{"id":506552,"date":"2025-10-17T19:24:26","date_gmt":"2025-10-17T19:24:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/506552\/"},"modified":"2025-10-17T19:24:26","modified_gmt":"2025-10-17T19:24:26","slug":"luftverteidigungssystem-iris-t-slm-von-der-f125-erfolgreich-getestet-was-folgt-nun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/506552\/","title":{"rendered":"Luftverteidigungssystem Iris-T SLM von der F125 erfolgreich getestet \u2013 was folgt nun?"},"content":{"rendered":"<p>Anzeige<br \/><a class=\"gofollow\" data-track=\"MTkyLDMsMTIw\" href=\"https:\/\/quantum-systems.com\/reliant\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/QS_1068x300_RGB_Reliant_2025.jpg\" decoding=\"async\" class=\"lazyload ewww_webp_lazy_load\" width=\"1068\" height=\"300\" data-eio-rwidth=\"1068\" data-eio-rheight=\"300\" src-webp=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/QS_1068x300_RGB_Reliant_2025.jpg.webp\"\/><\/a><\/p>\n<p>Nach erfolgreichen Testsch\u00fcssen mit dem Luftverteidigungssystem Iris-T SLM von der Fregatte \u201eBaden-W\u00fcrttemberg\u201c im norwegischen And\u00f8ya vor wenigen Tagen analysieren Fachleute des Bundeswehr-Beschaffungsamtes BAAINBw nun die gewonnenen Daten, um<strong> <\/strong>m\u00f6gliche Anpassungen f\u00fcr eine sp\u00e4tere Serienbeschaffung festzulegen. Wie gro\u00df das Auftragsvolumen am Ende ausfallen k\u00f6nnte, lasse sich derzeit noch nicht beziffern, hei\u00dft es in einer Mitteilung des BAAINBw weiter. Doch schon jetzt gelte: Der Test markiere einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einer flexibleren und modernen Flugabwehr der Marine.<\/p>\n<p>Den Angaben der Beh\u00f6rde zufolge wurden drei scharfe Sch\u00fcsse mit dem von Diehl Defence entwickelten System ausgef\u00fchrt. Bei der Erprobung des normalerweise landbasierten Flugabwehrraketensystems bei Nacht und auf hoher See hatte das BAAINBw, gemeinsam mit dem Hersteller die Federf\u00fchrung, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Die Bordradarsysteme der Fregatte lieferten demnach w\u00e4hrend der Schie\u00df\u00fcbung fortlaufend Daten, die direkt in die Software des Raketensystems eingespeist wurden. Dadurch sei eine erste funktionale Verbindung zwischen Schiffssensorik und Waffensystem entstanden. Das BAAINBw bezeichnet dies als wichtigen technologischen Meilenstein. Die Fregatte verf\u00fcgt \u00fcber das Luftraum\u00fcberwachungsradar TRMS-4D von Hensoldt, das in der Landvariante etwa bei in der Ukraine im Einsatz befindlichen Iris-T-Systemen zum Einsatz kommt und als sehr leistungsf\u00e4hig gilt.<\/p>\n<p>Anzeige<br \/><a class=\"gofollow\" data-track=\"MTMyLDUsMTIw\" href=\"https:\/\/www.knds-electronics.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/KDNS-KDME-Online-Banner-500x400-RGB.jpg\" decoding=\"async\" class=\"lazyload ewww_webp_lazy_load\" width=\"500\" height=\"400\" data-eio-rwidth=\"500\" data-eio-rheight=\"400\" src-webp=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/KDNS-KDME-Online-Banner-500x400-RGB.jpg.webp\"\/><\/a><\/p>\n<p>Alle drei Flugk\u00f6rper wurden den Angaben zufolge planm\u00e4\u00dfig abgefeuert. Dem Vernehmen nach wurde bei dem Test unter anderem eine direkt auf das Schiff zufliegende sowie eine quer zum Schiff fliegende Drohne erfolgreich bek\u00e4mpft. Dabei sollen die Ziele sowohl in gro\u00dfer als auch niedriger H\u00f6he geflogen sein. Der Bek\u00e4mpfungsvorgang ist gut informierten Kreisen zufolge in deutlich mehr als zehn Kilometern Entfernung vom Schiff erfolgt.<\/p>\n<p>Anzeige<a class=\"gofollow\" data-track=\"MTc4LDYsMTIw\" href=\"https:\/\/www.hensoldt.net\/de\/insights\/whatever-it-takes\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/hartpunkt-500x400_NEU.gif\" decoding=\"async\" class=\"lazyload\" width=\"500\" height=\"400\" data-eio-rwidth=\"500\" data-eio-rheight=\"400\"\/><\/a><\/p>\n<p>Die Abwehr von querfliegenden Luftzielen d\u00fcrfte wichtig sein, um gegebenenfalls andere Schiffe mit der Iris-T SLM sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen. F\u00fcr den Eigenschutz verf\u00fcgen die bislang in puncto Luftverteidigung unzureichend ausgestatteten Fregatten der Klasse 125 noch \u00fcber das RAM-System. Die Iris-T SLM w\u00fcrde bei einer Einr\u00fcstung den zweiten Abfang-Layer abdecken.<\/p>\n<p>Der Mitteilung des BAAINBw zufolge kam die Initiative f\u00fcr die Integration des IRIS-SLM-Systems direkt von der Marine. Die bei der Operation EUNAVFOR gesammelten Erfahrungen mit dem Einsatz luftgest\u00fctzter Seeraum\u00fcberwachung hatten demnach zu der Idee gef\u00fchrt, eine effektive Flugabwehr auf Schiffen der Marine zu testen. Dort hatte die Fregatte \u201eHessen\u201c die Operation unterst\u00fctzt, bei der es um den Schutz der Seewege im Roten Meer geht.<\/p>\n<p>Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Verteidigungsministerium und dem BAAINBw habe es m\u00f6glich gemacht, das Projekt Iris-T SLM auf einer Fregatte in Rekordzeit umzusetzen: Nur acht Monate nach der Entscheidung stand der Vertrag mit dem Hersteller Diehl Defence. Anschlie\u00dfend wurde die Fregatte Baden-W\u00fcrttemberg bereit f\u00fcr den Testeinsatz gemacht. Von der urspr\u00fcnglichen Idee bis zur Umsetzung und dem erfolgreichen Test bei der Maritime Firing Exercise vor der K\u00fcste Norwegens vergingen insgesamt nur zehn Monate, wie das BAAINBw schreibt.<\/p>\n<p>Mit dem erfolgreichen Test in And\u00f8ya habe die Marine nicht nur ein neues Kapitel in der Integration moderner Waffensysteme auf See aufgeschlagen, so das BAAINBw. Hier werde auch deutlich, wie eng Technologie, Erprobung und Beschaffung zusammenspielen m\u00fcssen, um die Verteidigungsf\u00e4higkeit auf h\u00f6chstem Niveau zu sichern.<\/p>\n<p>Sollte das Waffensystem f\u00fcr die Fregattenklasse 125 eingef\u00fchrt werden, bietet sich wom\u00f6glich die Verwendung auf weiteren Marineeinheiten an. So will die Bundeswehr nach jetziger Planung in Zukunft sogenannte Large Remote Missile Vessels beschaffen, die mit Lenkflugk\u00f6rpern ausgestatte werden sollen.<\/p>\n<p>Beobachter gehen davon aus, dass der beim Schie\u00dfen in Norwegen verwendete Werfer, der nur leichte Modifikationen zu dem auf einem Lkw transportieren Iris-T-Werfer f\u00fcr das Landsystem aufweist, in Zukunft gr\u00fcndlich \u00fcberarbeitet werden d\u00fcrfte.\u00a0So werden St\u00fctzen auf See nicht ben\u00f6tigt, genauso wenig sind Hydraulik-Komponenten optimal f\u00fcr die Verwendung auf einem Schiff geeignet. Der Wegfall w\u00fcrde Platz und Gewicht sparen, was die Installation weiterer Flugk\u00f6rper-Kanister zu denen jetzigen acht m\u00f6glich macht. Eine deutliche Erh\u00f6hung soll diskutiert werden.<\/p>\n<p>Der auf der Fregatte verwendete Launcher wird \u2013 wie beim Landsystem \u2013 w\u00e4hrend der Marschfahrt eingeklappt und bei einer Gefechtssituation aufgerichtet. Insider gehen davon aus, dass ein umfassend navalisierter Launcher jedoch fix auf dem Deck installiert sein d\u00fcrfte, entweder im rechten Winkel oder leicht geneigt. Dem Vernehmen nach wurde bei dem Test das Oberdeck gegen zu hohe Hitzebelastung bei einem sogenannten Hangfire eines Flugk\u00f6rpers mit einem Hitzeschild gesichert. Ob die gew\u00e4hlte L\u00f6sung beibehalten wird, scheint noch offen zu sein.<\/p>\n<p>Beobachter vermuten, dass vor dem Einstieg in die Serienbeschaffung der Demonstrator in den Status eines umfassend navalisierten Iris-T-SLM-Systems \u00fcberf\u00fchrt werden m\u00fcsste, was wom\u00f6glich bis 2027 realisierbar w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schritt w\u00e4re auch die Integration des Waffensystems in das F\u00fchrungs- und Waffeneinsatzsystem (F\u00fcWes) der Fregatte, was bisher nicht tiefgehend erfolgt ist. Gegenw\u00e4rtig wird noch das ACNS von Atlas Elektronik verwendet. Wie aus gut informierten Kreisen zu vernehmen ist, werden die Fregatten der Klasse 125 jedoch in Zukunft mit dem von Lockheed Martin Canada entwickelten F\u00fcWes CMS 330 ausgestattet, das als neues Standard-F\u00fcWes der Marine gesetzt ist \u2013 der Vertrag k\u00f6nnte zur Beschaffung der Software k\u00f6nnte wom\u00f6glich in den kommenden Wochen geschlossen werden.<\/p>\n<p>Wie es hei\u00dft, soll auch bereits eine Machbarkeitsstudie erfolgt sein, wonach die Integration von Iris-T SLM in CMS 330 grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich ist. F\u00fcr die Beschaffung von Iris-T SLM f\u00fcr die F125 spricht neben den erfolgreichen Tests auch, dass es sich um eine nationale Schl\u00fcsseltechnologie mit hoher deutscher Wertsch\u00f6pfung handelt und die Produktion massiv ausgebaut wird, womit die Marine langfristig \u00fcber den Zugriff auf die Munition verf\u00fcgen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Offensichtlich gibt es f\u00fcr eine Kampfwertsteigerung der F125 noch ein weiteres Konzept, der kurzfristig in Frage kommen k\u00f6nnte. Dabei handelt es sich um das System CAMM\/SEA CEPTOR von MBDA, das urspr\u00fcnglich f\u00fcr die britischen Streitkr\u00e4fte entwickelt wurde.<\/p>\n<p>Der Flugk\u00f6rper wurde laut Hersteller auch bereits f\u00fcr die neuseel\u00e4ndische Marine in das dort ebenfalls genutzte CMS 330 integriert, womit Entwicklungsaufwand bei der F125 entfallen d\u00fcrfte. Der f\u00fcr den Einsatz auf See gebaute CAMM nutzt im Gegensatz zur Iris-T einen aktiven Radarsucher, der insbesondere bei schlechten Witterungsbedingungen Vorteile haben soll. Laut Hersteller ist der Flugk\u00f6rper auf die Bek\u00e4mpfung von Zielen mit geringer Signatur optimiert und unempfindlich gegen den sogenannten Ground-Clutter. Der Fragementations-Gefechtskopf des Flugk\u00f6rpers soll eine Gewicht von 20 kg aufweisen.<\/p>\n<p>Der 3,30 Meter lange CAMM wird mit einem Gasgenerator aus dem Startbeh\u00e4lter getrieben und z\u00fcndet den Raketenmotor erst in einigen Metern H\u00f6he. Aus diesem Grund spielen Hangfire oder hei\u00dfe Abgase keine Rolle f\u00fcr die Installation auf dem Schiff.<\/p>\n<p>Auf der F125 k\u00f6nnte der Flugk\u00f6rper, der eine H\u00f6chstgeschwindigkeit von Mach 3 und eine Bek\u00e4mpfungsreichweite von etwa 25 Kilometern aufweisen soll, im Fitness-Raum auf dem Vorschiff vor dem dem RAM-Werfer integriert werden. Die Waffe w\u00fcrde dabei in ein \u201eMaritime Launching System MLS\u201c mit sechs Zellen einger\u00fcstet. Dadurch w\u00fcrde allerdings Platz im Fitnessraum entfallen. Laut Hersteller k\u00f6nnte aber wom\u00f6glich die doppelte Menge an Lenkflugk\u00f6rpern oder sogar noch mehr integriert werden, wenn ganz auf den Fitnessraum verzichtet w\u00fcrde. Eine ebenso risikoarme und mit geringem Aufwand zur realisierende Integration ist laut MBDA \u00fcberdies in einem 10-Fu\u00df-ISO-Container zwischen den Masten des Schiffes m\u00f6glich, dort wo heute das Iris-T-System steht.<\/p>\n<p>Ein Nachteil des Flugk\u00f6rpers d\u00fcrfte jedoch darin liegen, dass er bisher nicht in der Bundeswehr eingef\u00fchrt ist und nicht in Deutschland hergestellt wird. Allerdings nutzen Partnermarinen in Europa wie die Royal Navy und zuk\u00fcnftig auch die Seestreitkr\u00e4fte Polens, Schwedens und Norwegens den Flugk\u00f6rper. International kommen noch Chile, Brasilien, Neuseeland und Saudi-Arabien dazu. Damit best\u00fcnde eine hohe Interoperabilit\u00e4t mit befreundeten Nationen. Zuletzt hatten sich Deutschland und Gro\u00dfbritannien im Rahmen der Trinity-House-Vereinbarung f\u00fcr mehr bilaterale Kooperation in R\u00fcstungsfragen stark gemacht. <\/p>\n<p>Nun bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse die Analysen des BAAINBw nach dem Testschie\u00dfen in Norwegen hervorbringen und wie sich diese auf die Beschaffung auswirken. Dabei dr\u00e4ngt die Zeit. Denn die Fregatten der Klasse 125 m\u00fcssen dringend eine angemessene Luftverteidigung erhalten, um in den zuk\u00fcnftigen Kriegsszenarien einsetzbar zu sein.<\/p>\n<p>Lars Hoffmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anzeige Nach erfolgreichen Testsch\u00fcssen mit dem Luftverteidigungssystem Iris-T SLM von der Fregatte \u201eBaden-W\u00fcrttemberg\u201c im norwegischen And\u00f8ya vor wenigen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":506553,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[13,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-506552","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-news","13":"tag-top-meldungen","14":"tag-topmeldungen","15":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115391147345079883","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/506552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=506552"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/506552\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/506553"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=506552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=506552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=506552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}