{"id":506588,"date":"2025-10-17T19:47:12","date_gmt":"2025-10-17T19:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/506588\/"},"modified":"2025-10-17T19:47:12","modified_gmt":"2025-10-17T19:47:12","slug":"500-millionen-dollar-in-drohnenabwehr-so-plant-washington-die-wm-sicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/506588\/","title":{"rendered":"500 Millionen Dollar in Drohnenabwehr \u2013 so plant Washington die WM-Sicherheit"},"content":{"rendered":"<p>Bei der Fu\u00dfball-EM 2024 in Deutschland waren Drohnen im Umfeld des Stadions verboten. Vor der WM im kommenden Jahr nimmt nun die US-Regierung die Bedrohung ins Visier \u2013 und plant nach Informationen von \u201ePolitico\u201c eine riesige Investition, um die Risiken zu reduzieren.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Es ist auf beiden Seiten des Atlantiks ein Dauerthema \u2013 und nun reagiert Washington: Aus Sorge vor Drohnen-Angriffen bei der Fu\u00dfball-WM im kommenden Jahr f\u00e4hrt die US-Regierung den Schutz des Luftraums massiv hoch.<\/p>\n<p>Laut <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article68da89aa7a0d4c499e8bc506\/Russland-rein-Keine-Visa-fuer-Brasilien-Fans-Wie-Trump-die-WM-als-politisches-Druckmittel-nutzt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article68da89aa7a0d4c499e8bc506\/Russland-rein-Keine-Visa-fuer-Brasilien-Fans-Wie-Trump-die-WM-als-politisches-Druckmittel-nutzt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andrew Giuliani, dem Leiter der \u201eFifa World Cup 2026 Task Force\u201c des Wei\u00dfen Hauses<\/a>, plant die Regierung, ein 500-Millionen-Dollar-Programm aufzulegen, um Bundesstaaten und Kommunen beim Aufbau von Anti-Drohnen-Sicherheitsstrategien zu unterst\u00fctzen. Dabei richtet sich der Blick auf das in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragene Turnier, den 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten und Olympia 2028 in Los Angeles.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Wei\u00dfen Hauses stehen die Mittel allen 50 Bundesstaaten zur Verf\u00fcgung, sollen aber besonders dazu dienen, die 104 Fu\u00dfballspiele zu sichern, die in US-Stadien ausgetragen werden. Beamte stellen sich vor, dass st\u00e4dtische Polizeibeh\u00f6rden Handger\u00e4te einsetzen, um Drohnen aufzusp\u00fcren und diese per Jamming-Technologie zu deaktivieren oder an ihre Startpunkte zur\u00fcckkehren zu lassen.<\/p>\n<p>\u201eAlle \u2013 von den Gouverneuren \u00fcber die verschiedenen Polizeipr\u00e4sidenten in diesen St\u00e4dten bis hin zum Chief Security Officer der Stadien \u2013 sagen, dass sie das brauchen, um die WM-Spielorte zu sch\u00fctzen\u201c, sagte Giuliani im Gespr\u00e4ch mit \u201ePolitico\u201c.<\/p>\n<p>Schon im vergangenen Jahr hatte das Thema auch in Deutschland eine hohe Bedeutung f\u00fcr die Sicherheitsbeh\u00f6rden: Bei der EM 2024 galten strikte Drohnenregeln: F\u00fcr jeden Spieltag richteten die Luftfahrtbeh\u00f6rden tempor\u00e4re Gebiete mit Flugbeschr\u00e4nkungen rund um die Stadien ein; dort waren Fl\u00fcge grunds\u00e4tzlich untersagt. Ausnahmen gab es nur f\u00fcr beh\u00f6rdliche Eins\u00e4tze. Trotzdem gab es immer wieder Verst\u00f6\u00dfe \u2013 allein 86 in Nordrhein-Westfalen. <\/p>\n<p>In Europa ist die Nervosit\u00e4t ob des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68e9f93f39ba1b20368c0286\/drohnen-an-flughaefen-wir-weisen-auf-die-problematik-seit-zehn-jahren-hin-airlines-kritisieren-politische-untaetigkeit.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68e9f93f39ba1b20368c0286\/drohnen-an-flughaefen-wir-weisen-auf-die-problematik-seit-zehn-jahren-hin-airlines-kritisieren-politische-untaetigkeit.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einsatzes von Drohnen<\/a> j\u00fcngst deutlich gestiegen: In D\u00e4nemark wurde der Flughafen Kopenhagen am 22. September f\u00fcr fast vier Stunden komplett geschlossen, nachdem \u201ezwei bis drei gro\u00dfe Drohnen\u201c \u00fcber dem Platz gemeldet wurden; Dutzende Fl\u00fcge versp\u00e4teten sich oder fielen aus. <\/p>\n<p>Zeitgleich meldete Norwegen St\u00f6rungen in Oslo, sp\u00e4ter wurden nach einer Pilotensichtung erneut ankommende Maschinen verz\u00f6gert oder umgeleitet. Zus\u00e4tzlich kam es zu zeitweisen Schlie\u00dfungen in Aalborg. In Schweden wurden Drohnen in K\u00fcstenn\u00e4he zur Marinebasis Karlskrona gemeldet; schon 2022 hatte Stockholm Ermittlungen wegen Drohnen \u00fcber mehreren Atomkraftwerken eingeleitet.<\/p>\n<p>In <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus68dbb9ae9207ead1797a3466\/exklusive-zahlen-drohnen-ueber-deutschland-eine-frage-der-zeit-bis-etwas-passiert.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus68dbb9ae9207ead1797a3466\/exklusive-zahlen-drohnen-ueber-deutschland-eine-frage-der-zeit-bis-etwas-passiert.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> warnt das Bundeskriminalamt (BKA) explizit vor einer steigenden Anschlags- und Aussp\u00e4hgefahr durch zivile Flugger\u00e4te \u2013\u00a0auch im Blick auf Gro\u00dfereignisse. Die Nutzung in terroristischen Operationen habe sich etabliert. Die Polizei r\u00fcstet daher ihre Technik auf, mehrere Bundesl\u00e4nder bringen eigene Drohnenabwehr-Einheiten an den Start. Berlin beschafft aktuell ein Sensornetz, das Funkspektren analysiert, Flugbahnen verfolgt und Pilotenstandorte ermittelt.<\/p>\n<p>Nach Pl\u00e4nen der Bundesregierung soll zudem noch in diesem Jahr eine Drohnenabwehr-Einheit bei der Bundespolizei starten. Au\u00dferdem soll ein geplantes Drohnenabwehrzentrum von Bund und L\u00e4ndern in Betrieb gehen.<\/p>\n<p>In Ausnahmef\u00e4llen will Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), dass die Bundeswehr der Polizei Amtshilfe im Inneren leisten kann. Die Bundespolizei soll \u201eDrohnen in Baumwipfelh\u00f6he\u201c bek\u00e4mpfen, wie es Dobrindt ausdr\u00fcckte. Kreisen die Flugk\u00f6rper h\u00f6her, kommt die Bundeswehr ins Spiel. Die Abwehr etwa \u201eausl\u00e4ndischer Spionagedrohnen\u201c sei ein Verteidigungsfall, argumentieren die Juristen der Bundesregierung, also durchaus Job der Bundeswehr. Eine Grundgesetz\u00e4nderung w\u00e4re damit nicht n\u00f6tig. <\/p>\n<p>Die Finanzierung bringt das Wei\u00dfe Haus in eine kontroverse Debatte <\/p>\n<p>Das neue Programm der Amerikaner wird aus Mitteln gestemmt, die durch das im Juli verabschiedete \u201eOne Big Beautiful Bill\u201c f\u00fcr das Heimatschutzministerium (DHS) bereitgestellt wurden.<\/p>\n<p>Die Finanzierung bringt das Wei\u00dfe Haus zudem st\u00e4rker in eine kontroverse Debatte dar\u00fcber, welche Strafverfolgungsbeh\u00f6rden Drohnen abfangen oder deaktivieren d\u00fcrfen. Derzeit k\u00f6nnen das nur Bundesbeh\u00f6rden. Ein Gesetzentwurf im Repr\u00e4sentantenhaus, der diese Befugnis auf die \u00f6rtliche Polizei ausweiten w\u00fcrde, steckt fest. Die Regierung pr\u00fcft Notfallpl\u00e4ne, die es dem Justizministerium erlauben w\u00fcrden, staatliche und lokale Beh\u00f6rden vor\u00fcbergehend zu erm\u00e4chtigen, unerlaubte Drohnen auszuschalten, falls der Kongress nicht handelt.<\/p>\n<p>\u201eDrohnen sind eine disruptive Technologie. Sie haben ein enormes Potenzial f\u00fcr Gutes wie f\u00fcr Schlechtes\u201c, sagte Seb Gorka, Senior Director f\u00fcr Terrorismusbek\u00e4mpfung im Nationalen Sicherheitsrat. \u201eWir werden die Durchsetzung der bestehenden Gesetze verst\u00e4rken, um zwei Arten von Personen abzuschrecken: B\u00f6sewichte und Idioten \u2013 die Ahnungslosen und die Nachl\u00e4ssigen.\u201c<\/p>\n<p>Im August trafen Gorka und Giuliani Vertreter der lokalen Organisationskomitees in den elf US-St\u00e4dten, die WM-Spiele ausrichten. Drohnen seien zu \u201eeinem zentralen Bestandteil\u201c der Planungen der Taskforce des Wei\u00dfen Hauses geworden, sagte Giuliani. Der leitende Sicherheitsverantwortliche der Fifa, des internationalen Fu\u00dfball-Weltverbands, hat Drohnen als gr\u00f6\u00dfte Sicherheitsherausforderung f\u00fcr das 39-t\u00e4gige Turnier identifiziert.<\/p>\n<p>\u201eNehmen wir die WM als Anlass zur Eile\u201c, sagte Giuliani, dessen Taskforce in Abstimmung mit dem Nationalen Sicherheitsrat, dem DHS und dem Justizministerium gebildet wurde und inzwischen t\u00e4glich tagt: \u201eIn neun Monaten werden die WM-Spiele angepfiffen, und das kann man nicht verschieben. Also beschaffen wir die Ausr\u00fcstung, die n\u00f6tig ist, um das Ganze so sicher wie m\u00f6glich zu machen.\u201c<\/p>\n<p>Die Austragungsst\u00e4dte der WM haben bereits Zugang zu einem F\u00f6rderprogramm \u00fcber 625 Millionen Dollar, das durch den \u201eOne Beautiful Bill Act\u201c geschaffen und jetzt vom DHS verwaltet wird, um Sicherheitskosten im Zusammenhang mit den Turniervorbereitungen zu erstatten. <\/p>\n<p>Die USA, Kanada und Mexiko hielten in diesem Sommer in Mexiko-Stadt auch ein trilaterales Treffen zur Koordinierung der Drohnen-Abwehr ab. \u201eWir werden unsere Best Practices einbringen und unsere Mitgastgeber dr\u00e4ngen, ebenfalls ihre Best Practices vorzulegen und sehen, was sich letztlich als Best Practices f\u00fcr alle drei L\u00e4nder herauskristallisiert\u201c, sagte Giuliani.<\/p>\n<p>\u00dcber die WM hinaus verkn\u00fcpft die US-Regierung die Drohnenpolitik mit breiteren industrie- und verteidigungspolitischen Zielen. Im Juni unterzeichnete Trump Pr\u00e4sidialerlasse zur St\u00e4rkung der Luftraumsicherheit, zur Beschleunigung der inl\u00e4ndischen Drohneninnovation und zur Ausweitung kommerzieller Eins\u00e4tze.<\/p>\n<p>Heimatschutzministerin Kristi Noem, die Drohnen als Teil einer \u201eRevolution der Waffentechnologie\u201c bezeichnet, warnte, sie w\u00fcrden \u201ezum Schmuggel t\u00f6dlicher Drogen, zur Attacke auf unsere Infrastruktur und zum Aussp\u00e4hen der US-Verteidigung\u201c eingesetzt.<\/p>\n<p>Auch in Europa wird das Thema wohl kaum wieder verschwinden. Wie real die Gefahr ist, zeigte Belgien vergangene Woche: In Antwerpen wurden drei junge M\u00e4nner festgenommen, die laut Ermittlern einen \u201edschihadistisch inspirierten\u201c Anschlagsplan verfolgten. Die Zielperson: Premierminister Bart De Wever. Angebliches Tatmittel: eine mit Sprengstoff best\u00fcckte Drohne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei der Fu\u00dfball-EM 2024 in Deutschland waren Drohnen im Umfeld des Stadions verboten. Vor der WM im kommenden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":506589,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,10068,108911,5695,13,167,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020,99124],"class_list":{"0":"post-506588","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-drohnen","11":"tag-drohnenkriege-ks","12":"tag-fifa","13":"tag-headlines","14":"tag-investigation","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-united-states","19":"tag-united-states-of-america","20":"tag-us","21":"tag-usa","22":"tag-vereinigte-staaten","23":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika","24":"tag-weltmeisterschaften-wm-ks"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115391236910192486","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/506588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=506588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/506588\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/506589"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=506588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=506588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=506588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}