{"id":503293,"date":"2025-10-16T13:37:15","date_gmt":"2025-10-16T13:37:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/503293\/"},"modified":"2025-10-16T13:37:15","modified_gmt":"2025-10-16T13:37:15","slug":"rwth-aachen-aktiviert-sturkoepfe-der-chemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/503293\/","title":{"rendered":"RWTH Aachen aktiviert &#8222;Sturk\u00f6pfe&#8220; der Chemie"},"content":{"rendered":"<p>Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der RWTH Aachen hat einen chemischen Durchbruch erzielt: Erstmalig lassen sich stabile Amine \u2013 zentrale Bausteine vieler Medikamente \u2013 gezielt aktivieren und umbauen. Die Methode k\u00f6nnte die Wirkstoffentwicklung verbessern: schneller, einfacher und mit bisher unerreichter chemischer Vielfalt.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/amine-e1760616838686-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Chemiker der RWTH Aachen entwickeln eine Methode, mit der sich stabile Amine gezielt umbauen lassen \u2013 ein wichtiger Schritt f\u00fcr neue Wirkstoffe.\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Chemiker der RWTH Aachen entwickeln eine Methode, mit der sich stabile Amine gezielt umbauen lassen \u2013 ein wichtiger Schritt f\u00fcr neue Wirkstoffe.\n<\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: Smarterpix\/kwanchaidp<\/p>\n<p>Forscherinnen und Forscher der RWTH Aachen aus Deutschland, Gro\u00dfbritannien, China und Italien haben erstmals ein Verfahren entwickelt, mit dem die Reaktivit\u00e4t von Aminen erh\u00f6ht werden kann. Dabei handelt es sich um organische Verbindungen, die von Ammoniak abgeleitet sind und Stickstoff enthalten. Diese sind in vielen weltweit am h\u00e4ufigsten verwendeten Medikamenten zu finden: Ibuprofen, Aspirin oder dem Antiallergikum Cetirizin.<\/p>\n<p>Amine \u2013 die \u201eSturk\u00f6pfe\u201c der Chemie<\/p>\n<p>Normalerweise sind Amine chemisch gesehen der \u201eEndpunkt\u201c: Aufgrund ihrer wichtigsten Bindung, n\u00e4mlich der \u00e4u\u00dferst stabilen Kohlenstoff-Stickstoff-Bindung, sind sie nur schwer umbauen oder mit anderen Molek\u00fclen zu verkn\u00fcpfen. Das Forscherteam hat nun in der Fachzeitschrift <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-025-09725-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nature<\/a> ihren neuen Ansatz vorgestellt, welcher verspricht, die pharmazeutische Synthese deutlich zu vereinfachen.<\/p>\n<p>Aktivierung der Amine<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst werden die Amine mit einer Borverbindung verkn\u00fcpft, was die Elektronenverteilung im Molek\u00fcl ver\u00e4ndert und die Amine deutlich reaktiver macht. Mithilfe eines Kupferkatalysators wird dann gezielt die Verbindung zwischen Kohlenstoff und Stickstoff gespalten. Dabei entstehen sogenannte Alkylradikale, also sehr reaktionsfreudige Zwischenstufen, die sich leicht an andere Molek\u00fcle binden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nachdem die Amine aktiviert, also f\u00fcr Reaktionen mit anderen Molek\u00fclen vorbereitet, worden sind, folgt die Kreuzkupplung. Dabei handelt es sich um eine Reaktion, die zu den leistungsf\u00e4higsten Methoden geh\u00f6rt, um komplexe Molek\u00fcle aus einfacheren Bausteinen herzustellen. In diesem Fall bedeutet es, dass die Alkylradikale sich mit anderen Stoffen verbinden k\u00f6nnen, sodass man die urspr\u00fcngliche Aminogruppe durch viele verschiedene chemische Gruppen ersetzen kann.<\/p>\n<p>Die Forscherinnen und Forscher konnten verschiedene Klassen der Amine aktivieren und erfolgreiche Kreuzkupplungen mit einer Vielzahl anderer organischer Molek\u00fcle durchf\u00fchren. So war eine Synthese verschiedener Verbindungen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Warum ist diese Methode wichtig?<\/p>\n<p>Aminogruppen spielen eine wesentliche Rolle in der biologischen Funktion vieler Medikamente, zum Beispiel in:<\/p>\n<ul>\n<li>Antibiotika<\/li>\n<li>An\u00e4sthetika<\/li>\n<li>Antidepressiva<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese neu entwickelte Methode erlaubt es Chemikerinnen und Chemikern, kleine, aber entscheidende Ver\u00e4nderungen an pharmazeutischen Molek\u00fclen vorzunehmen. Dadurch wird es wesentlich einfacher, chemisch vielf\u00e4ltige Arzneimittel mit unterschiedlichen biologischen Funktionen herzustellen. Bisher haben diese Bem\u00fchungen viele Einzelschritte erfordert.<\/p>\n<p>Diese Modifikationsstrategie kann die Anzahl der Syntheseschritte, die zur Herstellung und Diversifizierung einzelner Wirkstoffe erforderlich sind, drastisch verringern und so Zeit, Kosten und Arbeitsaufwand einsparen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eDie M\u00f6glichkeit, Amine direkt zu aktivieren und zu modifizieren, wird es uns erm\u00f6glichen, schnell zu untersuchen, wie sich strukturelle Ver\u00e4nderungen auf die biologische Aktivit\u00e4t auswirken\u201c, erkl\u00e4rt Daniele Leonori, Lehrstuhl f\u00fcr Organische Chemie III an der RWTH Aachen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Medikamente schneller testen?<\/p>\n<p>Diese Methode ist ein neuer Weg, um Medikamente gezielt zu ver\u00e4ndern oder zu optimieren. So k\u00f6nnen beispielsweise Wirkstoffe mit einem leicht ver\u00e4nderten Aufbau schneller getestet werden, sodass ihre Wirkung oder Vertr\u00e4glichkeit effizient verbessert werden kann.<\/p>\n<p>Diese Strategie funktionierte bereits bei bekannten Medikamente wie Sertralin, einem Antidepressivum und Rivastigmin, ein Medikament, welches oftmals bei Parkinson-Erkrankten verschrieben wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der RWTH Aachen hat einen chemischen Durchbruch erzielt: Erstmalig lassen sich stabile&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":503294,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1853],"tags":[1424,3364,29,548,663,3934,30,13,18115,14,15,1209,12],"class_list":{"0":"post-503293","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aachen","8":"tag-aachen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-medikamente","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-nordrhein-westfalen","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115384120452139599","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/503293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=503293"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/503293\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/503294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=503293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=503293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=503293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}