{"id":503942,"date":"2025-10-16T19:27:11","date_gmt":"2025-10-16T19:27:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/503942\/"},"modified":"2025-10-16T19:27:11","modified_gmt":"2025-10-16T19:27:11","slug":"wie-die-ukraine-europas-energieversorgung-angreift-und-bruessel-schweigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/503942\/","title":{"rendered":"Wie die Ukraine Europas Energieversorgung angreift \u2013 und Br\u00fcssel schweigt"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Es war der 26. September 2022, als in den Tiefen der Ostsee nahe der d\u00e4nischen Insel Bornholm mehrere <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/nordstream-sprengung-polen-will-den-verdaechtigen-nicht-an-deutschland-ausliefern-sondern-ihm-einen-orden-verleihen-li.2361247\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Explosionen die Nord-Stream-Pipelines<\/a> zerrissen. Drei von vier Leitungsstr\u00e4ngen wurden zerst\u00f6rt, Europas Energieversorgung erlitt durch die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/nord-stream-sabotage-ermittler-identifizieren-gesamtes-kommando-neue-details-enthuellt-li.2352343\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nord-Stream-Sabotage<\/a> einen historischen Schlag.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die ukrainische Regierung unter Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/ukraine-selenskyj-entzieht-buergermeister-von-odessa-die-staatsbuergerschaft-li.10000935\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wolodymyr Selenskyj<\/a> wies damals jede Verantwortung kategorisch von sich. \u201eNonsens\u201c, nannte Pr\u00e4sidentenberater Mychajlo Podolyak die Vorw\u00fcrfe noch im August 2024. Doch die Indizien sprechen eine andere Sprache \u2013 und werfen ein verst\u00f6rendes Licht auf die Bereitschaft europ\u00e4ischer Medien und Politik, offensichtliche Zusammenh\u00e4nge zu ignorieren.<\/p>\n<p><strong>Nord-Stream-Sabotage: Indizien gegen <\/strong><strong>die <\/strong><strong>Ukraine<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Frage, wer Nord Stream gesprengt hat, besch\u00e4ftigt Ermittler und die \u00d6ffentlichkeit seit den Ostsee-Pipeline-Explosionen. Die Ermittlungen zu Nord Stream konzentrieren sich auf eine sechsk\u00f6pfige ukrainische Gruppe, die laut Recherchen des Wall Street Journal, der Washington Post und anderer Medien die Pipelines sabotiert haben soll.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Im Zentrum steht die \u201eAndromeda\u201c, eine Segeljacht, die \u00fcber eine polnische Briefkastenfirma mit ukrainischen Verbindungen gechartert wurde und als Operationsbasis gedient haben soll. Sprengstoffspuren wurden nachgewiesen, die Route rekonstruiert. Der deutsche Generalbundesanwalt hat mittlerweile europ\u00e4ische Haftbefehle ausgestellt. Zwei ukrainische Staatsb\u00fcrger wurden 2025 festgenommen \u2013 einer in Italien, einer in Polen; weitere Haftbefehle sind noch ohne Konsequenz geblieben.<\/p>\n<p><strong>Wie weit reicht die Befehlskette?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Besonders brisant: Mehrere gro\u00dfe Medien \u00e4u\u00dferten die Vermutung, die Befehlskette im Fall Nord Stream habe bis zum damaligen ukrainischen Oberbefehlshaber <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/nord-stream-sabotage-und-der-lange-schatten-ueber-selenskyj-li.2361371\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Walerij Saluschnyj<\/a> gef\u00fchrt. Der niederl\u00e4ndische Milit\u00e4rgeheimdienst jedenfalls hatte bereits im Juni 2022 vor einem m\u00f6glichen Sabotageakt gewarnt \u2013 drei Monate vor dem Anschlag \u2013, ebenso die CIA. Was folgte? Die Explosionen im September.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Das Wall Street Journal meinte sogar zu wissen, Pr\u00e4sident Selenskyj habe die Operation zun\u00e4chst gebilligt und nach der CIA-Warnung gestoppt \u2013 doch Saluschnyj habe sie eigenm\u00e4chtig fortgef\u00fchrt. Ob diese Version stimmt oder Selenskyj bewusst au\u00dfen vor gelassen wurde, wie andere Quellen nahelegen: Die offizielle ukrainische Darstellung der vollst\u00e4ndigen Unkenntnis wirkt angesichts der Faktenlage kaum noch glaubw\u00fcrdig.<\/p>\n<p><strong>Offene Eskalation: Die Angriffe auf die Druschba-Pipeline<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">W\u00e4hrend bei der Nord-Stream-Sabotage noch dementiert und verschleiert wurde, hat sich die Ukraine <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/nach-ukrainischem-angriff-oel-fliesst-wieder-durch-druschba-pipeline-li.2350549\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">im Fall der Druschba-Pipeline<\/a> l\u00e4ngst zur offenen Kriegsf\u00fchrung gegen diesen Teil der europ\u00e4ischen Energieinfrastruktur bekannt. Die Chronologie des August 2025 liest sich wie ein milit\u00e4risches Kampftagebuch: Am 12.\/13. August griffen ukrainische Kr\u00e4fte die Transneft-Pumpstation Unecha in der russischen Region Brjansk an \u2013 ein zentraler Knotenpunkt der Druschba-Pipeline. Der ukrainische Milit\u00e4rgeheimdienst HUR und der Generalstab \u00fcbernahmen die Verantwortung.<\/p>\n<p>Am 17.\/18. August folgte ein Schlag gegen die Pumpstation Nikolskoye in der Oblast Tambow. Eine ukrainische Einheit meldete stolz einen \u201evollst\u00e4ndigen Stopp des \u00d6ltransports\u201c.<\/p>\n<p>Am 21.\/22. August wurde Unecha erneut getroffen. Kommandeur Robert \u201eMagyar\u201c Brovdi vom 14. Drohnen-Regiment (14-\u0439 \u043e\u043a\u0440\u0435\u043c\u0438\u0439 \u043f\u043e\u043b\u043a \u0431\u0435\u0437\u043f\u0456\u043b\u043e\u0442\u043d\u0438\u0445 \u0430\u0432\u0456\u0430\u0446\u0456\u0439\u043d\u0438\u0445 \u043a\u043e\u043c\u043f\u043b\u0435\u043a\u0441\u0456\u0432) ver\u00f6ffentlichte triumphierend Videoaufnahmen des Gro\u00dfbrands.<\/p>\n<p><strong>Ungarn und die Slowakei betroffen<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Folgen f\u00fcr EU-Mitgliedstaaten waren unmittelbar: Ungarn und die Slowakei meldeten unterbrochene \u00d6llieferungen. Au\u00dfenminister P\u00e9ter Szijj\u00e1rt\u00f3 sprach von mindestens f\u00fcnf Tagen Reparaturdauer und forderte EU-Ma\u00dfnahmen. Die Antwort aus Br\u00fcssel? Schweigen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Hier offenbart sich ein eklatanter Widerspruch: Wenn die Ukraine heute offen und stolz kritische Energieinfrastruktur angreift, von der EU-Staaten abh\u00e4ngen \u2013 warum sollten wir dann glauben, dass sie bei der Nord-Stream-Sabotage unbeteiligt war?<\/p>\n<p><strong>Pipelines als milit\u00e4risches Ziel?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Druschba-Pipeline-Angriffe beweisen den Willen und die F\u00e4higkeit, europ\u00e4ische Energieversorgung als legitimes milit\u00e4risches Ziel zu betrachten und anzugreifen. Sie demonstrieren eine Strategie, die darauf abzielt, jede Energieverbindung zwischen Russland und Europa zu kappen \u2013 ungeachtet der Konsequenzen f\u00fcr europ\u00e4ische Verbraucher und Industrien.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Zu viele deutsche und europ\u00e4ische Medien haben das ukrainische Dementi im Fall Nord Stream erstaunlich unkritisch \u00fcbernommen. Wo ist der investigative Furor, der bei anderen Themen an den Tag gelegt wird? Wo sind die bohrenden Nachfragen, wenn ein Land, das nachweislich Pipelines angreift, seine Unschuld bei der bislang gr\u00f6\u00dften Sabotageaktion gegen europ\u00e4ische Infrastruktur beteuert?<\/p>\n<p><strong>Folgen der Sabotage: Energiekrise und Deindustrialisierung<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die wirtschaftlichen Folgen der Nord-Stream-Sabotage und der Abkehr von russischem Gas sind f\u00fcr Europa gravierend. Die explodierenden Energiepreise nach der Ostsee-Pipeline-Explosion haben zu einer <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/energiekrise-in-deutschland-diese-regierung-faehrt-die-industrie-vor-die-wand-li.2356137\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Energiekrise in Deutschland<\/a> beigetragen: Privathaushalte wurden belastet, die Industrie st\u00f6hnte. Die Chemie-Industrie wandert ab, energieintensive Betriebe schlie\u00dfen. Das ist kein abstrakter geopolitischer Schachzug \u2013 es ist die konkrete Zerst\u00f6rung europ\u00e4ischen Wohlstands.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Polens Premierminister Donald Tusk brachte es unl\u00e4ngst auf den Punkt, als er die Auslieferung eines Nord-Stream-Verd\u00e4chtigen an Deutschland ablehnte: Es liege nicht im polnischen Interesse. Die Botschaft ist klar: Die Zerst\u00f6rung europ\u00e4ischer Infrastruktur wird als gerechtfertigter Kollateralschaden im Kampf gegen Russland akzeptiert. Die Frage der Nord-Stream-Reparatur bleibt weiterhin unbeantwortet, w\u00e4hrend die Abh\u00e4ngigkeit Europas von den noch funktionierenden Pipelines gr\u00f6\u00dfer denn je ist.<\/p>\n<p><strong>Warum werden <\/strong><strong>Angriffe auf <\/strong><strong>Infrastruktur<\/strong><strong> geduldet?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ohne jeden Zweifel: Die Ukraine verdient Unterst\u00fctzung gegen den russischen Angriffskrieg. Das steht au\u00dfer Frage. Aber muss diese Solidarit\u00e4t so weit gehen, dass wir die Zerst\u00f6rung unserer eigenen Energiezufuhr achselzuckend hinnehmen? Ist es wirklich im europ\u00e4ischen Interesse, wenn die Ukraine definiert, welche Energieinfrastruktur auf unserem Kontinent funktionsf\u00e4hig bleiben darf?<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Indizienlage zur Nord-Stream-Sabotage und die offenen Angriffe auf die Druschba-Pipeline zeichnen ein klares Bild: Europas Regierungen dulden und unterst\u00fctzen faktisch die gezielte Zerst\u00f6rung ihrer eigenen Energieversorgung, w\u00e4hrend die USA die Zufuhr \u00fcber alternative Routen wie Indien weiter einzuschr\u00e4nken versucht.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Die EU und ihre Regierungen m\u00fcssen sich entscheiden: Wollen sie die eigenen Interessen verteidigen oder sich in einer Art vorauseilendem Gehorsam selbst demontieren? Die Antwort auf diese Frage wird dar\u00fcber entscheiden, ob Europa seine Zukunft selbst gestaltet \u2013 oder ob andere das f\u00fcr uns tun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war der 26. 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