{"id":503398,"date":"2025-10-16T14:37:21","date_gmt":"2025-10-16T14:37:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/503398\/"},"modified":"2025-10-16T14:37:21","modified_gmt":"2025-10-16T14:37:21","slug":"bildungstrend-2024-deutschlands-schueler-verlieren-in-mathe-hamburg-trotzt-dem-trend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/503398\/","title":{"rendered":"Bildungstrend 2024: Deutschlands Sch\u00fcler verlieren in Mathe \u2013 Hamburg trotzt dem Trend"},"content":{"rendered":"<p>Der neue IQB-Bildungstrend zeigt: Neuntkl\u00e4ssler in Deutschland schneiden deutlich schlechter ab als 2018. Hamburg h\u00e4lt das Niveau und steigt im Mathe-Ranking auf Platz 4. Doch auch hier gibt es Verluste \u2013 und gro\u00dfe Herausforderungen etwa bei der Motivation.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">W\u00e4hrend bundesweit die Leistungen von Neuntkl\u00e4sslern in Mathematik und den Naturwissenschaften seit 2018 deutlich eingebrochen sind, konnte die Hansestadt ihre Ergebnisse stabil halten und sich im L\u00e4ndervergleich verbessern. Das geht aus dem neuen IQB-Bildungstrend hervor, den das Institut zur Qualit\u00e4tsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) erstellt hat. Doch die Zahlen sind aus Hamburger Sicht mit Vorsicht zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Studie basiert auf einer repr\u00e4sentativen Stichprobe von 48.279 Sch\u00fclern der 9. Jahrgangsstufe an 1.556 Schulen. In Hamburg nahmen mehr als 3000 Neuntkl\u00e4ssler von 113 Schulen teil. Das IQB \u00fcberpr\u00fcft, ob die von der KMK festgelegten Bildungsstandards erreicht werden. F\u00fcr Mathematik und die Naturwissenschaften gab es die Studie schon 2012 und 2018. <\/p>\n<p>Das Ergebnis diesmal: ein fl\u00e4chendeckender Leistungsabfall im Vergleich zu den Testungen von vor sechs Jahren. Der mittlere Kompetenzwert sank in Mathematik und Biologie um jeweils 24 Punkte, in Physik und Chemie um 23 Punkte \u2013 auf einer Skala, die 2012 mit einem Mittelwert von 500 normiert wurde. Kein Bundesland konnte sich dem Trend vollst\u00e4ndig entziehen. Auch Hamburg nicht, aber die Ergebnisse fallen deutlich weniger negativ aus.<\/p>\n<p>Die Hansestadt konnte ihre Ergebnisse in allen getesteten Bereichen weitgehend stabil halten. In Mathematik sank der Mittelwert nur um sechs Punkte auf 482 \u2013 der geringste R\u00fcckgang aller L\u00e4nder. Damit kletterte Hamburg im Ranking von Platz 11 (2018) auf Platz 4. In den Naturwissenschaften verbesserte sich die Stadt im Schnitt von Rang 15 auf Rang 9.<\/p>\n<p>\u201eInsgesamt ist das Abschneiden der Hamburger Sch\u00fcler im bundesweiten Vergleich sehr erfreulich. Die vielen Ma\u00dfnahmen, die wir seit dem letzten IQB-Bildungstrend 2018 eingef\u00fchrt und umgesetzt haben, haben Wirkung gezeigt. Hamburg geh\u00f6rt jetzt auch in Mathematik bundesweit zur Spitzengruppe\u201c, sagte Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD). Sie f\u00fcgte aber auch hinzu: \u201eDer deutschlandweite Trend ist besorgniserregend.\u201c <\/p>\n<p>Besseres Sprachverst\u00e4ndnis hilft auch in Mathematik<\/p>\n<p>Sie verwies auf die \u201eMathematikoffensive\u201c ab 2015: mehr Unterrichtsstunden, strengere Qualifikationsanforderungen f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte, \u00fcberarbeitete Curricula. Ein Schwerpunkt der aktuellen Ma\u00dfnahmen liegt auf der Sprachbildung als integrativem Bestandteil des Unterrichts. Fachsprachliche Kompetenzen gelten als Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis komplexer mathematisch-naturwissenschaftlicher Inhalte. In den Kerncurricula werden sie deshalb f\u00e4cher\u00fcbergreifend ber\u00fccksichtigt. <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich zeigt die IQB-Analyse: Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund schneiden im Schnitt deutlich schlechter ab, vor allem in der ersten Generation. Unterschiede im sozio\u00f6konomischen Status und in den Deutschkenntnissen erkl\u00e4ren einen gro\u00dfen Teil dieser L\u00fccke. Hamburg steuert hier seit Jahren gegen \u2013 teils mit Erfolg, wie auch Bekeris am Donnerstag betonte.<\/p>\n<p>Die Reformen der letzten Jahre insgesamt h\u00e4tten dazu gef\u00fchrt, dass die Hamburger Sch\u00fcler \u00fcber dem bundesweiten Durchschnitt liegen.\u201c Doch Vorsicht: Die Interpretation ist nicht so scherenschnittartig, wie es die Beh\u00f6rde darstellt. Die 482 Punkte, die heute Platz 4 bedeuten, h\u00e4tten 2018 nur f\u00fcr Rang 13 gereicht.<\/p>\n<p>Die IQB-Daten zeigen nicht nur fachliche Defizite. Auch die Lernmotivation und das Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten sind seit 2018 weiter gesunken. Rund die H\u00e4lfte der Jugendlichen gibt an, in Mathematik, Chemie und Physik kaum Interesse zu haben. In Biologie sind es 43 Prozent. Gleichzeitig berichten 17 Prozent von h\u00e4ufigen emotionalen Problemen, 16 Prozent von starker Unaufmerksamkeit. Die Schulverbundenheit hat abgenommen, psychosoziale Auff\u00e4lligkeiten haben zugenommen \u2013 besonders bei M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Woher das kommt? Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung k\u00f6nnte darin liegen, dass die Testungen 2018 noch vor der Corona-Pandemie lagen. Die nun getesteten Neuntkl\u00e4ssler waren zu Beginn der Pandemie gerade F\u00fcnftkl\u00e4ssler \u2013 eine besonders sensible Phase. Wochenlange Schulschlie\u00dfungen und Distanzunterricht fielen damit in die Zeit des \u00dcbergangs in die weiterf\u00fchrende Schule. Hinzu kommen aktuelle weltpolitische Krisen und die verst\u00e4rkte Nutzung sozialer Medien, die laut Studie die sozio-emotionale Entwicklung belasten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Neben den allgemeinen Leistungseinbr\u00fcchen zeigen die Daten auch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Jungen schneiden in Mathematik im Schnitt um zw\u00f6lf Punkte besser ab als M\u00e4dchen, w\u00e4hrend M\u00e4dchen in Biologie einen Vorsprung von 21 Punkten haben. In Chemie und Physik sind die Unterschiede geringer. Auff\u00e4llig: Jungen \u00fcbersch\u00e4tzen ihre F\u00e4higkeiten in MINT-F\u00e4chern h\u00e4ufiger, M\u00e4dchen trauen sich weniger zu \u2013 trotz guter Leistungen in Biologie.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ksenija Bekeris ist das ein zentrales Thema. Die Senatorin, selbst Lehrerin, sieht Bildungsgerechtigkeit als ihr Kernanliegen. \u201eEs geht nicht nur um F\u00e4cher, sondern um Bildungserfolg\u201c, betont sie. \u201eWir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass beide Geschlechter gleiche Perspektiven haben.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der neue IQB-Bildungstrend zeigt: Neuntkl\u00e4ssler in Deutschland schneiden deutlich schlechter ab als 2018. 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