{"id":505109,"date":"2025-10-17T06:15:11","date_gmt":"2025-10-17T06:15:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/505109\/"},"modified":"2025-10-17T06:15:11","modified_gmt":"2025-10-17T06:15:11","slug":"magdeburg-anschlag-taeter-ab-10-november-vor-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/505109\/","title":{"rendered":"Magdeburg-Anschlag: T\u00e4ter ab 10. November vor Gericht"},"content":{"rendered":"<p>Magdeburg\/Naumburg (dpa) &#8211; Der Prozess gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt beginnt am 10. November. Das teilte das Landgericht Magdeburg mit. Zuvor hatte der \u00abSpiegel\u00bb berichtet.\u00a0<\/p>\n<p>Zu dem Prozess vor der ersten gro\u00dfen Strafkammer des Schwurgerichtes sind den Angaben nach bislang 147 Nebenkl\u00e4ger zugelassen. Weitere Personen h\u00e4tten eine Zulassung beantragt. Die Nebenkl\u00e4ger sollen von etwa 40 Anw\u00e4lten vertreten werden. Wie viele Prozesstage es gibt, ist bislang unklar.<\/p>\n<p>Mehrfacher Mord und versuchter Mord<\/p>\n<p>Mitte August hatte die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg Anklage gegen den 50 Jahre alten Taleb al-Abdulmohsen erhoben. Er soll sechs Menschen get\u00f6tet und mehr als 300 zum Teil schwer verletzt haben. Es kamen ein neunj\u00e4hriger Junge sowie f\u00fcnf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren zu Tode.\u00a0<\/p>\n<p>Dem Arzt wird mehrfacher Mord und versuchter Mord vorgeworfen. Au\u00dferdem legt die Generalstaatsanwaltschaft dem Mann gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung zur Last. Al-Abdulmohsen wird dem Landgericht nach von zwei Anw\u00e4lten verteidigt.\u00a0<\/p>\n<p>Am 20. Dezember vergangenen Jahres war der T\u00e4ter mit einem Auto \u00fcber den Magdeburger Weihnachtsmarkt gerast. Der Anschlag dauerte laut der Generalstaatsanwaltschaft eine Minute und vier Sekunden. Der saudische Arzt habe einen 340 PS starken Mietwagen genutzt. Er soll mit bis zu 48 Stundenkilometern \u00fcber den Weihnachtsmarkt gefahren sein. Insgesamt sch\u00e4digte er den Angaben zufolge 344 Menschen.<\/p>\n<p>Eigens gebautes Interims-Gerichtsgeb\u00e4ude\u00a0<\/p>\n<p>Damit alle Betroffenen &#8211; soweit sie m\u00f6chten &#8211; am Prozess teilnehmen k\u00f6nnen, wurde ein Interims-Gerichtsgeb\u00e4ude errichtet. Die Dimensionen sind enorm: Allein der Verhandlungssaal ist 65 Meter lang und 30 Meter breit, er bietet etwa 450 Nebenkl\u00e4gern und ihren Rechtsbeist\u00e4nden Platz. Rund 200 Besucher und Medienvertreter k\u00f6nnen den Prozess verfolgen.\u00a0<\/p>\n<p>Alle bestehenden Gerichtss\u00e4le im Land h\u00e4tten nach Angaben des sachsen-anhaltischen Justizministeriums nicht ausgereicht. Es handele sich um eines der gr\u00f6\u00dften Strafverfahren in der Nachkriegsgeschichte, das besondere Anforderungen an Raum, Organisation und Sicherheit stelle.<\/p>\n<p>Unzufriedenheit und Frustration\u00a0<\/p>\n<p>Die Generalstaatsanwaltschaft hatte in einer Mitteilung zur Anklageerhebung mitgeteilt, die Tat sei mehrere Wochen in Einzelheiten geplant und vorbereitet worden. Al-Abdulmohsen habe \u00aboffenbar aus Unzufriedenheit und Frustration \u00fcber den Verlauf und den Ausgang einer zivilrechtlichen Streitigkeit sowie die Erfolglosigkeit diverser Strafanzeigen gehandelt, und zwar mit dem Ziel, eine unbestimmte, m\u00f6glichst gro\u00dfe Anzahl von Personen und Personengruppen, die in den Fahrbereich seines Fahrzeugs gelangen w\u00fcrden, zu t\u00f6ten\u00bb. Mitt\u00e4ter und Mitwisser habe es nicht gegeben.<\/p>\n<p>Das Landgericht hatte das Verfahren zuletzt noch einmal dem Generalbundesanwalt zur Strafverfolgung vorgelegt. Es hatte angenommen, dass es sich um Straftaten handelte, die geeignet seien, die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeintr\u00e4chtigen. Karlsruhe lehnte die \u00dcbernahme ab mit der Begr\u00fcndung, es gebe keinen Staatsschutzbezug.\u00a0<\/p>\n<p>Arzt in Psychiatrie mit fachlichen Defiziten<\/p>\n<p>Vor der Todesfahrt arbeitete al-Abdulmohsen im Ma\u00dfregelvollzug in Bernburg (Salzlandkreis) als Arzt f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie. Dort werden Menschen behandelt, die wegen einer psychischen Erkrankung oder einer Suchtmittelabh\u00e4ngigkeit straff\u00e4llig geworden sind.\u00a0<\/p>\n<p>Angaben seines Arbeitsgebers nach ist al-Abdulmohsen dort immer wieder auff\u00e4llig geworden, etwa durch wirre Mails, Unzuverl\u00e4ssigkeit und fachliche Defizite. Psychotherapeutischen Behandlungen seien ihm nicht zugetraut worden, hie\u00df es in einem Bericht.\u00a0<\/p>\n<p>Anfang Februar war bekanntgeworden, dass sich ein Kollege ein paar Monate vor dem Anschlag Sorgen um die Verfassung von al-Abdulmohsen machte und diese Hinweise auch an Vorgesetzte weitergab. Auch mehrere Sicherheitsbeh\u00f6rden befassten sich immer wieder mit dem T\u00e4ter, er war aber als Gegner von Islamisten letztlich durch alle Raster gefallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Magdeburg\/Naumburg (dpa) &#8211; Der Prozess gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt beginnt am 10. November. 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