{"id":503090,"date":"2025-10-16T11:43:18","date_gmt":"2025-10-16T11:43:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/503090\/"},"modified":"2025-10-16T11:43:18","modified_gmt":"2025-10-16T11:43:18","slug":"einzelhandel-in-stuttgart-die-vegane-fleischerei-startet-und-sorgt-sofort-fuer-hitzige-diskussionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/503090\/","title":{"rendered":"Einzelhandel in Stuttgart: \u201eDie vegane Fleischerei\u201c startet \u2013 und sorgt sofort f\u00fcr hitzige Diskussionen"},"content":{"rendered":"<p>In Stuttgart er\u00f6ffnet \u201edie erste vegane Fleischerei\u201c. Ein Personalleiter als Nicht-Metzger? Das sorgt f\u00fcr Gespr\u00e4chsstoff \u2013 noch vor der Er\u00f6ffnung.<\/p>\n<p>Bratwurst, Leberk\u00e4se oder Maultaschen \u2013 aber ohne <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Fleisch\" title=\"Fleisch\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fleisch<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/vegan\" title=\"vegan\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vegan<\/a>: Das ist das neue Gesch\u00e4ft von Andreas Holz. Der 54-J\u00e4hrige aus Backnang er\u00f6ffnet \u201eStuttgarts erste vegane Fleischerei\u201c, wie er selbst sagt. <\/p>\n<p>Kurz vor der Er\u00f6ffnung herrscht in dem Laden in der Eberhardstra\u00dfe 31 noch reger Betrieb: M\u00f6bel werden aufgebaut, Tische geschliffen, Werkzeug liegt bereit. Am Samstag um 11.30 Uhr soll hier alles stehen, mehrere Mitarbeitende, aber auch sein Sohn und seine Frau packen mit an. Die wei\u00dfen Fliesen erinnern an eine klassische Metzgerei. Doch mit echtem Fleisch wird hier nicht gearbeitet. Die Waren kommen vakuumverpackt an, Blut sucht man vergeblich, in den Produkten stecken nur pflanzliche Inhalte. Holz ist Franchisenehmer des Dresdner Start-ups \u201eDie vegane Fleischerei\u201c. \u201eWir sind schon die siebte Filiale in Deutschland, aber die erste in Baden-W\u00fcrttemberg\u201c, sagt er stolz.<\/p>\n<p>Der 54-J\u00e4hrige ist ein Quereinsteiger in dem Gesch\u00e4ft  <\/p>\n<p>Holz ist Quereinsteiger. Denn eigentlich arbeitet der Backnanger als Personalleiter in einem Maschinenbauunternehmen. Mit Wurst \u2013 oder veganen Produkten in Form solcher \u2013 hatte er bislang beruflich wenig zu tun. \u201eAber ich habe mir immer gesagt, dass ich irgendwann noch einmal etwas anderes machen m\u00f6chte\u201c, erz\u00e4hlt er. Gek\u00fcndigt hat er seinen alten Job nicht, er arbeitet in Teilzeit in seinem alten Job und f\u00fchrt parallel die Gesch\u00e4fte in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a>. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.85c77074-d042-4aa2-b4a2-127871c8ced6.original1024.media.jpeg\"\/>     Andreas Holz ist ein Quereinsteiger im Lebensmittelbereich.    Foto: Bernd Wei\u00dfbrod\/dpa    <\/p>\n<p>Aber wie kommt man auf so eine Idee? \u201eIch lebe seit f\u00fcnf Jahren vegan. W\u00e4hrend Corona haben in meinem Umfeld immer mehr Menschen damit angefangen, und ich habe mich dann selbst mehr mit dem Thema auseinandergesetzt\u201c, sagt er. Ausschlaggebend waren f\u00fcr ihn ethische \u00dcberlegungen, die enormen Auswirkungen der Tierhaltung auf Klima und Umwelt sowie gesundheitliche Aspekte. \u201eAber ich mochte den Geschmack von Wurst und Fleisch\u201c, gibt er offen zu. Au\u00dferdem sei Grillen f\u00fcr ihn eine Art Hobby. \u201eIch habe zu Hause einen 800-Euro-Grill stehen und sogar einen Grillkurs besucht\u201c, sagt er lachend. \u201eIch liebe BBQ.\u201c Holz entdeckte er sein Interesse f\u00fcr Fleischersatzprodukte. \u201eTats\u00e4chlich kommt ein Gro\u00dfteil des typischen Geschmacks von den Gew\u00fcrzen\u201c, erkl\u00e4rt Holz. \u201eNat\u00fcrlich schmeckt es nicht zu 100 Prozent gleich. Aber ich glaube, die meisten Menschen essen Fleisch vor allem aus Gewohnheit und wegen des Geschmacks, und daf\u00fcr bieten wir eben eine Alternative.\u201c <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.16142318-ca8e-4530-ba40-d6d3c8c688f9.original1024.media.jpeg\"\/>     Die vegane Wurst gibt es vakuumiert zu kaufen.    Foto: Max Kovalenko    <\/p>\n<p>Die Produkte in seinem Laden bestehen haupts\u00e4chlich aus Seitan, Erbsenprotein und Soja. Kritik, dass vegane Alternativen oft zu viele k\u00fcnstliche Zusatzstoffe enthalten, l\u00e4sst Holz nicht gelten. \u201eDas kommt ganz darauf an. Auch in herk\u00f6mmlicher Wurst k\u00f6nnen zahlreiche Zusatzstoffe stecken \u2013 da lohnt sich ein genauer Blick\u201c, sagt er und zeigt beispielhafte Zutatenlisten. \u201eWir benutzen keinen Chemiebaukasten.\u201c <\/p>\n<p>Die Bezeichnung sorgt f\u00fcr Diskussionen <\/p>\n<p>Doch die Produkte von Holz sollen nicht nur m\u00f6glichst so aussehen und schmecken wie Fleisch, sondern auch so hei\u00dfen, zumindest, wenn es nach ihm und dem Dresdner Start-up geht. Im Sortiment finden sich Namen wie \u201eKeine Bratwurst\u201c, \u201eKeine BBQ-Medaillons\u201c oder \u201eKeine Salami\u201c. \u201eF\u00fcr den Verbraucher ist hier ganz klar, was wir anbieten, \u00fcberall steht bei uns vegan drauf\u201c, sagt er. Au\u00dferdem beziehe sich etwa das Wort Wurst auch auf die Form, so der 54-J\u00e4hrige. Neben der klassischen Theke und eingeschwei\u00dften Produkten will er auch den typischen \u201eLeberk\u00e4swecken\u201c oder das \u201eSchnitzelbr\u00f6tchen\u201c \u2013 nat\u00fcrlich alles ebenfalls vegan \u2013 anbieten. <\/p>\n<p>Im Internet sorgen die Bezeichnungen und das Konzept jedoch f\u00fcr hitzige Diskussionen. Zahlreiche Kommentare finden sich unter den verschiedenen Ank\u00fcndigungen zu seinem Laden. Und auch der Landesinnungsverband f\u00fcr das Fleischerhandwerk \u00e4u\u00dfert Kritik. Dessen Vorsitzender<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.einzelhandel-im-suedwesten-metzger-im-land-kritisieren-erste-vegane-fleischerei-in-stuttgart.30991361-6742-4189-b53a-07c86e3d2808.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Joachim Lederer sprach gegen\u00fcber der dpa von \u201eabsoluter Kundent\u00e4uschung\u201c<\/a>. Wer seine Produkte so anbiete, sei ein Trittbrettfahrer und profitiere vom guten Ruf der Wurst. Lederer betonte: \u201eFleisch ist f\u00fcr mich ein tierisches Produkt.\u201c<\/p>\n<p>Holz erkl\u00e4rt im Gespr\u00e4ch mit unserer Zeitung, dass er grunds\u00e4tzlich kein Problem mit Metzgern habe. Anf\u00e4nglich sei er sogar auf einen befreundeten Fleischer zugegangen und habe ihm vorgeschlagen, die veganen Produkte ins Sortiment aufzunehmen. \u201eSchlie\u00dflich gibt es ja in fast jedem Freundes- oder Familienkreis jemanden, der sich vegan oder vegetarisch ern\u00e4hrt. Wenn ich dann f\u00fcrs Grillen einkaufe, k\u00f6nnte ich gleich alles an einem Ort kaufen\u201c, sagt er. Doch damals stie\u00df er mit der Idee nicht auf offene Ohren. <\/p>\n<p>Mit der Debatte, die zuletzt auch durch <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.fleischersatzprodukte-eu-parlament-stimmt-fuer-namensverbot-fuer-veggie-burger.88b9ca57-6318-4310-841c-5661e60dc243.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">das EU-Vorhaben<\/a> befeuert wurde, solche Produkte nicht mehr als Wurst, Schnitzel und Co. bezeichnen zu d\u00fcrfen, k\u00f6nne er aber sportlich umgehen, so Holz. Im Gespr\u00e4ch scherzt er \u00fcber solche Themen, auch der Wurstliebhaber und CSU-Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der d\u00fcrfe gerne mal \u201eauf eine vegane Wurst vorbeikommen\u201c, sagt er. Der 54-J\u00e4hrige ist nicht der Typ, der sich \u00fcber solche Debatten aufregt, er nimmt sie mit Humor. Sorgen, dass diese Diskussion schlecht f\u00fcr sein Gesch\u00e4ft sein k\u00f6nnte, hat er nicht. F\u00fcr den Laden sei das schlicht \u201esuper Werbung\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Stuttgart er\u00f6ffnet \u201edie erste vegane Fleischerei\u201c. Ein Personalleiter als Nicht-Metzger? 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