{"id":504764,"date":"2025-10-17T03:06:27","date_gmt":"2025-10-17T03:06:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/504764\/"},"modified":"2025-10-17T03:06:27","modified_gmt":"2025-10-17T03:06:27","slug":"der-talentierte-mr-f-in-der-ard-mediathek-jagd-nach-dieb-mit-ueberraschenden-wendungen-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/504764\/","title":{"rendered":"\u201eDer talentierte Mr. F.\u201c in der ARD-Mediathek: Jagd nach Dieb mit \u00fcberraschenden Wendungen &#8211; Medien"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Da ist ihnen etwas gelungen. Mit diesem Gef\u00fchl blicken die Berliner Studenten Julius Drost und Moritz Henneberg 2024 auf ihr Abschlussprojekt, einen animierten Kurzfilm \u00fcber den tollpatschigen Haushaltsroboter \u201eButty\u201c. Sie hatten Spa\u00df bei der Arbeit, haben viel Herzblut reingesteckt und sich dabei hervorragend erg\u00e4nzt: Julius, der 3D-Zeichner, eher introvertiert. Moritz, der Regisseur, eher extrovertiert. Als sie den <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Film\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Film<\/a> probeweise auf Youtube hochladen, sind die Zahlen gewaltig. Also beschlie\u00dfen sie, ihn auf Festivals einzureichen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Und stellen mit Entsetzen fest: Das hat schon jemand anders getan.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Dokumentarfilm \u201eDer talentierte Mr. F.\u201c (Buch und Regie: Igor Plischke) erz\u00e4hlt also die Geschichte eines geistigen Diebstahls. Julius Drost und Moritz Henneberg gehen auf die Suche nach demjenigen, der ihren Film geklaut und dann mit ihm auf diversen Festivals Preise gewonnen hat. Dieser Jemand ist der US-Amerikaner Samuel Felinton, gerade mal 20, ein Brillentr\u00e4ger mit wildem Lockenkopf. Fassungslos verfolgen die Filmemacher, wie er sich in Interviews mit Animationen br\u00fcstet, von denen er keine jemals selbst angefertigt hat.<\/p>\n<p>Der Haushaltsroboter \u201eButty\u201c hei\u00dft beim Dieb kurzerhand \u201eT-130\u201c, aus Marketinggr\u00fcnden, wie er erkl\u00e4rt<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Leider macht ihnen auch der Anwalt, den sie aufsuchen, wenig Hoffnung. Bis zu einem Urteil, sagte er, k\u00f6nne es zwei Jahre dauern. Und in dieser Zeit d\u00fcrfe der Angeklagte weiter \u00fcber den Film verf\u00fcgen. Der Rechtsweg ist demnach schwierig, davonkommen soll Felinton aber auch nicht. Also entwickeln Drost und Henneberg einen Schlachtplan.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zun\u00e4chst reisen sie selbst in die USA, nach Morgantown, West Virginia, wo Felinton lebt. Damit der keinen Verdacht sch\u00f6pft, holen sie noch einen amerikanischen Filmemacher dazu, der ebenfalls unter falschem Vorwand Kontakt zu ihm aufnimmt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bei allem Ernst der Lage, es geht ja immerhin um ein handfestes Verbrechen, bleiben Drost und Henneberg erstaunlich ruhig und entspannt. Man sieht sie zwar hadern, zweifeln, diskutieren \u00fcber das richtige Vorgehen. Letztlich begreifen sie die Reise nach Morgantown aber mehr als Abenteuer denn als reine Rachemission \u2013 vorausgesetzt, sie bekommen, was ihnen zusteht: den Ruhm und die Aufmerksamkeit f\u00fcr ihren wirklich r\u00fchrenden Animationsfilm. Beides hat Felinton eingesackt, und zwar indem er einfach jeden Hinweis auf die Urheber entfernt hat, inklusive herausgeschnittener Szenen. Der Haushaltsroboter \u201eButty\u201c hei\u00dft bei ihm kurzerhand \u201eT-130\u201c, aus Marketinggr\u00fcnden, wie er sp\u00e4ter freim\u00fctig erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auch ansonsten versteckt Felinton sich auff\u00e4llig wenig. Im Netz gibt es, wie Drost und Henneberg schnell herausfinden, jedenfalls jede Menge \u00fcber ihn: Er hat angeblich B\u00fccher geschrieben und eine eigene Filmproduktionsfirma (Felinton Inc.) und eine Kleidungsmarke gegr\u00fcndet. Dazu betreibt er zig Youtube-Kan\u00e4le. In einem Blog stellt er sich als Jungunternehmer vor und tritt \u00e4u\u00dferst selbstsicher auf. Als der von Drost und Henneberg ins Boot geholte amerikanische Filmemacher ein fingiertes Interview mit ihm f\u00fchrt, fantasiert Felinton davon, wie er in \u201eT-130\u201c seine bevorstehende College-Zeit verarbeitet, und spricht \u00fcber Details, die er sich vermeintlich ausgedacht oder weggelassen hat. Alles zusammen ergibt das Psychogramm eines astreinen Hochstaplers.<\/p>\n<p>Felinton hat selbst eine ber\u00fchrende Geschichte zu erz\u00e4hlen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auch noch, als ihn die jungen Filmemacher mit der unangenehmen Wahrheit konfrontieren, dass er die Leistung von anderen als seine eigene ausgegeben hat. Felinton gibt den Diebstahl sofort zu, bleibt dabei \u00e4u\u00dferlich aber v\u00f6llig unger\u00fchrt. Au\u00dferdem bietet er an, das Preisgeld von den Festivals zur\u00fcckzuzahlen, als sei die Sache damit erledigt. Dann l\u00e4dt er seine Besucher zum Basketballspielen ein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es spricht nun f\u00fcr den Film und seine jungen Protagonisten, dass sie nicht plump auf einer Entschuldigung beharren. Sie gehen stattdessen mit viel Fingerspitzengef\u00fchl vor, und das zahlt sich aus. Denn Felinton hat selbst eine ber\u00fchrende Geschichte zu erz\u00e4hlen. In einem separaten Interview mit Regisseur Igor Plischke \u00f6ffnet er sich und spricht \u00fcber seine schwierige Schulzeit, eine verehrte Lehrerin, die ihm das Stottern abtrainiert hat, und \u00fcber den Drang, \u201eder Welt etwas Wichtiges zu hinterlassen\u201c. In dem Fall eben einen Animationsfilm, f\u00fcr den er sich ehrlich begeistert. Die Reue, die er dabei zeigt, nimmt man ihm ab.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Vor diesem Hintergrund ger\u00e4t der Diebstahl am Ende fast zur Nebensache. Und die drei Filmemacher aus Deutschland und den USA werden sogar fast so etwas wie Freunde.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>\u201eDer talentierte Mr. F.\u201c <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/film\/der-talentierte-mr-f\/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kZXJlaWhlbi8yYjcwOGU3OC04YWNjLTQ4OWEtOThiNy00NmVjNGRhMTQxMzAvcHJvZ3JhbS01MzMxMzYtNTA3ODU5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in der ARD-Mediathek<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Da ist ihnen etwas gelungen. 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