{"id":503756,"date":"2025-10-16T17:46:14","date_gmt":"2025-10-16T17:46:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/503756\/"},"modified":"2025-10-16T17:46:14","modified_gmt":"2025-10-16T17:46:14","slug":"tekla-aslanishvili-the-plan-and-the-map-zeigt-politik-an-dingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/503756\/","title":{"rendered":"Tekla Aslanishvili: \u201eThe Plan and the Map\u201c zeigt Politik an Dingen"},"content":{"rendered":"<p>Karten <strong>gl\u00fchen<\/strong>, Z\u00fcge <strong>rauschen<\/strong> leise vorbei. Stimmen <strong>erz\u00e4hlen<\/strong> vom Damm, vom Hafen, vom Schnee. Vier Filme von <strong><a href=\"https:\/\/www.majasmrekar.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Tekla Aslanishvili<\/a><\/strong>.<\/p>\n<p>Der <strong>Nassauische Kunstverein Wiesbaden<\/strong> \u00f6ffnet heute, <strong>17. Oktober 2025<\/strong>, die T\u00fcren f\u00fcr die erste umfassende Einzelausstellung der georgischen K\u00fcnstlerin <strong>Tekla Aslanishvili<\/strong> (*1988, Tiflis) in Deutschland. Bis <strong>11. Januar 2026<\/strong> <strong>f\u00fchrt<\/strong> die K\u00fcnstlerin durch den S\u00fcdkaukasus und <strong>zeigt<\/strong>, mit ihren vier Filmen wie Infrastruktur <strong>macht<\/strong>, <strong>trennt<\/strong>, <strong>verbindet<\/strong> \u2013 und wie Menschen damit <strong>leben<\/strong>, <strong>hoffen<\/strong>, <strong>widersprechen<\/strong>. Kuratorin <strong>Lotte Dinse<\/strong> <strong>setzt<\/strong> auf eine Ausstellungsarchitektur, die nicht nur <strong>tr\u00e4gt<\/strong>, sondern <strong>erz\u00e4hlt<\/strong>: Filme <strong>greifen<\/strong> ineinander, Wege <strong>kreuzen<\/strong> sich, Karten <strong>zeichnen<\/strong> Fl\u00fcsse nach, Stahlrahmen <strong>spannen<\/strong> R\u00e4ume auf.<\/p>\n<p>Nassauischer Kunstverein, kurz gefasst<\/p>\n<p><strong>Ausstellung<\/strong> \u2013\u00a0The Plan and the Map, A Film chronicle of Infrastructural (Dis)assembly<br \/><strong>Wann:<\/strong> 16. Oktober 2025 bis 11. Januar 2026<br \/>dienstags bis freitags, 14:00 bis 18:00 Uhr<br \/>samstags und sonntags, 11:00 bis 18:00 Uhr<br \/>Vernissage: 26. Oktober 2025, 18:00 Uhr<br \/><strong>Wo:<\/strong> NKV, Wilhelmstrasse 15, 65183 Wiesbaden<\/p>\n<p>Architektur, die den Film weiter schreibt: Zusammen mit der georgischen Architektin und K\u00fcnstlerin <strong>Natalia Nebieridze<\/strong> <strong>entwickelte<\/strong> Aslanishvili f\u00fcr die Ausstellung in Wiesbaden eine eindr\u00fcckliche Raumfigur: Geschwungene Elemente <strong>zitieren<\/strong> den <strong>Enguri-Staudamm<\/strong>, ein Podest <strong>\u00fcbernimmt<\/strong> seine tragenden Bauteile. Auf ihm <strong>liegen<\/strong> geologische Schnitte, Archivmaterial, Fotografien. <strong>Nikoloz Tabukashvili<\/strong>, Kameramann aller Filme, <strong>h\u00e4lt<\/strong> Drehorte nicht nur im Film fest, und <strong>\u00f6ffnet<\/strong> dadurch einen Dialog zwischen bewegtem und stillem Bild. Im ersten Obergeschoss <strong>leuchten<\/strong> zus\u00e4tzlich Bilder des Alpinisten <strong>Guram Tikanadze<\/strong> (1932\u20131963), der die Berge und den Bau des Enguri-Damms aus n\u00e4chster N\u00e4he <strong>fotografierte<\/strong>.<\/p>\n<p>1. Obergeschoss: Energie, Hafen, Enguri<\/p>\n<p><strong>The Mountain Speaks to the Sea (2024\u201325, 89 Min., 2-Kanal, Digitalfilm, Archiv und Found Footage)<\/strong><br \/>Der Film <strong>folgt<\/strong> dem Enguri vom Hochgebirge bis zum Schwarzen Meer. Er <strong>zeigt<\/strong>, wie Wasserkraftwerke, H\u00e4fen und Eisenbahnen Landschaften <strong>ver\u00e4ndern<\/strong> und Lebenswelten <strong>verschieben<\/strong>. Am Ende <strong>r\u00fcckt<\/strong> das geplante <strong>Hochspannungs-Unterseekabel<\/strong> in den Fokus: Europa <strong>sucht<\/strong> erneuerbare Energie, Georgien <strong>soll<\/strong> liefern \u2013 doch Proteste, Engp\u00e4sse und Machtk\u00e4mpfe <strong>bremsen<\/strong> die Versprechen.<\/p>\n<p><strong>Scenes from Trial and Error (2020, 30 Min., Digitalfilm, Found Footage)<\/strong><br \/>Die Arbeit <strong>blickt<\/strong> auf <strong>Anaklia<\/strong>: Die K\u00fcnstlerin besch\u00e4ftigt sich darin mit der geor\u00adgi\u00adschen Plan\u00adstadt Anaklia: Ein kleines Fischerdorf am Schwarzen Meer, die sich zur futuristischen \u201eSmart City\u201c wandeln soll. Beide Anl\u00e4ufe f\u00fcr Tiefseehafen und Smart City <strong>scheitern<\/strong>. Der Film <strong>verwebt<\/strong> Interviews, Bilder, Karten und <strong>fragt<\/strong>, wie gro\u00dfe Pl\u00e4ne Gesellschaften <strong>spalten<\/strong> und K\u00fcsten <strong>zeichnen<\/strong>. <br \/>Der Nassauische Kunstverein <strong>reicht<\/strong> diesen Film in diesem Jahr beim <strong>exground filmfest<\/strong> ein.<\/p>\n<p>Auf dem Boden <strong>zeichnet<\/strong> eine Installation den <strong>Verlauf des Enguri<\/strong> nach \u2013 vom Gebirge (oben) bis zur M\u00fcndung (unten). So <strong>verbinden<\/strong> sich die Filme <strong>r\u00e4umlich<\/strong> und <strong>erz\u00e4hlerisch<\/strong>.<\/p>\n<p>2. Obergeschoss: Bahn, Mangan, Widerstand<\/p>\n<p><strong>A State in a State (2022, 47 Min., Digitalfilm, Archiv und Found Footage)<\/strong><br \/>Die Kamera <strong>verfolgt<\/strong> Eisenbahnlinien im S\u00fcdkaukasus und in der Kaspischen Region. Z\u00fcge <strong>halten<\/strong>, <strong>warten<\/strong>, <strong>stocken<\/strong>. Er befasst sich mit der \u201eBTK\u201c genannten Zugver\u00adbin\u00addung vom aser\u00adbai\u00addscha\u00adni\u00adschen Baku \u00fcber Geor\u00adgi\u00adens Haupt\u00adstadt Tiflis bis ins t\u00fcrki\u00adsche Kars. Er schaut auf die fragilen politischen Grenzen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im S\u00fcdkaukasu, auf Arbeiter, die sich <strong>organisieren<\/strong>, Transporte <strong>verlangsamen<\/strong>, Gewalt abwehren. Die Projektionsfl\u00e4che <strong>sitzt<\/strong> in einem raumgreifenden <strong>Stahlrahmen<\/strong>, der die Materialit\u00e4t der Strecke <strong>sp\u00fcrbar<\/strong> <strong>macht<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Stone of Hell (2021, 24 Min., Digitalfilm, in Zusammenarbeit mit Giorgi \u201eGago\u201c Gagoshidze, Archiv und Found Footage)<\/strong><br \/>In <strong>Chiatura<\/strong> <strong>frisst<\/strong> der Manganbergbau T\u00e4ler, H\u00e4user, Fl\u00fcsse. Das Erz <strong>h\u00e4rtet<\/strong> Stahl, <strong>st\u00fctzt<\/strong> Schienen, <strong>n\u00e4hrt<\/strong> Waffen \u2013 und <strong>zerst\u00f6rt<\/strong> zugleich Lebensr\u00e4ume. Ein markanter <strong>Metallarm<\/strong> unter dem Screen <strong>erinnert<\/strong> an Bagger, <strong>verweist<\/strong> auf F\u00f6rdertechnik und <strong>bindet<\/strong> Bild und Boden. Eine Wandzeichnung <strong>f\u00fchrt<\/strong> Mangan zur\u00fcck zu seiner zweiten Rolle: als <strong>Pigment<\/strong>, das seit der Vorzeit Bilder <strong>schreibt<\/strong> \u2013 und heute die Moderne <strong>spiegelt<\/strong>.<\/p>\n<p>Eine Filmchronik \u00fcber Aufbruch, Warteschleifen und Selbstbehauptung<\/p>\n<p>Aslanishvili <strong>recherchiert<\/strong> pr\u00e4zise, <strong>montiert<\/strong> poetisch, <strong>l\u00e4sst<\/strong> Stimmen <strong>stehen<\/strong>. Sie <strong>h\u00f6rt<\/strong> Aktivistinnen, Wissenschaftler, Journalistinnen zu und <strong>legt<\/strong> Konfliktlinien frei: Energiepolitik <strong>zieht<\/strong> Kabel, <strong>setzt<\/strong> Staud\u00e4mme, <strong>heizt<\/strong> Kryptofarmen an; Tourismus <strong>braucht<\/strong> Strom, D\u00f6rfer <strong>frieren<\/strong>, Gemeinschaften <strong>rei\u00dfen<\/strong> \u2013 und <strong>finden<\/strong> neue Formen der <strong>Selbstorganisation<\/strong>. Musik <strong>f\u00fchrt<\/strong> durch Kapitel, Bilder <strong>halten<\/strong> aus, Karten <strong>kl\u00e4ren<\/strong>. So <strong>liest<\/strong> man Politik an Dingen: Schienen <strong>lenken<\/strong>, D\u00e4mme <strong>teilen<\/strong>, Hafenbecken <strong>versprechen<\/strong> \u2013 und Menschen <strong>antworten<\/strong>. <\/p>\n<p>Alle Filme sind auf Englisch \u2013 zum Teil mit Passagen auf Awarisch, Lesgisch oder russisch, mit Untertieln auf deutsch. Tipp: Wer die Arbeiten von <strong><strong>Tekla Aslanishvili<\/strong><\/strong> insgesamt betrachten m\u00f6chte, sollte Zeit mitbringen. Gerne kann ein Besuch aber auch abgek\u00fcrzt und an einem anderem Tag fortgesetzt werden.<\/p>\n<p>Foto \u2013 \u00a92025 Volker Watschounek<\/p>\n<p>Weitere Nachrichten aus dem\u00a0<strong>Stadtteil Mitte<\/strong>\u00a0<a href=\"http:\/\/wiesbaden-lebt.de\/tag\/mitte\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">lesen Sie hier<\/a>.<\/p>\n<p>Mehr vom <strong><a href=\"https:\/\/www.kunstverein-wiesbaden.de\/home\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nassauischen Kunstverein Wiesbaden<\/a><\/strong>.<br \/>Mehr von <strong><a href=\"https:\/\/www.majasmrekar.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Tekla Aslanishvili<\/a><\/strong> auf Instagram.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/bb95544cae064e1b89ac2c33dadfca21.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/>\t\t\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Karten gl\u00fchen, Z\u00fcge rauschen leise vorbei. 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