{"id":502647,"date":"2025-10-16T07:38:21","date_gmt":"2025-10-16T07:38:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502647\/"},"modified":"2025-10-16T07:38:21","modified_gmt":"2025-10-16T07:38:21","slug":"bundesverwaltungsgericht-entscheidung-zu-rundfunkbeitrag-erwartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/502647\/","title":{"rendered":"Bundesverwaltungsgericht: Entscheidung zu Rundfunkbeitrag erwartet"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/bundesverwaltungsgericht-102.jpg\" alt=\"Au\u00dfenansicht des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig.\" title=\"Au\u00dfenansicht des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig. | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 15.10.2025 05:51 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Kann man den Rundfunkbeitrag verweigern, weil einem das Programm nicht vielf\u00e4ltig genug ist? Dazu verk\u00fcndet das Bundesverwaltungsgericht heute ein Urteil.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/korrespondent-ts-228.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Frank Br\u00e4utigam\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/braeutigam-103.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/philip-raillon-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Philip Raillon\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/raillon-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei der Verhandlung vor zwei Wochen war der gro\u00dfe Sitzungssaal des Bundesverwaltungsgerichts bis auf den letzten Platz gef\u00fcllt. Rund 220 Besucher und zahlreiche Medienvertreter verfolgten die Diskussion der Richter mit den Vertretern der Beteiligten &#8211; dem Bayerischen Rundfunk (BR) und einer Frau aus Bayern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In dem Fall geht es um die Klage der Bayerin. Sie weigert sich, ihren Rundfunkbeitrag zu bezahlen. Sie meint, ARD, ZDF und Deutschlandradio w\u00fcrden ihren Programmauftrag nicht erf\u00fcllen, weil sie zu einseitig und nicht ausgewogen genug berichteten. Wegen mangelnder Meinungsvielfalt sieht sie ein &#8222;generell strukturelles Versagen des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks&#8220;. Deshalb hat sie gegen den Beitragsbescheid des BR vor dem Verwaltungsgericht geklagt.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    BR verweist auf Perspektivenvielfalt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der BR widerspricht dieser Kritik. &#8222;Das Bundesverfassungsgericht hat 2018 festgestellt, dass das Angebot des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks den Rundfunkbeitrag rechtfertigt. Der BR ist \u00fcberzeugt, dass sich daran nichts ge\u00e4ndert hat&#8220;, hie\u00df es vor der Verhandlung von der Rundfunkanstalt. Die Sendungen und Formate st\u00fcnden f\u00fcr Perspektivenvielfalt und eine breite Debattenkultur.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es sei selbstverst\u00e4ndlich, dass &#8222;der Sender sich der Diskussion stellt, ob er seinen \u00f6ffentlich-rechtlichen Auftrag erf\u00fcllt, intern wie extern&#8220;, betonte Sabine Mader, stellvertretende Juristische Direktorin am Rande der Revisionsverhandlung in Leipzig.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Kein Erfolg in den Vorinstanzen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den ersten beiden Instanzen hatte die Kl\u00e4gerin keinen Erfolg. Dabei sind die Gerichte nicht in die inhaltliche Pr\u00fcfung eingestiegen, ob der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Auftrag erf\u00fcllt. Sie haben die Klage aus einem anderen Grund abgewiesen. Das Verwaltungsgericht M\u00fcnchen und der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) verwiesen auf die Rundfunkfreiheit der Sender und sagten im Kern: Die Kontrolle der Programmvielfalt sei nicht Aufgabe der Verwaltungsgerichte. Wenn die Kl\u00e4gerin Kritik am Programm habe, m\u00fcsse sie sich damit an das zust\u00e4ndige Aufsichtsgremium wenden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das ist der Rundfunkrat, der aus Vertretern zahlreicher gesellschaftlicher Gruppen besteht. Dort kann man sogenannte &#8222;Programmbeschwerden&#8220; einreichen. &#8222;Daher ist die Kl\u00e4gerin &#8211; anders als sie meint &#8211; nicht rechtlos gestellt&#8220;, so der VGH. Die Kl\u00e4gerin sieht das anders.\u00a0<\/p>\n<p>    Gericht will Grundsatzfragen kl\u00e4ren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat die Revision der Kl\u00e4gerin zugelassen, weil der Fall grunds\u00e4tzliche Bedeutung habe. In dem Revisionsverfahren soll nun gekl\u00e4rt werden: D\u00fcrfen die Verwaltungsgerichte eine Kl\u00e4gerin auf die Programmbeschwerde beim Rundfunkrat verweisen? Oder m\u00fcssen sie stattdessen selbst \u00fcberpr\u00fcfen, ob der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Programmauftrag erf\u00fcllt? Sind die Verwaltungsgerichte also ein geeigneter Adressat, um sich mit dem Argument &#8222;zu wenig Vielfalt&#8220; gegen den Rundfunkbeitrag zu wehren? Und falls ja &#8211; wie hoch sind die rechtlichen H\u00fcrden f\u00fcr einen Erfolg solcher Klagen?\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese Frage d\u00fcrfte ein Knackpunkt im anstehenden Urteil werden, das haben die \u00c4u\u00dferungen von der Richterbank im Laufe der Verhandlung gezeigt. Einerseits m\u00fcssen die Sender ihren Auftrag der Vielfalt und Ausgewogenheit erf\u00fcllen. Andererseits ist die Kontrolle des Programms durch Gerichte ein sensibler Punkt, weil die Sender sich bei der Programmgestaltung auf ihr Grundrecht der Rundfunkfreiheit berufen k\u00f6nnen. Den Rundfunkbeitrag wird man am Ende wohl nicht schon dann zur\u00fcckbehalten k\u00f6nnen, wenn jemandem einzelne Inhalte des Programms nicht gefallen. Sondern m\u00f6glicherweise erst dann, wenn s\u00e4mtliche Sender in Sachen Meinungsvielfalt strukturell und eklatant versagen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Vorsitzende Richter Ingo Kraft stellte in den Raum, dass es bei den Ma\u00dfst\u00e4ben um eine &#8222;hohe Latte&#8220; gehen k\u00f6nnte. Au\u00dferdem muss das Gericht die Frage der Beweislast kl\u00e4ren. Also ob zum Beispiel die Kl\u00e4ger die Pflicht h\u00e4tten, den Sendern ein strukturelles Versagen nachzuweisen.\u00a0<\/p>\n<p>    Kein Urteil zum Rundfunkbeitrag an sich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Gericht verk\u00fcndet sein Urteil heute um 14 Uhr. Inhalt der Entscheidung wird nicht sein, ob der Rundfunkbeitrag an sich rechtm\u00e4\u00dfig ist und generell weiter gilt oder nicht. Die zentrale Weichenstellung wird sein, ob eine Kontrolle der Sender durch die Verwaltungsgerichte erlaubt wird oder nicht. Wenn nicht, bleibt alles wie bisher. Wenn ja, w\u00e4re das eine Art T\u00fcr\u00f6ffner f\u00fcr die Kl\u00e4gerin im konkreten Fall und m\u00f6gliche andere Verfahren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Bundesverwaltungsgericht w\u00fcrde dann sicher Leitlinien festlegen, welche Kriterien f\u00fcr eine erfolgreiche Klage erf\u00fcllt werden m\u00fcssen. Entweder es entscheidet den konkreten Fall auf dieser Basis selbst. M\u00f6glicherweise w\u00fcrde es in diesem Szenario den Fall an die Vorinstanz zur\u00fcckverweisen. Die m\u00fcsste dann &#8211; anhand der m\u00f6glichen Kriterien aus Leipzig &#8211; konkreter in die Pr\u00fcfung einsteigen, ob die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender ihren Programmauftrag in Sachen Meinungsvielfalt erf\u00fcllen oder nicht.\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 15.10.2025 05:51 Uhr Kann man den Rundfunkbeitrag verweigern, weil einem das Programm nicht vielf\u00e4ltig genug ist? 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