{"id":504023,"date":"2025-10-16T20:10:18","date_gmt":"2025-10-16T20:10:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/504023\/"},"modified":"2025-10-16T20:10:18","modified_gmt":"2025-10-16T20:10:18","slug":"am-ende-jean-remy-von-matt-zwischen-werbemythos-und-konzeptkunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/504023\/","title":{"rendered":"\u00abAm Ende\u00bb \u2013 Jean-Remy von Matt zwischen Werbemythos und Konzeptkunst"},"content":{"rendered":"<p>Ein Werber verabschiedet sich \u2013 angeblich. \u00abAm Ende\u00bb ist Erinnerungsbuch, Ideenlabor und Altersprovokation zugleich. Lesenswert, gerade jetzt, wo die Branche zerfasert und Mut knapper wird.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tBeat H\u00fcrlimann<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t &#8211; <\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t16. Oktober 2025\n\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Am-Ende-Jean-Remy-von-Matt_-scaled.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-242471 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" width=\"1300\" height=\"975\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Am-Ende-Jean-Remy-von-Matt_-scaled.png\"\/><\/a>\u00abAm Ende\u00bb ist ein Buch f\u00fcr alle F\u00e4lle \u2013 auch den Freien. Geschrieben hat es Jean-Remy von Matt.<\/p>\n<p>Das Buch liest sich wie ein R\u00fcckspiegel, der mehr zeigt als Erinnerungen \u2013 ein Versuch, das eigene Schaffen in eine Erz\u00e4hlung zu fassen, die zwischen Selbstanalyse und Branchenkommentar pendelt. Zwischen Beobachtung, Bekenntnis und leiser Ironie entsteht ein Selbstportr\u00e4t, das herausfordert und die Frage aufwirft:<\/p>\n<p><strong data-start=\"431\" data-end=\"508\" data-is-last-node=\"\">Was bleibt vom Werber?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Von Matt, in Br\u00fcssel geboren, in der Schweiz aufgewachsen, in Deutschland zur Ikone aufgestiegen, erz\u00e4hlt ohne Pathos, daf\u00fcr mit viel Lust an Verdichtung. Statt Case-Movie-Orchester: stille T\u00f6ne, klare Kanten. Die Verschiebung vom Dienstleister zur Konzeptkunst wirkt konsequent \u2013 und genau deshalb streitbar. Seine \u00abCarpe Vitam Clock\u00bb (die Restlebenszeit als Digitalanzeige) ist eine sch\u00f6ne Idee der Achtsamkeit; als Werk bleibt sie jedoch n\u00e4her an Branding-Denke als an radikal offener Kunst.<\/p>\n<p><b>Die List mit der Benotung<\/b><\/p>\n<p class=\"p1\">Kapitelbewertung, die nach hinten \u00abschlechter\u00bb wird \u2013 ein schlauer Leser-Hook. Aber: Hinter dem Trick steckt viel Substanz. Wer will, kann hinten raus Know-how destillieren, mit dem sich eigene Positionierungen bauen lassen. Von Matt weiss das nat\u00fcrlich. Und g\u00f6nnt uns den Spagat zwischen Leselust und Lehre.<\/p>\n<p><b>Radikal einfach \u2013 oder gar nicht<\/b><\/p>\n<p class=\"p1\">\u00dcberall blitzt die alte Schule auf: Nein sagen k\u00f6nnen. Ideen gegen Bedenkentr\u00e4ger sch\u00fctzen. Verdichten, bis nur noch das Unverwechselbare bleibt. Der \u00abelfte Zeh\u00bb als Merkfrage f\u00fcr jede Idee \u2013 herrlich unvergesslich.<\/p>\n<p><b>Werbung heute: Fragmentiert, ver-insourst, verunsichert<\/b><\/p>\n<p class=\"p1\">W\u00e4hrend Altwerber B\u00fccher schreiben (oder Kunst machen), verlagern Marken Budgets inhouse, Agentur-\u00d6kosysteme fransen aus, AI liefert brauchbare Mittelm\u00e4ssigkeit im Akkord. Gerade deshalb w\u00fcrde man sich die alte Von-Matt-H\u00e4rte w\u00fcnschen: weniger Angst, mehr Haltung, weniger Gremium, mehr Entscheidung. Die Branche braucht wieder Wagemut f\u00fcr das Einfache, das traut.<\/p>\n<p><b>Mutter, Babyelefant, Banane<\/b><\/p>\n<p class=\"p1\">Die sch\u00f6nsten Passagen sind biografisch: eine Mutter als Meisterin des liebevollen Framings; der \u00abBabyelefant\u00bb als Mass f\u00fcr Distanz \u2013 ein Kommunikationsbild, das sich ins kollektive Ged\u00e4chtnis fr\u00e4st; und die banale Banane als Pop-Ikone. Man sp\u00fcrt: Gute Werbung beginnt im Alltag, nicht im Whitepaper.<\/p>\n<p><b>Fazit: Am Ende? Noch nicht.<\/b><\/p>\n<p class=\"p1\">\u00abAm Ende\u00bb ist kein Schwanengesang, sondern ein Handbuch f\u00fcr den n\u00e4chsten Mutakt. Wer in der Inhouse-Routine feststeckt (oder AI f\u00fcr Kreativit\u00e4t h\u00e4lt), findet hier das Gegenprogramm: Verdichten, Entscheiden, Verantwortung \u00fcbernehmen. Und ja: Die Restlebensuhr tickt. Umso besser.<\/p>\n<p>\u00abAm Ende\u00bb ist im Buchhandel erh\u00e4ltlich. Das Werk umfasst 240 Seiten, wiegt 404 Gramm und verbraucht 60 Kalorien pro Lesestunde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Das-Buch-Am-Ende-von-Jean-Remy-von-Matt-scaled.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-243765\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" width=\"1400\" height=\"1050\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Das-Buch-Am-Ende-von-Jean-Remy-von-Matt-scaled.png\"\/><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Werber verabschiedet sich \u2013 angeblich. \u00abAm Ende\u00bb ist Erinnerungsbuch, Ideenlabor und Altersprovokation zugleich. Lesenswert, gerade jetzt, wo&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":504024,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,3103,29,214,30,125962,215],"class_list":{"0":"post-504023","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-buchrezension","11":"tag-deutschland","12":"tag-entertainment","13":"tag-germany","14":"tag-jean-remy-von-matt","15":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115385665292868969","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/504023","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=504023"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/504023\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/504024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=504023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=504023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=504023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}