<p>Das liegt unter anderem daran, dass man bislang davon ausgegangen war, dass Fahrzeuge mit Plug-in-Hybridantrieb zu etwa 84 Prozent elektrisch betrieben werden. In Wirklichkeit liegt dieser Anteil &#8211; der sogenannte Nutzfaktor &#8211; aber n\u00e4her an 27 Prozent, zeigen die Daten aus der Studie. <\/p>\n<p>Im Durchschnitt sto\u00dfen die Autos dadurch in der Praxis nur 19 Prozent weniger CO2 aus als ein Fahrzeug mit klassischem Diesel- oder Benzinmotor, n\u00e4mlich 135 Gramm pro Kilometer. Das ist fernab der erhofften CO2-Ersparnis von rund 75 Prozent unter Laborbedingungen. Selbst im Elektrobetrieb betr\u00e4gt der CO2-Aussto\u00df mehr als das Achtfache dessen, was in offiziellen Tests ermittelt wurde.<\/p>\n<p>Je gr\u00f6\u00dfer die Reichweite, desto ineffizienter das Modell<\/p>\n<p>Die Studie nennt vor allem einen Grund f\u00fcr die Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit bei Plug-in-Hybriden: Ihr E-Antrieb verf\u00fcgt oft nicht \u00fcber genug Leistung f\u00fcr h\u00f6here Geschwindigkeiten oder Steigungen. Auf freier Strecke oder Bergetappen muss deshalb der Motor zugeschaltet werden. Im Schnitt unterst\u00fctzt der Motor auf fast einem Drittel der im Elektromodus zur\u00fcckgelegten Strecke. Kurioserweise gilt dabei: Je mehr Elektro-Reichweite die Modelle versprechen, desto gr\u00f6\u00dfer ist ihr Kraftstoffverbrauch und CO2-Aussto\u00df. Das wiederum liegt an den gro\u00dfen Batterien, die das Fahrzeug schwerer machen. <\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen, dass der Elektro-Anteil im Gesamtbetrieb von Plug-in-Hybriden oftmals deutlich geringer ausf\u00e4llt als angenommen, ist bekannt &#8211; auch bei der EU. Genau deshalb wurde auch ein Mechanismus eingef\u00fchrt, mit dem die Umweltbewertung von Hybridmodellen in den kommenden Jahren schrittweise an die tats\u00e4chlich gemessenen Verbrauchs- und Emissionswerte angepasst werden soll. Diese Korrekturen des sogenannten Nutzfaktors f\u00fchren einerseits dazu, dass der CO2-Aussto\u00df der Fahrzeuge etwas realistischer eingesch\u00e4tzt werden kann. Andererseits w\u00e4chst dadurch der Druck auf die Hersteller, mehr E-Autos zu verkaufen, um die schlechte Bilanz der fossilen und hybriden Flotte am Ende wieder auszugleichen. <\/p>\n<p>Die Hersteller w\u00fcrden sich dem Transformationsdruck nat\u00fcrlich gern entziehen und bearbeiten die EU-Kommission mit Gegenvorschl\u00e4gen. Bock findet das kontraproduktiv und spricht von einer &#8222;abstrusen Lage&#8220;: &#8222;Europ\u00e4ische Autohersteller versuchen europ\u00e4ische Gesetze zu manipulieren, die ihnen eigentlich helfen, wieder Anschluss am Weltmarkt zu finden&#8220;, sagt er und wirft der Branche vor, notwendige Innovationen auf Kosten von Umwelt und Verbrauchern zu behindern. <\/p>\n<p>Unterdessen bauen chinesische Hersteller ihren Vorsprung in Sachen Elektromobilit\u00e4t immer weiter aus und gewinnen damit Marktanteile dazu. Europas Autoindustrie kann weiterhin versuchen, so lange wie nur m\u00f6glich am Verbrennermotor festzuhalten. Doch wenn selbst Verbraucher feststellen, dass sie dadurch drauf zahlen, werden sich auch die Unternehmen diesen Weg nicht mehr lange leisten k\u00f6nnen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Plug-in-Hybride gelten als solide Kompromissl\u00f6sung: Hersteller bewerben sie als saubere Alternative zum reinen Diesel- oder Benzinmotor und als&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":502418,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[513,3915,371,495,175,11723,170,169,29,1728,548,30,1202,952,171,174,173,172],"class_list":{"0":"post-502417","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-auto","9":"tag-autohersteller","10":"tag-autoindustrie","11":"tag-automobil","12":"tag-business","13":"tag-co2-emission","14":"tag-companies","15":"tag-companies-markets","16":"tag-deutschland","17":"tag-elektroautos","18":"tag-eu","19":"tag-germany","20":"tag-hybridautos","21":"tag-klimawandel","22":"tag-markets","23":"tag-maerkte","24":"tag-unternehmen","25":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115382189009069061","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502417","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=502417"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502417\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/502418"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=502417"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=502417"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=502417"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}